Huawei hat auf dem MWC 2018 unter dem Slogan „New Horizons“ eine neue Tablet-Reihe präsentiert. Die Huawei MediaPad M5-Serie besteht aus drei Modellen mit acht sowie zehn Zoll und bietet sogar ein Pro-Modell. Wir haben das Huawei MediaPad M5 mit acht Zoll großem Bildschirm getestet.

Übersicht

Der Tablet-Markt stagniert seit Jahren, wirklich beliebt ist weiterhin nur das Apple iPad. Doch genau da möchte Huawei wieder angreifen. Die MediaPad M5-Serie soll eine hochwertige Verarbeitung und ein schickes Design bieten, um so unter anderem auch gegen die Platzhirsche Samsung und Apple antreten zu können. Preislich liegt unser Modell bei 399 Euro (UVP) – doch ist es das Geld wert?

Technische Daten

Modell
Huawei MediaPad M5
Prozessor
HiSilicon Kirin 960 Octa-Core
GPU
Mali-G71 MP8
Arbeitsspeicher
4 GB
interner Speicher, erweiterbar?
64 GB, per Micro-SD bis zu 256 GB
Display
8,4 Zoll, IPS
Auflösung
2.560 x 1.600 Pixel, 359 PPI
Konnektivität
LTE CAT6
Wi-Fi 802.11a/b/g/n/ac (2.4 GHz & 5 GHz)
Bluetooth 4.2
Karten-Slots
Nano-SIM, Micro-SD
Kameras
Hauptkamera: 13 MP, f/2.2, Autofokus
Frontkamera: 8 MP, f/2.2, fester Fokus
Akku (austauschbar?)
5.100 mAh, fest verbaut
Fingerprintsensor
Ja, frontseitig
Quick-/Wireless-Charging
Ja / Nein
BetriebssystemAndroid 8.0 Oreo
EMUI 8.0
Anschlüsse
USB 2.0 Typ-C
Abmessungen
212,6 x 124,8 x 7,3 mm
Gewicht
ca. 316 g
Farben
Space Grey, Champagne Gold
Preis
349 Euro (WiFi) / 399 Euro (LTE)

Lieferumfang

  • USB TypC-Kabel
  • Ladeadapter
  • Steckplatz-Werkzeug
  • USB-auf-Klinke-Adapter
  • Bedienungsanleitung

Design & Verarbeitung

Huawei verpasst dem MediaPad M5 eine schwarze Glas-Front und eine Rückseite aus mattem Aluminium. Mittlerweile sehr im Trend: die Farbe „Space Grey“. Das ins Anthrazit übergehende Grau glänzt leicht und wirkt dadurch sehr edel. Insgesamt kann sich die Verarbeitung sehen lassen, besonders die geschliffenen Kanten sind schön anzusehen.

In der von uns getesteten Variante bietet das Huawei MediaPad M5 ein acht Zoll großes 2K-Display.

Auf der Front zeigt sich ein 8,4 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln. Die Auflösung beschert dem Tablet eine ordentliche Pixeldichte von 359 PPI. Im Freien spiegelt der Bildschirm relativ stark, was die durchschnittliche maximale Helligkeit von 350 cd/m² nur bedingt auszugleichen vermag. In Innenräumen entfallen die Spiegelungen weitestgehend und das MediaPad M5 kann seine Stärken bei der Bilddarstellung ausspielen: Der Bildschirm gibt Farben satt wieder und hat gute Kontraste. Auffällig ist der untere Bildschirmrand, der etwas breiter ausfällt. Dieser beherbergt den Fingerabdrucksensor und soll  mehr Platz bieten, damit das Tablet sicher festgehalten werden kann. Natürlich sind kleinere Bildschirmränder schicker, der Platz dient jedoch der angenehmeren Ergonomie im Alltag.

 

Auf der Unterseite ist ein USB Typ-C Anschluss platziert, einen Klinkenstecker gibt es nicht mehr. Hierfür ist ein entsprechender Adapter im Lieferumfang enthalten. Sehr markant sind die Öffnungen für die Lautsprecher, die sowohl an der Unter- als auch der Oberseite platziert wurden. In Zusammenarbeit mit Harman/Kardon wurden die Stereo-Lautsprecher für einen 3D-Surround-Sound optimiert. Für Tablet-Lautsprecher klingen diese wirklich gut, wenngleich kein richtiger Surround-Effekt wahrnehmbar ist. Schließen wir hingegen Kopfhörer an, können wir auch die Histen-Soundeffekte aktivieren. Mit diesen können wir beispielsweise einen Equalizer nach unseren Klangvorlieben einstellen und den 3D-Sound auch über die Kopfhörer nutzen. Der 3D-Sound verleiht Filmen tatsächlich etwas mehr Räumlichkeit, wodurch diese insgesamt stimmiger als mit den Standardeinstellungen wirken.

Technik & Benchmarks

Im Inneren des Huawei MediaPad M5 sitzt ein Kirin 960 Octa-Core Prozessor, den wir bereits aus dem Huawei Mate 9 kennen. Leider verbaut Huawei nicht den neusten Kirin 970, die Leistung liegt dennoch auf einem hohen Level. Beim Speicher setzt Huawei auf 4 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher. Durch eine microSD-Karte kann dieser um 256 GB erweitert werden.

