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Phanteks NV7 im Test: Schicke Vitrine oder doch hitzköpfiger Glaskasten?

Ein wahres Kabel-Versteckspiel

Ende März hat Phanteks mit dem NV7 ein neues Gehäuse vorgestellt, das mit einem spannenden Design aufwartet. Statt luftiger Meshfront setzt der Hersteller auf eine auffällige Glaskasten-Optik, um die verbaute Hardware noch stärker in Szene setzen zu können, als bei einem herkömmlichen Gehäuse mit Glasseitenteil. Die Frage ist nur: Sieht das Phanteks NV7 am Ende einfach nur schick aus oder kann es auch in der Praxis überzeugen?

Klar ist: Das Phanteks NV7 schlägt voll in die Kerbe der Showcases. Es bietet einen geräumigen Innenraum für auffällige Hardware-Komponenten, die durch gleich zwei Glasscheiben hervorstechen können. Verfügbar ist das NV7 sowohl in Weiß als auch Schwarz, preislich startet das Gehäuse ab 219,90 Euro.

Im Lieferumfang befinden sich eine Schraubenbox, ein Mikrofasertuch sowie einige Kabelbinder. Auch eine GPU-Stütze ist mit dabei, um den wirklich dicken Kloppern unter die Arme greifen zu können. Halterungen für Speicherlaufwerke sowie ein RGB-Controller sind bereits im Gehäuse vorinstalliert.

Design & Verarbeitung

Bei der Optik setzt das Phanteks NV7 auf eine eher dezente Design-Philosophie. Dabei steht insbesondere ein cleaner Look im Vordergrund, um die installierte Hardware bestmöglich hervorzuheben. Hauptaugenmerk des Big-Tower-Gehäuses ist dabei die großzügige Glasfläche, die einen imposanten Einblick gewährt. Ganz konkret sind sowohl das linke Seitenteil als auch die Front jeweils aus einer „durchgängigen“ Hartglasscheibe gefertigt.

Daneben verbaut der Hersteller viele Mesh-Elemente, die für eine ausreichende Frischluftzufuhr sorgen sollen – denn wenn vor allem die Front geschlossen ist, muss kühle Luft nun mal von einer anderen Seite aus angesogen werden. Zumindest auf der Unterseite befindet sich hierfür ein Staubfilter, an anderen Stellen wird tatsächlich darauf verzichtet.

Interessant ist außerdem das I/O-Panel im unteren Bereich der Vorderseite. Hier lassen sich zwei USB-3.0-Anschlüsse, ein USB-C-Port sowie einen Klinkenanschluss finden. Auf Wunsch kann das Modul abgenommen und an der Rückseite befestigt werden, um wirklich den vollen Fokus auf die Hardware zu legen.

„Cable Evanesco“, und die Kabel verschwinden

Apropos Rückseite: Sämtliche Anschlüsse von Mainboard, Grafikkarte und Netzteil sind hinter einer herausnehmbaren Tür versteckt. Kabel können hier durch spezielle Kabelführungen gelegt werden. Zusätzlich gibt es sogar noch eine gummierte Durchführung im Boden. Sichtbare Kabel sind beim NV7 also ein eher seltener Anblick. Phanteks treibt den cleanen Look hiermit wirklich auf die Spitze.

Ansonsten macht das 253 x 586 x 532 mm (Breite x Höhe x Tiefe) große Gehäuse auch bei der Verarbeitung einen sehr guten Eindruck. Die einzelnen Stahl-Elemente sind sauber verarbeitet und weisen keinerlei scharfe Kanten auf. Daneben sprechen auch die guten Spaltmaße für die Wertigkeit. Die Materialwahl macht sich auch im Gewicht bemerkbar, denn das NV7 bringt knapp 17 Kilogramm auf die Waage. Einzig die Kunststoff-Füße wirken weniger hochwertig und passen nicht ganz zur sonst wertigen Materialanmutung.

Innenraum

Eines muss man Phanteks lassen: Das NV7 bietet unglaublich viel Platz im Innenraum, sodass selbst unser Testsystem im Gesamtbild untergeht. Grund hierfür ist der Aufbau des Gehäuses, durch den im oberen Bereich viel Freiraum entsteht. Theoretisch ist das Case auf Mainboards bis hin zum E-ATX-Standard ausgelegt, die Platinenbreite ist allerdings auf 277 mm beschränkt.

