Test: MSI Z170A Gaming M9 ACK

Gaming-Mainboard mit Vollausstattung

Geschrieben von Niklas Ludwig am 13.10.2015.

MSI Z170A Gaming M9 ACK Startbild

Intels Skylake-Prozessoren sind ein guter Anlass, um den PC aufzurüsten und technisch auf Vordermann zu bringen. Damit der neue Prozessor sein Potenzial entfalten kann, braucht er allerdings einen guten Unterbau. Ob er diesen im MSI Z170A Gaming M9 ACK gefunden hat? Findet es in unserem Test heraus!

Lieferumfang

  • 6x SATA 6Gb/s-Kabel
  • I/O Shield
  • 1x dual band Wi-Fi Antennen (Wi-Fi 802.11a/b/g/n/ac)
  • 1x SLI Brücke
  • 1x Audio Power Adapter
  • 1x M-Connector
  • Bedienungsanleitung
  • Treiber CD

MSI Z170 Gaming M9 ACK - Verpackung MSI Z170 Gaming M9 ACK - Draufsicht

Design & Verarbeitung

MSI bleibt sich bei der Farbgebung seiner Produkte treu und setzt auch beim Z170A Gaming M9 ACK auf einen Mix aus Schwarz und Rot. Das PCB ist gänzlich in einem matten Schwarz gehalten, lediglich der Bereich zwischen den DIMM-Steckplätzen und dem CPU-Sockel ist von roten Leiterbahnen durchzogen. Das sieht nicht nur optisch ansprechend aus, es erfüllt auch einen ganz bestimmten Zweck, auf den wir jedoch erst später eingehen werden. Die Kühlkörper sind ebenfalls in den Farben Schwarz und Rot gehalten. Natürlich darf bei MSI nicht der Drache als Logo fehlen, den wir auf dem Kühlkörper für den Chipsatz vorfinden.

MSI Z170 Gaming M9 ACK - SockelMSI Z170 Gaming M9 ACK - Soundchip
Rot und Schwarz sind die dominierenden Farbtöne beim MSI Z170A Gaming M9 ACK

Heutzutage bringen High End-Grafikkarten ein nichts zu verachtendes Gewicht auf die Waage, was den PCIe-Slot stark belasten kann. Daher hat MSI zwei PCIe-Slots eine Rüstung aus Stahl spendiert, was für mehr Stabilität sorgen soll. Als zusätzlicher Stabilitätsfaktor fungieren zusätzliche Lötstellen, was ein Abbrechen des Slots durch zu hohes Gewicht verhindern soll. Die Kühlkörper um den CPU-Sockel herum peppen nicht nur das Design auf, sie bieten auch die Option einen Wasserkühlung anzuschließen.

MSI Z170 Gaming M9 ACK - Draufsicht IO Panel MSI Z170 Gaming M9 ACK - Rückseite mit Backplate

Für zusätzliche Stabilität ist das Mainboard mit einer Backplate auf der Rückseite ausgestattet

Wenn es nach MSI geht, brauchen nicht nur Grafikkarten eine Blackplate, sondern auch Mainboards. Entsprechend ist das Gaming 9 ACK mit einer rückseitigen Panzerung versehen. Halten wir fest: Das MSI Z170A Gaming M9 ACK sieht fesch aus und ist robust sowie hochwertig verarbeitet – zumindest größtenteils. Bei der Abdeckung des I/O-Panels gibt es durchaus etwas Anlass zur Kritik, da diese etwas wackelig ist. Ein Kritikpunkt, den wir auch schon beim Konkurrenten, dem Asus ROG Maximus VIII Hero, zu beanstanden hatten.

CPU & Arbeitsspeicher

Intels Skylake-Prozessoren setzen den Sockel LGA 1151 voraus, der nicht abwärtskompatibel mit älteren Prozessoren ist. Bei den Bohrungen hat sich jedoch nichts verändert, weshalb LGA 115x-Kühler problemlos installiert werden können. Vier DIMM-Plätze bieten maximal 64 Gigabyte DDR4-Arbeitsspeicher einen Steckplatz. Diese unterstützen Taktfrequenzen von bis zu 3.600 Megahertz.

