Test: AMD R9 390X, R9 380 & R7 370 Grafikkarten

Mehr als ein Facelift?

Geschrieben von Niklas Ludwig am 15.07.2015.

AMD Radeon R9 300 Startbild

Was steckt hinter den neuen AMD Radeon-Grafikkarten der 300er-Familie? Alte Technik im neuen Gewand oder ein echter Mehrwehrt gegenüber der 200er-Generation? Wir haben die Modelle Radeon R9 390X, R9 380 sowie die R7 370 getestet und verraten euch zudem, wie sie sich im Vergleich zur GeForce-Konkurrenz schlagen.

Überblick

Bei den Grafikkarten der 300er-Serie handelt es sich im Grunde über leicht überarbeitete Modelle der 200er-Generation. Das lässt sich an den technischen Daten ausmachen, die zum größtenteils sehr ähnlich ausfallen. Bevor wir auf die einzelnen Testmuster eingehen, wollen wir daher erst einmal die Unterschiede zwischen den beiden Generationen ausfindig machen.

AMD Radeon R9 390X

Die Radeon R9 390X ist mit dem Grenada XT-Grafikchip ausgestattet, der dem Haiwaii XT-Chip der Radeon R9 290X in vielerlei Belangen ähnelt. Der Grenada XT bietet wie der Haiwaii XT 6,2 Milliarden Transistoren und wird ebenfalls im 28-Nanometer-Verfahren hergestellt. Erste Unterschiede sind bei der Taktfrequenz auszumachen. Während die R9 290X mit 1.000 MHz Chiptakt und 5.000 MHz Speichertakt auskommen muss, sind es bei der R9 390X 1.050 respektive 6.000 MHz. Mit der höheren Taktfrequenz steigt zudem die Speicherbandbreite von 320 GB/s auf 384 GB/s an. Des Weiteren gab es die Vorgängerkarte nur vereinzelt mit 8 GB Grafikspeicher zu kaufen, die R9 390X wird hingegen stets mit 8 GB ausgeliefert. Keine Unterschiede sind bei der Anzahl der Shader- und Textureinheiten auszumachen, die mit 2.816 und 176 Einheiten identisch ausfallen. Über einen 8-Pin- und einen 6-Pin-PCI-Express-Stromstecker wird die Stromversorgung der Karte sichergestellt.

GPU

AMD R9 390X

AMD R9 290X

AMD R9 380

AMD R9 285

AMD R7 370

AMD R7 265

Chip

Grenada XT

Hawaii XT

Tonga

Tonga

Pitcairn

Pitcairn

Fertigung

28 nm

28 nm

28 nm

28 nm

28 nm

28 nm

Takt (Kern)

1.050 MHz

1.000 MHz

970 MHz

918 MHz

975 MHz

925 MHz

Takt (Speicher)

