Nach dem großen „Comeback“ im Bereich der luftgekühlten CPU-Kühler gegen Anfang dieses Jahres, startet Corsair nun mit der iCUE Elite Capellix eine neue Serie an AiO-Wasserkühlungen. Wie der Name schon verrät, liegt der Fokus auf einer starken Performance und einer immersiven RGB-Beleuchtung – realisiert mit den eigens entwickelten Capellix-LEDs. Wie schneidet die Corsair iCUE H100i Elite Capellix mit 240 mm Radiator in der Praxis ab? Die Antwort gibt es in diesem Testbericht.

Übersicht

Corsair bringt die iCUE Elite Capellix Wasserkühlungen in drei Größen auf den Markt. Für unseren Test haben wir uns für die H100i mit einem 240 mm Radiator entschieden, darüber hinaus gibt es noch die H115i mit 280 mm Radiator sowie die H150i mit 360 mm Radiator. Preislich (UVP) startet die Serie bei 159,90 Euro für unser Testmodell, die H115i soll 169,90 Euro kosten und die H150i liegt bei 189,90 Euro.

Lieferumfang

  • Corsair H100i Elite Capellix – Wasserkühlung
  • 2x 120 mm ML RGB Series PWM-Lüfter
  • iCUE Commander Core RGB- und Lüfter-Controller
  • alternatives Top-Cover für die Pumpe
  • Montagezubehör (Intel & AMD) + Wärmeleitpaste (voraufgetragen)
  • Bedienungsanleitung

Design & Eigenschaften

Die sogenannten Capellix LEDs hat Corsair bereits auf der CES 2019 vorgestellt. Sie sind gegenüber klassischen SMD-LEDs deutlich kleiner, sollen trotzdem heller leuchten und dabei weniger Energie verbrauchen. Corsair hat bereits einige Konzepte mit den neuartigen LEDs vorgestellt und sie bereits in einigen Produkten verbaut, darunter beispielsweise die Dominator Platinum DDR4 RAM-Module. Nun erhalten die Capellix LEDs auch in einer AiO-Wasserkühlung ihren Einzug.

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RGB-Feuerwerk mit insgesamt 49 Capellix-LEDs

Ganz konkret sind das insgesamt 33 RGB-LEDs in der Pumpe und jeweils 8 LEDs pro Lüfter, das sorgt dann für eine sehr gleichmäßige und leuchtstarke Beleuchtung. Gesteuert werden die LEDs sowie Lüfter- und Pumpendrehzahl übrigens, wie es der Name ebenfalls verrät, über die Corsair iCUE-Software – doch dazu später mehr Details. Der Kühlblock ist ab Werk mit einer schwarzen Abdeckung bestückt, es ist jedoch auch ein etwas transparenteres Cover im Lieferumfang enthalten.

Für den Wärmeaustausch sorgt ein 240 mm Radiator aus Aluminium, der 27 mm dick und 277 mm lang ist. Er besitzt ein kantiges Design und ist vollständig in Schwarz lackiert. Corsair setzt in puncto Lüfter auf hauseigene ML120 RGB Modelle, die per PWM gesteuert werden. Sie drehen mit 400 – 2.400 Umdrehungen pro Minute, arbeiten mit einem Magnetlager („Magnetic Levitation Bearing“) und besitzen laut Hersteller einen statischen Druck von 4,2 mm-H2O. Übrigens: es gibt einen Zero Mode, bei dem die Lüfter nicht drehen – so ein Feature kannten wir bisher nur von Grafikkarten oder Netzteilen. Der Modus lässt sich in der iCUE-Software einstellen und ist für den Leerlauf gedacht, spätestens aber einer Wassertemperatur von 40 °C werden die Lüfter jedoch wieder aktiv.

