Wissen: SoundGuide – Dolby Surround & Co

Geschrieben von Redaktion am 29.11.2003.

NEU_standard_avatar_apc Vorbei sind die Zeiten, in der unser Gehör noch von alten und qualitativ längst nicht mehr überzeugenden Soundstandards gequält wird. In Zeiten des digitalen Fernsehens und immer ausgefeilteren Techniken, die mit glasklarer Wiedergabequalität von Film und Musik zu überzeugen wissen, haben Mono und Stereo nichts mehr verloren.

 

Einleitung

Spätestens seit dem letzten Kinobesuch sollte einem klar geworden sein, wie genial doch Surround-Sound ist. Wer sich heut zu Tage ein Surround-System zulegen will, um seine DVDs wie im Kino erleben zu können, bekommt bereits für 200 Euro sehr hochwertige Geräte. Jedoch bleibt einem letztendlich die Qual der Wahl nach dem idealen System nicht erspart. Bei all den Bezeichnungen wie Dolby Surround, Dolby Digital oder DTS verlieren viele den Überblick und greifen oftmals zu dem falschen System. Was Sie beim Kauf eines Heimkino-Systems beachten sollten und in wie fern sich die einzelnen Systeme unterscheiden, versuchen wir ihnen an Hand dieses Berichts zu erklären.

Dolby Surround

Den ersten richtigen Mehrkanal-Sound, also Surround-Sound, lieferte das damals Mitte der 60er Jahre entwickelte „Dolby Surround“ und fand erstmals im Kino Verwendung. Dieses System verwendet zum ersten Mal einen vierten Kanal, den so genannten Effektkanal, der für den eigentlichen Surround-Sound sorgt. Neben dem Effektkanal benötigt Dolby Surround zusätzlich drei weitere Kanäle. Diese drei weiteren Kanäle sind der linke und rechte Frontkanal und der Mittelkanal, der Centerkanal. Die beiden vorderen Kanäle Links und Rechts dienen zur Wiedergabe von jeglicher Musik und sonstigen kräftigen akustischen Signalen in Stereo. Der Mittelkanal dient einzig und allein der Wiedergabe von Dialogen und Stimmen, ebenfalls in Stereo. Der vierte Kanal, also der Effektkanal, gibt zwar auch Nebengeräusche wieder, jedoch nur einen sehr geringen Anteil. Seine eigentliche Bestimmung dient der Wiedergabe der übrigen schwachen Signale, wie spezielle Geräusche die hinter einem geschehen. Zwar kann dieser Kanal mit mehreren Lautsprechern angesprochen werden, da dieser jedoch nur in der Lage ist Töne in Mono wiederzugeben ist es unsinnig mehr als zwei Lautsprecher zu betreiben. Eigentlich würde auch einer vollkommen ausreichen, jedoch hängt die Anzahl der verwendeten Lautsprecher auch von der Größe des Raumes und der Sitzposition des Zuhörers ab. Auf Grund der Mono-Wiedergabe ist es auch nicht möglich zu unterscheiden, ob die Geräusche die hinter einem ausgestrahlt werden, nun von rechts oder von links kommen.

Was wird für Dolby Surround benötigt?

Nun, zu aller erst einmal benötigt man einen Receiver, der mit einem Dolby Surround-Decoder und einem –Encoder ausgestattet ist. Dieser mischt dann die einkommenden Frequenzbereiche ab und teilt sie in vier Tonspuren auf und ordnet dabei jeder Tonspur, also jedem Kanal seine Frequenzen/Töne zu. Der Encoder gibt dann diese Töne an die einzelnen Lautsprecher ab. Früher übernahmen externe Geräte diese Arbeit, heute jedoch ist fast jeder DVD-Player und manche HiFi-Anlage mit einem solchen Receiver ausgestattet. Dann benötigt man natürlich noch vier Lautsprecher die dann an den Receiver angeschlossen werden. Wie die einzelnen Lautsprecher angeordnet werden entnehmen Sie der Grafik. Wo allerdings der Subwoofer platziert wird ist völlig egal, da das menschliche Gehör lediglich in der Lage ist die hohen, aber nicht die tiefen Frequenzen orten zu können. Und natürlich benötigt man noch eine Quelle, zum Beispiel den Fernseher, Videorekorder, oder ein anderes Wiedergabegerät, an dem letztendlich der Receiver angeschlossen wird.