Grafikkarten dürfen wiederum bis zu 450 mm lang sein, womit selbst die mächtigsten Modelle hineinpassen. Besonders schwere Modelle stellen ebenso kein Problem dar, denn im Lieferumfang befindet sich eine GPU-Halterung für zusätzlichen Halt. Optional kann die Grafikkarte vertikal verbaut werden, hierfür ist jedoch ein zusätzliches GPU-Bracket samt PCIe-4.0-Riserkabel notwendig, für das nochmals 70 Euro fällig werden.

Zahlen & Fakten

Das maximal 255 mm lange Netzteil wird, im Gegensatz zu den meisten aktuellen Gehäusen, nicht im unteren Teil des Gehäuses untergebracht. Stattdessen sitzt es im NV7 hinter dem Mainboard in einer separaten Kammer. Hinter dem Mainboard-Tray ist zugleich ausreichend Platz, um Kabel sauber und versteckt zu verlegen – dazu später noch mehr Details.

Darüber hinaus gibt es einige Möglichkeiten, um Speicherlaufwerke unterzubringen. So könnt ihr entweder jeweils zwei Datenträger (2x HDDs + 2x SSDs) verbauen oder alternativ sechs SSDs und eine HDD. Zusätzlich befindet sich hinter dem Mainboard-Tray ein RGB-Hub, welcher mithilfe von zwei SATA-Konnektoren verbunden wird. Einziges Manko: Dieser Hub nimmt nur proprietäre Stecker auf, die für die Phanteks-eigenen Lüfter vorgesehen sind.

Kühlung

In Sachen Kühlung gibt es beim Phanteks NV7 reichlich Luft nach oben, denn out-of-the-box bietet das Gehäuse keinen einzigen, vorinstallierten Lüfter. Ob dies zum Problem werden könnte, wollen wir später genauer betrachten. Zumindest gibt es reichlich Optionen, um Lüfter unterzubringen, denn insgesamt zwölf Lüfter im 120-mm-Format können hier verbaut werden – wobei im Boden sogar 3x 140-mm-Lüfter Platz haben.

Kühlungsoptionen

CPU-Kühler dürfen maximal 185 mm hoch sein, somit passen auch größere Luftkühler problemlos in das Gehäuse. Alternativ lässt sich eine Wasserkühlung verbauen, bei der mehrere Radiatoren zum Einsatz kommen können. Ihr könnt beispielsweise bis zu drei 360 mm und einen 240 mm Wärmetauscher zeitgleich nutzen. Folglich lassen sich auch größere Custom-Loops im NV7 realisieren, nur ein eigener Einbauplatz für den Ausgleichsbehälter fehlt.

Hardware-Installation

Für den Praxistest haben wir unser aktuelles Gehäuse-Testsystem in das Phanteks NV7 eingebaut, das auf dem AMD Ryzen 7 5800X basiert. Kombiniert wird der Prozessor mit einem MSI MEG X570S Ace Max und einem Arctic Freezer A35 ARGB (Test). Dazu gesellt sich eine MSI RTX 3080 Gaming X Trio sowie 16 GB Patriot Viper RGB DDR4-4133 Arbeitsspeicher.

Die Hardware-Installation selbst gestaltete sich ausgesprochen einfach. Anfangs muss das Gehäuse zunächst „entkleidet“ werden, damit der Einbau reibungslos funktioniert. Hierfür müsst ihr zunächst die Hintertür herausheben, anschließend wird das erste und dann das zweite Seitenglas entfernt. Auch der Deckel lässt sich dann mit einem Handgriff entfernen und zur Seite legen. Nun müsst ihr im Inneren noch die LED-Abdeckungen um das Mainboard-Tray entfernen, um die Kabeldurchführungen freizulegen. Übrig bleibt ein blankes Stahlgerüst, an dem nun alles verschraubt wird.

Alle Schritten sind verständlich und bildhaft in der Anleitung erklärt, auch die notwendigen Schrauben sind klar sortiert. Diese befinden sich in einem Etui mit einzelnen Fächern, was wirklich hilfreich ist. Lobenswert ist zudem das Kabel-Management-Konzept, welches für ein insgesamt sehr aufgeräumtes Bild sorgt. Phanteks gibt den Verlauf der Kabel durch das Design klar vor. Kabelstränge lasen sich obendrein mithilfe von mehreren Klettverschlüssen zusammenfassen. In der Anleitung sind sogar Empfehlungen abgedruckt, wie die Kabel optimal verlegt werden.

Temperaturen

Leider schneidet das NV7 bei den Temperaturen unter Volllast eher bescheiden ab. Da das Gehäuse im Auslieferungszustand keine Lüfter besitzt, staut sich die Hitze im Inneren. Entsprechend erreicht die CPU schnell eine Temperatur von 90 °C, wobei der Takt auf geringe 3,7 GHz fällt. Auch die GPU heizt sich analog dazu auf 80 °C auf.