Vom Radiator führen zwei stoffummantelte Schläuche (400 mm lang) zum Kühlblock. Die beiden 90° Winkel machen Platz für große Arbeitsspeicherriegel und ermöglichen eine flexible Montage des Radiators. Im Inneren des Kühlblocks sitzt Zentrifugalpumpe, die laut Corsair bis zu 0,82 Liter pro Minute befördern kann. Sie dreht mit ca. 2.200 – 2.700 Umdrehungen pro Minute und soll mit <20,0 dB(A) @ 1 Meter recht leise arbeiten. Direkt darunter sitzt eine Kupfer-Kühlplatte mit 128 „micro-skived“ Finnen pro Zoll, um eine möglichst hohe Oberfläche zu schaffen.

iCUE Commander Core steuer Pumpe, Lüfter und Beleuchtung

Sowohl Pumpe als auch Lüfter werden nicht direkt mit dem Mainboard verbunden, stattdessen nutzt Corsair den iCUE Commander Core Controller. Dort können bis zu sechs Lüfter und bis zu sechs RGB-Komponenten angeschlossen werden. Der Controller wird dann per SATA mit Strom versorgt und über einen internen 9-Pin USB 2.0 Anschluss mit dem Mainboard verbunden. Die einzige Ausnahme ist ein 3-Pin Stecker der Pumpe, der jedoch nur mit einem Kabel bestückt ist und als „Tachokabel“ für den CPU-Lüfteranschluss fungiert.

Software: Corsair iCUE

Kühler werden überwiegend über Software-Lösungen der Mainboard-Hersteller kontrolliert, so beispielsweise das MSI Dragon Center oder die ASUS AI Suite/Armoury Crate. Corsair liefert allerdings die iCUE Commander Core mit, die als Schnittstelle zwischen der Wasserkühlung und dem Mainboard dient. Über die iCUE-Software gibt es dann einige Funktionen zu entdecken, hier ein paar Beispiel-Screenshots.

Die Wasserkühlung, darunter jeweils Lüfter und Pumpe, lässt sich in drei Modi betreiben – Leise (Quiet), Balanciert (Balanced) sowie Intensiv (Extreme). Darüber hinaus gibt es eine manuelle Leistungskontrolle in Prozent sowie den „Zero Mode“ für die Lüfter. Die automatische Steuerung orientiert sich primär an der Kühlflüssigkeitstemperatur, die ebenfalls im Dashboard angezeigt wird.

Natürlich lässt sich im Corsair iCUE auch die RGB-Beleuchtung kontrollieren. Als Besonderheit sollte hier die automatische Lüftererkennung erwähnt werden, sie passt die Effekte dann auf die einzelnen LEDs an. Es stehen einerseits statische Farben über „Instant Lighting“, aber natürlich auch eine große Fülle an Effekten zur Verfügung. Diese können jeweils in Geschwindigkeit und Richtung verändert werden. Über Lighting Link können weitere Corsair-Produkte synchronisiert werden, darunter auch das ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore Mainboard unseres Testsystems.

Kühlleistung

Die Montage der Corsair iCUE H100i Elite Capellix ist intuitiv gestaltet und wird verständlich in der Bedienungsanleitung erklärt. Das mitgelieferte Montage-Kit unterstützt alle aktuellen Mainstream-Sockel von AMD (AM4, sTR4, sTRX4) sowie Intel (LGA 1200, 115x, 2066, 2011(-v3)). Für unseren Praxistest haben wir die AiO-Wasserkühlung auf einen Intel Core i9-7900X installiert, welcher auf einem ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore sitzt. Anschließend haben wir das System sowohl im Leerlauf (Idle) als auch unter Volllast getestet, hierfür haben wir den CPU-Z Stresstest genutzt. Der Temperaturverlauf (Raumtemperatur: ca. 23 °C) wurde mit der Software HWMonitor sowie CoreTemp aufgezeichnet.

