Test: Huawei Mate 8

Pfeilschneller Aluminium-Riese aus Fernost

Geschrieben von Niklas Ludwig am 15.01.2016.

Huawei Mate 8 Startbild

Das Huawei Mate 8 ist nichts für kleine Hände: satte sechs Zoll misst der Bildschirm, der in einem edlen Aluminiumgewand eingelassen ist. Was das Riesen-Smartphone aus Fernost sonst noch zu bieten hat, verraten wir euch in unserem Test.






Technische Daten

Prozessor Kirin 950 Octa-core (4x 2,3 GHz A72 + 4x 1,8 GHz A53)
Arbeitsspeicher 3 GB
Interner Speicher 32
Displaydiagonale 6 Zoll, IPS (Gorilla Glass 4)
Auflösung 1.920 x 1.080
Konnektivität Wi-Fi 802.11b/g/n, ac, Bluetooth 4.2, NFC
Kameras Haupt: 16 MP mit Autofokus, Front: 8 MP
Akku 4.000 mAh (nicht wechselbar)
Betriebssystem Android 6.0
Abmessungen 157,1mm x 80,6mm x 7,9 mm
Gewicht 185 g
Besonderheiten & Anschlüsse Fingerabdrucksensor, micro-USB
Preis 599 Euro

Lieferumfang

  • Huawei Mate 8
  • USB-Kabel
  • Netzadapter
  • Schnellstartanleitung

Design & Verarbeitung

Wenn Huawei inzwischen etwas besonders gut kann, dann sind das Unibody-Gehäuse aus Aluminium. Die silberne Rückseite des Huawei Mate 8 besteht fast nahtlos aus dem edlen Werkstoff. Lediglich am oberen und unteren Ende befinden sich zwei schmale Kunststoffstreifen, hinter denen die Antennen sitzen. Die Streifen sind in einem anderen Silberton gehalten, was das ansonsten gelungene Design etwas stört. Uns gefällt der Weg, den Huawei beim Mate S gegangen ist, etwas besser: Dort sind die typischen Antennen-Streifen direkt in das Aluminium eingelassen.

Huawei Mate 8 - Bildschirm Huawei Mate 8 - Rückseite 

Die Front wird vom 6-Zoll-Display dominiert (li).  Kamera und Fingerabdrucksensor befinden sich auf der Rückseite (re)

Doch zurück zum Huawei Mate 8, dessen Rahmen ebenfalls aus Aluminium besteht. Eine Phase an den beiden Seiten des Rahmens sorgt dafür, dass das knapp 185 Gramm leichte Smartphone, trotz seiner Größe, griffig in der Hand liegt. Durch die Phase stören auch keine scharfen Kanten die Haptik. Der Rahmen selbst bietet Platz für die altbekannten Tasten und Anschlüsse. Der untere Rahmen beherbergt die Lautsprecher sowie einen micro-USB-Anschluss. Warum Huawei auf einen Typ C-Anschluss verzichtet ist uns unverständlich. Auf der rechten Seite befinden sich der Power-Button und die Lautstärkewippe, die sich gut mit dem Daumen erreichen lassen. Der Slot für die SIM-Karte befindet sich hingegen auf der gegenüberliegenden Seite. Dieser gewährt wahlweise zwei Nano-SIMs oder einer Nano-SIM und einer microSD-Karte Unterschlupf. Ein Klinkenanschluss für Kopfhörer befindet sich am oberen Rahmen.

Huawei Mate 8 - USB-Anschluss Huawei Mate 8 - Kopfhöreranschluss 

Huawei setzt beim Mate 8 noch auf einen Micro-USB-Anschluss (li). Für Kopfhörer steht ein Klinkenanschluss zur Verfügung (re)

Auf der Rückseite sitzt die kreisrunde Kamera, die leicht aus dem Gehäuse hervorragt. Unter der Kamera sitzt der ebenfalls runde Fingerabdrucksensor, der den Bildschirm pfeilschnell entsperrt. Mit Maßen von 157,1 x 80,6 x 7,9 Millimetern weist das Huawei Mate 8 nahezu identische Abmessungen zum direkten Vorgänger, dem Huawei Ascend Mate 7, auf. Wenig Neues gibt es vom Bildschirm zu berichten: Huawei setzt wie beim direkten Vorgänger auf ein 6 Zoll großen Full HD-Bildschirm. Somit weist das Smartphone eine Pixeldichte von 368 ppi auf, was im Vergleich zu Konkurrenz-Modellen, wie dem Galaxy S6 edge oder dem LG G4, vergleichsweise gering ist.

Huawei Mate 8 - Navigationsleiste

Obwohl das 6-Zoll-Display nur mit Full HD-Auflösung aufwarten kann, ist die Anzeige gestochen scharf

Uns ist die Full HD-Auflösung allerdings keinesfalls negativ aufgefallen – das Bild ist gestochen scharf. Zudem überzeugt das Mate 8 mit einer hohen Blickwinkelstabilität, die es einem IPS-Panel zu verdanken hat. Das AMOLED-Display des Mate S wirkt allerdings noch etwas kontrastreicher und farbenfroher. Gorilla Glass 4 schützt den Bildschirm, der an den Kanten leicht abgerundet ist. Verarbeitung und Materialgüte sind durchgehend auf hohem Niveau. Huawei bleibt seiner Linie treu.

