Nuki Smart Lock 3.0 im Test: Intelligentes Türschloss für euer Smart Home

Günstige Alternative zu 2.0 und Pro?
 / Arian Krasniqi
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Technische Daten

Modell
Nuki Smart Lock 3.0
MaterialKunststoff
Maße110 x 60 x 60 mm
Gewicht460 Gramm
Stromversorgung4 AA-Batterien (inkludiert) oder Nuki Powerpack (optional)
VoraussetzungAndroid oder iOS Smartphone
KommunikationBluetooth 5.0
Kompatibilität-Europrofilzylinder mit Not- und
Gefahrenfunktion
-Schweizer Rundprofil mit
Prioritätsfunktion
-UK Ovalzylinder mit Emergency Function
-Knaufzylinder
Preis149 Euro

Bisher war der Einstieg in den Bereich der smarten Schlösser stets mit einem hohen Preis verbunden. Im letzten Jahr veröffentlichte Nuki mit dem Smart Lock 3.0 jedoch eine günstigere Alternative, sowie eine neue Pro-Variante. 

Der Markt rund um Smart Home Produkte wächst stetig und dringt in alle möglichen Bereiche des Lebens vor. Entsprechend ist es kaum verwunderlich, dass nicht mal das klassische Türschloss von diesem Trend verschont bleibt. Schon 2017 veröffentliche Nuki die erste Generation ihrer Smart Locks und ermöglichte damit ein „Smart-Upgrade“ der eigenen Haustür. Schließlich folgte gegen Ende letzten Jahres mit dem Smart Lock 3.0 (Pro) die inzwischen dritte Iteration der Serie.

In unserem Test werden wir uns vor allem auf die Standard-Variante fokussieren. Dabei wurde das Schloss zusammen mit der Nuki Bridge, dem Türsensor sowie dem zugehörigen Powerpack getestet. Damit entspricht das Feature-Set des genutzten Systems ungefähr dem der teureren Pro-Version. Diese verfügt bereits ab Werk über ein Akkupack sowie über die WiFi-Funktionen der Bridge. Das Nuki Smart Lock 3.0 ist derzeit für rund 149 Euro (hier kaufen) erhältlich. Zusammen mit dem Zubehör steigt der Preis aber auf stolze 340 Euro. Währenddessen kostet das eher schlecht verfügbare Pro-Modell 249 Euro.

Nuki Zubehör
Modell
Preis
Nuki Powerpack49 Euro
Nuki Door Sensor39 Euro
Nuki Bridge99 Euro
Nuki Opener99 Euro

Design

Optisch gleicht die dritte Generation seinem Vorgänger in fast allen Belangen, wodurch beide Modelle kaum zu unterscheiden sind. Lediglich die Materialwahl fällt etwas unterschiedlich aus. Nuki verbaut ausschließlich weiße Kunststoffelemente und verzichtet hier auf den silbernen Drehknauf, dieser bleibt nur der Pro-Version vorbehalten. Ansonsten fühlt sich das Smart Lock 3.0 hochwertig an und wirkt gut verarbeitet. Mit einem Gewicht von etwa 460 Gramm fällt das Ganze außerdem relativ leicht aus.

Montage

Vorweg muss erwähnt werden, dass sich Interessenten vor dem Kauf über ihr eigenes Türschloss erkundigen sollten. Um zu prüfen, ob euer Schloss kompatibel ist, könnt ihr den entsprechenden Test auf der Nuki Website machen. Unterstützt werden die gängigen europäischen Schlosstypen. Empfehlenswert ist ebenso ein Schloss, bei dem auf beiden Seiten zeitgleich ein Schlüssel genutzt werden kann. Andernfalls besteht Gefahr, sich auszuschließen, falls das Smart Lock 3.0 defekt sein sollte.

Insgesamt liefert der Hersteller das Modell mit zwei Einbauplatten aus, welche für verschiedene Schlüsseltypen bestimmt sind. Die entsprechende Montageplatte wird entweder über eine Klebefläche oder über Madenschrauben am Schloss befestigt. Dabei ist die Wahl abhängig von der Tiefe des Schlüsselzylinders. Anschließend wird der Türschlüssel eingesteckt und das eigentliche smarte Schloss draufgesetzt. Für die Montage ist entsprechend kein handwerkliches Geschick notwendig. Auf dem offiziellen Nuki YouTube-Kanal lässt sich zudem eine Video-Aufbauanleitung finden:

Optional können die Batterien des Locks entfernt sowie gegen das separat erhältliche Power Pack getauscht werden. Dieses hat eine Akkukapazität von 2.500 mAh und kann per USB-C aufgeladen werden. Sollte eine Nuki Bridge vorhanden sein, wird diese lediglich an eine freie Steckdose angeschlossen. Daneben kann an der Tür der optional kaufbare Door Sensor angebracht werden. 

Nuki App

Die Steuerzentrale des Smart Lock 3.0 ist die herstellereigene App, in der neue Geräte hinzugefügt und eingerichtet werden können. Hier lassen sich zudem Admin-Informationen abrufen sowie ein Nutzungsprotokoll vorfinden. Über dieses können Ein- oder Ausgänge durch die Tür eingesehen werden. Tatsächlich verzichtet Nuki auf die Nutzung einer Cloud-Speicherung und speichert alle Daten lokal auf dem eigenen Smartphone. Ebenso wird für die Nutzung kein eigenständiger Account benötigt – wohl zur Freude aller Datenschützer. Einzig eine Freigabe des Standorts wird für ortsabhängige Funktionen vorausgesetzt. 

