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Sharkoon OfficePal C30(M) im Test: Günstige Bürostühle vom Gaming-Hersteller

Eine gute Wahl für den kleinen Geldbeutel?
Sharkoon Themen
Sharkoon OfficePal C30 und C30M Schreibtischstühle in beleuchtetem Zimmer

Sharkoon versucht sich als traditioneller Hersteller von Gaming-Hardware und Zubehör erstmals an einem schlichten Bürostuhl. Der Preis ist erfrischend niedrig angesetzt, doch kommt die Ersparnis auch unserem Rücken zugute?

Die Computex 2023 hatte so einige Highlights zu bieten, doch eine Produktvorstellung von Sharkoon gehört wohl zu den unerwartetsten Neuigkeiten der Messe: Der sonst für preiswerte Gaming-Produkte bekannte Hersteller aus Deutschland hat seinen ersten Bürostuhl vorgestellt, und gesellt sich damit zu einer Reihe von Herstellern, die diesen Weg in den vergangenen Monaten ebenfalls eingeschlagen haben.

Sharkoon Officepal C30 Buerostuhl

Sharkoon OfficePal C30(M)

Der neue OfficePal C30(M) sticht mit einem anpassbaren, ergonomischen Design sowie integrierten Komfortfunktionen inklusive Kopf- und Lordosenstütze zu einem attraktiven Preis hervor. Verfügbar ist der Bürostuhl in zwei Varianten: Vollständig mit gewebtem Stoffnetz (C30M) oder mit gepolsterter Sitzfläche (C30).

ab 190 €

Während Vertreter wie der Asus ROG Destrier Ergo oder der Thermaltake CyberChair E500 mit jeweils über 800 Euro allerdings auf das gehobene Premium-Segment abzielen, bleibt Sharkoon seinen Wurzeln treu: Der OfficePal C30 und seine Mesh-Variante C30M verzichten auf Schnickschnack und kosten jeweils rund 230 Euro.

Zusammenbau & Design

Der Zusammenbau des OfficePal C30 könnte einfacher kaum sein: Fußkreuz, Rollen, Gasfeder und Sitz werden aufeinander gesteckt, Rückenlehne, Sitzpolster und Armlehnen mit einem beiliegenden Innensechskant-Tool miteinander verschraubt. Das geringe Gewicht des Rückenteils und ein einzelner Verbindungspunkt an der Stuhlbasis machen die Montage besonders unkompliziert. Die Kopfstütze wird zunächst angeklemmt und schließlich mit zwei Schrauben befestigt.

Anders als der eingangs erwähnte Bürostuhl-Ableger von Asus verzichtet Sharkoon vollständig auf jegliche Designelemente der Marke „Gaming“ und bleibt beim betont schlichten Office-Look. Der großflächige Einsatz von Kunststoff hält wohl den Preis auf einem Sharkoon-typisch niedrigen Niveau, Preise für herausragende Materialqualität gewinnt der Stuhl damit aber auch nicht. Verarbeitungsmängel sind uns keine untergekommen, doch Details wie die Verstellmechaniken fühlen sich ein wenig klapprig an und werden teilweise vom Geräusch aufeinander schleifender Kunststoffbauteile begleitet.

Schlichter Look, simpler Aufbau

Über den Kunststoffrahmen ist ein Netz gespannt, welches durch unterschiedliche Webung ein geometrisches Muster aufweist. Beim OfficePal C30M ist auch die Sitzfläche mit einem solchen Netz versehen, beim regulären C30 sitzen wir hingegen auf einem traditionellen Stoffpolster.

Auffällig ist die Formgebung, denn anstelle einer geraden Lehne ist diese in ein Segment für den oberen und ein stark gewölbtes Segment für den unteren Rücken aufgeteilt. Auch die Kopfstütze weist eine konvexe Rundung auf, die dem Verlauf des Nackens nachempfunden ist. Beide Elemente gehören zu den ergonomischen Funktionen, denen wir uns im folgenden Abschnitt zuwenden.

Sitzkomfort

Sharkoon empfiehlt den OfficePal C30 für Menschen bis zu einer Körpergröße von 190 Zentimetern, die maximale Traglast fällt mit nur 120 Kilogramm etwas knapp aus. Im letzten Abschnitt vor dem Fazit haben wir die Eindrücke von Testsitzern mit verschiedenen Körpermaßen zusammengefasst.

Die Meinungen in der Redaktion gehen weit auseinander, was vor allem an der Rückenlehne liegt. Die starre Lordosenstütze wird auf einige Nutzer vielleicht ungewohnt bis störend wirken. Wer sich jedoch mit dem Lendenkissen, das vielen Gaming-Stühlen beiliegt, anfreunden kann, findet hier eine Variante vor, die ohne Verrutschen stets an der richtigen Stelle den Rücken stützt. Durch die Beschaffenheit der Stütze ist das Druckgefühl zudem nicht unbequem, denn die Wölbung wird nicht durch ein nach außen drückendes Kunststoffteil, sondern lediglich durch einen geschwungenen Rahmen erzeugt, der das Netz spannt. So gibt das Polster gerade genug nach, um den unteren Rücken zu stützen.

Dennoch fühlt sich die starke, punktuelle Wölbung im Rücken nicht so natürlich an, wie die der Wirbelsäule nachempfundene Rückenlehne mancher ergonomischer Bürostühle. Zwar kann die Position der Stütze durch ein Verstellen der Lehnenhöhe angepasst werden, doch letzten Endes bleibt der Eindruck, man habe ein besonders festes, unbewegliches Kissen im Rücken.