6.000 MHz

5.000 MHz

5.500 / 5.700 MHz

5.500 MHz

5.600 MHz

5.600 MHz

Speichergröße

8 GB GDDR 5

4 / 8 GB GDDR5

 2 /4 GB GDDR5 2 GB GDDR5 2 /4 GB GDDR52 GB GDDR5

Speicherinterface

512 Bit

512 Bit

256 Bit

256 bit

256 Bit

256 Bit

Speicherbandbreite

384 GB/s

320 GB/s

176 GB/s / 182,4 GB/s

 176 GB/s179.2 GB/s179.2 GB/s

Shadereinheiten

2.816

2.816

1.792

 1.7921.0241.024

Textureinheiten

1761761121126464

ROPs

646432323232

DirectX-Version

12

12

12

12

11.2

11.2

Interface

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

 PCIe 3.0 x 16

Stromversorgung

1x 8-Pin PCIe
1x 6-Pin-PCIe

1x 8-Pin PCIe
1x 6-Pin-PCIe

2x 6-Pin PCIe

2x 6-Pin PCIe

1x 6-Pin PCIe

 1x 6-Pin PCIe

Leistungsaufnahme

275 W

250 W

190 W

190 W

120 W

150 W

AMD Radeon R9 380

Unter der R9 390X siedelt sich die Radeon R9 380 an, die auf dem Tonga-Grafikchip basiert. Ebenfalls im 28-nm-Verfahren gefertigt, bietet der Chip, der sein Debüt mit der Radeon R9 285 feierte, 1.792 Shader- und 112 Textureinheiten. Der wohl größte Unterschied dürfte den Grafikspeicher betreffen, da es neben Modellen mit 2 GB auch welche mit 4 GB zu kaufen geben wird. Bei den 2-GB-Modellen wird der Speicher wie bei der R9 285 mit 5.500 MHz betrieben, was in Kombination mit dem 256-Bit-Speicherinterface in einer Speicherbandbreite von 176 GB/s resultiert. Modelle mit 4 GB Speicher erreichen dank der schnelleren Taktfrequenz von 5.700 MHz sogar 182,4 GB/s. AMD hat zudem den Chiptakt von 918 auf 970 MHz erhöht. Strom bezieht die Karte über zwei 6-Pin-PCIe-Stromstecker.

AMD Radeon R7 370

Das letzte Modell im Testfeld ist die Radeon R7 370, bei der der Pitcairn-Grafikchip zum Einsatz kommt. Neben Modellen mit 2 GB Grafikspeicher wird es die R7 370 auch mit einem 4 GB großen Speicher zu kaufen geben. Technisch am nächsten kommt die Grafikkarte der Radeon R7 265, weshalb auch nur wenige Unterschiede auszumachen sind. AMD hat lediglich den Chiptakt erhöht, der anstelle von 925 MHz jetzt mit 975 MHz beziffert wird. Der Videospeicher ist nach wie vor 5.600 MHz schnell und über ein 256-Bit-Speicherinterface angebunden. Auch die Anzahl der Shader- und Textureinheiten fällt mit 1.024 sowie 64 Einheiten identisch aus. Die Stromzufuhr wird über einen 6-Pin-PCIe-Stromstecker realisiert.

Technische Daten & Design

GPU

MSI R9 390X Gaming 8G

Asus Strix R9 380

HIS R9 380 IceQ X² OC

Asus Strix R7 370

Chip

Grenada XT

Tonga

Tonga

Pitcairn

Fertigung

28 nm

28 nm

28 nm

28 nm

Speicher

8 GB GDDR5

2 GB GDDR5

2 GB GDDR5

4 GB GDDR5

Takt (Kern)

1.100 MHz

990 MHz

990 MHz

1.050 MHz

Takt (Speicher)

6.100 MHz

5.500 MHz

5.500 MHz

5.600 MHz

Speicheranbindung

512Bit

256 Bit

256 Bit

256 Bit

DirectX-Version

12

12

12

11.2

Interface

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

PCIe 3.0 x 16

Bauweise

2,5-Slot

Dual-Slot

Dual-Slot

Dual-Slot

Stromversorgung

1x 8-Pin PCIe
1x 6-Pin-PCIe

2x 6-Pin PCIe

2x 6-Pin PCIe

1x 6-Pin PCIe

Leistungsaufnahme*

453 W

273 W

243 W

213 W

Grafikausgänge

1x DVI, 1x HDMI, 3x DisplayPort

2x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

2x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

2x DVI, 1x HDMI, 1x DisplayPort

Abmessungen (LxBxH)

 277 x 129 x 51 mm

271 x 139 x 42 mm

270 x 140 x 42 mm

214 x 125 x 42

Preis

~450 Euro

~230 Euro

~200 Euro

~190 Euro

*Selbst gemessen, Leistungsaufnahme des gesamten Systems.

MSI R9 390X Gaming 8G

Den Anfang bei unseren Testmustern macht die MSI R9 390X Gaming 8G. Sie kommt mit einem schwarzen PCB sowie einer in Rot und Schwarz gehaltenen Kühlerabdeckung daher. Natürlich darf der für MSI typische Drache nicht fehlen, der auf einem der beiden Lüfter vorzufinden ist. Wo wir schon beim Kühler angelangt sind: MSI hat die Grafikkarte mit dem TwinFrozr-Kühlsystem der fünften Generation ausgestattet. Dieses zeichnet sich durch die sogenannten Torx-Lüfter aus, von denen MSI zwei Stück installiert hat.

