Test: Intel Compute Stick mit Windows 8.1

Mini-Computer im USB-Stick-Format mit Windows 8.1 und HDMI-Anschluss

Geschrieben von Nils Waldmann am 17.05.2015.

Intel Compute Stick Startbild

Bereits mit der Gerätekategorie der NUCs hat Intel auf sich aufmerksam gemacht. Nun hat man mit dem neuen Compute Stick ein neues interessantes Produkt im Portfolio. Ein Mini-Computer im Format eines USB-Sticks: Wir haben den Intel Compute Stick für euch getestet.

Überblick

Bereits die Geräteklasse der Intel NUC (Next Unit of Computing) hat gezeigt, auf welch kleiner Fläche aktuelle Computerhardware eines vollständigen Computers unterzubekommen ist. Ausgestattet mit allem, was ein Computer zum Betrieb braucht, begeisterten die ersten NUCs die Computerszene. Nun geht Intel einen Schritt weiter und präsentiert den Compute Stick. Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich dabei um einen vollwertigen Computer in Form eines USB-Sticks. Anstelle eines USB-Steckers findet sich an der Stirnseite jedoch ein HDMI-Anschluss. Der Compute Stick ermöglicht es somit, jeden Monitor oder Fernseher mit HDMI-Eingang in einen vollwertigen Computer zu verwandeln.Intel Compute Stick Schrägansicht

Intel sieht vier grundlegende Anwendungsbereiche für den Compute Stick: Home Entertainment, Einsatz in PC-Kiosks, als Computerersatz für Office-Arbeiten sowie als Thin-Client im geschäftlichen Bereich.

Lieferumfang

  • Intel Compute Stick
  • HDMI-Verlängerungskabel
  • USB-Netzkabel
  • USB-Steckernetzteil mit mehreren Steckdosenaufsätzen

Hardwareausstattung

Intel bietet den Compute Stick in zwei Varianten an. Das erste Modell wird mit Windows 8.1 ausgeliefert, die zweite Variante verfügt über ein vorinstalliertes Ubuntu Linux. Das Herzstück des Sticks stellt ein Intel Atom Z3735F Quadcore-Prozessor mit 1,33 GHz dar, welcher mit integriertem Intel HD Grafikkern ausgestattet ist. Unterstützt wird die CPU von DDR3L-RAM welcher im Fall der Windows-Variante 2 GB groß ist. Käufer der Linux-Variante müssen sich mit 1 GB begnügen. Eine ähnliche Unterscheidung gibt es in Bezug auf den Massenspeicher, welcher als EMMC-Flash ausgeführt ist. Die Windows-Variante kommt mit 32 GB daher, der Ubuntu-Stick verfügt über lediglich 8 GB Speicher für Betriebssystem und persönliche Daten. Aufrüsten lässt sich die Speicherkapazität in beiden Fällen aber über eine microSDCX-Karte. 

Intel Compute Stick linke SeiteIntel Compute Stick rechte SeiteAudio wird generell über die HDMI 1.4a-Schnittstelle am Kopf des Compute Sticks ausgegeben. Des Weiteren kann der Compute Stick in beiden Varianten auf Wifi (802.11bgn), Bluetooth 4.0 sowie einen USB-2.0-Port zurückgreifen. Die Stromversorgung wird über eine Micro-USB-Buchse mit einem mitgelieferten 10-Watt-USB-Netzteil sichergestellt.

Variante

Intel Compute Stick Windows 8.1

Intel Compute Stick Ubuntu

Prozessor

Intel Atom Z3735F 4x 1,33 GHz / 1,83 GHz im Tuboboost

Arbeitsspeicher

2 GB DDR3L, 1333 MHz, 1,35 V

1 GB DDR3L, 1333 MHz, 1,35 V

Massenspeicher

32 GB eMMC-Speicher

8 GB eMMC-Speicher

Konnektivität

W-LAN 802.11bgn, Bluetooth 4.0, 1x USB 2.0, HDMI 1.4a, microSD-Slot, USB-Power

Audio

Mehrkanal über HDMI

Abmessungen

103 x 37 x 12 mm

Betriebssystem

Windows 8.1

Ubuntu 14.04 LTS OS

Herstellerbezeichnung

STCK1A32WFC

STCK1A8LFC

Preis

circa 150 US-$

circa 110 US-$

Inbetriebnahme

Bei unserem Testgerät des Intel Compute Sticks handelt es sich um die Windows-Variante. Intel bewirbt den Compute Stick damit, direkt nach dem Auspacken betriebsbereit zu sein. Im Klartext bedeutet dies: Compute Stick in einen freien HDMI-Port des Monitors oder TVs stecken, das USB-Netzteil anschließen – fertig. Anfangs wird der Nutzer durch die bekannte Abschlusskonfiguration von Windows 8.1 geleitet, was einige Minuten in Anspruch nimmt. Wir haben uns zur vereinfachten Konfiguration eine drahtlose Maus zur Hilfe genommen, die wir mit dem USB-Port verbunden haben.Intel Compute Stick im Betrieb