Aber sind wir mal ehrlich: Keiner würde so ein Showcase ohne Lüfter nutzen, daher haben wir insgesamt sechs Lüfter (Phanteks D30) mit bis zu 2.000 RPM in das Gehäuse eingebaut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Temperaturen der CPU blieben zwar stabil (fixiertes Temperaturlimit von 90 °C), die Taktrate ist jedoch deutlich angestiegen. Wir konnten mit dieser Konfiguration immerhin 4,1 GHz erzielen.

Zusatztest mit Lüftern

Es empfiehlt sich also, das Gehäuse mit mindestens drei/vier Lüftern auszustatten, um für etwas Airflow zu sorgen. Andernfalls entwickelt sich das Gehäuse schnell zu einem wahren Hitzkopf. Da der Fokus beim Phanteks NV7 jedoch auf der Zurschaustellung der Hardware liegt, fallen die hohen Temperaturen ohne Lüfter jedoch nicht allzu sehr ins Gewicht.

Lautstärke

Im „lüfterlosen“ Betrieb wird das System deutlich hörbar, da sowohl der CPU- als auch der GPU-Kühler deutlich aufdrehen müssen. Sobald einige Lüfter verwendet werden, wendet sich das Blatt. Die Lüfter leisten an dieser Stelle eine gute Arbeit und sorgen für einen ruhigeren Betrieb. Zwar wird das Gehäuse bei Vollast etwas lauter, aber nicht wirklich störend. Die D30-Lüfter fügen sich zudem optisch perfekt in das System ein, da hier ein ähnliches Design-Prinzip verfolgt wird und das Trio lediglich mit einem Kabel angeschlossen ist.

Mit Lüftern steigt die Kühl-Performance erheblich

Fazit

Zunächst müssen wir festhalten, dass das Phanteks NV7 seinen Zweck voll erfüllt. Das Gehäuse stellt die verbaute Hardware wunderbar in Szene, wobei vor allem der Mainboard-Bereich durch die Beleuchtung hervorgehoben wird. Dazu sorgen die pfiffigen Kabelmanagment-Optionen dafür, dass ein besonders cleaner Look entsteht. Dabei sind sowohl die innenliegenden als auch die äußeren Kabel kaum sichtbar.

Allerdings sollte das Case nicht ohne zusätzliche Lüfter genutzt werden. Der schicke Rechner kann sich ansonsten schnell zu einem Temperatur-Albtraum entwickeln, worunter die Leistung effektiv leidet. Dafür bietet es jedoch besonders viele Lüfter-Einbauplätze sowie Radiator-Optionen. Somit eignet sich das Case bestens für jene, die eine größere Custom-Wasserkühlung realisieren wollen.

Einen faden Beigeschmack hat am Ende allerdings der RGB-Hub mit seinen proprietären Anschlüssen. Klar, so lässt sich das Phanteks-Ökosystem wunderbar nutzen, doch Lüfter oder RGB-Komponenten anderer Hersteller sind damit nicht kompatibel. Auch die fehlende HDD-Entkopplung zeigen, dass vor allem das Design des fertigen Rechners im Vordergrund steht.

Aktuell werden für das Phanteks NV7 rund 220 Euro fällig, womit es nicht unbedingt zu den günstigeren Gehäusen gehört. Der Big-Tower bietet dafür aber ein ausgesprochen schickes Design mit massig Platz für Hardware und Kühlkomponenten – egal ob mit Luft oder Wasser. Bedenkt aber, dass ihr zusätzlich noch Lüfter kaufen solltet.

Gehäuse
Allround-PC.com Award
07/2023
Phanteks NV7
Empfehlung

Pro

  • viele Kabelmanagment-Optionen
  • großzügiger Innenraum
  • schickes Design mit hochwertiger Verarbeitung
  • clevere Features für einen möglichst cleanen Look
  • massig Platz für Lüfter und Radiatoren
  • perfekter Blick auf die verbaute Hardware

Contra

  • keine Lüfter im Lieferumfang
  • keine HDD-Entkopplung
  • Staubfilter nur am Boden
  • RGB-Hub nur für Phanteks-Lüfter nutzbar (proprietärer Stecker)

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Arian Krasniqi Profilbild Arian Krasniqi Redakteur

Seit 2021 schreibt er News und Artikel für Allround-PC und kommt ursprünglich aus dem Bereich der Hardware-Komponenten. Inzwischen berichtet er aber auch über verschiedene Gadgets, Smartphones sowie Tablets und informiert als ehemaliger Umwelt­ingenieursstudent über Neuheiten im Bereich der PV-Technik.

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