Der Eizo FlexScan EV3895 ist der erste Ultrawide-Monitor des japanischen Premium-Herstellers. Er bietet ein großes Curved-Display mit seltenem Format und praktische Anschlussfunktionen. Wir haben den 1.500 Euro teuren Bürobildschirm getestet.

Übersicht

Seit Dezember ist der 37,5 Zoll große FlexScan EV3895 für offiziell 1.784 Euro in den Farben Schwarz und Weiß auf dem Markt. Zum Testzeitpunkt beträgt der Preis des Monitors knapp 1.500 Euro. In der 38-Zoll-Klasse liegt der Monitor somit derzeit 150 bis 400 Euro über der Konkurrenz. Zu den günstigeren Alternativen zählen beispielsweise der LG 38WK95C und der Dell UltraSharp U3818DW. Im Gegensatz zu den allermeisten Ultrawide-Modellen kommt der Eizo-Monitor im Format 24:10 daher. Eizo wirbt mit einer sechsmonatigen Null-Pixelfehler-Garantie, einer fünfjährigen Herstellergarantie und einer umwelt- sowie sozialbewussten Produktion mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit.


Design und Verarbeitung

Der fertig montiert ausgelieferte Monitor misst mitsamt Standfuß 893,9 x 411 – 603,7 x 240 Millimeter und wiegt 13,2 Kilogramm. Entsprechend nimmt er auf einem Tisch viel Platz ein, jedoch kann er aufgrund seiner großen Bildschirmdiagonale von 95,3 Zentimetern ein Dual-Monitor-Setup ersetzen. Eizos typisch runder Standfuß ist weitaus kompakter als etwa V- oder U-förmige Lösungen von ähnlich dimensionierten Konkurrenten. Mit Ausnahme des unteren Bildschirmrandes fallen die Seiten angenehm schmal aus. Der Bildschirm weist eine Krümmung von 2.300R auf; ein üblicher Krümmungsradius in dieser Größenklasse, der nicht so extrem wie etwa beim Odyssey G9 (Test) auffällt. Durch das Curved-Design bleiben die seitlichen Bildschirmbereiche besser im Blick, da der Abstand zu den Augen im Vergleich zu einem flachen Monitor geringer ist.

Am unteren Rand sind die Bedienungssensoren, ein Helligkeitssensor und zwei Lautsprecher vorhanden. Die Lautsprecher bieten jeweils eine Leistung von fünf Watt, nur ist der Klang eine herbe Enttäuschung. Sie eignen sich allerhöchstens für Benachrichtigungstöne, aber ansonsten sollten Nutzer sie eher deaktivieren. Der Monitor ist optisch schlicht gehalten und das Gehäuse besteht aus Kunststoff. Auf der Rückseite gibt es wie bei manch anderen Eizo-Modellen Aussparungen, die als Tragegriffe dienen. Die meisten Anschlüsse sind durch eine U-förmige Blende abgedeckt und Kabel lassen sich hinten entlang des Standfußes verlegen. Das zurückhaltende Design passt zum anvisierten Büroeinsatz, unauffällig ist der Monitor größenbedingt aber nicht. Hinsichtlich der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

Bild: Eizo

Ergonomie und Anschlüsse

Der Hersteller legt stets viel Wert auf eine hohe Ergonomie und bei diesem Modell kommt auch die Anschlussvielfalt nicht zu kurz. Er lässt sich um 19,3 Zentimeter in der Höhe verstellen, um 70 Grad nach links und rechts drehen und um 35 Grad nach oben sowie fünf Grad nach unten neigen. Für einen gekrümmten 38-Zöller ist das beachtlich und Eizo lässt hier keine Wünsche offen. Beim Verstellen der Höhe zeigt sich der Monitor etwas schwergängig, aber dafür ist der Standfuß sehr stabil, sodass der Bildschirm nur bei äußerst energischem Tastaturtippen leicht wackelt.

