Test: Toshiba H200 SSHD mit 1TB und X300 HDD mit 6TB

Zwei magnetische Potenzprotze beim Show-Off 6 Min. lesen
Storage  / Nils Waldmann

Der Speichermarkt steht niemals still, egal ob SSDs, Festplatten oder die hybriden SSHD, beinahe tÀglich gibt es neue Modelle. Wir haben uns in diesem Test zwei Vertreter der aktuellen H200 sowie X300 Serien von Toshiba genauer angeschaut.

Überblick

Wie auch die anderen Hersteller im Massenspeichermarkt, hat Toshiba sein Produktportfolio neu geordnet. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen kryptische Modellnamen Kunden lockten. Stattdessen setzten fast alle Hersteller quer durch die Bank auf deutlich voneinander trennbare Produktnamen mit deutlichen Zusatzbezeichnungen: So teilt sich Toshibas aktuelles Festplattenangebot im 3,5-Zoll-Bereich in die X300- (High-Performance Hard Drive), die P300- sowie die E300-Serie (Low-Energy Hard Drive) auf. Im mobilen Segment bietet man mit der L200 eine Standardfestplatte im 2,5-Zoll-Format an, außerdem hat man mit der H200-Serie eine SSHD fĂŒr das Notebook im Angebot. SSHDs stellen dabei eine Mischung aus Festplatte und SSD dar. Neben einem normalen Festplattenspeicher, welcher den Großteil der SpeicherkapazitĂ€t bereitstellt, sorgt ein kleiner Flashspeicherbereich dafĂŒr, dass das Arbeiten mit einer SSHD deutlich flĂŒssiger ablĂ€uft, als mit einer herkömmlichen Festplatte.

Toshiba H200 1TB VerpackungToshiba X300 6 TB Verpackung

In diesem Testbericht haben wir uns die X300 Festplatte mit einer KapazitÀt von 6 TB sowie die H200 SSHD mit 1 TB Speicherplatz angesehen.

Technische Daten im Überblick

Modell

Toshiba X300

Toshiba H200

SpeicherkapazitÀt nominell

6000 GB

1000 GB

Schnittstelle

S-ATA 6 Gbit/s

S-ATA 6 Gbit/s

Spindelgeschwindigkeit

7200 U/min

5400 U/min

Cache

128 MB

64 MB

Formfaktor

3,5 Zoll

2,5 Zoll

GerÀuschemission

34 dB(A)

25 dB(A)

Abmessungen

26,1 x 147 x 101,6 mm

100 x 69,85 x 9,5 mm

Gewicht

720 Gramm

92 Gramm

Modellnummer

HDWE160EZSTA

HDWM110EZSTA

Besonderheiten

Integrierter Schock-Sensor

8 GB MLC-NAND Cache

Garantie

2 Jahre

2 Jahre

Preis

ca. 220  €

ca. 80 €

Weitere KapazitÀtsstufen der Serie

4 TB, 5 TB

500 GB

Unter der Haube

Die X300 stellt aktuell Toshibas Topmodell im Festplattensegment dar. Maximal 6 TB SpeicherkapazitĂ€t stellt die Serie zur VerfĂŒgung. DarĂŒber hinaus sind Modelle mit 4 oder 5 TB verfĂŒgbar. Allen Modellen gemein ist der 128 MB große Cache, welcher sich langsam als StandardgrĂ¶ĂŸe fĂŒr Festplatten jenseits der 4-TB-Grenze etabliert. Die Spindel arbeitet mit 7.200 U/min und sorgt somit fĂŒr niedriger Zugriffszeiten. Angebunden wird die Toshiba X300 selbstredend ĂŒber SATA 6 Gbit/s. FĂŒr besonderen Schutz der Daten sorgt zudem ein integrierter Schock-Sensor, der die Lese- und Schreibköpfe bei zu hohen Beschleunigungen sicher parkt und von den Plattern fernhĂ€lt.

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Die H200 gibt es mit SpeicherkapazitĂ€ten von 500 GB sowie 1 TB. Im Inneren werkeln Festplatten- und SSD-Komponenten Seite an Seite. Die HauptspeicherkapazitĂ€t der Laufwerke wird dadurch von einer Festplatte mit einer Spindelgeschwindigkeit von 5.400 U/min bereitgestellt. Der Festplattencache misst 64 MB. ZusĂ€tzlich kann die SSHD-Lösung auf 8 GB MLC-NAND zurĂŒckgreifen, der als intelligenter SSD-Speicher eingesetzt wird. Ein Algorithmus lernt dabei, welche der Dateien der Nutzer besonders oft verwendet. Diese werden im Flashspeicher abgelegt und können somit deutlich schneller zur VerfĂŒgung gestellt werden. In der Konsequenz schaffen SSHDs damit einen sehr guten Kompromiss zwischen HDD- und SSD-Geschwindigkeit, was die gefĂŒhlte Arbeitsgeschwindigkeit angeht.

