Wissen: Wie schnell ist USB 3.0?

Geschrieben von Marcel Schreiter am 06.06.2010.

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Das Thema USB 3.0 ist derzeit in aller Munde und da bereits einige Mainboardhersteller mit Integration eines externen Chips USB 3.0-Support bieten, kommen nach und nach auch entsprechende Geräte, wie z.B. Dockingstations, externe Festplattengehäuse oder auch Cardreader auf den Markt.

Wir möchten uns in diesem Test mit dem Thema USB 3.0 beschäftigen und werden Ihnen sagen, wo genau der Unterschied zwischen USB 2.0 und USB 3.0 liegt. Des Weiteren werden wir ein paar Tests durchführen, um die Transferraten miteinander vergleichen und daraus ein Fazit ziehen zu können.

USB 3.0 – Die Unterschiede

Schon Ende 2008 wurden Spezifikationen für USB 3.0 vom USB Implementers Forum vorgestellt, die im Laufe der Zeit konkretisiert wurden. Fest steht, das USB 3.0 eine theoretische Datentransferrate von bis zu 5 GBit/s erreichen soll. Das entspricht 625 MB pro Sekunde. Zum Vergleich: USB 2.0 schafft 480 MBit/s bzw. 60 MB pro Sekunde, USB 1.1 sogar nur 12 MBit/s bzw. 1,5 MB/s.

Weder von AMD noch von Intel gibt es derzeit Mainboardchipsätze, die USB 3.0 unterstützen. Und auch bei der zukünftigen 6er Chipsatz-Generation von Intel namens Sandy Bridge, die Ende des Jahres bzw Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen soll, steht ein USB 3.0-Support noch in den Sternen. Es wird vermutet, dass Intel mit diesem Schritt seine eigene Technik namens Light Peak fördern möchte. Light Peak soll eine Bandbreite von 10 GBit pro Sekunde ermöglichen.

Damit Kunden aktueller Mainboards nicht auf den Support von USB 3.0 verzichten müssen, haben einige Mainboardhersteller die USB 3.0-Unterstützung per Zusatzchip möglich gemacht. Sie setzen u.a. auf einen der größten USB 3.0-Chiphersteller namens NEC. Laut Herstellerinformationen ist die Nachfrage nach USB 3.0 Chips so groß, sodass NEC in den vergangenn Monaten seine Produktionskapazitäten deutlich steigern musste.

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Ein ASUS P7H55 Mainboard mit USB 3.0-Support

Aber auch bestehende Systeme können mittels Erweiterungskarte auf den neuen USB-Standard aufgerüstet werden. Diese Karten mit PCI-Express Schnittstelle bieten i.d.R. zwei USB 3.0-Ports und sind bereits für weniger als 25,- Euro im Internethandel erhältlich.

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Je eine USB 3.0-Erweiterungskarte von Sharkoon und ICY BOX.

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Alte Geräte und USB 3.0?

Wie auch bei den vorherigen Standards, sind die neuen USB 3.0-Schnittstellen abwärtskompatibel und können folglich auch mit USB 1.1 bzw. USB 2.0 Geräten arbeiten. Auch ist es möglich ein USB 3.0-Gerät an einem USB 2.0-Port zu betreiben, jedoch werden dann nur geringere Transferraten erreicht.

Aufgrund der gestiegenden Anzahl von Drähten; die USB 3.0-Kabel besitzen jetzt zu den fünf bereits vorhandenen Kontakten insgesamt fünf zusätzliche Pins, können USB 3.0-Geräte auch nur mit entsprechenden Kabeln mit dem PC verbunden werden. Des Weiteren hat sich auch die Form der Typ B-Stecker teilweise grundlegend verändert.

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Verschiedene USB 3.0-Kabel, erkennbar u.a. an den neuen Steckertypen.