Dolby Surround Pro Logic

Die nächste Weiterentwicklung von Dolby Surround ist „Dolby Surround Pro Logic“. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein analoges System und ist eigentlich identisch mit Dolby Surround. Anders als jedoch bei Dolby Surround beträgt die Kanaltrennung bei Pro Logic, statt der 3dB nun ganze 45 dB. Dank einer verbesserten Steuerlogik werden nun die Frequenzbereiche besser de- und encodiert und auf die einzelnen Kanäle aufgeteilt und zudem noch verstärkt, was dem Klang eine gewisse Dynamik verleiht. Allerdings auf Grund der einfach nicht so richtig überzeugen wollenden Signalerkennung und -bearbeitung, welche zwar ebenfalls verbessert wurden, werden die Töne nicht originalgetreu und unnatürlich über den Surround-Kanal wiedergegeben. Ein weiteres Problem, dass sich besonders bei größeren Räumen bemerkbar macht, und sowohl bei Dolby Surround als auch Pro Logic auftritt, ist der so genannte „im Kopf Ortungseffekt“, welcher hauptsächlich durch den Mono-Surround-Kanal verursacht wird. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Ton direkt und linear wiedergegeben wird. Sitzt also der Zuhörer, bzw. der Zuschauer nicht unmittelbar in der Sendelinie des Surround-Kanals, so hört er quasi am Geschehen vorbei. Um diesem Problem vorzubeugen sollte man so genannte Dipole einsetzen. Das sind Lautsprecher die die Töne räumlich ausstrahlen.

Da sich Pro Logic lediglich in der Surround-Matrix von Dolby Surround unterscheidet, sind die Voraussetzungen fast die Selben, mit unter einer Ausnahme. Man benötigt einen Receiver mit Dolby Surround Pro Logic Decoder. Ansonsten können die gleichen Lautsprecher verwendet werden. An der Positionierung der einzelnen Lautsprecher ändert sich ebenfalls nichts.

Dolby Digital

Nun hatte man zwar schon die Möglichkeit und die Technik Mehrkanal-Ton ausstrahlen zu können, doch war die Qualität wie man sie von Dolby Surround und Pro Logic her kennt nicht wirklich das Gelbe vom Ei, da auf Grund technischer Mankos viele Klänge und Effekte nicht originalgetreu wiedergegeben und eindeutig geortet werden konnten. Demnach war es schier unmöglich unterscheiden zu können, wo sich das Geschehen hinter einem nun genau abspielt. Aus diesem Grund musste etwas Neues und Besseres her. Und das 1992 entwickelte „Dolby Digital“, auch bekannt als „AC3“ (Audio Code No.3), sollte diese Probleme nun ein für alle Mal aus der Welt schaffen. Bei Dolby Digital handelt es sich um das erste digitale Surround-System überhaupt. Eine der wichtigsten Verbesserungen im Vergleich zu Dolby Surround und Pro Logic ist der zusätzliche Surround-Kanal. So können nun auch endlich über die hinteren Lautsprecher Effekte in vollem Stereosound wiedergegeben werden. Ebenfalls völlig neu ist der „Low Frequency Effects“-Channel, der so genannte LFE-Kanal. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als ein separater Kanal für alle tiefen Frequenzbereiche, also für die Bässe. Somit werden nun alle Frequenzbereiche ideal abgedeckt. Das nun entstandene Sechs-Kanalsystem ist ein so genanntes 5.1-System und ist die wichtigste Voraussetzung für die Wiedergabe von Dolby Digital. Die fünf vor dem Punkt gibt dabei die Anzahl der zum Einsatz kommenden Lautsprecher an, hier also die Lautsprecher für die beiden Frontkanäle Links und Rechts, einen Mittelkanal und diesmal zwei Surround-Kanäle. Die eins nach dem Punkt gibt die Anzahl der LFE-Kanäle an, die über einen Subwoofer wiedergegeben werden. Standardgemäß wird nur ein Subwoofer verwendet.

