Mit dem ROG Thor Netzteil und der ROG Ryujin 360 Wasserkühlung hat Asus zwei neue Produkte mit integriertem OLED-Display vorgestellt. Welchen Zweck der integrierte Bildschirm bietet, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Asus ROG Thor Netzteil

Übersicht

Das Asus ROG Thor Netzteil wird aktuell in einer Variante mit 1.200 Watt angeboten und soll demnächst auch in einer 850-Watt-Version angeboten werden. Das Netzteil bietet eine 80Plus Platinum-Zertifizierung mit einer Effizienz von bis zu 92 Prozent bei 50 Prozent Auslastung. Es verfügt außerdem über ein integriertes OLED-Display, das beispielsweise die aktuelle Leistung des Netzteils anzeigt.

Lieferumfang

  • Asus ROG Thor 1.200 Watt
  • Anleitung
  • modulare Stromkabel
  • Kabelbinder
  • Schrauben
  • Kaltgerätekabel

Design & Eigenschaften

Das ROG Thor ist mit seinen Abmessungen von 190 x 150 x 86 mm nicht gerade klein und eignet sich daher nicht für jedes Gehäuse. Zum Vergleich: das bereits recht große be quiet! Dark Power Pro 11 Netzteil misst 180 x 150 x 86 Millimeter. Normalerweise sehen die meisten Netzteil mit ihrem schwarzen, musterlosen Design relativ schlicht aus, das ROG Thor möchte dies jedoch ändern.

Das OLED-Display zeigt die aktuelle Leistungsaufnahme in Watt an.

Das komplette Gehäuse besteht aus einer mattschwarzen Lackierung und ist zusätzlich mit unterschiedlichen Akzenten durchzogen. Außerdem ist das Lüftergitter stellenweise grau lackiert worden, sodass ab einem gewissen Abstand das ROG-Logo zu erkennen ist. Das absolute Highlight des Asus ROG Thor ist aber das integrierte OLED-Panel, auf dem die Leistungsaufnahme in Echtzeit eingeblendet wird.

Auf dem Lüftergitter lässt sich das ROG-Logo erkennen, das mit grauer Farbe aufgetragen wurde.

Zusätzlich bietet das Seitenteil ein beleuchtetes ROG-Logo, dessen Beleuchtung per Aura Sync mit anderen kompatiblen Geräten synchronisiert werden kann. Auf der Vorderseite befinden sich die gesamten Anschlüsse, die durch das vollmodulare Kabelmanagement individuell bestückbar sind.

Das ROG Thor im Detail

Die zahlreichen beiliegenden Kabel, insgesamt sind es ganze 18 Stück, verfügen über eine Textilummantelung und wirken sehr hochwertig. Auf der Rückseite befindet sich neben dem üblichen Wabenmuster auch der Stromanschluss und ein Netzschalter. Neben dem in Rot gehaltenem ROG-Logo befindet sich ein Zero Fan-Schalter, nach dessen Betätigung der Lüfter nur noch bei starker Last aktiviert wird. Asus gewährt eine Garantiezeit von zehn Jahren auf das ROG Thor Netzteil. Das OLED-Panel und die RGB-LEDs sind jedoch von dieser ausgeschlossen und besitzen eine kürzere Garantiezeit von drei Jahren.

Leistungstest

Unser Testsystem weist einen Strombedarf von etwa 60 Watt (Idle) bis ca. 550 Watt (Volllast), abhängig vom Netzteil, auf. Der Prozessor wurde dabei mit dem Tool CPU-Burn ausgelastet, während die Auslastung der Grafikkarte durch den Benchmark 3DMark Fire Strike Ultra erreicht wurde. Ausgelesen wurde dabei die Leistungsaufnahmen mit dem Verbrauchsmessgerät der Firma Voltcraft Plus Energy Monitor 3000. Außerdem wurden die Leistungsaufnahmen in den vier Betriebszuständen  Ausgeschaltet, Standby, Idle und Load gemessen. Folgendes Testsystem kam dabei zum Einsatz:

  • Prozessor: Intel Core i7-5960X @3,0 GHz, Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: MSI X99 Godlike Gaming
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Ram: 16 GB Kingston HyperX Predator DDR4 3.000 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: SanDisk Extreme 480 GB
  • Grafikkarte: EVGA GeForce GTX 1080 Ti
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Asus ROG Thor 1200W

