MSI Pro MP341CQ im Monitor-Test: Breiter Business-Bildschirm

Ultrawide für den Office-Einsatz
MSI

Mit dem MSI Pro MP341CQ bietet der taiwanische Hersteller einen neuen Ultrawide-Monitor für den Büroeinsatz an. Der 34-Zoll-Bildschirm ist gekrümmt und weist eine überdurchschnittliche Bildwiederholrate auf. Alles Wissenswerte zum MP341CQ erfahrt ihr im Testbericht.

MSI hat hierzulande im November 2022 ein neues Modell der eigenen Business-Monitorserie Pro veröffentlicht. Neben der Pro-Serie gibt es im Business-Segment des Herstellers noch die Summit- und Modern-Serie. Der MSI Pro MP341CQ startete für 399 Euro und kostet zum Testzeitpunkt 356 Euro in Schwarz. Die von uns getestete weiße Variante wird bislang bei keinem Händler gelistet.

Es handelt sich um das erste 34-Zoll-Modell unter MSIs Business-Monitoren, aber im Gaming-Segment gibt es bereits mehrere Modelle dieser Größenordnung, etwa den MSI MPG Artymis 343CQR (Test). Zum derzeitigen Preis fällt der MP341CQ etwas günstiger aus als die meisten vergleichbaren Konkurrenten. Etwa der nahezu identische Xiaomi Mi Curved Gaming 34 ist allerdings trotz höherer Bildwiederholrate schon für knapp 340 Euro erhältlich und ein ähnliches Samsung-Modell mit 60 Hertz kostet rund 270 Euro.

Der neue MSI-Bildschirm samt 100 Hertz hebt sich demnach von üblichen Office-Monitoren mit 60 bis 75 Hertz ab, konkurriert aber in der Regel nicht direkt mit Gaming-Monitoren samt höheren Bildwiederholraten.

Lieferumfang

Ergonomie leider Fehlanzeige

Anders als bei den Gaming-Pendants des Herstellers ist das Design des Business-Modells überaus schlicht gehalten. Einzig der Standfuß hat ein dezentes Design-Element, ansonsten bestehen bis auf die beiden MSI-Logos keine optischen Auffälligkeiten. Im Falle der schwarzen Variante hebt sich der mattgraue Standfuß etwas von dem schwarzen Gehäuse ab, während unser Testmodell gänzlich in Weiß gehalten ist. Die Bildschirmrahmen sind auf gewohntem Niveau, also weder extrem dünn noch nennenswert breit – die Unterkante steht aber leicht über. Im oberen rechten Bereich fiel beim Testmodell ein verhältnismäßig breites Spaltmaß zwischen dem Bildschirm und dem Rahmen auf.

Hinsichtlich der Ergonomie hat der Hersteller eindeutig gespart, da sich der Bildschirm nicht schwenken oder in der Höhe verstellen lässt. Man kann den Monitor lediglich um 3,5 Grad nach vorn und um 21,5 Grad nach hinten neigen. Des Weiteren ist eine Wandmontage gemäß VESA 100 × 100 möglich. Diesbezüglich wirbt MSI damit, dass die Mini-PCs der eigenen Cubi-Serie direkt an die Rückseite montierbar sind. Apropos Montieren, nach dem Auspacken muss der Standfuß mit vier Schrauben erstmal an der Monitorrückseite befestigt werden.

Die Anschlüsse sitzen ohne Abdeckung hinten und sind nach unten gerichtet. Zweimal HDMI 2.0b und einmal DisplayPort 1.2a stehen für Bildquellen zur Verfügung. Ansonsten hat der Monitor nur einen Klinkeneingang für Kopfhörer oder Lautsprecher. Ein Lautsprecher-Duo mit je zwei Watt ist übrigens integriert, jedoch klingt es ziemlich blechern. Auf ein Kabelmanagement am Standfuß wurde leider verzichtet. USB-Anschlüsse fehlen gänzlich, was angesichts der Preisklasse und der Business-Ausrichtung schade ist.

Bildschirm: 34 Zoll und 100 Hertz

MSI verbaut ein mattes VA-Panel mit einer Bilddiagonale von 34 Zoll (0,86 Meter) und 21:9-Format. Die Auflösung beträgt 3.440 × 1.440 Pixel, was UWQHD entspricht. Der Bildschirm bietet also eine Pixeldichte von circa 109 Pixeln pro Zoll, was mehr als ausreichend ist. Wie es sich für einen Ultrawide-Monitor gehört, gibt es eine leichte Bildschirmkrümmung von 1500R. Dadurch muss man beim Arbeiten weniger den Kopf bewegen, um Fenster im linken und rechten Bildbereich zu sehen. Generell eignet sich die Kombination aus 34-Zoll-Diagonale, Ultrawide-Format und UWQHD im Alltag optimal für Multitasking.