Die Anschlussblende ist mit Leichtigkeit abnehmbar, und sie muss zum Erreichen der Buchsen nicht einmal vollständig entfernt werden. Dahinter befinden sich linksseitig der Stromanschluss und ein Netzschalter. An der rechten Seite bietet der FlexScan EV3895 zweimal HDMI, einmal DisplayPort, einen Ethernet-Anschluss, zwei USB-3.0-Uplinks und eine USB-C-Buchse. Letztere dient zur Übertragung von Daten, Bild, Ton und Strom mit einer Leistung von bis zu 85 Watt. Das genügt, um die meisten Notebooks mit Unterstützung für Power Delivery aufzuladen. Links hinter dem Bildschirm gibt es außerdem noch vier USB-A-Ports (USB 3.0) und eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse.

Im Monitor ist ein KVM-Switch integriert, mit denen an den USB-Ports angeschlossene Eingabegeräte an bis zu drei verbundenen Computern nutzbar sind. Diese Eigenschaft erweist sich besonders in Kombination mit den Picture-by-Picture-Modi als praktisch. Der EV3895 kann sein Potenzial also voll ausspielen, wenn am Arbeitsplatz mehrere Computer zum Einsatz kommen, etwa ein Desktop-PC und ein Notebook oder Tablet. Doch auch mit nur einem USB-C-Gerät gibt der Eizo-Monitor eine gute Dockingstation ab.

Bild: Eizo

Eigenschaften und Bildqualität

Der FlexScan EV3895 beinhaltet ein mattes IPS-Panel von LG, welches mit 3.840 x 1.600 Pixeln auflöst. Daraus ergibt sich eine gute Pixeldichte von 111 Pixeln pro Zoll. Die matte Beschichtung ist insgesamt in Ordnung, aber bei starkem Sonnenlicht reflektiert sie trotzdem leicht. Eizo gibt die typische Maximalhelligkeit mit 300 Nits an. Wir haben in der Bildschirmmitte maximal 335 Nits und durchschnittlich 315 Nits gemessen. Der Helligkeitsabfall in den äußeren Bereichen betrug bei unserem Testmodell höchstens zehn Prozent. Für den Büroeinsatz ist das hell genug, sofern die Sonne nicht direkt auf den Bildschirm scheint. Insgesamt hätten wir in dieser Preisklasse aber gerne bis zu 450 Nits gesehen.

Ebenfalls nur durchschnittlich ist die Bildwiederholfrequenz von 60 Hertz. Einige Alternativen bieten 75 bis 144 Hertz, für Office-Arbeit ist eine höhere Bildwiederholfrequenz aber lediglich “nice to have”. Die Grau-zu-Grau-Latenz gibt der Hersteller mit fünf Millisekunden an; ein normaler Wert für ein IPS-Display. Trotz der herkömmlichen Hertzrate und Latenz macht Spielen am EV3895 Spaß, sofern die nötige Rechenleistung für diese Auflösung gegeben ist und nicht die Anforderungen eines Gaming-Monitors gestellt werden. Mit ausgewähltem User-Profil lässt sich noch Overdrive nutzen, um die Schaltzeiten zu verringern, jedoch entstehen dann Bildartefakte (inverse ghosting), weshalb wir davon abraten. IPS-typisch wies unter Testmodell Backlight-Bleeding am oberen Bildschirmrand auf, aber nur sehr geringfügig, sodass es im Alltag nie auffiel.

Insgesamt ist die Bildqualität des Eizo-Monitors exzellent. Die hohe Auflösung sorgt trotz der Größe für eine gute Bildschärfe, die Helligkeit liegt sogar über die der Herstellerangabe und das seltene 24:10-Format erweist sich bei mehreren Programmfenstern als sehr nützlich. Zusätzlich deckt das IPS-Display den sRGB-Farbraum zu 100 Prozent ab.