MSI R9 390X Gaming 8G - Kühler MSI R9 390X Gaming 8G - Rückseite
Schwarz und Rot dominieren das Bild bei der MSI R9 390X Gaming 8G

Im Vergleich zu herkömmlichen Lüftern sollen die Torx-Lüfter den Luftzug sowie den Luftdurchsatz zum Kühlkörper hin maximieren. Bei geringer Auslastung schalten sich die Lüfter sogar komplett ab, die Grafikkarte wird dann passiv gekühlt. Erst bei Temperaturen über 60 Grad springen die Lüfter wieder an. Die Abmessungen der MSI R9 390X Gaming 8G betragen 277 x 129 x 51 Millimeter bei einem Gewicht von 1,3 Kilogramm. Technisch fallen die Veränderungen gegenüber dem Referenzmodell recht gering aus: Der Chiptakt steigt von 1.050 auf 1.110 MHz an und beim Speicher sind es immerhin 100 MHz mehr. An Anschlüssen bietet die Grafikkarte einen DVI- sowie einen HDMI-2.0-Ausgang und drei DisplayPort-Anschlüsse.

MSI R9 390X Gaming 8G - Drachen LogoMSI R9 390X Gaming 8G - Anschlüsse

Das Drachen Logo am Kühler ist mit einer LED beleuchtet

Asus Strix R9 380 OC

Gleich zwei Modelle der R9 380-Serie haben es in unseren Test geschafft: Das erste Modell ist die Asus Strix R9 380 OC, die der Hersteller mit seinem DirectCU II-Kühler ausgestattet hat. Wie die Pendants der GeForce GTX 900er-Reihe agiert das Kühlsystem bei geringer Auslastung passiv und aktiviert die beiden Lüfter erst bei hoher Auslastung.

Asus Strix R9 380 - Kühler Asus Strix R9 380 - Rückseite
Typisch Strix: Der Kühlkörper erinnert optisch an eine Eule

Die Grafikkarte erinnert optisch abermals an das Gesicht einer Eule, die das Markenzeichen der Strix-Reihe ist. Rot und Schwarz lautet die Devise und geben klar die Farbrichtung vor. Wer sich für die Asus Strix R9 380 entscheidet, muss zwei Slots einplanen, die der Kühler in Beschlag nimmt. Die kompletten Abmessungen betragen 271 x 139 x 42 mm. Während Asus den Speichertakt mit 5.500 MHz unangetastet lässt, wird der Chiptakt von 970 MHz auf 990 MHz erhöht. Monitore können über zwei DVI-Ports, einen HDMI-Anschluss sowie einen DisplayPort angeschlossen werden.

Asus Strix R9 380 - HeatpipesAsus Strix R9 380 - Anschlüsse
Bei geringer Last schalten sich die beiden Lüfter der Grafikkarte ab

HIS R9 380 IceQ X² OC

Das zweite R9 380-Modell ist die HIS R9 380 IceQ X² OC. Im Gegensatz zur Asus Strix R9 380 arbeitet das Kühlsystem der HIS-Grafikkarte bei geringer Last nicht passiv – die Lüfter laufen stets mit. Der Kühlkörper fällt recht groß aus und überragt das PCB deutlich. Fünf Heatpipes soll dafür sorgen, dass die Wärme möglichst schnell an die Lamellen weitergeleitet wird. Während bei Asus die Eule das Markenzeichen der Strix-Reihe ist, ist bei HIS das X, welches auf dem Steg zwischen den beiden Lüftern aufgebracht ist.