Praktisch, aber gewöhnungsbedürftig

Es ist wohl ein wenig Zeit nötig, bis man sich vollends an das Türöffnen per Smartphone gewöhnt hat. Statt dem klassischen Schlüssel muss von nun an das Handy gezückt werden, um den Öffnungsvorgang zu bestätigen. Entsprechend dauert das eigentliche Öffnen der Tür circa sechs Sekunden und damit bereits etwas länger als ganz klassisch mit dem Schlüssel. Zumindest der erste Schritt fällt mit dem Auto Unlock Feature weg. Hier öffnet sich die Tür automatisch, sobald man sich auf bis zu 5 m der Tür nähert. Der Entfernungsradius lässt sich nachträglich in den App-Einstellungen anpassen.

Abseits davon kann eine „Auto Lock“-Funktion ausgewählt werden, bei der sich die Tür verschließt, sobald die Freigabezone verlassen wurde. Voraussetzung hierfür ist die Verwendung des bereits erwähnten Türsensors, welcher optional erhältlich ist. Sobald eine geschlossene Tür erkannt wird, verschließt sich das Schloss automatisch. Dadurch ist die Tür stets verschlossen, wodurch die Sicherheit des Hauses nochmals gesteigert wird.

Innerhalb des Testzeitraums funktionierte das automatische Feature-Set jedoch eher schlecht als recht und arbeitete eher unzuverlässig. So war die Tür in drei von fünf Fällen weiterhin abgesperrt. Schade, denn ansonsten wäre das eine wirklich praktische Funktion, die das manuelle Öffnen der Tür überflüssig gemacht hätte. Damit fällt der erhoffte Gamechanger im Alltag leider weg.

Entsperren auch per Assistent möglich

Weiterhin lässt sich das Schloss per Sprachbefehl öffnen bzw. schließen. Unterstützt werden neben dem Google Assistent auch Amazons Alexa sowie das IFTTT System. Für die Einbindungen in das Smart Home wird beim Smart Lock 3.0 zwingend die Nuki Bridge benötigt, da hierüber die Kommunikation mit dem Internet stattfindet. Sobald der Nuki Dienst etwa in der Google Assistent App hinzugefügt wurde, muss über Nuki Web ein Account samt Zugangscode eingerichtet werden. Mit einem einfachen „Okay Google, öffne die Tür“ wird der Prozess aktiviert und muss schließlich mit dem vorher festgelegten Code autorisiert werden.

Diese Methode funktioniert zuverlässiger als das Auto-Unlock Feature, benötigt aber deutlich mehr Zeit. Zudem kann es vorkommen, dass der Sprachassistent den Befehl nicht wahrnimmt oder eine Fehlermeldung ausgibt. Ab und zu konnte der Google Assistent das Schloss nicht mehr erreichen, sodass ein wiederholtes Registrieren nötig war.

Lauter Motor sorgt für unruhigen Öffnungsvorgang

Störend fiel vor allem der Motor des Smart Lock 3.0 auf. Selbst in entfernten Räumen war das Geräusch noch wahrnehmbar. Abends sollte entsprechend eher auf das bewehrte Türschloss zurückgegriffen werden, um andere Personen im schlimmsten Fall nicht zu wecken. Enttäuschend, denn Nuki hatte in seiner Ankündigung noch damit geworben, dass der neue Motor leiser arbeiten soll. Im Vergleich zum Vorgänger mag das zwar stimmen, ausreichend ist es trotzdem nicht.

Fazit 

Positiv hervorzuheben sind zunächst die vielen verschieden Entsperroptionen sowie die durchdachte App. Eine leichte Integration in die restliche Innenausstattung ist aufgrund der schlichten Optik ebenso gut möglich. Nicht zuletzt dürften der einfache Einbau sowie die simple Einrichtung für Neulinge in diesem Bereich von Vorteil sein.

Das smarte Schloss bleibt aber nicht frei von Kritik. Besonders der verwendete Motor fiel während des Testzeitraums negativ auf. Die Lautstärke beim Schließungs- sowie Öffnungsvorgang war deutlich wahrnehmbar und vor allem durch dünne Wände hörbar. Ein stilles Reinschleichen in der Nacht ist somit kaum möglich. Auch die Zuverlässigkeit des Auto-Unlock-Systems trübt das Gesamtbild weiter.

Insgesamt handelt es sich beim knapp 150 Euro teuren Smart Lock 3.0 um ein beschränkt empfehlenswertes Produkt, welches eine Vielfalt an Funktionen bietet. Es reiht sich von seiner Funktionalität genau zwischen dem Vorgänger sowie dem Pro-Modell ein, profitiert aber von seiner attraktiven Preisgestaltung. Letzteres ist dabei das entscheidende Verkaufsargument der Standard-Variante. Wer jedoch eine Smart Home Integration anstrebt oder ein Akkupack nutzen möchte, sollte direkt zur Pro-Version greifen.

Pro

  • Preis
  • schnelle Installation
  • einfache Einrichtung
  • Unterstützung von Sprachassistenten

Contra

  • Laut
  • Unzuverlässigkeit des Auto-Unlock
  • teures Zubehör

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