Der verwendete Kirin 960 SoC ist nicht das neuste Modell, beschleunigt das MediaPad M5 aber schnell genug.

Als Betriebssystem setzt Huawei auf ein aktuelles Android 8.0 Oreo und legt die eigene EMUI 8.0 Benutzeroberfläche darüber. Das System lässt sich flüssig bedienen und bietet ein paar spannende Funktionen. Ab Werk sind diverse Apps wie Spiele und Microsoft Office vorinstalliert, diese kann der Nutzer jedoch manuell entfernen. Das Design der Oberfläche ist weiterhin sehr anpassbar, der Look kann zudem im Design-Shop dem eigenen Geschmack angepasst werden.


Wer bereits ein Huawei Smartphone sein Eigen nennt, wird sich auch beim M5 sofort zurechtfinden.

Wer bereits ein aktuelles Huawei Smartphone wie das Huawei P20 Pro besitzt, der wird auch gut mit dem System des Huawei MediaPad M5 zurechtkommen. Im Benchmark zeigt sich das Tablet übrigens auf dem Niveau aktueller Smartphones, hätte allerdings mit dem neueren Chip nochmal etwas mehr Leistung bekommen können.

Kamera

Die Kamera des Huawei MediaPad M5 bietet mit 13 Megapixeln eine gute Auflösung. Mit einer Blende von f/2.2 sind zudem recht detaillierte Aufnahmen möglich. Der Fokus ist allerdings nicht der Schnellste. Durch eine nachträgliche Fokussierung wird das Bild außerdem öfters überbelichtet. Bei leichter Dämmerung oder schwierigeren Lichtverhältnissen fängt die Kamera dann sehr früh zu rauschen an. Insgesamt können sich die Bilder aber sehen lassen, hier ein paar Ergebnisse:

Neben dem Automatik-Modus stehen dem Nutzer ein Pro-Modus sowie Modi für Video, HDR, Nachtaufnahme, Panorama oder Lichtmalerei zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es noch den Profivideo- und Zeitraffer-Modus. Durch die Verwendung der Kirin 960 CPU ist leider keine AI-Erkennung verfügbar, auch eine Bildstabilisierung ist nicht integriert.

Der Akku des Huawei MediaPad M5 8 bietet eine Kapazität von 5.100 mAh und ist fest verbaut. Dadurch sollte eine durchaus gute Laufzeit möglich sein. Geladen wird der Akku mit QuickCharging, kabelloses Laden wird hingegen leider nicht unterstützt.

Fazit

Huawei möchte nicht nur bei Smartphones, sondern auch bei Tablets weiter für Furore sorgen und den großen Platzhirschen Samsung und Apple Markanteile abluchsen. Mit der neuen MediaPad M5-Serie könnte das durchaus gelingen, denn die Tablets sind preislich attraktiv, wenn man bedenkt, was sie für Features vorweisen können. Das hier getestete 8-Zoll-Modell bietet ein hochauflösendes 2K-Display, ein Gehäuse aus Aluminium und 2,5D-Glas auf der Front. Im Inneren wurde leistungsstarke Hardware verbaut, die für eine flüssige Performance sorgt. Darüber hinaus bietet das MediaPad M5 eine handliche Bedienung, besonders der frontseitige Fingerprintsensor arbeitet schnell. Der Akku bietet mit 5.100 mAh eine ordentliche Kapazität, wodurch normale Nutzer damit gut über den Tag kommen sollten. Die 13-Megapixel-Kamera knipst gute Fotos, bei dunkleren Lichtverhältnissen stößt das Modul jedoch ziemlich schnell an seine Grenzen. Die 8-Megapixel-Frontkamera mit festem Fokus ist darüber hinaus gut für schnelle Selfies oder zur Videotelefonie geeignet. Insgesamt bietet das Tablet ein gelungenes Gesamtpaket – kompakte Maße, ein hochauflösender Bildschirm, LTE-Konnektivität und vieles Mehr stecken im MediaPad M5. Lediglich Kleinigkeiten wie ein fehlender Klinkenanschluss oder der etwas ältere Prozessor trüben das Gesamtbild. Preislich liegt das Huawei MediaPad M5 8″ LTE bei 399 Euro (UVP). Erfahrungsgemäß dürfte dieser Preis in den nächsten Wochen und Monaten jedoch deutlich sinken.

ProContra
  • sehr hochwertiges Design mit Glas und Aluminium
  • Kamera schwächelt bei schlechten Lichtverhältnissen
  • 2K-Bildschirm
  • kein 3,5-mm-Klinkenanschluss
  • guter Akku mit Schnellladefunktion
  • kein Bluetooth 5.0
  • LTE-Konnektivität
 
  • gute Harman/Kardon-Lautsprecher
 
  • schneller Fingerabdrucksensor
 

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Leonardo Ziaja Leonardo Ziaja .. studiert Wirtschaftsinformatik an der Universität zu Köln und ist bei Allround-PC.com neu im Team. Er ist für die Bereiche Smartphones und Gehäuse zuständig, testet aber auch andere Hardware-Neuheiten, wie z.B.: Tastaturen, Mainboards oder Notebooks.

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