Das Bitfenix Enso Mesh will durch seine RGB-beleuchtete Mesh-Front einen hohen Luftstrom ermöglichen. Wir klären in unserem Test, ob die schmucke RGB-Beleuchtung über mögliche Makel hinwegtäuschen soll oder sich das Gehäuse mit einem Preis von rund 90 Euro als Preis-Leistungs-Tipp entpuppt.

Übersicht

Das letzte Gehäuse von uns getestete Bitfenix-Gehäuse ist das Portal, das ein ausgefallenes Design sowie einige interessante Funktionen wie einen herausziehbaren Innenraum bietet. Mit dem Bitfenix Enso Mesh hat uns nun ein Gehäuse erreicht, das deutlich bodenständiger wirkt, sich allerdings durch eine integrierte RGB-Beleuchtung in der Front von der Konkurrenz abheben möchte.

Design & Verarbeitung

Das Bitfenix Enso Mesh trägt seinen Namen nicht ohne Grund: die Front ist nahezu vollständig mit kleinen Löchern perforiert, was in der Theorie für einen hohen Luftstrom im Gehäuse führen sollte. Richtig zur Geltung kommt das weiße Gehäuse jedoch erst, nachdem Hardware eingebaut wurde und der PC läuft. Dann wird ersichtlich, dass die Vorderseite von RGB-LEDs umrandet ist und schick beleuchtet wird.

Bitfenix Enso Mesh DraufsichtDie Front besteht größtenteils aus Mesh und wird von RGB-LEDs umrandet.

Am vorderen Rand der Oberseite befinden sich zwei USB 3.0-Ports sowie Audioanschlüsse. Zudem hat Bitfenix hier die Tasten zum Einschalten, Reseten und zur Steuerung der Beleuchtung untergebracht. Etwas weiter hinten beginnt eine Aussparung, die zur Installation von Lüftern gedacht ist. Die Aussparung kann mithilfe einer magnetischen Abdeckung verborgen werden, alternativ wird diese durch einen magnetischen Staubfilter ausgetauscht.

Bitfenix Enso Mesh StaubfilterAm Deckel befindet sich eine magnetische Abdeckung, die durch einen Luftfilter getauscht werden kann.

Das Bitfenix Enso Mesh verwehrt sich nicht dem Trend der Seitenfenster aus Hartglas und setzt auf ein vier Millimeter dicke Scheibe. Diese liegt auf einer dünnen Entkopplung auf, um die Übertragung von Vibrationen zu mindern beziehungsweise zu verhindern. Auf der Rückseite erwartet uns ein von anderen Gehäusen vertrautes Bild.

Bitfenix Enso Mesh IO PanelDie Anschlussvielfalt könnte  mit einem Typ-C Port etwas höher ausfallen und beschränkt sich auf zwei USB-3.0-Anschlüsse.

Was jedoch bereits von außen negativ ins Auge sticht: die sieben Erweiterungsblenden sind mit normalen Schrauben befestigt. Ein Großteil der aktuellen Gehäuse nutzt hierzu Rändelschrauben, die ohne Schraubendreher per Hand entfernt werden können. Der äußere Eindruck von dem Bitfenix Enso Mesh kann durchaus als positiv bewertet werden, allerdings ist die Verarbeitungsqualität im Innenraum nicht immer perfekt.

Innenraum & Installation

Der Innenraum ist wie bei vielen anderen Gehäusen durch eine Netzteilabdeckung zweigeteilt. Bitfenix hat diese mit dem Mainboardtray vernietet, gleiches gilt für den Festplattenkäfig unterhalb der Abdeckung.

Bitfenix Enso Mesh Seitenansicht offenDer Innenraum wird durch eine Netzteilabdeckung in zwei Bereiche aufgeteilt.

Das Mainboardtray bietet Platz für bis zu 272 mm große E-ATX-Mainboards. Im Innenraum ist Platz für 340 mm lange Grafikbeschleuniger und 160 mm hohe CPU-Kühler. Das maximal 160 mm lange Netzteil wird auf Entkopplern am Boden installiert. Etwas weiter vorne befindet sich der Festplattenkäfig mit Platz für zwei 3,5- oder 2,5-Zoll-Laufwerke.

Bitfenix Enso Mesh MainboardtrayDer Festplattenkäfig ist über die Rückseite des Mainboardtrays zugänglich.

3,5-Zoll-Festplatten werden lediglich in die Vorrichtung geschoben und mit vier kleinen Kunststoffköpfen befestigt. Der Festplattenkäfig sitzt zudem recht nah am Netzteil, wodurch unterhalb der Netzteilabdeckung wenig Platz bleibt, um die Kabel des Netzteils zu verstauen.