MSI Z170 Gaming M9 ACK - DIMM Steckplätze mit DDR Boost MSI Z170 Gaming M9 ACK - Sockel und Kühlkörper

Die roten Linien tauft MSI DDR4-Boost, ein isolierter Kreislauf aus optimierten Signalleitungen

Eine Besonderheit ist die Anbindung des Arbeitsspeichers an den Prozessor. Wie bereits im vorherigen Kapitel beschrieben, ist das PCB zwischen CPU und RAM von roten Leiterbahnen durchzogen. MSI tauft diese Technik DDR4 Boost, die aus optimierten Signalleitungen und einem isolierten Kreislauf besteht. Dadurch soll die Leistung und Stabilität der Speichermodule gewährleisten.

Onboard-Buttons & Anschlüsse

Unterhalb des Chipsatzes befinden sich nahezu alle wichtigen Onboard-Buttons. Es gibt Onboard-Buttons und Switches für folgende Funktionen:

  • Power-/Reset Button: Diese beiden Knöpfe dienen zum Hochfahren und Ausschalten beziehungsweise zum Neustarten des Systems.
  • Game Boost-Drehregler: Über diesen Drehregler lässt sich der Prozessor in elf verschiedenen Stufen übertakten. MSI verspricht Taktfrequenzen von bis zu 5 GHz. Ob das stimmt? Im Abschnitt BIOS & Overclocking erfahrt ihr es.
  • Slow Mode Switch: Dieser Switch ist insbesondere für Overclocker interessant, die einen LN2-Pot nutzen und beim Hochfahren des PCs mehr Zeit benötigen die Temperatur des Prozessors an die neuen Werte anzupassen

Wenn man dem MSI Z170A Gaming M9 ACK etwas nicht vorwerfen kann, dann ist es eine zu geringe Anschlussvielfalt. Insgesamt stehen dem Anwender sechs SATA 6GB/s-Ports zur Verfügung sowie zwei SATA Express-Ports. Bei der Verwendung von zwei SATA Express-Geräten bleiben somit noch zwei reguläre SATA-Anschlüsse frei. Zudem lassen sich zwei M.2-SSDs installieren. Intern sind des Weiteren noch vier USB-3.1- und zwei USB-2.0-Anschlüsse vorhanden. Abgerundet wird die interne Anschlussvielfalt durch drei PCI Express 3.0 x16 Slots sowie drei PCIe 3.0 x1 Slots.

 MSI Z170 Gaming M9 ACK - IO PanelMSI Z170 Gaming M9 ACK - Chipsatz Kühlkörper 

Wenn es dem Mainboard an etwas nicht mangelt, dann sind es Anschlüsse, darunter vier rückseitig verbaute USB-3.1-Ports

Das I/O-Panel beherbergt unter anderem vier USB-3.1-Anschlüsse, davon einer mit dem neuen Typ-C-Stecker. Hinzu kommen drei USB-2.0-Anschlüsse. Über die fünf Klinkenanschlüsse oder den optischen Ausgang lässt sich beispielsweise ein 7.1-PC-System anschließen. Die interne Grafikeinheit bietet jeweils einen DisplayPort- sowie HDMI-Anschluss, um einen Monitor anzuschließen. Bei einem Gaming-Monitor spielt natürlich auch eine verzögerungsfreie Internetverbindung eine entscheidende Rolle. Hier lässt MSI dem Anwender die Qual der Wahl: Entweder greift man auf die kabelgebundene Variante zurück und verbindet den PC über ein Netzwerkkabel mit dem Router oder die Verbindung wird drahtlos über das WLAN-Modul, das den schnellen ac-Standard unterstützt, hergestellt. Dank der Killer Double Shot Pro-Technologie lassen sich auch beide Verbindungen kombinieren, was die Datengeschwindigkeit theoretisch auf 1.867 Mbps erhöht.

BIOS & Overclocking

Beim Gaming M9 ACK Mainboard unterteilt sich das BIOS in den EZ-Modus, also dem einfachen Modus, und dem erweiterten Modus, der deutlich mehr Einstellungen zulässt. Neben den obligatorischen Einstellungen, können im Hardware Monitor die Temperatur- und Spannungswerte ausgelesen werden. Zudem bietet MSI hier die Option, die Drehzahl der Lüfter manuell zu regeln, an. Alternativ kann diese Einstellung auch über das MSI Command Center im Windows-Betrieb vorgenommen werden.