Um den Compute Stick aber wirklich bedienen zu können, sind Bluetooth-Maus- und Tastatur empfohlen. Der Stick wurde in unserem Fall sofort von verschiedenen Monitoren und TVs erkannt. Das Arbeiten auf dem Fernseher unter Windows 8.1 ist gewöhnungsbedürftig, am Monitor ist zu einem normalen Computer der Einstiegsklasse aber kaum ein Unterschied festzustellen. An der ein oder anderen Stelle muss der Compute Stick aber einwenig länger „nachdenken“, bevor sich etwas auf dem Bildschirm tut.

Im Inneren des Sticks, welcher im Übrigen während des Betriebs relativ warm wird, ist auch ein kleiner Lüfter verbaut. Dieser arbeitet allerdings nach dem semi-passiven Prinzip und springt erst an, wenn er benötigt wird. Dabei geht er dann aber sehr unaufdringlich an die Arbeit.

Leistungstest

Wir haben den kleinen Intel Compute Stick auf seine Alltagsleistung getestet. Dazu gehörte die Dauer des Bootvorgangs, die Geschwindigkeit des internen Speichers sowie des Kartenlesers. Außerdem haben wir die Leistungsaufnahme in verschiedenen Situationen getestet. Anzumerken ist, dass es sich bei unseren Testgerät um ein Vorserienmodell handelt. Intel behält sich hier also noch Änderungen vor, die aber vor allem die Software betreffen sollen. Insgesamt soll die Leistung aber der, des Endproduktes entsprechen.








Fazit

Mit dem Compute Stick hat Intel ein interessantes neues PC-Format auf den Markt gebracht. Der kleine Stick ist potent genug, alltägliche Aufgaben zu erledigen und zeigt sich dabei noch äußerst genügsam. Die kompakten Abmessungen sind eine tolle Zugabe. Gut gefallen hat uns außerdem, wie Intel die Betriebsbereitschaft direkt aus der Verpackung realisiert hat. Da es an dem Compute Stick nicht viel anzuschließen gibt, ist die Installation auch für Laien kein Problem.

Leidglich einen USB-Port mehr hätten wir uns gewünscht, um im Zweifelsfall auch Maus und Tastatur per USB verbinden zu können. So ist der Nutzer darauf angewiesen, mindestens ein Eingabegerät per Bluetooth anzubinden oder auf ein USB-Hub zurückzugreifen. Der verbaute Lüfter arbeitet zwar nicht lautlos, allerdings springt er nur an, wenn der Atom Prozessor ausgelastet ist.Intel Compute Stick FrontansichtIm Allgemeinen ist der Intel Compute Stick ein neues Format, dass sicherlich seine Abnehmer finden wird. Bezogen auf den voraussichtlichen Preis von knapp 150 US-$, ist das Gebotene in Ordnung. In den Augen vieler Privatanwender wird der Compute Stick jedoch in Konkurrenz mit Amazons Firestick – den wir bereits für euch hier getestet haben – oder Googles Chrom Cast treten, die jeweils nur ein Drittel kosten. Hier wird sich zeigen, wo der Preis des Compute Sticks letztlich landen wird. Ohne Frage, und das sei an dieser Stelle unbestritten, ist der Compute Stick weit mehr als nur ein Streaming Client. Er ist ein vollwertiger Computer im Miniformat.

 

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

Kommentare (2)

  • Herb

    |

    Zum Thema Tastatur & Maus:
    Mit einer sog. „Desktop“ Lösung (=Tastatur & Maus Kombi, wie z.B. Microsoft Wireless Desktop 800) kommt man mit nur einem USB Steckplatz aus.

    Antworten

    • Nils Waldmann

      Nils Waldmann

      |

      Guter Tipp, dass ist auf jeden Fall eine Möglichkeit. Eine solche Kombination lässt sich auch als Bluetooth-Variante finden. Ist dann noch komfortabler.

      Antworten

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