Stromverbrauch und Bedienung

Ein geringer Stromverbrauch ist neben einer guten Ergonomie quasi das Markenzeichen von Eizo. Nicht nur ist der Verbrauch des Bildschirms generell recht niedrig, sondern der Hersteller integriert auch Funktionen, um ihn zusätzlich zu senken. Der Helligkeitssensor reguliert im Tagesverlauf die Bildschirmhelligkeit. Nutzer können die Helligkeit nachträglich anpassen und der Helligkeitssensor berücksichtigt die Präferenzen anschließend.

Wir haben bei voller Helligkeit maximal 51 Watt gemessen, allerdings wurde dabei die Ladefunktion auch nicht genutzt. Bei 50-prozentiger Helligkeitsstufe genehmigte sich der Testmonitor 24 Watt. Generell nutzten wir das Display meist mit aktivierter EcoView-Funktion (Helligkeitsregelung) und kamen somit durchschnittlich auf einen Verbrauch von 30 Watt. Laut Herstellerangabe beläuft sich der jährliche Energieverbrauch auf 51 Kilowattstunden. Im Standby-Modus zeigte unser Messgerät 0 Watt an. Besonders in Anbetracht des 37,5-Zoll-Displays sind dies relativ geringe Werte.

Eizo setzt weiterhin auf elektrostatische Sensoren als Bedienelemente. Sie lassen sich haptisch nicht voneinander unterscheiden, was die Bedienung unnötig erschwert. Die Menüs sind sinnvoll, aber dennoch leicht verschachtelt aufgebaut und die Taste zur Bestätigung liegt direkt neben der Ein/Aus-Taste. Hier wäre ein Fünf-Wege-Joystick wesentlich komfortabler gewesen. Bekanntermaßen stehen mehrere Bildschirmprofile zur Auswahl – wir haben überwiegend das sRGB-Profil genutzt. Bei den Picture-by-Picture-Modi sind zwei oder drei Quellen gleichzeitig mit verschiedenen Layouts darstellbar. Dann kommt mit einem Tastendruck auch der KVM-Switch zum Einsatz, um etwa die per USB verbundene Maus und Tastatur einem anderen Computer zuzuweisen.

Preisvergleich

Fazit

Der Eizo FlexScan EV3895 ist zusammengefasst ein optimaler Monitor für den Office-Einsatz, aber der Hersteller lässt sich das auch teuer bezahlen. Er bietet viel Bildschirmfläche mit leichter Krümmung, eine gute Auflösung, hohe Ergonomie, lange Garantie und einen recht geringen Stromverbrauch dank Helligkeitssensor. Zudem ist der Monitor als Dockingstation nutzbar und beinhaltet praktische Multitasking-Extras wie den KVM-Switch für Picture-by-Picture.

Um die Vorteile voll auszunutzen, braucht man aber ein Gerät mit USB-C oder mehrere Computer am Schreibtisch. Das Gesamtpaket passt, nur könnte man für das Geld teils noch etwas mehr erwarten. Beispielsweise mehr als 60 Hertz wären schön gewesen oder eine leicht höhere Helligkeit von 450 Nits. Die Lautsprecher hätte Eizo sich bei dieser Klangqualität auch sparen können und die Bedienung ist unnötig umständlich. In der 38-Zoll-Klasse ist der hohe Preis aus unserer Sicht gerechtfertigt. Wer jedoch auf die Anschlussextras und die überdurchschnittliche Garantie verzichten kann, kommt bei der Konkurrenz ein paar Hundert Euro günstiger weg.

Monitore
Allround-PC.com
02/2021
Eizo FlexScan EV3895
Empfehlung

Pro

  • hohe Ergonomie und stabiler Standfuß
  • Dockingstation mit USB-C (PD) und LAN
  • sinnvolles Office-Format und scharfe Auflösung
  • lange Garantie und relativ geringer Stromverbrauch

Contra

  • sehr schlechte Lautsprecher
  • verbesserungswürdige Bedienung
  • hoher Preis

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