Test: SanDisk Extreme 900 Portable SSD 480 GB

Dank RAID 0 und USB 3.1 Gen.2 fällt die 800 MB/-Grenze

Geschrieben von Nils Waldmann am 18.04.2016.

SanDisk Extreme 900 Portable Startbild

Nachdem im Markt für interne SSDs aktuell ein wenig Ruhe herrscht, drängen die großen Spieler mit externen Solid State Drives auf den Markt. SanDisk hat dabei mit der Extreme 900 Portable SSD ein besonderes Laufwerk im Angebot, das maximale Geschwindigkeit verspricht. Wir haben den Test gemacht.

 

Überblick

Mit seiner Extreme-Serie hat SanDisk sich bereits vor geraumer Zeit vor allem im Bereich der Speicherkarten einen Namen gemacht. SSD-Produkte welche unter dem Extreme-Siegel vertrieben wurden, konnten in der Vergangenheit ebenfalls überzeugen. Die neuste Ergänzung des Produktportfolios der Extreme-Serie ist die Extreme 900 Portable SSD. Diese externe SSD richtet sich dabei vor allem an Enthusiasten, die auch im mobilen Einsatz maximale Transferraten benötigen.

Einsatzzwecke für externe SSDs ergeben sich vor allem in der Fotografie und der Videografie. Besonders bei der Arbeit mit hochauflösenden Videos (4K) und hohen Frameraten kommen selbst in kürzester Zeit große Datenmengen zusammen. Aber nicht nur die Speicherkapazität ist kritisch, vor allem der Zugriff auf Videomaterial hat höchste Priorität. So geraten herkömmliche externe Festplatten beim Live-Zugriff auf 4K-Dateien bereits an ihre Grenzen. Abhilfe schaffen, wie auch im Inneren moderner Computer, Massenspeicher auf Flashbasis.

Technische Hintergrund

Im Gegensatz zu vielen anderen, aktuellen externe SSDs, hat die Extreme 900 Portable SSD von SanDisk zwei Besonderheiten zu bieten: Zunächst setzt man bei der Extreme 900 konsequent auf das neuste USB 3.1 Gen. 2 Protokoll mit einer Bandbreite von bis zu 10 GBit/s. Die überwiegende Mehrheit der externen SSD-Produkte muss sich hingegen mit USB 3.0 / USB 3.1 Gen. 1 begnügen. Damit ist die Extreme 900 Portable SSD potenziell in der Lage die Leistung aktueller Flashspeicherbausteine umzusetzen. Mehr zum Thema USB 3.0 / UBS 3.1 gibt es in unserem Wissensartikel.

SanDisk Extreme 900 Portable SDD USB Typ C Buchse

Um dem eingesetzten Interface gerecht zu werden, hat man sich für den Einsatz eines RAID 0 Verbundes aus zwei einzelnen SSDs entschieden. Diese werden mithilfe eines RAID-Controllers zu einem Volumen kombiniert, das mit erhöhter Transferleistung aufwartet. Der RAID-Modus ist dabei fix und kann nicht vom Nutzer verändert werden. Die Konstruktion soll es der Extreme 900 Portable SSD ermöglichen sequenzielle Transferraten von bis zu 850 MB/s zu erreichen. Voraussetzung ist ein Hostcontroller mit USB 3.1 Gen.2 Unterstützung sowie ein USB-Port der mindestens 10 W liefern kann.
SanDisk liefert zudem seine Standardsoftware mit, die es ebenfalls erlaubt, die auf dem Daten abgelegten Daten durch eine AES-Verschlüsselung vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Angeboten wird das Laufwerk in drei verschiedenen Kapazitäten mit 480 GB, 960 GB sowie 1,92 TB. Wir haben das kleinste Modell mit 480 GB für euch getestet.

Design und Verarbeitung

Im Vergleich zur Konkurrenz von Samsung, der Portable SSD T3 oder etwa der Extreme 500 Portable SSD aus dem eigenen Hause, ist das Extreme 900 Laufwerk mit Kantenlängen von knapp 1,7 x 8,3 x 13,4 cm deutlich größer. Das erklärt sich natürlich durch den aufwändigeren Aufbau. Das Gewicht fällt mit 210 Gramm ebenfalls höher aus und liegt damit in der Region herkömmlicher externer Festplatten.SanDisk Extreme 900 Portable SDD Schrägansicht

Optisch weiß das Laufwerk zu gefallen: Die Ober- und Unterseite werden durch zwei Aluminiumschalen gebildet, welche durch einen aus gummiartigem Kunststoff gefertigtem Mittelteil zusammengehalten werden. Diese Konstruktion soll die SSD gegen Stöße von bis zu 800 G zuverlässig schützen. In Sachen Temperaturfestigkeit gibt SanDisk einen Bereich von -20 bis + 70°C an. Betrieben werden darf das Laufwerk bei Temperaturen zwischen 0 und 45 Grad.SanDisk Extreme 900 Portable SDD Unterseite

Der obere Gehäuseteil wird von einem leicht erhabenen SanDisk Logo geziert. Links davon befindet sich die dezent in weiß erstrahlende Status-LED. Zur Kommunikation mit der Außenwelt kommt – zeitgemäß – eine USB Typ C Buchse zum Einsatz. Die auf Hochglanz polierten Kanten der Ober -und Unterseite wirkt sehr hochwertig. Die Verarbeitungsqualität des gesamten Laufwerks ist auf hohem Niveau.