Als Voraussetzung reicht für die Wiedergabe von digitalem Surround-Sound nicht mehr der alte Surround-Decoder aus, da dieser einfach nicht in der Lage ist einen LFE-Kanal und einen Stereo-Surround-Kanal zu betreiben. Man benötigt also einen Receiver der mit einem Dolby Digital-Decoder und –Encoder ausgestattet ist. Solch ein Receiver ist in fast jedem DVD-Player eingebaut und auch in manchen HiFi-Systemen integriert. Dann werden noch insgesamt fünf Lautsprecher und ein Subwoofer benötigt. Wie Sie die einzelnen Lautsprecher anzuordnen haben, entnehmen Sie bitte der Grafik. Des Weiteren wird dann nur noch die Quelle für den Ton benötigt.

Eine Ergänzung zum normalen Dolby Digital ist „Dolby Digital Surround EX“. Eine lange Bezeichnung, hinter der sich im Grunde nur die Erweiterung eines zweiten Mittelkanals verbirgt. Diesen zusätzlichen Mittelkanal bezeichnet man auch als rückwärtigen Mittelkanal. Dieser wird, wie seine Bezeichnung erahnen lässt, hinter dem Zuhörer/Zuschauer zwischen den beiden Surround-Lautsprechern platziert. Das nun entstandene Sieben-Kanalsystem, ein 6.1-System, ermöglicht nun eine lückenlose Ortung der ausgestrahlten Tonfrequenzen. Für die Wiedergabe von Surround EX benötigt man allerdings einen Receiver der für die EX-Decodierung geeignet ist und mit einem oder auch zwei zusätzlichen Verstärker-Kanälen ausgestattet ist, sowie einen dritten, oder je nach Größe des Raumes auch einen vierten Surround-Lautsprecher. Die Anordnung der Lautsprecher kann wie folgt aussehen.

Dolby Digital Pro Logic II

„Dolby Digital Pro Logic II“ ist die digitale Antwort auf das analoge Pro Logic. Diese Surround-Technik erhöht die Klangqualität im Vergleich zum analogen Pro Logic nochmals um ein Vielfaches, da hier eine deutlich verbesserte Steuerlogik zum Einsatz kommt, welche eine hohe Kanaltrennung und ein außergewöhnlich stabiles Klangbild garantieren. Doch auch was die ursprüngliche Signalerkennung und die Signalverarbeitung angeht, hat sich etwas getan. So verzichtet Pro Logic II auf eine zusätzliche Signalverarbeitung und setzt dagegen auf eine hocheffiziente Servoschaltung, die von nun an die Weiterleitung der Tonsignale übernehmen soll. Somit werden nun auch endlich die Effekte natürlich und ohne Verzerrungen oder Störungen über die Surround-Kanäle wiedergegeben. Ein Vorteil aber im Vergleich zu Dolby Digital ist die extrem verbesserte Wiedergabe von einfachen Stereotönen. Mit Pro Logic II ist es also möglich einfache Dolby Surround-codierte und alle Stereoquellen über sechs Kanäle wiederzugeben, wobei sich vor allem die Surroundeffekte spektakulär verbessern.

Die Voraussetzungen für Pro Logic II sind vergleichbar mit einem einfachen Dolby Digital-System. Auch hier ist wieder ein Receiver fällig, der mit Pro Logic II-Decodierung umzugehen weiß. Da aber auch sehr viele Dolby Digital-Receiver mit Pro Logic II kompatibel sind, ist der Betrieb an solchen Receivern in fast allen Fällen ohne Probleme zu bewerkstelligen. Vom der Anordnung und der Anzahl der Lautsprecher her ist ein Pro Logic II-System absolut identisch mit einem Dolby Digital-System. Sollten Sie über Lautsprecher verfügen die speziell für die Wiedergabe von Dolby Digital entwickelt wurden, haben Sie die ideale Voraussetzung für Pro logic II.