HIS R9 380 IceQ X² OC - KühlerHIS R9 380 IceQ X² OC - Rückseite
Besonders Markant bei der HIS R9 380 IceQ X² OC: das X mit Wabenmuster auf der Kühlerabdeckung

Mit der wabenförmigen Perforierung grenzt sich das silberne X so etwas von dem häufig eingesetzten Rot und Schwarz von der Konkurrenz ab. Ansonsten ähneln sich die beiden Kontrahenten stark: Mit 270 x 140 x 42 mm weist die Grafikkarte zum einen fast die gleichen Abmessungen auf. Zum anderen sind der Chip- und Speichertakt identisch, wodurch die HIS R9 380 IceQ X² OC ebenfalls 990 und 5.500 MHz schnell ist. Die Anschlussmöglichkeiten sind mit zwei DVI- einem HDMI sowie einem DispayPort-Anschluss ebenfalls identisch zur Asus Grafikkarte.

HIS R9 380 IceQ X² OC - AnschlüsseHIS R9 380 IceQ X² OC - Heatpipes
Die HIS R9 380 IceQ X² OC bietet zwei DVI-, sowie jeweils einen HDMI- und DisplayPort-Anschluss

Asus Strix R7 370 OC

Die Asus Strix R7 370 OC stellt in unserem Test das kleinste Modell dar. Unterschiede zur großen Schwester, der Strix R9 380, lassen sich optisch kaum ausmachen, wenn man von den geringeren Abmessungen einmal absieht. Insbesondere die Länge fällt mit 214 Millimetern im Vergleich zu den großen Modellen sehr gering aus. Dennoch werden bei der Höhe zwei Slots in Beschlag genommen. Als Kühllösung kommt abermals das DirectCU II-Kühlsystem zum Einsatz, das mit zwei Lüftern ausgestattet ist.

Asus Strix R7 370 - Kühler Asus Strix R7 370 - Rückseite
Mit einer Länge von 214 Millimetern fällt die Asus Strix R7 370 am kompaktesten aus

Bei geringer Last schalten sich diese wie bei der großen Schwester komplett ab und werden erst bei hoher Auslastung dazu geschaltet. Mit den Referenzeigenschaften hat sich Asus nicht zufrieden geben wollen und erhöht den Chiptakt von 975 auf 1.050 MHz. Der 4 GB große Videospeicher läuft hingegen unangetastet mit 5.600 MHz. Monitore lassen sich wie bei den R9 380er-Modellen über jeweils einen DVI-, HDMI und DisplayPort-Ausgang anschließen.

Asus Strix R7 370 - AnschlüsseAsus Strix R7 370 - Heatpipes
Zwei dicke Heatpipes führen die Hitze vom Chip weg

Leistung & Temperatur

Der Test der Grafikkarten wurde unter Windows 7 Ultimate x64 durchgeführt. Dazu wurden verschiedenste Stresssituationen für die Grafikkarte simuliert. Neben synthetischen Benchmarks kamen auch Spiele, wie beispielsweise Crysis 3 und Battlefield 4 zum Einsatz. Für eine Vergleichbarkeit mit Nvidia-Grafikkarten, zogen wir unter anderem die Asus Strix GTX 970 OC und die ZOTAC GeForce GTX 980 AMP! Omega Edition heran.

Unser Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:

  • Prozessor: Intel Core i7-4790 3,6 GHz (Haswell), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Asus ROG Maximus VII Hero
  • Arbeitsspeicher: 8 GB G.Skill DDR3 3.000 MHz CL 11-11-11-28
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Systemlaufwerk: SanDisk Extreme Pro 480 GB
  • Betriebssystem: Windows 7 Ultimate x64
  • Netzteil: be quiet! Straight Power 1.200 Watt

Verwendete Software & Einstellungen

  • Battlefield 4
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Crysis 3
    • Sehr hohe Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Sehr hohe Details, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Sehr hohe Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Sehr hohe Details, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Watch Dogs
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • GTA V
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Synthetische Benchmarks
    • 3DMark Fire Strike Ultra
    • 3DMark Fire Strike Extreme
    • 3DMark Fire Strike Default
  • Unigine Benchmarks
    • Heaven Extreme Settings, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Heaven Extreme Settings, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Valley Extreme Settings, 1.920 x 1.080 Pixel, 4x MSAA aktiviert
    • Valley Extreme Settings, 3.840 x 2.160 Pixel, 4x MSAA aktiviert
  • Leistungsaufnahme (gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000); entspricht dem Leistungsbedarf des gesamten Systems
  • Temperatur per GPU-Z gemessen









