Wissen: Gaming-Monitor FAQ

Die wichtigsten Begriffe für den Kauf eines Gaming-Monitors

Geschrieben von Robin Cromberg am 25.02.2016.

Monitor FAQ Beitragsbild

Die Vorzüge eines Gaming-Monitors lassen sich anders als bei der meisten Gaming-Peripherie nicht auf den ersten Blick ausmachen und verstecken sich zum Teil hinter kryptischen Kürzeln und Fachbegriffen. In diesem Gaming-Monitor FAQ erläutern wir die wichtigsten Begriffe, die zum besseren Verständnis eures Bildschirms nötig sind.

Auflösung/Bildformat: HD, FHD, WQHD, 4K oder UHD?

Mit dem Seitenverhältnis wird das Längenverhältnis der horizontalen Bildschirmränder zu den vertikalen Rändern angegeben. Das häufigste Format für Gaming-Monitore ist 16:9, während besonders breite UltraWide-Monitore mit einem Seitenverhältnis von 21:9 zunehmend beliebter werden. Bei diesen wächst zwar die Breite, die Höhe bleibt aber unverändert. Mit der Breite wächst auch die Pixelzahl: Die Standard-Auflösung beträgt bei Gaming-Monitoren inzwischen 1.920 x 1.080 (Full HD), bei UltraWide-Monitoren wächst die Auflösung dementsprechend auf 2.560 x 1.080 Bildpunkte (UW-UXGA).

Die geläufigsten Auflösungen in der Übersicht:

Bezeichnung Pixel (Breite mal Höhe) Seitenverhältnis
Full HD (FHD) 1.920 x 1.080 16:9
UltraWide Full HD / UW-UXGA 2.560 x 1.080 21:9
Wide QHD (WQHD) 2.560 x 1.440 16:9
Ultra Wide QHD (UWQHD) 3.440 x 1.440 21:9
Ultra HD (UHD, 4K UHD) 3.840 x 2.160 16:9
Cinema 4K / DCI 4K 4.096 x 2.160 ~17:9

4K oder UHD?

Hersteller verwenden gerne den Begriff 4K UHD als große Auflösungsangabe auf Produktseiten und auf dem Karton. „4K“ bezeichnet dabei generell sämtliche Auflösungen, die eine horizontale Pixelzahl im 4.000er-Bereich vorzuweisen haben. Tatsächliche 4K-Auflösung, auch DCI 4K oder Cinema 4K genannt, wird von digitalen Kinos verwendet und beträgt 4.096 x 2.160 Pixel bei einem Bildformat von etwa 17:9. Die im Consumer-Bereich dominante Variante 4K UHD liegt hingegen bei 3.840 x 2.160 Pixel.

Auflösungen

Ist 21:9 Film- bzw. Spiele-tauglich?

In der Regel werden Fernsehinhalte wie Serien in 16:9 produziert, Filme häufig in 21:9. Das Ergebnis: Während viele Filme auf einem 21:9-Bildschirm ohne die störenden schwarzen Ränder oben und unten dargestellt werden, sehen Nutzer eines UltraWide-Monitors bei Serien diese Streifen dafür zur Linken und Rechten des Bildes.

 

24GM77 ganzLG 25UM65-P - Frontansicht

Die meisten Spiele sind auf eine 16:9-Ansicht (li) ausgelegt, ein größeres Seitenverhältnis (re) kann jedoch im entscheidenden Moment für mehr Übersicht sorgen

Bei Spielen ist es ähnlich: Obwohl viele Spiele inzwischen Auflösungen wie 2.560 x 1.080 standardmäßig in den Anzeigeeinstellungen anbieten, gibt es auch noch viele AAA-Titel (zum Beispiel ein Großteil der Assassin’s Creed Reihe), die erst mit einem externen Tool oder Fix auf ein annehmbares 21:9-Format gebracht werden müssen. Eine gute Lösung stellt hier etwa „Flawless Widescreen“ dar, ein Tool welches eine große Auswahl an Spielen abdeckt. Kandidaten wie Fallout 4 wiederum erfordern zuweilen ein eigenhändiges Eingreifen, hier müssen einige Werte in der fallout4prefs.ini geändert werden. Die dadurch entstehenden Verzerrungen können anschließend unter anderem per Mod glatt gebügelt werden. GTA V wiederum geht einen Kompromiss ein: Spielszenen werden makellos in 21:9 dargestellt, in Zwischensequenzen rückt das Bild vorübergehend zusammen auf eine 16:9-Ansicht.

Anzeige:

Displaytechnologien: LCD, TFT, IPS und Co.

