Wissen: FAT32 und NTFS – was man über diese Dateisysteme wissen sollte

Geschrieben von Paul Lais am 30.10.2009.

NTFS und FAT 32

Obwohl heutige Betriebssysteme auf NTFS-Partitionen installiert werden, ist FAT32 noch lange nicht ausgestorben. Auf USB-Sticks und Speicherkarten wird das über 12 Jahre alte Dateisystem noch immer eingesetzt. Einige wissenswerte Details, sowie die Vor- und Nachteile der zwei Dateisysteme FAT32 und NTFS möchten wir Ihnen in diesem Bericht aufzeigen.

Einleitung

Zeitleiste Microsoft Betriebssysteme

Bereits 2003 haben wir in unserem Bericht „FAT32 oder NTFS“ die Unterschiede zwischen FAT32 und NTFS aufgezeigt, um unseren Lesern zu erläutern, welches Dateisystem bei der Windows Installation gewählt werden sollte. Seitdem ist in der Welt der Einsen und Nullen viel passiert. Betriebssysteme wie Windows 98 und Windows ME kommen immer mehr in die Jahre und werden nur noch selten von aktueller Software unterstützt, während nach dem vergeblichen Versuch von Windows Vista, nun Windows 7 den Kampf um die Ablösung des bewährten Windows XP begonnen hat.
Seit der Einführung von Windows Vista lassen sich Betriebssysteme aus dem Hause Microsoft nicht mehr auf FAT32-Partitionen installieren; es muss zwingend NTFS als Dateisystem gewählt werden. Grund hierfür ist, dass das neue NTFS-Dateisystem deutlich sicherer ist und viele Features von Windows Vista bzw. 7 nur durch das aktuelle Dateisystem möglich werden.
Möchte man mit mehreren Betriebssystemen arbeiten, können verschiedene Partitionen wahlweise mit FAT32 und NTFS formatiert werden. Eine Windows 98- oder Windows ME-Installation wird zwingend auf FAT32 installiert, während der Anwender bei Windows 2000, sowie Windows XP selbst entscheiden darf. Hier ist meist NTFS die richtige Wahl, da das neue Dateisystem mehr Features bietet und den Rechner stabiler arbeiten lässt.


Dateisysteme

Zunächst möchten wir die Funktion eines Dateisystems erläutern. Dateisysteme sind dazu da, Dateien auf einem Speichermedium sinnvoll abzulegen und anzuordnen, sodass der Benutzer schnell und unkompliziert auf diese zugreifen kann. Auf einer Festplatte werden Dateien als Einsen und Nullen gespeichert, der Anwender bevorzugt allerdings die uns bekannten „Dateinamen“. Deshalb legt ein Dateisystem Daten sinnvoll auf dem Speichermedium ab und erstellt meist eine Art Inhaltsverzeichnis, damit das Betriebssystem beim Öffnen einer Datei durch den Benutzer auch sofort weiß, wo die gewählte Datei liegt.
Microsoft hat für die hauseigenen Betriebssysteme verschiedene Dateisysteme entwickelt. Die heute wichtigsten sind FAT32 und NTFS, weshalb wir diese auf der nächsten Seite näher erläutern. Weitere wichtige Dateisysteme sind die für unterschiedliche Datenträger wie CDs, DVDs und Flashspeicher.

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Übersicht der wichtigsten Dateisysteme aus dem Hause Microsoft

DateisystemVeröffentlichungmax. PartitionVerwendung
FAT bzw. FAT12198016 MBMS-DOS, Disketten
FAT16198332 MB / 512 MB/ 2 GB / 4 GBMS-DOS, Win 3.11, Windows 95
VFAT1995Erweiterung für FAT12, FAT16, FAT32 für lange Dateinamen
FAT3219978 TBWindows 95b, Windows 98, Windows ME
exFAT2006>8 TBWindows CE, Flash-Speichermedien
NTFS 1.0, 1.1, 21993>8 TBWindows NT 3.1 bis Windows NT 4.0
NTFS 3.0, 3.12000>8 TBWindows 2000, Windowx XP, Windows Vista, Windows 7