Im Belastungstest zeigt sich, dass das Asus ROG Thor auch bei starker Last effizient arbeitet und sich maximal 485 Watt aus der Steckdose genehmigt. Wird das System nicht belastet, benötigt das Netzteil 79 Watt, was für unser Testsystem einen ordentlichen, wenn auch nicht überragenden Wert darstellt. Im Zero-Fan-Modus arbeitet das Netzteil komplett lautlos, wenn sich der Lüfter in seltenen Fällen doch  hinzuschaltet, ist der Geräuschpegel kaum bemerkbar.

Fazit

Das Asus ROG Thor Netzteil ist sehr effizient, auch unter starker Auslastung flüsterleise und ermöglicht durch das vollmodulare Kabelmanagement ein sauberes Build. Die Integration des OLED-Displays ist ein nettes Alleinstellungsmerkmal, kann allerdings als Spielerei angesehen werden: Wird das Netzteil mit dem Lüfter nach unten zeigend eingebaut, befindet sich das Display auf der rechten Gehäuseseite und lässt sich daher nur bei offenem Seitenteil ablesen. Zeigt der Lüfter hingegen nach oben - eine bei vielen Gehäusen inzwischen unübliche Variante - könnte es theoretisch abgelesen werden, wenn das Gehäuse ein Seitenfenster besitzt und keine Netzteilabdeckung aufweist. Bisher ist das ROG Thor Netzteil nur mit einer Leistung von 1.200 Watt in Deutschland verfügbar, eine günstigere Version mit 850 Watt soll noch dieses Jahr folgen. Somit ist das Netzteil momentan nur für eine kleine Gruppe von Enthusiasten mit einem besonders leistungshungrigen System interessant. Das Asus ROG Thor Netzteil ist aktuell zu einem Preis von 350 Euro im Handel erhältlich.

Pro

  • hohe Effizienz
  • vollmodulares Kabelmanagement
  • leiser Lüfter
  • Garantiezeit auf zehn Jahre erhöht
  • ansprechendes Design
  • zehnjährige Herstellergarantie

Contra

  • geringer Nutzen des OLED-Displays
  • Aktuell nur in 1.200 Watt verfügbar
  • Preis

ASUS ROG Ryujin Wasserkühlung

Übersicht

Die ROG Ryujin 360 ist die erste All-In-One-Wasserkühlung von Asus und verfügt wie das ROG Thor über ein integriertes OLED-Panel, durch das nützliche Informationen wie die CPU-Temperatur angezeigt werden können. Doch kühlt sie High-End-Prozessoren auch zuverlässig und leise?

Lieferumfang

  • Asus ROG Ryujin 360 Wasserkühlung
  • Montagematerial für verschiedene Sockel inklusive Wärmeleitpaste
  • 3 Lüfter
  • Anleitung

Design & Verarbeitung

Bei der Asus ROG Ryujin setzt der Hersteller weitestgehend auf ein schlichtes Design mit nur wenigen farblichen Akzenten. Der Kühlkörper besteht aus einer quadratischen Grundform mit Einkerbungen für die Schläuche. Über den Kühlkörper wird nach der Installation auf dem Mainboard eine Kunststoffabdeckung mit zum Teil spiegelnder Oberfläche gestülpt.

ROG Ryujin 360 Kühler AbdeckungRadiator und Kühler werden über zwei rund 38 Zentimeter lange Schläuche miteinander verbunden.

In der spiegelnden Oberfläche befindet sich eine Aussparung für das OLED-Display. Dieses kann nützliche Informationen wie Temperatur, Spannung oder Lüftergeschwindigkeit anzeigen. Wenn diese Informationen nicht benötigt werden, können auf dem Display eigene Bilder oder Animation mit einer Pixeldichte von 160 x 128 eingeblendet werden.

ROG Ryujin 360 OLEDDas Highlight ist das integrierte OLED-Display, das beispielsweise Logos oder Systeminformationen anzeigt.

Das farbliche Highlight des Kühlkörpers besteht jedoch aus einem per Software steuerbaren RGB-LED-Streifen. Eine Besonderheit ist der im Kühlkörper integrierte Lüfter, der rund um den Sockel für kühle Luft sorgen soll.