Technische Daten

Speicherkapazität nominell

480 GB

960 GB

1,92 TB

Schnittstelle

USB 3.1 Gen.2 (10 GBit/s)

USB 3.1 Gen.2 (10 GBit/s)

USB 3.1 Gen.2 (10 GBit/s)

Formfaktor

External

External

External

Zellentyp

k/A

k/A

k/A

Controller

USB 3.1 zu 2x SATA (Raid 0)

USB 3.1 zu 2x SATA (Raid 0)

USB 3.1 zu 2x SATA (Raid 0)

Geschwindigkeit (bis zu)

850 MB/s (Lesen) /850 MB/s (Schreiben)

850 MB/s (Lesen) /850 MB/s (Schreiben)

850 MB/s (Lesen) /850 MB/s (Schreiben)

Modellnummer

SDSSDEX2-480G-G25 SDSSDEX2-960G-G25 SDSSDEX2-1T92-G25

Abmessungen

17,78 x 82,55 x 133,35 mm

17,78 x 82,55 x 133,35 mm

17,78 x 82,55 x 133,35 mm

Gewicht

210,4 g

210,4 g

210,4 g

Garantie

3 Jahre

3 Jahre

3 Jahre

Besonderheiten

AES-Verschlüsselung

UASP-Unterstützung

Benötigt 10 Watt USB-Port

AES-Verschlüsselung

UASP-Unterstützung

Benötigt 10 Watt USB-Port

AES-Verschlüsselung

UASP-Unterstützung

Benötigt 10 Watt USB-Port

Preis (UVP)

283 Euro

458 Euro

736 Euro

Leistungstest

Hauptteil dieses Artikels soll natürlich der Leistungstest der SSD darstellen. Dazu haben wir die SanDisk Extreme 900 Portable SSD mit verschiedenen Tools geprüft. Als Vergleich kommen die Samsung Portable SSD T1 250 GB, Samsung Portable SSD T3 1 TB sowie die SanDisk Extreme 500 Portable SSD mit 240 GB zum Einsatz. An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Extreme 900 Portable SSD aufgrund ihrer USB 3.1 Gen.2 Unterstützung den anderen Laufwerken deutlich überlegen ist, was die Arbeitsgeschwindigkeit angeht.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-6700K 4,0 GHz (Skylake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Maximus VIII Extreme (ASMedia USB 3.1 Controller)
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB G.Skill Ripjaws V DDR4 2.400 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerke: Intel SSD 750 420 GB & SanDisk Extreme Pro 480 GB
  • Grafikkarte: MSI Radeon R9 390X
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt
  • Vergleichslaufwerke: Samsung 850 EVO 250 GB* / 1 TB*, SanDisk Extreme Pro 128 GB USB 3.0* / Samsung Portable SSD T1 250 GB*

* Mit anderer Testsystemkonfiguration getestet.

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.5
  • A.S. SSD Benchmark 1.7
  • ATTO Disk Benchmark 2.47
  • H2W Benchmark 1.4

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

 

 

 

 

 

 

Fazit

Mit der Extreme 900 Portable SSD hat SanDisk ein Laufwerk für echten Enthusiasten geschaffen. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet gelungen und das Design mutet hochwertig an. So ist das Gerät auch im Geschäftsalltag ein echter Hingucker auf dem Schreibtisch. Der Lieferumfang des Produktes wird durch zwei USB-Kabel ergänzt. SanDisk lässt dem Anwender die Wahl, ob die SSD an einen Host mit USB Typ A oder Typ C Buchse angeschlossen wird.
In Sachen Geschwindigkeit weist die Extreme 900 Portable SSD mit 480 GB die bisher von uns getesteten Laufwerke in ihre Schranken. Der Kombination aus USB 3.1 10 GBit/s und dem internen SSD RAID 0 Verbund hat auch die aktuelle Samsung Portable SSD T3 nicht viel entgegen zu setzten. Dafür ist das SanDisk Laufwerk aber auch deutlich größer und schwerer als die anderen drei Kandidaten. Die Abmessungen sind trotz allem immer noch als kompakt zu bezeichnen. SanDisk gelingt hier ein guter Kompromiss, den jeder Anwender, der die Zusatzleistung sinnvoll nutzen kann, gerne eingehen wird.
Preislich wechselt die von uns getestet 480-GB-Varianten aktuell ab 283 € den Besitzer. Die Samsung Portable T3 SSD mit 500 GB gibt es bereits ab 190 €. Hier zahlt man aktuell noch einen deutlichen Aufpreis für das, zugegebenermaßen deutliche, Geschwindigkeitsplus. Wer maximale Speicherkapazität benötigt, der muss im Übrigen aktuell knapp 736 € für die Extreme 900 Portable SSD mit 1,92 TB berappen.

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Pro Contra
  • Design & Verarbeitung
  • hochwertige Materialien
  • Geschwindigkeit (!!!)
  • Preis

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Nils Waldmann

Nils Waldmann

...ist seit über 10 Jahren bei Allround-PC.com und als Redakteur und technischer Leiter tätig. In seiner Freizeit bastelt und konstruiert Nils gerne flugfähige Modelle oder fotografiert und filmt auf Motorsportevents. Im "echten Leben" studierter Wirtschaftsingenieur und Qualitätsmanager.

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