Test: Logitech Powerplay Mauspad mit der G703 & G903 Lightspeed

Mauspad mit Ladefunktion für kabellose Mäuse

Geschrieben von Niklas Schäfer am 20.09.2017.

Logitech bietet mit dem Powerplay ein Mauspad an, das für die Mäuse G703 und G903 als induktive Ladestation agiert. Das Aufladen per Kabel soll somit der Vergangenheit angehören. Wie gut das im Alltag funktioniert, haben wir für euch herausgefunden.

Übersicht

Kabellose Gaming-Mäuse haben große Vorteile: Da kein Kabel verwendet wird, wirkt der Schreibtisch gleich viel aufgeräumter und es besteht keine Gefahr, den Nager wegen eines defekten Kabels austauschen zu müssen. Da der Input-Lag von hochwertigen Funkmäusen mittlerweile verschwindend gering ausfällt, besteht der einzige Knackpunkt in der Akkulaufzeit. Beleuchtungseffekte und längere Nutzungszeiten zehren auch an modernen Akkus und können eine Gaming-Session kurzfristig beenden. Damit das lästige Aufladen per Kabel ein Ende findet, hat Logitech das Powerplay Mauspad entwickelt, dass die beiden Mäuse G703 Lightspeed und G903 Lightspeed induktiv auflädt. Wir haben das Mauspad mit integrierter Ladefunktion zusammen mit der G703 und G903 getestet.

Technische Daten

Produkt

G703 Lightspeed

G903 Lightspeed

Material

Kunststoff

 Kunststoff

Sensortyp

optisch (PMW3366)

 optisch (PMW3366)

Auflösung

12.000 dpi

 12.00 dpi

Polling Rate

1.000 Hz

 1.000 Hz

Tastenzahl

6 programmierbare Tasten

 11 Programmierbare Tasten

Abmessungen (L x B x H)

124 x 68x 43 mm

 130 x 67 x 40 mm

Gewicht

107 g (+ 10 g Gewicht)

 110 g (+ 10g Gewicht)

Anschlussart

kabellos: BT/2,4 GHz

 kabellos: BT/ 2,4 GHz

Kabellänge

1,8 m

 1,8 m

Besonderheiten

RGB-Beleuchtung, Powerplay-kompatibel

 RGB-Beleuchtung, Powerplay-kompatibel, Gewichtsystem, Freilauf

Preis

119,00 Euro

 179,00 Euro

Design & Verarbeitung

Beim optischen Erscheinungsbild der Logitech G703 Lightspeed hält sich der Hersteller stark zurück und verpackt die Technik in ein seidenmattes, schwarzes Kunststoffgehäuse. Die beiden programmierbaren Daumentasten und der DPI-Switch-Button hinter dem sanft gerasterten Scrollrad werden durch eine glänzende Lackierung optisch hervorgehoben. Beleuchtungselemente gibt es ebenfalls: Das G-Logo am Mausrücken und ein dezenter Streifen im Mausrad können nach Belieben illuminiert werden, sodass eine Verwendung auch in komplett dunklen Umgebungen möglich ist. Auf der Unterseite direkt neben dem optischen PMW-3366-Sensor mit bis zu 12.000 DPU sitzt ein Schalter, der die Maus ein- beziehungsweise ausschaltet. Bei Bedarf kann ein 10 Gramm schweres Gewicht installiert werden. Wer auf das Kabellose Laden mit dem Logitech Powerplay Mauspad verzichtet, kann auf das im Lieferumfang enthaltene USB-Kabel zurückgreifen.

Die Logitech G703 ist komplett matt gehalten, die große Schwester G903 arbeitet zusätzlich mit schwarz glänzenden Elementen.

Die größere Schwester G903 Lightspeed bietet alle bereits genannten Funktionen und hat noch zusätzliche Asse im Ärmel. Anstelle eines DPI-Switch Buttons verpasst Logitech dem Top-Modell zwei Tasten zur Anpassung der Mausempfindlichkeit. Somit müssen die Profile nicht nacheinander durchgeschaltet werden, sondern es besteht auch die Möglichkeit die DPI gezielt zu erhöhen oder zu verringern. Darüber hinaus verfügt sie über magnetische Daumentasten an beiden Seiten und ist damit auch für Linkshänder interessant.

 

Logitech G903 untenBei Bedarf können die Mäuse um Zehn Gramm beschwert werden.

Nicht verwendete Zusatztasten lassen sich ähnlich wie der der ASUS ROG Pugio durch eine Blende austauschen. Logitech rastert das Scrollrad der G903 stärker als bei der G703, lässt es aber mit einem Klick auf die mittlere Taste auf der Oberseite in den Freilauf wechseln. Der optische Sensor beider Mäuse hört auf den Namen PMW3366 und löst mit 200 bis 12.000 Pixel pro Zoll auf.