ROG Ryujin 360 Radiator Luefter FestAuf dem Radiator ist Platz für insgesamt drei 120-mm-Lüfter.

Die runde, glattgeschliffene Kontaktfläche zum Prozessor besteht aus Kupfer, wohingegen der 394 x 121 x 27 mm große Radiator aus Alumium gefertigt ist. Die Kühlflüssigkeit wird über zwei stoffummantelte Gummischläuche mit einer Länge von rund 38 Zentimetern zwischen Kühler und Radiator transportiert. Auf dem Radiator können die drei mitgelieferten Noctua NF-F12 Lüfter installiert werden.

ROG Ryujin 360 LuefterIm Lieferumfang sind drei Lüfter von Noctua enthalten, die mit maximal 2.000 Umdrehungen pro Minute aktiv sind.

Im Gegensatz zum Kühlkörper ist der Radiator komplett in Schwarz gehalten und auch die beiliegenden Lüfter sind entgegen dem Trend ohne RGB-LEDs ausgestattet. Die Wasserkühlung wirkt sehr gut verarbeitet und die Montage verlief auf dem LGA 2011 schnell und unkompliziert.

Leistungstest

Die Pumpe der Asus ROG Ryujin 360 erreicht bis zu 4.800 Umdrehungen pro Minute. Außerdem kommen drei Noctua NF-F12 mit einem Durchmesser von jeweils 120 mm zum Einsatz. Diese können in einem Drehzahlbereich zwischen 450 und 2.000 Umdrehungen pro Minuten laufen.

In unserem Test haben wir die Kühlleistung ermittelt, indem die Wasserkühlung einen unter Vollast laufenden Intel Core i9-7900X kühlen musste. Das System wurde so 30 Minuten mit voller Auslastung betrieben und der Temperaturverlauf mit der Software Core Temp ausgelesen. Diese Ergebnisse vergleichen wir mit unserer zuletzt getesteten Wasserkühlung Enermax Liqfusion 240.

  • Prozessor: Intel Core i9-7900X, 3,3 GHz, Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Kühler: Asus ROG Ryujin 360
  • Ram: 32 GB Adata Spectrix D40 3.000 MHz CL 16-18-18-36
  • Systemlaufwerk: Adata XPG SX8000 512 GB
  • Grafikkarte: KFA2 GTX 1070 Ti
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: be quiet Straight Power 1.000 Watt

Die Prozessortemperatur lag in unserem Test bei maximal 49 Grad Celsius und erzielt somit ein ähnliches Ergebnis wie die Wasserkühlung von Enermax. Im Idle konnte jedoch mit 22 Grad eine leicht bessere Kühlleistung erreicht werden. Leider lassen sich die Lüfter der Wasserkühlung nur bei der Verwendung eines Asus-Mainboards steuern.

In einer solchen Kombination bleibt die Ryujin 360 selbst unter Last angenehm leise. Wer hingegen kein Asus-Mainboard besitzt, sollte von der Wasserkühlung absehen. Ohne die Möglichkeit der Lüftersteuerung, drehen die Lüfter selbst im Idle zu stark auf, was in einer hohen Lautstärkeentwicklung resultiert.

Fazit

Die Asus ROG Ryujin 360 ist eine gute Wasserkühlung, die jedoch nur auf Asus-Mainboards ihr volles Potenzial entfalten kann. Es ist nur auf diesen möglich, die Lüfter der Wasserkühlung zu steuern. Auf anderen Mainboards laufen die Lüfter deutlich hörbar im oberen Drehzahlbereich, weshalb wir nur Besitzern einer Asus-Platine zum Kaufen raten. Optisch macht besonders der Kühlkörper mit integrierter RGB-Beleuchtung einen sehr guten Eindruck. Das integrierte OLED-Display kann ebenfalls genutzt werden, um den PC zu individualisieren, zudem lassen sich wichtige Systemwerte anzeigen lassen. Preislich zählt die ROG Ryujin 360 mit einem Preis von rund 240 Euro zu den teureren Wasserkühlern.

Pro

  • gute Kühlleistung
  • ansprechendes Design
  • RGB-Beleuchtung
  • praktisches OLED-Display

Contra

  • hoher Preis
  • Lüfter nur mit Asus-Mainboards regelbar

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