USB 3.0 Geräte im Test

Um nicht nur theoretisch sondern auch praktisch den Unterschied zwischen USB 2.0 und 3.0 feststellen zu können, haben wir folgende Geräte getestet:

  • Sharkoon Quickport USB 3.0 für 2,5″ und 3,5″ Festplatten
  • Sharkoon USB 3.0 PCI-E Erweiterungskarte
  • ICY BOX HDD Docking Station für 2,5″ und 3,5″ Festplatten
  • ICY BOX USB 3.0 PCI-E Erweiterungskarte
  • ICY BOX IB-250 Externes Festplattengehäuse für 2,5″ Laufwerke

USB 3.0-Erweiterungskarten

Beide USB 3.0-Erweiterungskarten werden in einen freien PCI-Express Slot gesteckt und mit einem 4-Pin-Stromadapter mit dem Netzteil verbunden, anschließend kann der PC wieder gestartet werden. Windows XP, Vista und 7 erkennen die Karte selbstständig als neues Gerät. Jetzt müssen nur noch die Treiber der mitgelieferten CD installiert werden und schon sind die beiden USB 3.0-Ports einsatzbereit.
Auf beiden Karten befindet sich ein USB 3.0-Chip aus dem Hause NEC mit der Bezeichnung: D720200F1

USB 3.0 Dockingstations

Bei den Dockingstations beider Hersteller (ICY BOX und Sharkoon) befinden sich jeweils folgende Komponenten im Lieferumfang:

  • Anleitung
  • Netzteil
  • USB 3.0 Kabel
  • nur bei Sharkoon (Stromadapter für den Einsatz in verschiedenen Ländern)
 Sharkoon Quickport USB 3.0 ~ 45,- Euro ICY BOX HDD Docking Station ~ 35,- Euro
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Währenddessen die Dockingstation (SATA Quickport USB 3.0) von Sharkoon in eckiger Form in Erscheinung tritt, weist das Modell von ICY BOX (HDD Dockingstation) eine ovale Form mit stark abgerundeten Ecken auf. Beide Geräte bestehen aus mattschwarzem Kunststoff und bieten Platz für je ein 2,5″- oder ein 3,5″-Laufwerk. Es werden nur Laufwerke mit SATA 1- oder SATA 2-Schnittstelle unterstützt. Damit keine Vibrationen auf der Auflagefläche übertragen werden, haben beide Hersteller ihre Geräte mit entsprechenden Gummifüßen ausgestattet. Laufwerke können einfach von oben in den freien Schacht, der durch eine Klappe verdeckt wird, eingeschoben werden. Zum leichteren Entfernen hat Sharkoon dem Quickport ein Hebelmechanismus spendiert. Beide Dockingstations besitzen eine USB 3.0-Schnittstelle, einen Netzeingang und einen Ein- bzw. Ausschalter. Im Vergleich zur ICY BOX HDD Dockingstation ist das Modell von Sharkoon deutlich schwerer und bietet somit mehr Standfestigkeit auf dem Schreibtisch.
Beide Geräte weisen keine Verarbeitungsmängel auf und der Ein- bzw. Ausbau von Laufwerken gestaltet sich in beiden Fällen als sehr einfach.

Die ICY BOX HDD Dockingstation gibt es derzeit für knapp 35,- Euro zu kaufen. Der Sharkoon SATA Quickport USB 3.0 kostet hingegen 10,- Euro mehr, also 45,- Euro.

USB 3.0 externes Festplattengehäuse

Neben der Dockingstation betrachten wir in diesem Test auch das ICY BOY IB-250 externe Festplattengehäuse, das sich für 2,5″ Festplatten und auch SSD-Laufwerke eignet. Zusammen mit einer Anleitung, einem kleinen Schraubendreher, einem passenden USB 3.0-Kabel und einer Transporttasche gelangt das externe Gehäuse zum Kunden.

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Mit den Maßen von 137 x 79 mm ist das schwarze Gehäuse mit silbernen Rahmen sehr kompakt. Auch weist das Gehäuse nur eine geringe Höhe von nur 12 mm auf.