Was leisten AMDs neue Grafikkarten? In unseren Spiele-Benchmarks, bestehend aus Crysis 3, Battlefield 4, Watch Dogs und GTA V, konnten die verschiedenen Modelle ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Wie zu erwarten, führt die MSI R9 390X Gaming 8G das Feld der AMD-Grafikkarten an und ist in den meisten Spielen einer GeForce GTX 980 ebenbürtig. Es zeigt sich zudem, dass sie schneller rechnet als ihr direkter Vorgänger, die R9 290X. Dank ihrers 8 GB großen Videospeichers ist sie zudem deutlich zukunftssicherer, da Auflösungen jenseits von Full HD und aktivierte Kantenglättung nach immer größeren Grafikspeicher lechzen. Auch Virtual Reality-Anwendungen profitieren von jedem weiteren Gigabyte Videospeicher.

Wer die nächsten Jahre hingegen bei seinem Full HD-Monitor bleiben möchte und auf Bildverbesserungen wie Kantenglättung verzichten kann, für den ist die Radeon R9 380 geeignet. Beide von uns getesteten Modelle erreichen in Full HD-Auflösung gute Werte und leisten auch bei aktivierter Kantenglättung genügend Bilder pro Sekunde, um eine flüssige Bilddarstellung zu garantieren. Lediglich bei den Open World-Spielen Watch Dogs und GTA V geht ihnen mit aktivierter Kantenglättung die Puste aus. Hier raten wir dazu ein Modell mit 4 GB großen Grafikspeicher zu wählen, was zu einem Leistungsplus führen dürfte. Trotz gleicher Taktfrequenz der beiden Modelle lässt sich ein leichtes Plus für die HIS R9 380 IceQ X² OC verbuchen. An eine GeForce GTX 970 kommt die R9 380 zwar nicht heran, dafür wandern für Nvidias Grafikkarte auch 100 Euro mehr über die Ladentheke.

Den Einstieg bietet ganz klar die Radeon R7 370. Zwar stellt auch sie alle Spiele flüssig dar, kommt bei aktivierter Bildverbesserung und höheren Auflösungen allerdings deutlich schneller ins straucheln als ihre großen Schwestern. Wer jedoch bei zukünftigen Spielen mit Abstrichen bei der Bildqualität leben kann, für den ist die R7 370 sicherlich eine sehr interessante Grafikkarte – zumal es sie je nach Hersteller bereits ab 180 Euro zu kaufen gibt.





Bei den synthetischen Benchmarks reihen sich die Grafikkarten in etwa derselben Reihenfolge ein wie bei den Spiele-Benchmarks: Die R9 390X ist in etwa auf einem Niveau mit der GTX 980, gefolgt von der GTX 970. Nach der GTX 970 folgen die beiden R9 380-Grafikkarten, von denen abermals das HIS-Modell die Nase leicht vorn hat. Den Abschluss bildet folglich die Asus Strix R7 370.

Was bringt einem die schnellste Grafikkarte, wenn sie im PC-Inneren Geräusche wie ein startender Düsenjäger abgibt und den Energieverbrauch einer Kleinstadt aufweist? Daher versehen alle Hersteller im Testfeld ihre Grafikkarten mit eigenen Kühlsystemen und versprechen leisere und kühlere Grafikkarten. MSIs R9 390X ist im Leerlauf komplett lautlos, da ihre Lüfter erst ab 60°C anspringen. Allerdings erreicht sie in unserem Test bereits im Leerlauf 58 °C, weshalb sie im Vergleich zu den aktuellen Nvidia-Grafikkarten nicht in der Lage ist Casual-Spiele mit rein passiver Kühlung darzustellen. Zudem heizt sie mit maximal 78 Grad deutlich stärker auf als die GTX 980 und agiert auch etwas lauter. Unangenehm empfanden wir die Lautstärke jedoch nicht. Des Weiteren fällt die Leistungsaufnahme mit 453 Watt sehr hoch aus – das sind beinahe 60 Watt mehr als bei der GTX 980!