Bitfenix Enso Mesh FestplattenFestplatten werden in die Vorrichtung gelegt und über vier Kunststoffköpfe werkzeuglos befestigt.

Auf der Rückseite des Mainboardtrays befinden sich drei weitere Montagevorrichtungen für 2,5-Zoll-Laufwerke. Eine kleine Platine steuert die RGB-Beleuchtung des hinteren Lüfters sowie der Front. Über den Schalter am I/O-Panel können verschiedene Farben sowie statische und dynamische Beleuchtungseffekte gewählt werden.

Im Inneren ist ausreichend Platz für Grafikkarten wie eine ROG Strix GeForce RTX 2070.

Besitzer eines Asus Aura Sync-fähigen Mainboards können die Beleuchtung direkt über die Hauptplatine steuern und auf andere Komponenten abstimmen, vorausgesetzt diese unterstützen ebenfalls Aura Sync.

Kühlung & Lautstärke

Bitfenix installiert ab Werk zwei 120-mm-Lüfter, von denen der hintere über eine RGB-Beleuchtung verfügt. In der Front können insgesamt drei 120-mm-Lüfter installiert werden, zwei weitere finden im Deckel Platz. Alternativ können die Lüfter in der Front durch 140-mm-Rotoren ersetzt werden.

Bitfenix Enso Mesh Vorderseite offenDie Mesh-Front lässt sich zum Reinigen herauslösen und offenbart die drei Vorrichtungen für Lüfter.

Mit diesen Möglichkeiten lässt sich das Gehäuse durchaus zufriedenstellend kühlen, allerdings bieten andere Gehäuse meist deutlich mehr Lüfterpositionen und -Variationen. Die Möglichkeit für einen 140-mm-Lüfter im Heck hätte eine bessere und leisere Belüftung ermöglichen können. Mit den beiden vorinstallierten Lüftern wird eine ausreichende Kühlleistung erzielt, die Lautstärke ist allerdings nicht optimal.

Bitfenix Enso Mesh Staubfilter BodenDas Netzteil wird ebenfalls durch einen Filter am Boden vor Verschmutzungen und Fremdkörpern geschützt.

Radiatoren finden nur in der Front und im Heck (120 mm) Platz. Es sollen Radiatoren von 240 bis 360 mm in das Gehäuse passen, allerdings dürfen diese laut Bitfenix maximal 35 mm hoch, 141 mm breit und 400 mm lang sein. Luftfilter befinden sich unterhalb des Netzteils, auf dem Deckel und letztendlich dient die Mesh-Front ebenfalls als Luftfilter und hält groben Staub ab. Alle Filter lassen sich leicht entfernen und somit unkompliziert reinigen.

Fazit

Es scheint so, als hätte die Integration der RGB-Beleuchtung beim Bitfenix Enso Mesh dazu geführt, dass an anderer Stelle gespart werden musste, um ein RGB-Gehäuse für unter 100 Euro anbieten zu können. Im Grunde ist das Enso Mesh ein solides Gehäuse, doch entspricht es nicht an allen Stellen den Ansprüchen, die man an ein 90-Euro-Gehäuse stellen würde. Die Möglichkeit zwei Festplatten und drei SSDs zu installieren sollte für die meisten Nutzer ausreichend sein, allerdings fehlt eine Entkopplung der Laufwerke. Lange Grafikkarten und hohe CPU-Kühler sollten in der Regel ohne große Probleme im Betfenix Enso Mesh unterkommen. Die Netzteilabdeckung sorgt für einen aufgeräumten Innenraum, wenngleich unterhalb dieser recht wenig Platz zum Verstauen von Kabeln vorhanden ist. Verbesserungspotenzial sehen wir auch bei den Kühlmöglichkeiten, wenngleich die vorhandenen durchaus ausreichend sind das Gehäuse effektiv zu kühlen, von der mauen Unterstützung von Radiatoren abgesehen. Ein Pluspunkt verdient sich das Gehäuse durch seine Luftfilter, die an allen wichtigen Stellen sitzen und leicht zugänglich sind. Im eingeschalteten Zustand begeistert die schicke Beleuchtung der Front und des Hecklüfters, die sich mit Aura Sync-fähigen Mainboards steuern lässt.

Pro

  • genug Platz für leistungsstarke Hardware
  • leicht zugängliche Staubfilter an allen wichtigen Stellen
  • zwei Lüfter vorinstalliert, davon einer mit RGB-Beleuchtung
  • gelungene RGB-Beleuchtung der Front mit Aura Sync-Support
  • werkzeuglose Montage von 3,5-Zoll-Laufwerken

Contra

  • wenig Platz unterhalb der Netzteilabdeckung
  • Radiatoren nur in der Front installierbar
  • kein USB Typ C

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