Die 100 Hertz hohe Bildwiederholrate fällt im Vergleich zu üblichen Office-Monitoren überdurchschnittlich aus. Entsprechend wirken bewegte Inhalte auf dem Display spürbar flüssiger als mit 60 oder 75 Hertz. Der Sprung zu 144 Hertz oder mehr ist für Büroaufgaben aus unserer Sicht nicht vonnöten, sondern eher für Gaming wichtig. Wer über 100 Hertz möchte, findet in diesem Preisbereich genügend Alternativen.

Laut Datenblatt schafft der MSI Pro 341CQ bis zu 300 Nits. In unserer Helligkeitsmessung wurde dies sogar übertroffen. Im Durchschnitt erreicht der Bildschirm bei voller Helligkeit rund 333 Nits, in der Bildmitte sogar 352 Nits. Von der Mitte zum Randbereich beträgt der Helligkeitsabfall maximal acht Prozent. Für HDR-Inhalte ist dies zwar zu niedrig, für einen Bürobildschirm liegt die Helligkeit dennoch leicht über dem Durchschnitt.

Die Grau-zu-Grau-Reaktionszeit wird mit vier Millisekunden angegeben, was ein typischer Wert für ein VA-Panel ist. Im UFO-Test sind bei normalem Overdrive Schlieren sichtbar, aber auf erwartetem Niveau. Mit der schnelleren Overdrive-Einstellung werden die Schlieren etwas reduziert, aber es macht keinen gravierenden Unterschied aus. Die schnellste Overdrive-Einstellung ist nicht zu empfehlen, da dort leichte Bildartefakte auftreten.

Der Produktseite zufolge deckt der Ultrawide-Monitor den sRGB-Farbraum zu rund 116 Prozent und den DCI-P3-Farbraum zu circa 92 Prozent ab. Damit würde sich der Bildschirm sogar für hobbymäßige Fotobearbeitung eignen, allerdings konnten wir die tatsächliche Farbgenauigkeit mangels Messgerät nicht überprüfen.

Bedienung und Stromverbrauch

Zum Bedienen sitzen rechts auf der Rückseite fünf Tasten, wovon eine nur zum Ein- und Ausschalten dient. Bei anderen MSI-Modellen kann man mittels der Software DisplayKit viele Monitoreinstellungen alternativ mit der Maus anpassen, aber mangels USB-Uplink geht dies beim MP341CQ nicht. 

Das On-Screen-Display ist spartanisch und weist nur Standard-Funktionen auf: Helligkeit, Kontrast, Bildschirmprofil, Eco-Modus, dynamisches Kontrastverhältnis (DCR), Overdrive, Adaptive Sync, MPRT, Farbtemperatur, Low-Blue-Light-Modus, HDMI CEC, automatische Signalauswahl und etwa die OSD-Position. Sonderlich mehr OSD-Funktionen sind von einem Office-Monitor dieser Preisklasse ohnehin nicht zu erwarten, doch insgesamt ist die Bedienung der Untermenüs mit den Tasten gewöhnungsbedürftig.

Bei voller Helligkeit haben wir eine Leistungsaufnahme von maximal 44 Watt gemessen, bei 50-prozentiger Helligkeitseinstellung waren es bis zu 33,5 Watt. Mit eingeschalteter “Eco-friendly”-Option blieb der Stromverbrauch bei halber Helligkeit unverändert, bei höchster Helligkeitsstufe sank er auf 37,5 Watt – das Display erreicht dann natürlich nicht seine Maximalhelligkeit. Ohne Bildsignal benötigt der Monitor etwa drei Watt und schaltet sich anschließend innerhalb einer Minute gänzlich ab.

Fazit

Zusammengefasst handelt es sich beim MSI Pro MP341CQ um einen gehobenen Büromonitor, der preislich unter den meisten Gaming-Alternativen bleibt, und dafür kaum relevante Kompromisse aufweist. Mehr als 100 Hertz sind für Office-Anwendungen nicht sonderlich vorteilhaft und die Maximalhelligkeit von über 300 Nits ist definitiv ausreichend für Innenräume. Auch das überschaubare Standard-OSD und die gewöhnungsbedürftige Bedienung sind zu vernachlässigen. 

Kritik gibt es für die unterdurchschnittlichen Ergonomie-Eigenschaften und die fehlenden USB-Anschlüsse. Zum Testzeitpunkt würden wir Interessenten dennoch eher zum erwähnten Xiaomi-Konkurrenten raten, da er etwas mehr zu einem günstigeren Preis bietet. Der MSI-Monitor ist allerdings erst kurze Zeit auf dem Markt, also dürfte der Preis in den kommenden Monaten vermutlich sinken. Wenn der gewünschte Office-Bildschirm unbedingt weiß sein soll, ist der MP341CQ nach einem Modell von LC Power derzeit die günstigste Option.

Pro

  • überdurchschnittliche Bildwiederholrate für einen Office-Monitor
  • Helligkeit über der Herstellerangabe
  • Größe und Auflösung gut für Multitasking

Contra

  • keine USB-Anschlüsse oder sonstige Extras
  • nicht höhenverstellbar und schwenkbar
  • Lautsprecher

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