Hinter einer Flüssigkristallanzeige, kurz LCD (Liquid Crystal Display) verbirgt sich eine Displaytechnologie, bei der aus Flüssigkristallen bestehende Pixel aus dem hinteren Bereich des Monitors mit Licht bestrahlt werden. Diese Flüssigkristalle werden durch ein elektrisches Feld bewegt, wodurch die durchgelassene Lichtmenge reguliert wird. Als Lichtquelle dienen inzwischen nicht nur bei kleineren Geräten wie Smartphones Leuchtdioden (LEDs), sondern auch die meisten PC-Monitore setzen auf diese Technik anstelle von Leuchtstoffröhren.

Acer Predator X34 Seite Acer Predator X34 Blickwinkel

IPS-Displays haben den Vorteil einer besonders großen Blickwinkelstabilität: Egal, ob von oben, unten oder von der Seite – das Bild bleibt aus nahezu jedem Winkel gut ablesbar

Das TFT-Display (thin-film transistor) ist eine Weiterentwicklung von LCD und kommt inzwischen bei fast jedem Flachbildschirm zum Einsatz, wobei die Bezeichnung „TFT“ zur besseren Unterscheidung vor allem für PC-Monitore verwendet wird, die Technologie entspricht jedoch der eines LCD-Fernsehers.

Unterschieden wird bei TFT-Monitoren am PC zumeist zwischen folgenden Panel-Technologien:

  • TN-Panel: Die günstigste Variante bietet in der Regel eine schnelle Reaktionszeit, leidet aber unter schwächerer Farbqualität und geringer Blickwinkelstabilität. Blicken wir seitlich auf den Monitor, wird das Bild schnell undeutlich und ist kaum noch zu erkennen.
  • IPS-Panel: Diese Display-Panels bieten in der Regel eine bessere Bildqualität, wobei besonders der stark vergrößerte Blickwinkel einen klaren Vorteil gegenüber TN darstellt. Ein Nachteil waren neben dem höheren Preis (unter anderem wegen des gesteigerten Stromverbrauchs) lange Zeit die Reaktionszeiten, was IPS-Monitore oft für anspruchsvolles Gaming disqualifizierte. In dieser Hinsicht haben sich heutige IPS-Modelle bereits gebessert, auch sind solche Monitore inzwischen zu erschwinglichen Preisen erhältlich.
  • MVA/PVA-Panel: MVA-Panel und ihre Weiterentwicklung PVA bieten ein besonders kontrastreiches und farbechtes Bild, eignen sich aufgrund der besonders langsamen Reaktionszeit jedoch nicht für Games und Filme.

Reaktionszeit

Besonders für kompetitives Multiplayer-Gaming wichtig, gibt dieser Wert die Zeit an, welche die Flüssigkristalle zum Formen eines neuen Bildes bzw. die Pixel zum Darstellen einer neuen Farbe benötigen. Bei Monitoren mit langsamer Reaktionszeit kann es zu Fehldarstellungen wie Schlierenbildung oder dem Ghosting kommen, bei dem ein angezeigtes Objekt noch an einer Position zu sehen ist, von der es bereits fortbewegt wurde.

ASUS ROG Swift PG279QASUS MG279Q

Eine Reaktionszeit von 1 ms wie beim Asus ROG Swift PG278Q (li) ist für Gaming-Monitore der absolute Wunschwert; IPS-Monitore wie der  ASUS MG279Q (re) brauchen für gewöhnlich ein wenig länger

Die Reaktionszeit wird entweder als Schwarz-zu-Weiß (s/w) oder Grau-zu-Grau (g-2-g) angegeben. Da der Wechsel von Schwarz zu Weiß länger dauert als der zwischen mehreren Graustufen und der Hersteller bei letzterer Methode die Grauwerte nicht definieren muss, wird die Reaktionszeit meist mit dem weniger aussagekräftigen g-2-g-Wechsel angegeben. Die meisten Gaming-Monitore aus unseren Testberichten brachten eine Reaktionszeit von 4 bis 1 ms zustande. Eine Reaktionszeit von einer Millisekunde ist natürlich der Hauptgewinn, Monitore mit dem blickwinkelstabilen IPS-Panel kommen aber in der Regel nicht unter einen Wert von 4 ms. Der Unterschied klingt vielleicht zunächst gravierend, aber der Unterschied zwischen 1 ms, 4 ms oder sogar 8 ms ist für die meisten Nutzer eher schwer auszumachen.

Bildwiederholrate (60, 144 Hz)

Die Bildwiederholfrequenz gibt die Rate der Bildaktualisierungen pro Sekunde an, aus denen sich für das menschliche Auge die flüssige Bildabfolge ergibt. Dieser Wert wird in Hertz (Hz) angegeben, wobei sich der oft verwechselte Wert „FPS“ (Frames Per Second) auf die Zahl der angezeigten Bilder pro Sekunde bezieht. Überschreiten die von der Grafikkarte an den Bildschirm gesendeten FPS die Wiederholrate des Monitors, kommt es zu unschönen Störeffekten (sogenannten Artefakten) wie Screen Tearing, wobei das Bild in zwei versetzten Teilen erscheint. Dieser Effekt tritt besonders bei schnellen Bewegungen auf.