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Leistungstest

NatĂŒrlich soll der Hauptteil dieses Testberichtes aus der Leistungsmessung der beiden Toshiba Laufwerke bestehen. Dazu haben wir verschiedene Benchmark-Tools verwendet, die sowohl die sequenzielle Transferleistung, als auch die Geschwindigkeit bei zufĂ€lligen Zugriffen messen. Als Vergleich haben wir zum einen die WD Black 6 TB herangezogen, zum anderen tritt die H200 gegen ihren VorgĂ€nger das Toshiba MQ Hybrid Drive mit 500 GB* an.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • KĂŒhler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerke: Intel SSD 750 420 GB & SanDisk Extreme Pro 480 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.6
  • A.S. SSD Benchmark 1.8
  • ATTO Disk Benchmark 2.47
  • Crystal Disk Mark 5 (x64)

*Mit anderem Testsystem getestet.

ErklĂ€rung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht ĂŒbersichtlicher zu gestalten, könnt ihr fĂŒr euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst neben den schon erwĂ€hnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene DateigrĂ¶ĂŸen. Gemessen wurden die BlockgrĂ¶ĂŸen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufĂ€llige Zugriff auf alle Arten von BlockgrĂ¶ĂŸen.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer Festplatte. DarĂŒber hinaus werden Zugriffszeit gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere DurchlĂ€ufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer Festplatte zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlĂ€ssiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener BlockgrĂ¶ĂŸen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten.

Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung ĂŒberprĂŒft.

Zugriffszeiten

Im Bereich der SSDs beinahe zu vernachlÀssigen, spielen Zugriffszeiten bei Festplatten nach wie vor eine wichtige Rollen. Gemessen haben wir diese mit dem A.S. SSD Benchmark sowie HD Tune Pro.

Fazit

Rein Ă€ußerlich dĂŒrfen sich die KĂ€ufer Toshiba X300 Festplatte bzw. der H200 SSHD ĂŒber ein sauber verarbeitetes Produkt freuen, das in Sachen FertigungsqualitĂ€t keinen Anlass zur Kritik bietet. Geliefert werden beide Laufwerke, wie fĂŒr Massenspeicher ĂŒblich, lediglich mit einer Kurzanleitung und den Garantieunterlagen – sofern sich der Kunde fĂŒr die Retailbox entscheidet. In Sachen Transferleistung kann die X300 Festplatte mit 6 TB auf ganzer Linie ĂŒberzeugen. Das Oberklasselaufwerke von Toshiba spielt auf einer Augenhöhe mit der bekannten WD Black Serie von Western Digital. Das gilt sowohl fĂŒr sequenzielle Transfers, als auch fĂŒr zufĂ€llige Zugriffe auf unterschiedliche BlockgrĂ¶ĂŸen.
Die H200 SSHD legt im Schnitt die Leistung einer herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatte an den Tag, kann durch den zusĂ€tzlichen MLC-Cache allerding vor allem beim Schreiben kleiner Dateien deutlich punkten. Im Betrieb macht sich dies durch ein schnelleres Reaktionsverhalten des Systems bemerkbar. Toshiba preist die H200 im Übrigen auch explizit als Laufwerk fĂŒr Spielekonsolen an. Beide Laufwerke waren im Betrieb sehr leise und wurde auch unter lĂ€ngeren Lastphasen nur handwarm.
Aktuell kostet die 6-TB-Variante der Toshiba X300 knapp 209 €, fĂŒr eine WD Black 6 TB werden aktuell hingegen knapp 298 € fĂ€llig. DafĂŒr ist die X300 von Toshiba nicht explizit fĂŒr den Dauerbetrieb ausgeschrieben. Die H200 mit 1 TB SpeicherkapazitĂ€t wechselt hingegen aktuell bereits ab 77 € den Besitzer. Die Konkurrenz in Form der Western Digital Blue PC SSHD mit 1 TB ist mit aktuell 85 € ein wenig teurer.


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1 Kommentar

  • Karsten Frölich

    Vielen Dank fĂŒr den Testbericht, er hat mir gut weiter geholfen. Ich will gerade meine Festplatte im Notebook erweitern, also austauschen.

    FĂŒr mich ist die Leistungsaufnahme ein wichtiges Kriterium, das Netzteil ist nun ‚mal nicht austauschbar, daher wĂ€re dieser Parameter schon wichtig. Dennoch: Vielen Dank

    Karsten

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