Wissen: Smartphone-Akku richtig laden

Geschrieben von Nils Waldmann. Veröffentlicht in Wissen.

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Mit der wachsenden Hardwareausstattung aktueller und neuer Smartphonemodelle wachsen auch die Anforderungen an den Akku eures Smartphones. Im Internet kursieren die wildesten Gerüchte, was dem so wichtigen Akku schadet und was besonders gut sein soll. In diesem kleinen Ratgeber haben wir alles für euch zusammengefasst, was ihr über die Akkupflege eures Smartphone-Akkus wissen müsst.

Hintergrund

Die aktuell vorherrschenden Akkutechnologie tragen den Namen Lithium-Ion (kurz Li-Ion) und Lithium-Polymere (LiPo). Lithium-Akkus sind in der Lage hohe Ströme abzugeben und haben im Vergleich zu anderen Energiespeicher, wie zum Beispiel Nickel-Metall-Hybrid-Akkus (Standard bei AA und AAA-Akkus) eine wesentlich höhere Energiedichte. Das bedeutet, dass in Lithium-Akkus auf kleinerer Fläche mehr Energie gespeichert werden kann und somit kleine und leichte Akkus möglich sind, die wir Tag für Tag in unseren Smartphones mit uns herumtragen.

Optimal ist die Lithium-Akku-Technologie jedoch nicht. So ist Lithium ein endlicher Rohstoff und auch um die Sicherheit eines Li-Ion-Akkus ist es vor allem in Hinblick auf Krafteinwirkungen in Vergleich zu anderen Akkutechnologien nicht sonderlich gut gestellt. Nicht selten hört man deshalb von Akkuzellen, die durch mechanische Beschädigung sogar in Flammen aufgegangen sind. Die verwandten Lithiumpolymerezellen reagieren hier aber noch deutlich schlimmer. (Für alle die Zeit haben, YouTube bietet hier ein paar erschreckende Videos, die die Explosionen und Entflammung aber zum größten Teil provozieren.)

Alles in allem ist die Technik aber sicher für den Alltag, sodass sie seit längerem auch in unsere Smartphones als Akku Einzug gehalten hat. Von der anderen Seite betrachte könnte man auch ganz salopp sagen: Wir kenne aktuell keine bessere bzw. passendere Akkutechnologie und somit müssen wir mit Lithiumpolymere-Akkus in unseren Telefonen und Tablets leben.

Akkupflege – Wieso das?

Das Wort Akkupflege hört sich zunächst einmal etwas komisch an. Sicher ist damit nicht gemeint, dass ihr euren Akku ins Wellnesshotel steckt. Aber ein bisschen geht es in diese Richtung. Der Begriff meint einfach, dass man sich durch Basiswissen über die Funktion der LiPo-bzw. Li-Ion-Akkutechnologie darüber im Klaren ist, unter welchen Umständen der Akku sich wohlfühlt und versucht diese möglichst einzuhalten – auch wenn es Situationen gibt, wo die Lebenserwartung des eigenen Akkus natürlich zweitrangig sein sollte.

Samsung Galaxy S4 Akku

Wieso sollte man nun seinen Akku pflegen, man kann ihn doch einfach austauschen?
Guter Einwand, ihr solltet jedoch drei Sachen bedenken: Zum ersten ist ein Austausch bei aktuellen Topmodellen wie dem HTC One (hier geht es zu unserem Testbericht des HTC One) oder dem Apple iPhone (hier findet ihr den iPhone Test) aufgrund des festverbauten Akkus nur schwer möglich und in der Regel durch qualifizierte Partner ausgetauscht werden. Zum zweiten zieht ein verfrühtes Akkuversagen natürlich Kosten nach sich, egal ob der Akku austauschbar ist oder das Smartphone daür in die Werkstatt muss. Zu guter Letzt kann man durch guten Umgang mit seinem Akku die Umweltschonen und Lithiumvorräte sparen (zumindest theoretisch, da euer Akku länger hält).

 

Lebenserwartung

Wenn man in Zusammenhang mit Smartphone-Akkus von der Lebenserwartung spricht, so hat dies erst einmal nichts damit zu tun, wie lange euer Akku in eurem Smartphone durchhält – zumindest nicht direkt. Viel mehr ist mit Lebenserwartung gemeint, wie viele Male ihr euren Akku aufladen und wieder entladen (durch die Benutzung eures Smartphones) könnt, bevor die Kapazität (also die Energiemenge die der Akku speichern kann) durch Alterungserscheinungen so stark abgenommen hat, dass der Akku getauscht werden muss. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Ladezyklen.

 

Was Smartphone-Akkus mögen

Damit man weiß, was man seinem Akku möglichst nicht zumuten sollte, zu erst einmal die Do’s:

Smartphone Akku Dos

  1. Ein Lithium-Akku fühlt sich am wohlsten bei einem Ladestand zwischen circa 30 und 80 %. Immer ein wenig abhängig von den Zellen.

     

  2. Ihr braucht bei LiPo und Li-Ion -Akkus keine festen Ladezyklen einhalten, sprich immer ganz entladen und dann erst aufladen. Dieses Phänomen, welches in früheren Akkugenerationen den sogenannten Memory-Effekt hervorgerufen hat, ist mit auf Lithium basierenden Akkus kein Problem mehr. Daher kann man das Gerät auch ohne Bedenken an die Dose hängen, wenn die Batterieanzeige beispielsweise noch 55 % zeigt.

     

  3. In Sachen Temperatur ist ein Lithium-Akku so wie ihr auch: bitte nicht zu kalt, aber auch nicht zu heiß. Mäßigkeit ist hier das Maß aller Dinge.