Testsystem:

  • Prozessor: Intel Core i9-7900X, 10 Kerne (20 Threads), 3,3 GHz (Standard), 4,3 GHz (Turbo), Turbo Boost & Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore
  • Arbeitsspeicher: 32 GB Kingston HyperX Predator RGB DDR4-2933
  • Systemlaufwerk: 512 GB ADATA XPG SX8000 PCIe 3.0 x4 M.2 SSD
  • Grafikkarte: ASUS ROG Strix RTX 2070 OC
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64



In unserem Praxistest erreicht die Corsair iCUE H100i Elite Capellix besonders im intensiven Modus den aktuellen Bestwert von 48 °C unter Last. Dabei steigert sich die Geräuschkulisse zwar deutlich, der Lautstärkepegel geht jedoch mehr als in Ordnung. Im balancierten Modus erreicht die Wasserkühlung 53 °C und positioniert sich dort im guten Mittelfeld. Mit dem Leise-Modus ist die iCUE H100i Elite Capellix kaum wahrzunehmen, erreicht dann jedoch gut 61 °C in unserem Stresstest. Im Leerlauf erzielt die Wasserkühlung ebenfalls gute Werte, je nach gewähltem Modus (siehe Diagramm). Die Modi entfalten sich in der Praxis (Leerlauf) wie folgt:

  • Leise: Lüfter bei ca. 450 rpm & Pumpe bei ca. 2.250 rpm @ 25 dB
  • Balanced: Lüfter bei ca. 800 rpm & Pumpe bei ca. 2.450 rpm @ 27 dB
  • Extreme: Lüfter bei ca 2.200 rpm & Pumpe bei ca. 2.650 rpm @ 44 dB

Der Zero-Modus ist vor allem für den Leerlauf und Silent-Gehäuse interessant. Auf unserem Bench-Table erreichen wir zwar eine CPU-Temperatur von 50 bis 52 °C, allerdings fehlt hier auch der gewisse Gehäuse-Airflow und die natürliche Wärmekonvektion (warme Luft steigt nach oben). Je nach Anwendung (Installation im Deckel) gibt es einen Überdruck im Gehäuse, der zusätzlich die Wärme nach draußen befördern würde. Sehr positiv ist hierbei dann die exzellente Lautstärke von ca. 22 dB.

Fazit

Corsair liefert ab! Die iCUE H100i Elite Capellix kann uns nicht nur mit einer guten Verarbeitung und einer extravaganten Beleuchtung beeindrucken, auch die erzielte Kühlleistung ist überzeugend. Es gibt drei vorgefertigte Modi (Leise, Balanciert, Intensiv) und eine manuelle Anpassung (in %) der Leistung. Silent-Enthusiasten dürften sich zudem über den nahezu lautlosen „Zero Mode“ für Lüfter freuen. Der Lautstärkepegel steigt zwar besonders im Extreme-Modus stark an, wird dabei aber keinesfalls störend. Der Balanced-Modus ist da wohl die beste Mischung aus Lautstärke und Kühlleistung.

Die Wasserkühlung wird in der iCUE-Software gesteuert und bietet einige Anpassungsmöglichkeiten. Die Capellix-LEDs leuchten gleichmäßig, sehr hell und sorgen für auffällige Effekte. Eine Synchronisation der Beleuchtung ist allerdings nur mit ASUS Aura Sync Mainboards und anderen Corsair-Produkten möglich, beispielsweise Arbeitsspeicher oder Tastaturen. Nutzer mit Komponenten anderer Hersteller gehen da leider leer aus, zudem kann die Wakü ohne den iCUE Commander Core nicht betrieben werden – der Controller ist also Pflicht.

Preislich liegt die Corsair iCUE H100i Elite Capellix zum Start bei 159,90 Euro UVP. Zu diesem Preis gibt es eine leistungsstarke AiO-Wakü mit viel Anpassungsmöglichkeiten, allerdings auch eingeschränkten Möglichkeiten der RGB-Synchronisierung. Dennoch hat die Wasserkühlung durchaus den Titel „Elite“ verdient.

CPU-Kühler
Allround-PC.com
09/2020
Corsair iCUE H100i Elite Capellix
Empfehlung

Pro

  • sehr gute Kühlleistung
  • schnelle, einfache Montage
  • gleichmäßige und helle Beleuchtung
  • alternatives Pumpen-Cover
  • Software mit vielen Features
  • 5 Jahre Garantie

Contra

  • RGB-Synchronisierung nur mit Corsair oder ASUS Aura Sync

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