DTS

Kaum ein Jahr später wurde das neue „Digital Theatre System“, kurz DTS entwickelt. Anders als bei Dolby Digital bietet DTS die Möglichkeit bis zu acht Kanäle zu betreiben und zudem noch eine hervorragende Kanaltrennung und Signalverarbeitung für ungeahnten Hörgenuss. Sollte man über ein vollwertiges DTS-System verfügen und sich einen Spielfilm, oder einen Musiktitel anhören, der nur über eine einfache Dolby Digital-Tonspur verfügt, so werden einfach die nicht benötigten Kanäle ausgeblendet. Für DTS benötigt man nicht nur einen DTS-Receiver sondern, wie bereits gesagt, sehr viel Platz im Raum um eine vollwertige DTS-Anlage aufbauen zu können. Denn irgendwo müssen ja die mindestens sieben Lautsprecher plus den Subwoofer untergebracht werden.

Anmerkung: Was Sie unbedingt noch beachten sollten ist, dass die Lautsprecher, besonders der Centerlautsprecher, unbedingt magnetisch abgeschirmt sein sollten. Da dieser direkt auf, oder unter dem Fernseher platziert wird können Störungen, oder gar Schäden auftreten.

Dolby Headphone

Hierbei handelt es sich nicht etwa um einen Kopfhörer an sich, nein, „Dolby Headphone“ ist eine eigene Technik, die sowohl in Software, als auch in normalen Geräten wie DVD-Player zu finden ist. Und so funktioniert Dolby Headphone: Hören Sie zum Beispiel über eine einfache Stereo-HiFi-Anlage oder über eine Mehrkanal-HiFi-Anlage Musik, so erfassen ihre Ohren zwar den direkten schall jedes einzelnen Lautsprechers, doch erreichen auch viele Reflexionen von Möbeln und anderen Gegenständen die sich im Raum befinden das Gehör. Mit Hilfe dieser Schallwellen erhält das Gehirn neben der eigentlichen Musik auch viele Informationen über die Beschaffenheiten des Raumes. Weiterhin hören Sie auch alle störenden Nebengeräusche, die beispielsweise durch Lärm von draußen entstehen können. Hört man jedoch über einen Kopfhörer seine Musik, so gelangen die Töne direkt und ohne Umwege ins Gehör. Nebengeräusche werden ebenfalls nicht wahrgenommen. Der Nachteil ist aber, dass lediglich die Klänge aus dem linken und rechten Kanal direkt wahrgenommen werden. Die übrigen Kanäle entstehen im Kopf des Zuhörers, wir bilden uns diese also nur ein, da sie nicht wirklich da sind. Und nun kommt Dolby Headphone ins Spiel. Leistungsfähige digitale Signalprozessoren machen es möglich jedem Tonkanal bis zu fünf Kanäle zuzuordnen. Je nachdem, ob es sich um einfache Stereo- oder Mehrkanalton-Wiedergabe handelt. Dabei werden die Klangcharakteristiken der einzelnen Lautsprecher so simuliert, dass trotzdem eine exakte Mehrkanalwiedergabe garantiert wird. Es werden aber nicht nur die Höhen simuliert, auch die Tiefen, die normalerweise ein separater LFE-Kanal wiedergibt, werden ohne Qualitätsverlust wiedergegeben.

Neben einem normalen Stereokopfhörer ist die einzige Voraussetzung, die Sie für Dolby Headphone benötigen lediglich ein Gerät, das für den Einsatz von Dolby Headphone geeignet ist. Solche Geräte können DVD-Player oder Receiver sein, sogar Abspielsoftware ist dafür geeignet. Es muss sich allerdings das Symbol von Dolby Headphone auf dem Gerät oder der Verpackung befinden. Als Quelle eignet sich quasi alles.

Überall wo Sie dieses Logo finden, können Sie Dolby Headphone nutzen.

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Kommentare (2)

  • Lando

    |

    Hallo Liebe allround-pc-Redaktion,

    leider ist euch ein grandioser Fehler unterlaufen, DTS ist NICHT kompatibel zu Dobly Digital, sondern dessen Konkurrenz-Produkt! Die meisten Reciever haben lediglich beide Decoder verbaut.

    http://de.wikipedia.org/wiki/DTS

    Grüße, Lando

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