Der Jimmy H9 Pro wird mit einem sehr großzügigen Zubehörpaket geliefert und soll eine enorme Saugleistung bieten. Preislich rangiert er eher im teuren Premium-Segment. Ob diese Einordnung gerechtfertigt ist, klären wir im Testbericht.

Die Marke Jimmy zählt zu den vielen Tochterfirmen des chinesischen Elektronik-Herstellers Xiaomi. Die Marken Roidmi, Dreame, Roborock und schließlich Jimmy stellen Akkustaubsauger oder Saugroboter her und gehören allesamt in irgendeiner Form zum Xiaomi-Ökosystem. Der Saugroboter-Hersteller Roborock dagegen wurde inzwischen, wie die Smartphone-Marke POCO, als eigenständiges Unternehmen ausgelagert.

Jimmy H9 Pro Haupteinheit liegend

Innerhalb dieses Wirrwarrs aus mehr oder weniger Xiaomi zugehörigen Staubsaugermarken vertritt die Marke Jimmy die Budget-Lösungen und ist üblicherweise unterhalb der Mittelklasse-Modelle von Dreame, wie dem Dreame T20 Pro (zum Test), einzuordnen.

Umso verwunderlicher ist es da, dass der Jimmy H9 Pro zum Testzeitpunkt mit rund 425 Euro* fast gleichauf liegt mit dem T20 Pro. Das Jimmy-Modell ist dafür mit einem weniger üblichen flexiblen Saugrohr ausgestattet, mit dem es sich komfortabel unter Möbelstücken saugen lässt.

Lieferumfang

  • Handstaubsauger
  • flexibles Metallrohr
  • Teppichbürste
  • elektrischer Bürstenkopf für Matratze
  • elektrischer Bodenbürstenkopf
  • 2-in-1-Polsterwerkzeug
  • 2-in-1-Spaltwerkzeug
  • weiche Bürste
  • Mehrwinkelanschluss
  • Stretchschlauch
  • Batterie + Ladeadapter
  • Ladeständer (inkl. Schrauben) + Netzteil

Design & Funktionen

Der Jimmy H9 Pro ist mit einem Gewicht von 1,9 Kilogramm ohne Rohr und Aufsätze bei weitem kein Fliegengewicht. Voll aufgebaut wiegt er fast 4 Kilo, längere Saug-Aktionen können also in die Arme gehen. Anstelle des häufig an Akkusaugern dieser Bauart gesehenen Pistolen-ähnlichen Abzugs, wird der H9 Pro über eine klassische Power-Taste an der Oberseite eingeschaltet. Gleich daneben gibt es eine Taste zum Durchschalten der Leistungsmodi, welche zusammen mit dem verbleibenden Akkustand auf einem kleinen LED-Display angezeigt werden. Eine Abzug-Betätigung wäre angesichts des langen, gebogenen Griffs womöglich angenehmer gewesen, die Tasten sind jedoch ebenfalls ohne Umstände mit dem Daumen zu erreichen.

Saugstark und lautstark

Jimmy H9 Pro am Ständer
Jimmy H9 Pro Zubehörhalter
Jimmy H9 Pro Bürste
Jimmy H9 Pro Seitansicht

Die Staubkammer kann seitlich einfach geöffnet und kontaktlos über einem Mülleimer entleert werden. Auch der HEPA-Staubfilter kann auf diese Weise entnommen und gereinigt oder ausgetauscht werden. Gleich beim Auspacken wird klar, dass hochwertige Verarbeitungsqualität trotz Preisanstieg keinen höheren Stellenwert bei Jimmy erhält. Lediglich das Rohr ist aus bronze gefärbtem Metall, ansonsten wird bei Haupteinheit und Zubehör ausschließlich auf Kunststoff gesetzt. Aus der Ferne macht der H9 Pro einen passablen Eindruck, beim näheren Hinsehen fallen jedoch viele kleinere Unsauberkeiten auf.

Jimmy H9 Pro Staubkammer offen
Jimmy H9 Pro Filter
Jimmy H9 Pro Batterieanzeige

Immerhin verwendet auch der Ladeständer tragende Stangen aus Metall. Zwar wirkt das Konstrukt mangels Wandhalterung ein wenig wackelig, doch dafür kann es das vollständige Zubehör-Set aufnehmen. Alle nicht verwendeten Aufsätze und Verlängerungen können auf eine Halterung gesteckt und müssen nicht jedes Mal aus einer Schublade hervorgekramt werden.

Praktisch: ein Ladeständer für Sauger und Zubehör

Bei besagtem Zubehör gibt sich Jimmy sehr spendabel: Die standardmäßige elektrische Softwalze für Hartböden kann durch eine Teppichrolle ausgetauscht werden. Eine zweite elektrische Düse ist für Matratzen bestimmt, zusätzlich gibt es drei kleinere Aufsätze für verschiedene Zwecke. Das flexible Rohr dürfte die meisten Alltagssituationen meistern, kann aber ebenfalls durch einen ausziehbaren Schlauch ausgewechselt werden.