V-Sync, G-Sync und FreeSync

V-Sync ist eine Technologie zum Anpassen der Bildausgabe der Grafikkarte an die Bildwiederholfrequenz des verwendeten Monitors. Mit V-Sync wird zwar Tearing verhindert, allerdings leidet bei aktiviertem V-Sync deutlich die Framerate, sodass vor allem bei Mulitplayer-Shootern lieber die Tearing-Effekte in Kauf genommen werden, um Ruckler zu umgehen.

G-Sync vorher G-Sync nachher

So sollen sich G-Sync und Co. auf das Spielerlebnis auswirken (Hier eine Werbegrafik von ASUS)

An dieser Stelle schafft NVIDIAs G-Sync Abhilfe: Diese Technologie passt die Bildwiederholfrequenz dynamisch an die aktuelle FPS-Zahl an. Zwar lässt sich G-Sync nur mit Grafikkarten von NVIDIA nutzen (GeForce GTX 650Ti Boost oder höher), Besitzer von Radeon-Karten können seit einiger Zeit jedoch auf die kostenlose Software-Alternative „FreeSync“ von AMD ausweichen. Beim Kauf eines Monitors ist zu beachten, ob dieser G-Sync oder FreeSync überhaupt unterstützt. Auch die GPU muss stimmen, G-Sync setzt hierbei eine GeForce GTX 650Ti Boost oder höher, FreeSync mindestens eine AMD Radeon R7 260 voraus.

Helligkeit und Kontrast

Die Helligkeit eines Monitors wird in cd/m², also Candela (Lichtstärke) pro Quadratmeter angegeben. Die maximale Helligkeit eines modernen High-End-Gaming-Monitors liegt meist bei 300 oder 350 cd/m². Das Kontrastverhältnis gibt die Unterscheidung eines Monitors zwischen weißen und schwarzen Pixeln an. Ein Verhältnis von 1.000:1, wie es von vielen Gaming-Monitoren erreicht werden soll, würde bedeuten, dass ein weißer Bildpunkt 1.000-mal heller als ein schwarzer Bildpunkt dargestellt werden kann. Viele Hersteller geben aus Werbegründen nicht den statischen Kontrast, sondern den dynamischen Kontrast an, da dieser Wert das Helligkeitsverhältnis beim Regeln der Hintergrundbeleuchtung angibt und somit wesentlich höher ausfällt. Aussagekräftiger für das Verhältnis von hellen und dunklen Bildpunkten ist jedoch der statische Kontrastwert.

OSD und Game-Modi

OSD steht für On Screen Display, also eine Anzeige, die – meist über Menütasten oder einen OSD-Joystick am Bildrand – auf dem eigentlichen Bildschirm aufgerufen wird. Über das OSD werden sämtliche Einstellungen wie die Helligkeit, der Kontrast oder die Lautstärke der verbauten Lautsprecher geregelt. Viele Hersteller von Gaming-Monitoren preisen inzwischen zudem Bild- oder Game-Modi an, bei denen es sich um Voreinstellungen handelt, die für jede Anwendung das jeweils optimale Bild liefern sollen. So wird etwa für First Person Shooter oft der Kontrast hoch gedreht, um besonders schicke Explosionen und Effekte darzustellen.

Pivot

Philips 288P6LJEB - Pivot ASUS ROG Swift PG278Q Pivot

Kreative Köpfe können mit einem Pivot-fähigen Monitor so manch ausgefallenes Monitor-Setup auf die Beine stellen

Die Pivot-Funktion spielt für Gamer eher eine untergeordnete Rolle: Mit ihr lässt sich der Bildschirm um 90° drehen und so in das Hochformat bringen, was besonders das Lesen längerer Texte angenehmer gestalten kann.

Dieser Artikel deckt lediglich eine kleine Auswahl an Fachbegriffen ab, die unserer Meinung nach für den Kauf eines Gaming-Monitors hilfreich sein können. Gibt es Begriffe, die ihr in unserem FAQ vermisst? Lasst es uns in den Kommentaren wissen, wir helfen euch gerne mit euren Fragen! 🙂

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Robin Cromberg

Robin Cromberg

... studiert Asienwissenschaften an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für das Ressort der Gaming-Peripherie von Allround-PC.com zuständig. Zwischen Roundup-Tests zu neuesten Gaming-Tastaturen und Co. testet er für APC außerdem Smartphones, Notebooks oder Gadgets wie Bluetooth-Speaker.

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