Das sauber verarbeitete Metallgehäuse wird mithilfe von kleinen Schrauben zusammengehalten. Um ein entsprechendes Laufwerk installieren zu können, muss lediglich der Gehäusedeckel abgeschraubt werden. Anschließend wird das Laufwerk in die dafür vorgesehene Schnittstelle geschoben. Es werden nur SATA-Laufwerke unterstützt. Im hinteren Teil der kleinen Platine befindet sich der USB 3.0-Anschluss des Typs B. Hierüber erfolgt der Datenaustausch mit dem PC. Zwei LEDs visualisieren den Betriebszustand des Laufwerks. Binnen weniger Minuten ist das Laufwerk im Gehäuse platziert und kann ohne zusätzliche Treiberinstallation verwendet werden. Vier Gummifüße auf der Unterseite verhindern, dass Vibrationen auf die Auflagefläche übertragen werden.

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Aufgrund der positiven Eigenschaften und des günstigen Preises von knapp 27,- Euro erhält das ICY BOX IB-250 externe Festplattengehäuse die Allround-PC.com Empfehlung:

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Testergebnisse

Der Test hat teilweise große Unterschiede in Sachen Transferraten zwischen USB 2.0 und USB 3.0 offenbart. So konnte insbesondere die Intel Postville SSD deutlich schneller Daten im USB 3.0-Gehäuse übertragen, als über USB 2.0. Dennoch errichten wir nicht die Ergebnisse, die wir per Anschluss über SATA ermittelt haben. Hier scheint es bei USB 3.0 noch viel Potenzial nach oben zu geben. Neue Chips und ggf. bessere Treiber werden dies sicher in nächster Zeit zeigen.

 Seagate
USB 2.0
Seagate
USB 3.0
Intel SSD
USB 2.0
Intel SSD
USB 3.0
Intel SSD
SATA
HDTachRW – Burst33,8 MB/s
73,9 MB/s
35,3 MB/s
74,9 MB/s
255,3 MB/s
HDTachRW – av. Read
 31,0 MB/s
 53,1 MB/s
 30,8 MB/s
 68,3 MB/s
233,2 MB/s
HDTachRW – av. Write 27,6 MB/s
 53,0 MB/s
 29,6 MB/s
 74,8 MB/s
89,1 MB/s
HDTune – av. Access Time 16,2 ms
 15,6 ms
 0,4 ms
 0,2 ms
0,1 ms
HDTune – max Read 30,8 MB/s
 63,4 MB/s
 31,1 MB/s
 65,5 MB/s
227,8 MB/s
HDTune – max Write 26,9 MB/s
 59,4 MB/s
 26,2 MB/s
 69,4 MB/s
84,6 MB/s
FileCopy (143 MB)
 22,3 Sek.
 11,6 Sek.
 22,3 Sek.
 10,8 Sek.
 < 2 Sek.

Wir haben die Ergebnisse mit folgendem System ermittelt:

Hardware

  • Prozessor: Intel Core i7-920 mit 2,66 GHz
  • Mainboard: Intel DX58SO mit X58 Chipsatz
  • Ram: 3x 2GB OCZ Blade PC3-12800 1.600 MHz 7-8-8-22
  • Grafikkarte: Zotac GeForce GTX 260 mit 768 MB Speicher
  • Festplatte: 2x Intel Postville 80 GB SATA, Seagte ST9120817AS OEM mit 120 GB SATA
  • Netzteil: Seasonic X-Series 750 Watt

Software

  • Windows 7 Ultimate 64 Bit
  • Intel Chipsatztreiber 9.​1.​1.​1025
  • HDTach RW Version 3.0.4.0
  • HDTune Version 4.50

Einen Leistungsunterschied zwischen beiden USB 3.0-Erweiterungskarten und den beiden Dockingstations konnten wir hingegen nicht feststellen. Die Werte wichen nur minimal im 0,01 MB/s-Bereich voneinander ab. Alle USB 3.0-Artikel können Sie u.a. bei Amazon.de kaufen:

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Marcel Schreiter

Marcel Schreiter

...ist Gründer und Chefredakteur von Allround-PC.com. Als Dipl. Medienwirt beschäftigt er sich neben dem Journalismus auch mit Marketingthemen im Sportbereich. Der Triathlonsport ist seine Leidenschaft.

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