Dass AMDs Grafikchips weniger effizient sind als der aktuelle Maxwell-Chip aus dem Hause Nvidia zeigt sich auch bei restlichen Modellen. So genehmigt sich die Asus Strix R9 380 maximal 273 Watt, wohingegen die schnellere Asus Strix GTX 970 OC mit maximal 253 Watt auskommt. Wird die Grafikkarte längere Zeit gefordert, erwärmt sie sich auf maximal 72°C, ist dafür aber immer noch sehr leise. Im Leerlauf ist sie sogar unhörbar, da sich die Lüfter dann abschalten. Das ist bei der HIS R9 380 IceQ X² OC leider nicht der Fall, dafür drehen die Lüfter angenehm ruhig ihre Runden. Wer sich für die HIS-Grafikkarte entscheidet, muss zwar einen etwas höheren Geräuschpegel unter Volllast in Kauf nehmen, dafür hält das HIS-Kühlsystem die R9 380 stets unter 60°C. Auf fast identische Temperaturwerte kommt die Asus Strix R7 370. 42°C (Idle) und 73°C (Volllast) sind gute Werte, vor allem in Anbetracht der geringen Geräuschentwicklung des DirectCU II-Kühlsystems. Da die Grafikkarte die geringste Leistung bietet, weist sie entsprechend auch die geringste Leistungsaufnahme auf, die 213 Watt beträgt.

Fazit

Je nach Modell fallen die Änderungen gegenüber der Radeon 200er-Generation recht gering aus, was schon der Vergleich der technischen Daten zeigt. Für Besitzer einer Grafikkarte aus der Radeon 200er-Generation lohnt der sich Kauf daher nicht. All jene, die eine ältere Grafikkarte in ihrem PC verbaut haben, sollten ruhig einen Blick auf AMDs 300er-Serie werfen. Alle getesteten Modelle bieten genügend Leistung für aktuelle Spiele, wobei wir bei den R9 380er-Grafikkarten zu Modellen mit 4 GB raten. Von den 380er-Grafikkarten ist insbesondere die HIS R9 380 IceQ X² OC ein interessantes Modell. Zwar ist ihr Kühlsystem etwas lauter als das der Asus Strix R9 380 OC, dafür fallen die Temperaturen niedriger und die Leistung etwas höher aus. Zudem ist sie mit knapp 200 Euro immerhin 30 Euro günstiger als die Asus Grafikkarte.

Den Einstieg in die Gaming-Welt ebnet hingegen die Asus Strix R7 370. Solange auf Auflösungen jenseits von Full HD und aktivierten Bildverbesserungen verzichtet werden kann, stellt sie mit 190 Euro eine gute Lösung dar. Wer Leistung pur sucht, der ist hingegen am besten mit der MSI R9 390X Gaming 8G beraten. Sie kostet 30 Euro weniger als die meisten GeForce GTX 980-Modelle, bietet dafür aber 8 anstelle 4 GB Videospeicher. Leider hinken alle Modelle hinsichtlich der Effizienz den Nvidia-Grafikkarten hinterher, was insbesondere bei der R9 390X ersichtlich wird. Sie verbraucht nicht nur deutlich mehr Strom, sondern wird auch wärmer als die GTX-Modelle. Während die im Idle ebenfalls passiv gekühlte Asus Strix GTX 980 maximal 36°C warm wird, sind es bei unserem Testmuster 58°C. Innerhalb der nächsten Wochen dürfte der Preis für die meisten Radeon-Grafikkarten etwas nach unten gehen, was sie noch mal etwas attraktiver gestalten würde.

MSI R9 390X Gaming 8G AwardHIS R9 380 IceQ X² OC Award

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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