MSI Z170A Gaming M9 ACK - BIOS EZ Modus MSI Z170A Gaming M9 ACK - BIOS erweiterter Modus MSI Z170A Gaming M9 ACK - BIOS Hardware Monitor 
Das BIOS unterteilt sich in den EZ- sowie dem erweiterten Modus (li). Die Lüfter können über den Hardware Monitor manuell gesteuert werden (re)

Im BIOS kann auch der bereits erwähnte Game Boost-Drehregler per Software gesteuert werden. Wir haben direkt die höchste Stufe eingestellt, die den Core i7-6700K auf 5 GHz übertaktet. Leider wollte Windows mit diesen Einstellungen nicht mehr booten. Dass das Betriebssystem mit dieser Taktfrequenz nicht mehr startet, hängt nicht nur vom Mainboard ab. Vielmehr ist die CPU der limitierende Faktor.

MSI Command CenterMSI Command Center Gaming Boost
Viele Einstellungen lassen sich auch im Windows-Betrieb über das Command Center vornehmen

Wohlmöglich wäre mit einer anderen CPU desselben Typs eins stabiler Betrieb möglich gewesen. Letztendlich mussten wir den Game Boost-Drehregler auf Stufe 6 stellen, damit ein stabiler Betrieb möglich ist. Diese Stufe erhöht die Spannung auf 1,3 Volt und übertaktet den Prozessor immerhin auf knapp 4,7 GHz.

MSI Z170A Gaming M9 ACK - Gaming Boost Drehregler ÜbertaktetMSI Z170A Gaming M9 ACK -  4,8 GHz übertaktet
Der Game-Boost-Drehregler konnte die CPU stabil auf 4,7 GHz übertakten (li). Manuell erreichten wir 4,8 GHz (re)

Mit unseren eigenen Einstellungen waren maximal 4,9 GHz möglich, allerdings lief Windows mit dieser Taktfrequenz nicht stabil. Erst bei 4,8 GHz war ein problemloser Betrieb möglich. Durch die hohe Spannung von 1,4 Volt schnellten die Temperaturen entsprechend weit nach oben. Wer solch hohe Werte anstrebt, sollte definitiv auf eine Wasserkühlung zurückgreifen. Mit dem von uns verwendeten Noctua NH-D15 bewegten sich die Temperaturen zwischen 75 bis 80 Grad Celsius.  

Soundchip

MSIs Audiolösung hört auf den Namen Xtreme Audio DAC und basiert auf einem C-Media-Audioprozessor. Wie es bei Mainboards dieser Klasse inzwischen Standard ist, ist das PCB des Audioprozessors vom restlichen PCB des Mainboards separiert. Dadurch sollen Störsignale der anderen Komponenten erst gar nicht den Audioprozessor erreichen. Für Kopfhörer ist ein dreifach Kopfhörerverstärker integriert, der einen Widerstand von bis zu 600 Ohm liefert. Wer kein Surround-System- oder Headset sein eigen nennen kann, kann auch mit Stereo-Ausstattung in virtuelle 7.1-Klangwelten abtauchen, wofür sich die Nahimic-Technologie verantwortlich zeichnet. Diese Software bietet noch weitere Funktionen, wie eine Rausch-Reduzierung bei Audioaufnahmen oder einen Bass Boost.

Leistung

Auf dem Papier klingen die technischen Daten und der Funktionsumfang bereits vielversprechend. Doch wie schlagen sich diese in der Praxis nieder? Um eine bessere Einordnung der Leistung zu ermöglichen, haben wir das Mainboard gegen die beiden Kontrahenten Asus Z170-A sowie Asus ROG Maximus VIII Hero antreten lassen. Beide Asus Platinen sind ebenfalls mit dem Z170-Chipsatz ausgestattet.