FAT32

FAT steht für File Allocation Table und wurde 1980 mit der Einführung von QDOS zum ersten Mal eingesetzt. Extended FAT (exFAT) ist das neuste Dateisystem aus dem Hause Microsoft und wurde in erster Linie dazu entwickelt FAT32 auf Flashdatenträgern abzulösen und damit den Weg für große Dateien frei zu machen. FAT32 ist nach exFAT der jüngste Nachfolger der FAT-Dateisysteme und ermöglicht Partitionen eine maximale Größe von bis zu 8 TB (=8192 GB), was für die Festplatten der nächsten Jahre völlig ausreichen dürfte. Große Festplatten kommen heutzutage auf etwa 1,5 TB, wobei diese Datenmengen zumindest in den meisten Firmen und Privathaushalten nur schwer gefüllt werden können. Der derzeitige Trend geht zu schnellen SSD Festplatten, die oft nur 40-250 GB groß sind, für die meisten Computer aber völlig ausreichen. Die Formatierung einer FAT32-Partition unter Windows 2000 und neueren Microsoft Betriebssystemen erlaubt eine maximale Partitionsgröße von 32 GB, dies kann aber mit einem einfachen Trick umgangen werden (Bericht: Große FAT32 Partitionen schnell und einfach erstellen). Die maximale Größe von FAT32-Partitionen hindert also nicht daran, dieses Dateisystem weiterhin zu verwenden. Ein Nachteil von FAT32 ist,fat32-dateilimit dass kleine Dateien im Vergleich zu NTFS etwas langsamer geschrieben werden. Kopiert man beispielsweise tausend 1 KB kleine Textdateien, dauert dies deutlich länger als das Kopieren einer einzelnen 1000 KB-Datei. Auch darüber könnten viele Anwender hinweg sehen, da dieser Effekt auch bei NTFS leider noch auftritt.
Der heutzutage wohl größte Nachteil von FAT32 findet sich wo anders. Haben Sie schon ein Mal probiert eine große Datei (z.B. DVD-Image oder HD-Video) mit über 4GB auf einen 8 GB USB Stick zu kopieren? Geht nicht! Zumindest nicht solange der Stick mit FAT32 formatiert wurde. Dies liegt nicht etwa daran, dass der Speicher im USB-Stick „zweigeteilt“ wurde, nein, es liegt ganz einfach an den Beschränkungen von FAT32. Es besteht eine maximale Dateigröße von 4 GB (= 4.294.967.295 Bytes) für FAT32. Lösen lässt sich dieses Problem nur durch Formatierung auf NTFS oder exFAT. Das selbe Problem tritt leider auch bei HDD- und SSD-Partitionen, welche mit FAT32 formatiert sind auf. Lange HD-Aufzeichnungen und DVD- oder gar BlueRay-Imagedateien haben da keine Chance.

computer_formatieren

ntfs_formatierenDie Hersteller von Unterhaltungselektronik scheint dies nicht zu stören, denn bis heute arbeitet fast jedes Gerät, was mit einer Speicherkarte (z.B. SDHC, Sony Memory Stick, …) oder einem USB-Stick umgehen kann mit FAT32 oder sogar noch FAT, anstatt NTFS zu nutzen. Bei großen USB-Sticks, welche lediglich in relativ neuen Computern eingesetzt werden, lohnt sich die Umformatierung auf NTFS oder exFAT. Gehen Sie dazu in den Arbeitsplatz bzw. Computer, klicken das USB-Laufwerk mit der rechten Maustaste an und wählen „Formatieren…“.  Wählen Sie anschließend unter „Dateisystem:“ „NTFS“ oder „exFAT“ aus. Bei der Formatierung werden sämtliche Daten auf dem Datenträger gelöscht! Achten Sie darauf, nicht versehentlich das falsche Laufwerk auszuwählen und sichern Sie die Daten auf Ihrem Stick vor der Formatierung.

Die Formatierung von USB-Sticks und Speicherkarten mit NTFS und exFAT ist nur unter Windows Vista SP1 und Windows 7 möglich. Windows XP-Rechner können mit NTFS ebenfalls umgehen, für exFAT ist jedoch ein Microsoft Update erforderlich.

Vorteile FAT32:

  • Nahezu alle Betriebssysteme können darauf zugreifen
  • Nahezu alle Geräte verwenden FAT32 (Digitalkamera, Receiver, MP3-Player, …)

Nachteile FAT32:

  • maximale Dateigröße: 4 GB
  • etwas langsamer als NTFS


NTFS

Seit Windows XP setzt Microsoft NTFS 3.1 ein und hat es seitdem nur geringfügig an die neueren Betriebssysteme angepasst. Das New Technology File System bietet dem Anwender viele Vorteile: Einer der wichtigsten ist das „Journal“, welches Fehler im Dateisystem auch bei Abstürzen stark reduziert und die lästige Fehlerprüfung der Festplatte nahezu unnötig macht. Zudem werden insbesondere kleine Dateien im Vergleich zu FAT32 schneller geschrieben. Weitere Vorteile bestehen in der maximalen Größe von Partitionen und einzelnen Dateien, welche mit 256 bzw. 16 TB für einige Jahrzehnte ausreichen sollte. Nachteile liegen in erster Linie in der Kompatibilität mit den meisten Geräten außerhalb vom PC, sowie mit alten Betriebssystemen. Hier könnte sich in den kommenden Jahren etwas tun, da nur noch wenige Anwender Betriebssysteme wie Windows 98 oder ME nutzen, welche mit einer NTFS-Speicherkarte beispielsweise nichts anfangen können.

Vorteile NTFS:

  • neue Betriebssysteme können darauf installiert werden
  • höhere Datenraten
  • Dateigrößen bis 16 TB möglich
  • schreibt Dateien „intelligent“ um Fragmentierung zu vermeiden
  • loggt bei Abstürzen Dateiänderungen mit um Datenverluste zu vermeiden
  • es lassen sich Sicherheitsattribute setzen
  • Dateien lassen sich verschlüsseln
  • Komprimieren von Dateien und Datenträgern möglich
  • schnellere Defragmentierung
  • Dateizugriffe lassen sich überwachen

Nachteile NTFS:

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Kommentare (2)

  • Paul Brodowski

    |

    Ich suche den Befehl um aus einer Platte mit NTFS Dateisystem eine mit FAT 32 zu machen. Kann mir jemand helfen ????

    Antworten

    • Niklas Ludwig

      Niklas Ludwig

      |

      Unseres Wissens nach geht das leider nicht so einfach. Während sich FAT32 ohne große Probleme mit einem Befehl nach NTFS konvertieren lässt ist der umgekehrte Weg mit einer Formatierung des Laufwerks verbunden. Wir raten dir in jedem Fall dazu deine Daten vorher zu sichern!

      Antworten

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