 

Was Smartphone-Akkus nicht mögen

Abgeleitet aus den oberen Punkten, kann man folgende Punkte zusammenfassen, die in der Regel von eurem Smartphone-Akku (zumindest auf Dauer) mit einer deutlich kürzeren Lebenserwartung und somit auch zunehmend geringeren Leistungsfähigkeit bzw. Laufzeit eures Smartphones bestraft wird – die Dont’s:

Smartphone Akku Donts

  1. Lipo- und Li-Ion-Akkus mögen es gar nicht, vollständig entladen zu werden. Zwar schützt die Ladeelektronik in eurem Smartphone den Akku vor Tiefentladung und somit dem unweigerlichen Defekt, trotzdem sind niedrige Spannungsstände nicht unbedingt förderlich für ein langes Miteinander mit eurem Akku.

     

  2. Gleiches gilt für dauerhaft hohe Spannungslevel. Das heißt, es ist ebenso schädlich euer Smartphone, nachdem der Akku voll geladen ist, einfach den ganzen Tag am Ladegerät hängen zu lassen, weil ihr es nicht benötigt oder die ganze Zeit daneben am Schreibtisch sitzt. Wie wir oben gelernt haben, muss man den Akku auch nicht immer Rand voll machen, auch wenn das natürlich bequemer ist.

     

  3. Wirklich schädlich für Smartphone-Akkus sind hingegen hohe Temperaturen gepaart mit einem hohen Ladestand. Das Smartphone unter Last z.B. während des Navigierens im Auto in die pralle Sonne zu hängen und dabei auch noch über den Zigarettenanzünder zu laden, ist nicht unbedingt gut für den Akku eures Smartphones.

 

Irrtümer – Weg damit!

Am Ende unseres kurzen Ratgebers möchten wir noch ein paar Irrtümer aus dem Weg räumen, die sich hartnäckig in den Köpfen vieler Smartphone-Nutzer halten und zudem auch immer wieder Neulinge im Internet verwirren.

Mythos Nummer 1: Neue Akkus bzw. Geräte müssen erst einmal eine Nacht ans Ladegerät, bevor man sie benutzen sollte, weil dann erst die volle Kapazität erreicht wird.

Das ist Unsinn. Nur aufgrund einer langen Ladung, bei dem ihr den Ladestand auch noch unnötig lange, unnötig hoch haltet, wird nicht die volle Kapazität des Akkus erreicht.

Richtig ist jedoch, dass die Kapazität des Akkus mit den ersten Ladezyklen noch um einige Prozent ansteigen kann. Das hat den Hintergrund, dass dabei Hemmstoffe in der Akkuzelle abgebaut werden, die das frühzeitige Altern während des Transports verhindern sollen. Das hat aber mit der Länge der ersten Ladung nichts zu tun.

Auch könnt ihr ein Gerät in den meisten Fällen sofort benutzen, wenn ihr es ausgepackt habt, da der Akku entsprechend vorgeladen wurde. Natürlich sollte man auch hier die entsprechenden Kapazitätsgrenzen einhalten, um seinem Akku einen angenehmen Start in sein Arbeitsleben zu bereiten.

Mythos Nummer 2: Wenn ich ein Gerät länger nicht brauche, lade ich den Akku ganz auf und lege es weg.

Auch falsch! Da Lithium-Akkus eine relativ geringe Selbstentladung haben, liegt der optimale Akkustand zum Einlagern irgendwo um die 70 %. Um die Entladung über die Zeit weiter zu senken, sollte man den Akku aus dem Gerät entnehmen, wenn dieses möglich ist.

Mythos Nummer 3: Das Aufladen am USB-Port ist schädlicher, als die Nutzung des Steckdosenladegerätes.

Fast alle Smartphones können auf irgendeine Weise über den USB-Port geladen werden. Diese Art des Aufladens ist aber auf keinen Fall schädlicher. Im Regelfall steigt der Ladestrom hier (bei USB 2.0) nur auf knapp die Hälfte oder gar ein Drittel dessen, was das Ladegerät für die Steckdose bereitstellen kann.USB Smartphone Akku laden

Der Akku wird somit zwar langsamer, generell aber auch schonender geladen. Schädlicher ist dies auf keinen Fall. Im Übrigen wird die Ladeelektronik in eurem Smartphone immer dafür sorgen, dass der Ladestrom nicht zu hoch steigt und den Akku zerstört.

 

 

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Schlusswort

Wie ihr seht, ist es mit etwas Basiswissen über den Energiespeicher in eurem Smartphone gar nicht schwer, seinen Akku zu pflegen. Natürlich sollte man alle Tipps in Maßen anwenden und nicht verzweifeln, wenn es Mal nicht klappt. Generell verzeihen Lithium-Ionen und Lithium-Polymere-Akkus doch eine ganze Menge. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Laden und Benutzen!

Haftungsausschluss: Wir weisen darauf hin, dass dieser Ratgeber nur ein grober Leitfaden darstellt. Wir übernehmen ausdrücklich keine Verantwortung und haften nicht für Schänden, die in Zusammenhang mit der Umsetzung obiger Tipps entstehen!

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 8 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und Social Media Beauftragter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.Er freut sich immer über neue Leute in seinen Google+ Kreisen!

Kommentare (2)

  • anonym

    |

    Ich hatte schon angst bei meinem ersten samsung Note 3 das Mythos stimmt.

    Antworten

  • Michael

    |

    Besten Dank für diese sehr informative Auflistung. Hat mir sehr geholfen :)

    Antworten

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