  • Prozessor: Intel Core i7-4790K 4,0 GHz (Haswell), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: Intel SSD 750 420 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Zur Ermittlung der Leistungsdaten haben wir sowohl synthetische Benchmarks als auch praktische Benchmarks genutzt. Um die Leistung im Alltag zu messen, wurde eine 1 GB große Full HD mov-Datei in eine mp4-Datei mit 320 x 240 Bildpunkten konvertiert. Zudem wurde gemessen, wie lange das archivieren einer 313 Megabyte großen Datei mit WinRar dauert. Folgende Programme kamen zum Einsatz:

  • 3DMark Fire Strike Extreme
  • PCMark 8 Creative Benchmark
  • SiSoftware Sandra Lite 2015
  • WinRar x64 (5.21): 313 MB Datei packen
  • TrueCrypt (7.2): 100 MB Size, AES Encryption
  • CineBench x64 R15: CPU und OpenGL Test
  • CyberLink MediaEspresso 7.0: 1 GB Videokonvertierung
  • Crystal DiskMark 3.0.3b

Natürlich interessiert uns bei einem Gaming-Mainboard auch dessen Leistung in Spielen. Damit die Grafikkarte nicht die Leistung limitiert und zum Flaschenhals wird, haben wir die Benchmarks lediglich in der gängigen Full HD-Auflösung ohne Bildverbesserungen wie Kantenglättung durchgeführt. Folgende zwei Spiele haben wir zur Leistungsbewertung hinzugezogen:

  • Battlefield 4 Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
  • GTA V Maximale Details, MSAA deaktiviert

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Das MSI Z170A Gaming M9 ACK erzielt in den synthetischen Benchmarks durchwegs gute Werte. Es befindet sich auf einem Niveau mit seinem direktesten Konkurrenten, dem Maximus VIII Hero von Asus. Je nach Benchmark hat mal die eine und mal die andere Platine die Nase vorn. Setzt sich die gute Leistung auch in den praktischen Benchmarks fort?

Sei es das Archivieren einer Datei oder die Videokonvertierung einer Videodatei: auch hier sind beide Kontrahenten auf einem fast identischen Niveau. In erster Linie werden Gamer zum Gaming M9 ACK greifen, weshalb die Leistung in Spielen natürlich erste Priorität hat. Weder in Battlefield 4 noch in GTA V enttäuscht uns das Mainboard, sondern liefert sehr gute Ergebnisse ab. Es befindet sich abermals auf einem Niveau mit dem Asus Kontrahenten.

Fazit

Das MSI Z170A Gaming M9 ACK kommt einem Sportwagen mit Vollausstattung gleich. In unseren Benchmarks erzielt es sehr gute Werte, die sich vor der Konkurrenz nicht verstecken brauchen. Zudem hat MSI das Mainboard mit vielen Features gespickt. Neben umfangreichen Übertaktungsmöglichkeiten sowie praktischen Onboard-Buttons, hat MSI auch an große und schwere Grafikkarten gedacht und die PCIe-Slots verstärkt. Das Mainboard an und für sich kriegt durch die Backplate zusätzliche Stabilität spendiert. Des Weiteren gibt es viele Anschlussmöglichkeiten, darunter zwei M.2-Slots, was vor allem in Anbetracht der Samsung SSD 950 Pro eine zukunftsträchtige Investition ist. Gut gefällt uns zudem, dass MSI an Kunden mit einer Wasserkühlung gedacht hat und entsprechende Anschlüsse bietet. Was spricht da noch gegen den Kauf? An und für sich nichts, jedoch dürfte der hohe Preis von knapp 400 Euro viele potentielle Käufer abschrecken. Bei einem solch hohen Preis hätten wir zudem die Möglichkeit erwartet, vier Grafikkarten verbauen zu können. Doch unterm Strich liefert MSI ein sehr gutes Mainboard mit Vollausstattung ab.

MSI Z170A Gaming M9 ACK Award

ProContra
  • hohe Leistung
  • hoher Preis
  • viele Features
  • kein 4-Way-SLI/CrossFireX
  • Overclocking-Funktionen
 
  • Backplate & verstärkte PCIe-Slots
 
  • Onboard-Buttons
 
  • guter Onboard-Audiochip
 
  • viele Anschlussmöglichkeiten (2x M.2, USB 3.1, NVMe-SSDs)
 
  • Killer LAN & WLAN
 
  • Anschluss für Wasserkühlung
 

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Niklas Ludwig

Niklas Ludwig

...ist stellvertretender Chefredakteur und zeichnet sich insbesondere für die Tests der Hardwarekategorie verantwortlich und füttert den APC-YouTube Kanal mit neuen Videos zu allerlei Produkten. Stehen keine größeren Hardwaretests an, widmet er sich Produkten der Consumer Electronics-Welt und fühlt neuen Lautsprechern, Kopfhörern oder mobilen Geräten auf den Zahn.

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