Eigenschaften

Beide Gaming-Mäuse orientieren sich an der klassischen Nager-Form und sollten möglichst mit dem Palm-Grip verwendet werden. Bei der etwas dünner bestückten G703 ist auch der Krallengriff möglich, weil weniger Tasten über der Maus verstreut sind. Wer die Logitech G903 mit dem Claw Grip verwendet, verliert zu viel Halt und kann die beiden Haupttasten nur noch sehr unpräzise bedienen. Ein weiterer Unterschied liegt in der Positionierung des Daumens. Während die Wölbung der G703 nur sehr gering ausfällt, liegen der Daumen und der kleine Finger bei der G903 etwas weiter innen. Der G703 trauen wir es eher zu, eine Marathon-Session zu absolvieren, da sie etwas komfortabler in unserer Hand liegt – hier weichen die Geschmäcker allerdings von Spieler zu Spieler stark ab.

 Logitech stattet das kabellose Top-Modell mit Extra-Features wie magnetischen Daumentasten aus.

Hinsichtlich des Sensors gibt es keine Unterschiede, weil Logitech in beiden kabellosen Nagern einen Pixart PMW3366 installiert, dessen Auflösung zwischen 200 und 12.000 DPI eingestellt werden kann. Damit eignet er sich sowohl für Low- als auch für High-Senser. Der Hersteller installiert einen sehr angenehmen Sensor, der alle Befehle ohne spürbare Verzögerung eins zu eins in das Spiel umsetzt. Kritikpunkte am Sensor konnten wir in der Testphase nicht finden – vielmehr konnte Logitech uns stark von der verwendeten Technik überzeugen. Wenn es um den spontanen Wechsel der DPI-Stufe geht, hat das besser ausgestattete Modell die Nase vorn. Zwei Tasten erhöhen oder verringern die Auflösung des Sensors. Wer als Sniper plötzlich bemerkt, dass sich ein Feind von hinten nähert, kann die Mausgeschwindigkeit mit nur einem Knopfdruck erhöhen, zur Pistole wechseln, Gegenwehr leisten und mit einem Druck auf die andere Taste wieder in das vorherige Profil wechseln. Im Falle der G703 müssen erst alle Profile durchgeschaltet werden, bevor das Standard-Profil erreicht wird, was in einigen Situationen über das Leben und Tod der Spielfigur entscheidet.

 

Linkshänder sollten zur G903 greifen, weil sie symmetrisch geformt ist. Das günstigere Modell richtet sich ausschließlich an Rechtshänder.

Für Linkshänder ist die G703 aufgrund ihrer nach links geneigten Form ungeeignet. Ihre Schwester G903 ist symmetrisch geformt und bietet auch programmierbare Daumentasten auf der rechten Außenseite. Ähnlich wie ASUS es bei der ROG Pugio löst, können nicht genutzte Zusatztasten entfernt und durch ein magnetisches Cover ersetzt werden. Puristen, die auf andere Features der G903 nicht verzichten wollen, können theoretisch auch alle Daumentasten blockieren, während MMO-Spieler alle vier Zusatztasten mit Makros belegen können. Wir empfehlen, die Tasten, die sich gegenüber vom eigenen Daumen befinden, mit funktionslosen Einsätzen zu belegen, weil sie häufig ungewollt vom kleinen oder Ringfinger ausgelöst werden. 

Logitech Powerplay

Ihr volles Potential schöpfen die beiden Nager erst aus, wenn sie auf dem 344 x 321 Millimeter großen Logitech Powerplay Mauspad betrieben werden. Logitechs neues Mauspad wird über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden. Im Lieferumfang sind zwei verschiedene Auflagen enthalten, die auf die Ladefläche gelegt werden. Der Spieler kann sich zwischen einer Stoff- und einer Hartplastik-Auflage entscheiden. Uns sagt das weiche Stoffmauspad deutlich mehr zu, weil es eine präzisere Kontrolle zulässt. Für Low-Sense-Gamer könnte das schnellere Kunststoff-Pad vermutlich interessanter sein, weil schnellere Bewegungen leichter fallen. Einer der Vorteile der Stoffauflage besteht in der deutlich angenehmeren Geräuschkulisse.

Ihr volles Potential spielen die Nager auf dem Logitech Powerplay aus, das als Ladestation agiert.

Abgesehen von den Eigenschaften, die auch 30 Euro teure Mauspads bieten können, hat das Logitech Powerplay eine Funktion, die Wireless-Gaming revolutionieren soll: Es lädt die Maus beim Spielen induktiv auf. Beim Spielen wird die Maus dauerhaft mit Energie versorgt und kann nicht den Geist aufgeben, weil die Batterien leer sind. Natürlich sollte die Akkulaufzeit von modernen Mäusen problemlos ausreichen, um auch schier endlose Gaming-Nächte durchstehen zu können. Doch all diejenigen, die häufiger mit kabellosen Mäusen spielen, wissen, dass häufig vergessen wird, das Eingabegerät aufzuladen, wenn es gerade nicht verwendet wird. Dieser Fauxpas sorgt dafür, dass viele eigentlich drahtlose Modelle beim Spielen häufiger an ein Kabel gebunden sind als eigentlich notwendig. Daher bietet sich Logitechs Lösung an und macht das Kabel vollkommen überflüssig. Dazu sei gesagt, dass der Ladevorgang nur mühselig voranschreitet, da die beiden Lightspeed-Schwestern mit maximal 2 Watt aufgeladen werden. Über eine Software wird sichergestellt, dass der Akku über induktives Laden 95% nicht überschreitet. So wird der Akku nachhaltig geschützt und hält seine Kapazität länger.