Jimmy H9 Pro Zubehör

Anders als beim insgesamt etwas hochwertiger wirkenden Dreame-Modell liegt dem Jimmy H9 Pro kein Ersatzakku bei, sondern muss im Bedarfsfall für knapp 100 Euro separat erworben werden. Der Akku kann entweder direkt im Sauger verbaut am Ladeständer, oder in einer separaten Ladestation geladen werden und soll zwischen vier und fünf Stunden für eine volle Ladung benötigen. Die Akkulaufzeit liegt den Herstellerangaben zufolge je nach Leistungsmodus bei bis zu 80 Minuten im Eco-, 30 Minuten im Turbo- und 17 Minuten im Maximalmodus. Unter Verwendung eines elektrischen Bürstenkopfes verringert sich die Laufzeit um jeweils etwa 20 bis 25 Prozent.

Jimmy H9 Pro mit Akku
Jimmy H9 Pro Akku und Ladegerät

Seine weniger hochwertige Verarbeitung und Materialgüte soll der Jimmy H9 Pro durch ordentliche Saugleistung wettmachen. Mit bis zu 125.000 Umdrehungen pro Minute kommt er auf eine maximale Saugkraft von 25.000 Pascal und liegt damit gleichauf mit dem hier oft zum Vergleich angeführten Dreame T20 Pro.

Praxistest

Allgemein ist der Jimmy H9 Pro recht einfach zu handhaben, auch wenn die deutsche Anleitung mit teilweise grausigen Google-Translator-Satzkonstruktionen in die Irre führen kann. Lediglich der Ausbau der Bürstenwalze ist sehr schwergängig. Trotz Entriegelungsknopf lässt sich die Walze kaum aus der Halterung entnehmen. Das Flexrohr lässt sich sehr einfach einklappen, hierzu genügt bereits ein leichter Stoß gegen den kniehohen Mechanismus.

Jimmy H9 Pro Walze

Im Betrieb weckt der Staubsauger gemischte Gefühle: Im Vergleich mit den Modellen Rowenta Air Force Flex 560 und Dreame V10 Pro ist der Jimmy H9 Pro mit Abstand der lauteste, aber scheinbar auch der saugstärkste. Bereits im Eco-Modus dreht der H9 Pro ordentlich auf, im Turbomodus kommt er fast einer Flugzeugturbine gleich. Lauter wird es noch bei Verwendung der elektrischen Bürste, die zusätzlich ein starkes Brummen von sich gibt.

Jimmy H9 Pro Display
Jimmy H9 Pro flexibles Saugrohr

Dafür nimmt der Jimmy H9 Pro alles mit, was wir ihm in den Weg legen. Fussel, Haare und sogar einzelne Kieselsteine oder auch die welken Blätter einer Topfpflanze werden restlos aufgesaugt. Zudem hält der Akku, was der Hersteller verspricht: Im Eco-Modus inkl. elektrischem Bürstenkopf konnten wir mit einer Ladung insgesamt knapp 67 Minuten saugen. Der Ladevorgang dauerte im Anschluss 3 Stunden und 50 Minuten, schnelleres Aufladen wäre noch wünschenswertes Feature. 

Fazit

Der Jimmy H9 Pro wäre im Grunde ein idealer Handstaubsauger: Saugleistung ohne Ende, genug Akkulaufzeit für mehrere konsekutive Saugvorgänge und dazu noch eine Fülle an Bürsten und flexiblen Aufsätzen übertrumpfen so manchen Konkurrenten.

Der H9 Pro saugt genauso stark wie der Dreame T20 Pro und bietet einen größeren Zubehör-Umfang als der “Konkurrent” des eigenen Mutterkonzerns. Das große Problem des Jimmy-Saugers ist jedoch sein deutlich zu hoch angesetzter Preis. Denn auch preislich will er mit 425 Euro in der gleichen Liga wie besagtes Dreame-Modell mitspielen, macht aber insgesamt einen deutlich weniger wertigen Eindruck.

Hinzu kommt die enorme Lautstärke, mit welcher der Akkusauger durch die Flure geschoben wird. So ist der Jimmy H9 Pro aktuell trotz langer Akkulaufzeit, guter Leistung und üppiger Ausstattung zum aktuellen Preis schlichtweg kein guter Deal.

Inzwischen wird der Jimmy H9 Pro bereits von verschiedenen Anbietern zu einem günstigeren Preis angeboten. Im GeekMaxi-Store* etwa spart ihr bei Verwendung des Couponcodes „JMH9PROPC“ einen beträchtlichen Teil des Originalpreises und zahlt nur noch 364,99 Euro.

Pro

  • Abzug muss nicht dauerhaft betätigt werden
  • flexible Einsatzmöglichkeiten
  • Akkulaufzeit
  • sehr gute Saugleistung
  • sehr umfangreicher Lieferumfang samt praktischer Stand-Halterung

Contra

  • Verarbeitungs- und Materialqualität
  • hoher Preis
  • Lautstärke

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