Wissen: Windows 7 – 32 oder 64 Bit?

Geschrieben von Paul Lais am 22.01.2010.

Windows 7 32 oder 64 Bit Startbild

Microsoft Windows Betriebssysteme sind schon seit Windows XP sowohl in 32-Bit-, als auch in 64-Bit-Versionen erhältlich. Seit Windows Vista, und insbesondere nun, mit Windows 7, kommt häufig die Frage auf: Wo liegt der Unterschied zwischen 32 oder 64 Bit Betriebssystemen, was ist die richtige Variante für mich?

Einleitung

Zunächst eine kurze Erklärung, was diese Bit-Zahl eigentlich aussagt: Bit steht für Binary Digit, was eine Binärziffer, beim Computer also „0“ oder „1“ ist. Ein 32-Bit-Betriebssystem arbeitet also mit 32 solcher Binärziffern, ein neueres 64-Bit-Betriebssystem demnach mit 64-Bit.
Ein 32-Bit-Wert wäre z.B. „01010101010101010101010101010101“,
ein 64-Bit-Wert „0101010101010101010101010101010101010101010101010101010101010101“, er hat also doppelt so viele Stellen.

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Es gibt einige Unterschiede, sowie technische Voraussetzungen für die Nutzung eines 64-Bit Betriebssystems.

Unterschied: 32- und 64-Bit

Die Unterschiede sind für den einfachen Windows-Anwender schnell erklärt: Die 32-Bit-Betriebssysteme können nur mit maximal 4 GB Arbeitsspeicher umgehen. Dies resultiert aus den 32-Bit-Zeichen, die eine maximale Zahl von 2^32 (=4.294.967.296 = 4 GB) darstellen können. Selbst das aktuelle Betriebssystem Windows 7 32 Bit kann somit nur mit 4 GB Arbeitsspeicher umgehen – theoretisch! In der Praxis wird man schnell feststellen, dass Windows 32 Bit nur knapp über 3 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung stellt. Der Rest wird von Windows für andere Daten „besetzt“ und kann nicht genutzt werden. Vier und mehr Gigabyte Arbeitsspeicher sind für 32 Bit Betriebssysteme zwar nicht sinnvoll, stören den Betrieb aber nicht, da Windows alles über seinem Limit einfach nicht erkennt.
Das 64 Bit Betriebssystem kann theoretisch 2^64 Bit (= 18446744073709551616 = 16777216 TB = 16 Exabyte) darstellen, es bleiben somit hohe Reserven nach oben. Gleichzeitig kann es aber auch mit 4 GB Arbeitsspeicher und weniger völlig problemlos umgehen.
Sofern die Computerhardware und das Betriebssystem die 64-Bit-Architektur voll unterstützen, und die genutzte Software ebenfalls für solche Systeme entwickelt wurde, können auch in Sachen Geschwindigkeit Vorteile erreicht werden.

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intel-64-bitTechnische Voraussetzungen

Die wichtigste und grundlegendste Voraussetzung für den Betrieb eines 64-Bit-Betriebssystems ist ein entsprechender Prozessor, der diese 64-Bit Technik unterstützt. Seit etwa 3-5 Jahren sind fast ausschließlich 64-Bit-fähige CPUs erhältlich. Bei Intel sind es die CPUs ab der Core 2 Duo-Serie, inkl. einigen Celeron-Prozessoren; bei AMD die Athlon64-, sowie einige andere Modelle. Lediglich einige Low-Budget CPUs, z.B. aus der Intel Atom-Reihe unterstützen bis heute keine 64-Bit-Betriebssysteme.
Ob Ihr Prozessor 64-Bit-Betriebssysteme wie Windows 7 64 Bit unterstützt, sehen Sie beispielsweise im kostenlosen Tool CPU-Z (Screenshot links), was direkt bei uns heruntergeladen werden kann. Im Feld „Instructions“ wird bei 64-Bit-CPUs der Marke Intel „EM64T“ aufgeführt, bei AMD-CPUs wird diese Funktion „x86-64“ genannt.

Eine weitere Voraussetzung ist die Verfügbarkeit von Treibern für die entsprechende Hardware, wie z.B. Grafikkarte, WLAN-Stick, TV-Karte, Scanner, Drucker und auch sonstiges USB-Zubehör sowie Erweiterungskarten im PC. USB-Sticks dagegen werden auch von 64-Bit-Betriebssystemen direkt erkannt und stellen somit kein Problem dar. Auf der Treiber-CD des Herstellers Ihrer Computerhardware befinden sich häufig bereits die entsprechenden 64-Bit Treiber, ansonsten können Sie auf der Herstellerseite, unter Support, nach den passenden Treibern suchen.

 

 

 

 

Sind keine Treiber für Ihre Hardware verfügbar, so müssen Sie auf die 64-Bit-Version des Betriebssystems, oder jedoch auf das entsprechende Gerät verzichten bzw. sich ein Neueres zulegen. Manche Hersteller hoffen auf einen gesteigerten Umsatz, wenn sie 64-Bit Treiber für etwas ältere Geräte nicht anbieten.
Auch hier muss gesagt werden: Nahezu alle heute verkauften Geräte verfügen über 64-Bit Treiber, da aktuelle Computerspiele nur noch selten mit 2 GB Arbeitsspeicher auskommen und die Spiele-PCs somit kaum ohne 64-Bit-Betriebssystem auskommen können. Bei älteren Geräten kann es natürlich anders aussehen.

32 Bit Anwendungen auf 64 Bit Betriebssystem

Alte Anwendungen laufen in der Regel auch auf 64-Bit-Betriebssystemen völlig problemlos. Unter Umständen muss ein neuer Virenscanner oder ähnliches her. Die meisten Anwendungen wie Mediaplayer, Microsoft Office, Instant Messenger usw. laufen aber tadellos auf den 64-Bit-Systemen.
Andersherum gäbe es theoretisch Probleme, jedoch wird in der Regel jede 64-Bit-Anwendung auch in einer 32-Bit Variante angeboten, da diese sehr viel weiter verbreitet ist als die mit doppelter Bit-Zahl.

Windows 7 64 Bit

Die teure Vollversion von Windows 7 enthält sowohl die 32-, als auch die 64-Bit-Edition. Der Benutzer darf selbst nach der Installation noch wechseln, jedoch muss das Betriebssystem dazu neu installiert werden, wodurch viel Aufwand entsteht. Bei der günstigeren Systembuilder Version muss der Käufer direkt beim Kauf entscheiden und kann später nicht mehr wechseln.

Fazit – 32 oder 64 Bit?

Wer einen neuen PC kauft und keine Sorgen durch fehlende Treiber für sein Computerzubehör befürchtet, sollte seinem PC ruhig 4 GB Arbeitsspeicher und die 64 Bit Version von Windows 7 gönnen. Der Wechsel desselben Betriebssystems von 32- auf 64-Bit lohnt sich höchstens, wenn der Arbeitsspeicher zu knapp wurde und aufgerüstet werden muss. 64-Bit Betriebssysteme sind definitiv die Zukunft und es sollte kein Computerzubehör mehr gekauft werden, was keine Treiber für diese Variante anbietet.

 

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