Software

Zudem verfügt das  Mauspad über das schicke Markenzeichen von Logitechs Gaming-Sparte, das natürlich auch mit einer RGB-Beleuchtung versehen ist. Über die Logitech Gaming-Software können die Beleuchtungen der Produkte konfiguriert und synchronisiert werden. Die Bedienung ist äußerst intuitiv und vollkommen fehlerfrei.


Logitechs Software ist sehr übersichtlich, nur auf hochauflösenden Bildschirmen wird sie zu klein dargestellt.

Leider arbeitet der Schweizer Peripherieprofi mit harten Abmessungen auf Pixelbasis. Das heißt, dass Nutzer von 4K-Bildschirmen mit einer hohen Pixeldichte Probleme haben werden, die recht kleine Schrift zu entziffern. An dieser Stelle wäre ein Patch angebracht, das ein prozentuale Skalierung mitbringt. Abgesehen von diesem Umstand arbeitet die Software einwandfrei – Alle drei Produkte sind sofort erkannt worden und lassen sich im Handumdrehen aufeinander abstimmen. Es besteht derzeit keine Möglichkeit, beide Mäuse auf dem Powerplay zu betreiben. In der Gaming-Software kann nur eine der kabellosen Mäuse gekoppelt werden. Im Alltag sollte dieses Problem natürlich kein Problem sein, da ohnehin nur eine Maus verwendet wird.

Fazit

Logitech scheint mit dem Powerplay Mauspad und den beiden kompatiblen Mäusen G903 und G703 ein scheinbar perfektes Paket abzuliefern. Die installierten Sensoren funktionieren einwandfrei, wer auf der Suche nach vielen Features und Zusatztasten ist, wird mit dem Top-Modell auch bestens bedient. In Kombination mit dem Powerplay Mauspad mit integrierter Ladefunktion sind endlose Gaming-Marathons möglich, ohne die Batterien tauschen zu müssen oder zwischenzeitlich an ein Kabel gebunden zu sein. Der ein oder andere wird sich nun fragen: „Es muss doch einen Haken geben?“. Den gibt es auch: Selbst wenn wir uns für das preisgünstigere Bundle aus dem Powerplay und der G703 entscheiden und uns an den unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers orientieren, legen wir fast 250 Euro auf den Tisch. Wer auf die Vorzüge der großen Schwester G903 nicht verzichten will, muss 60 Euro draufrechnen. Logitech veranschlagt 129 Euro für das Powerplay, was aus unserer Sicht deutlich zu viel ist. Zudem hätte es uns gefreut, wenn auch ein QI-Charging-fähiges Smartphone mit dem Logitech Powerplay aufgeladen werden könnte. Vom Preis abgesehen hat Logitech jedoch ein absolut innovatives Produkt vorgestellt, weshalb wir es mit unserem Innovationsaward auszeichnen.Award_Innovation_Logitech_Powerplay

ProContra
  • induktives aufladen
  • kein kabelloses Laden von Mobilgeräten
  • makelloser Sensor in G703 & G903
  • sehr hoher Preis
  • direkte Umsetzung der Eingaben
  •  langsames Aufladen
  • austauschbare Auflagen für das Mauspad
 
  • intuitive Software ohne nennenswerte Mängel
 

 

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Niklas Schäfer

... ist hauptsächlich für den Bereich "Gaming" zuständig und widmet sich den neusten Tastaturen, Headsets und Mäusen. Zusätzlich inspiziert er Consumer Electronics wie Audioprodukte, Smartphones und Speicherprodukte. Immer häufiger ist Niklas auch auf dem YouTube-Kanal von Allround-PC zu sehen.

Kommentare (3)

  • Laxer

    |

    Vielen Dank für den Test.

    Wie ist „Die Befehle der G703 übertragt das Powerplay leider nicht.“ genau gemeint? Das Pairing von G703 und dem Powerplay-Mauspad sollte doch problemlos funktionieren, so dass man nur das Mauspad per USB an den PC anschließen muss (und nicht mehr den Extra-Empfänger der G703 benötigt).

    Antworten

    • Niklas Schäfer

      |

      Hallo Laxer,
      ja, beide Mäuse sind kompatibel und können ohne Bluetooth-Adapter betrieben werden. Wir haben den Artikel nun nachträglich angepasst. In der Testphase schien es ein Problem zu geben – ein Softwareupdate hat aber Abhilfe geschaffen 🙂
      Liebe Grüße
      Niklas

      Antworten

      • Laxer

        |

        Prima, vielen Dank für Deine schnelle Rückmeldung und die entsprechende Anpassung 🙂

        Antworten

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