Leistung & Bedienung

Der Prozessor des Huawei Ascend Mate 7 konnte der Konkurrenz noch nicht wirklich das Fürchten lehren. Allerdings haben Modelle wie das P8 und Mate S gezeigt, dass Huawei der Konkurrenz immer dichter auf den Fersen ist. Unter der Haube des Huawei Mate 8 sitzt abermals ein hauseigener Prozessor, der dieses Mal auf den Namen Kirin 950 hört. Der Prozessor verfügt über insgesamt acht Rechenkerne, von denen vier mit maximal 2,3 Gigahertz und die restlichen vier mit bis zu 1,8 GHz takten. Apps können im 3 GB großen Arbeitsspeicher abgelegt werden. In China gibt es das Mate 8 sogar mit 4 GB RAM. Europäische Kunden müssen jedoch mit 3 GB vorliebnehmen. Von den 32 GB Speicherplatz des internen Speichers bleiben dem Kunden etwas mehr als 22 GB freier Speicherplatz übrig. Im Vergleich zur Konkurrenz bietet der Akku eine immense Kapazität von 4.000 mAh. Das sind zwar 100 mAh weniger als beim Ascend Mate 7, reicht aber locker für Laufzeiten von bis zu zwei Tagen. Als Software-Unterbau fungiert Android 6.0 Marshmallow, das mit der EMUI 4.0-Benutzeroberfläche versehen wurde.


Die Ingenieure bei Huawei scheinen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben – der Kirin 950 pulverisiert die versammelte Konkurrenz. Er liefert in nahezu jedem Benchmark Topergebnisse ab. Bei den Grafik-Benchmarks kann er sich allerdings weniger stark behaupten und liegt leicht unter dem Niveau Galaxy S6 edge. Im Vergleich zur Grafikeinheit des Huawei Mate S lässt sich jedoch ein signifikanter Schritt feststellen. Den guten Ergebnissen entsprechend, ließen sich bei alltäglichen Aufgaben keine Aussetzer oder Verzögerungen feststellen.

Die rückseitige Kamera besitzt einen 16-Megapixel-Sensor, der Bilder im 4:3-Format aufnimmt. Wer Fotos lieber in 16:9 schießt, muss eine Reduzierung auf 12 Megapixel hinnehmen. Die Kamera-App erinnert nach wie vor stark an die eines iPhone. Es stehen verschiedene Modi zur Auswahl, darunter Lichtmalerei, Super-Nacht, Panorama und Gesamt-Fokus. Ein professioneller Modus ist ebenfalls mit an Bord, mit dem der ISO-Wert, der Weißabgleich und weitere Parameter manuell festgelegt werden können. Für Selfies steht auf der Vorderseite eine weitere Kamera zur Verfügung, die Bilder mit acht Megapixel aufnimmt.

Huawei Mate 8 - Testaufnahme 1Huawei Mate 8 - Testaufnahme 2
Selbst bei guten Lichtverhältnissen lässt sich in dunklen Bereichen ein leichtes Rauschen feststellen

Während die Kamera bei Tageslicht gute Aufnahmen bietet und sich gut für Schnappschüsse eignet, lässt die Qualität bei schlechteren Lichtbedingungen rapide nach. Selbst bei viel Tageslicht im Büro, fangen die Bilder zu rauschen an. Da sind wir vom Huawei P8 und dem Mate S (die beide den gleichen Sensor verwenden) besseres gewohnt.

Huawei Mate 8 - Aufnahme bei TagHuawei Mate 8 - Nachtaufnahme
Der Super-Nacht-Modus liefert teils gute Ergebnisse – vorausgesetzt das Mate 8 steht auf einer stabilen Unterlage (re)

Videos werden in Full HD mit maximal 60 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Der optische Bildstabilisator der Kamera lässt sich allerdings erst bei Aufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde dazu schalten. Zudem sind Zeitlupenaufnahmen in 720p mit 120 Bildern pro Sekunde möglich.

Fazit

Huawei hat erneut ein Flaggschiff auf den Markt gebracht, bei dem es wenig zu bemängeln gibt. Das Huawei Mate 8 ist pfeilschnell, besitzt ein sehr gutes 6-Zoll-Display und sieht dank Aluminium-Unibody schick aus. Eine Dual-SIM-Funktion ist abermals mit von der Partie und kann dazu genutzt werden, den internen Speicher zu erweitern. Dieser Wahl geht allerdings mit dem Verlust eines SIM-Slots einher. Steckdosen muss das Mate 8 zudem deutlich seltener aufsuchen als andere Smartphones – der starke Akku macht sich bezahlt. Austauschen lässt sich dieser hingegen nicht. Die Kamera kann die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen und schneidet insgesamt etwas schlechter ab als andere Highend-Modelle. Das Huawei Mate 8 kommt Ende Januar zu einem Preis von 599 Euro in den Handel.

Pro Contra
  • schickes Aluminiumgehäuse
  • Kamera könnte besser sein
  • sehr hohe Leistung
  • Akku nicht austauschbar
  • sehr gutes Display
  •  kein USB Typ C
  • lange Laufzeiten
 
  • schneller Fingerabdrucksensor
 
  • Speicher erweiterbar/Dual SIM
 
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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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