Weiche Netz-Lehne mit gewöhnungsbedürftiger Lordosenstütze

Die Mesh-Sitzfläche des C30M fühlt sich im direkten Vergleich etwas weicher an, da das Netz etwas mehr nachgibt als das Stoffpolster des C30. Dafür ist je nach Körperhaltung und Sitzgewohnheit leicht der Kunststoffrahmen der C30M-Sitzfläche zu spüren, während der C30 ein homogen gepolstertes Sitzgefühl bietet.

Sharkoon OfficePal C30 Kopfstütze Verstellmechanismus

Die gesamte Rückenlehne und die Kopfstütze können durch einfaches Verschieben mehrstufig verstellt werden, was in der Theorie recht praktisch klingt. Sharkoon hat sich jedoch für ein System entschieden, das uns in der Praxis beinahe den Verstand gekostet hätte. Der Verstellmechanismus kann stufenweise unter hör- und spürbaren Klicken in eine Richtung bewegt werden, für die entgegengesetzte Richtung müssen Kopfstütze und Rückenlehne bis zum äußersten Punkt gezogen werden, um dann widerstandslos zurückzugleiten. Wer sich nicht merken kann, auf welcher Stufe sich die ideale Einstellung befindet oder wann das Ende erreicht ist, muss den Mechanismus mehrere Male vorsichtig vorwärts schieben, bis – verdammt, schon wieder zu weit!

Dennoch sind die Verstelloptionen nicht von der Hand zu weisen, zumal Rückenlehne und Kopfstütze ohne wechselnde Nutzer in der Regel nur einmal eingestellt und dann nie wieder angerührt werden müssen. Darüber hinaus kann die Sitzhöhe verändert und die Armlehnen dreidimensional angepasst werden. Eine Wippfunktion samt Wippsperre ist ebenfalls mit dabei, der Widerstand beim Wippen wird wie gehabt an der Stuhlbasis verstellt. Die Hebel für diese Funktionen sind recht wertig umgesetzt und unterscheiden sich vom üblichen Plastikknüppel, der unter der Sitzfläche der meisten Gaming-Stühle hervorlugt.

Meinungen verschiedener Redakteure

Unter den Testsitzern aus unserer Redaktion gehen die Meinungen bei unterschiedlichen Körpergrößen stark auseinander: Leo findet mit seinen 1,96 Metern erwartungsgemäß keinen Gefallen an der zu kleinen Rückenlehne und der zu kurzen Sitzfläche. Da die Ausrichtung der Lordosenstütze von der maximalen Höhe der Rückenlehne abhängig ist, empfindet er auch diese als sehr unangenehm. Die empfohlene maximale Körpergröße von 1,90 m sollte also nicht überschritten werden.

Sharkoon OfficePal C30 seitlich vor Schreibtisch

Völlig anders lautet das Fazit von Redakteur Arian, der im C30 endlich den perfekten Stuhl gefunden zu haben glaubt. Das Mesh empfindet er anfangs als etwas gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit aber sehr angenehm. Wo ihm die Lordosenstützen-Ansätze anderer Stühle schnell Rückenschmerzen bereiten, sitzt die Stütze des C30 genau richtig.

Mir selbst reicht auch eine längere Eingewöhnungszeit nicht ganz aus, um mit dem C30 wirklich warmzuwerden. Mit 1,86 m liege ich eigentlich genau im Rahmen der Hersteller-Empfehlung, die Verstellmöglichkeiten reichen für meine Körpermaße völlig aus und auch die Netzbezüge finde ich sehr komfortabel. Beim längeren Sitzen störe ich mich allerdings zunehmend an der stark ausgeprägten Wölbung im unteren Rücken, die mich für meinen Geschmack zu sehr ins Hohlkreuz drückt und etwas mehr nachgeben könnte.

Fazit

Für 230 Euro bietet Sharkoon hier einen sehr komfortablen und vielseitig verstellbaren Bürostuhl mit luftiger Rückenlehne und, im Falle des C30M, mit Sitzpolster. Der Komfort hängt allerdings stark von den persönlichen Vorlieben und Körpermaßen der Sitzenden ab. Nutzer, die an der Empfehlung von maximal 190 cm Körpergröße kratzen, werden an diesem Modell vielleicht weniger Vergnügen finden als andere. Auch das ausgeprägte Rückenpolster ist Geschmackssache und drückt stark in den unteren Rücken, ohne die Möglichkeit, es großartig anzupassen oder zu entfernen. Die Verstellmöglichkeiten sind für den Büroalltag mehr als ausreichend, erfordern jedoch beim ersten Einstellen ein solides Nervenkostüm.

Angesichts des gebotenen Funktionsumfangs und der Qualitäten des OfficePal C30 ist Sharkoon erneut ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis gelungen. Auf Amazon und Co. lassen sich vielleicht günstigere Modelle mit zweifelhafter Herkunft finden, unter den Markenherstellern ist dieser Preis hingegen bislang noch eine Seltenheit.

Bürostühle
Allround-PC.com Award
11/2023
Sharkoon OfficePal C30(M)
Preis-Leistung

Pro

  • Gemütliches Mesh
  • Verstellmöglichkeiten
  • 4D-Armlehnen
  • fairer Preis

Contra

  • nervige Verstellmechanismen
  • nur bis 120 kg
  • Stark ausgeprägte, wenig anpassbare Lordosenstütze

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Redakteur Robin im grünen Pulli Robin Cromberg

... studiert Asienwissenschaften und Chinesisch an der Universität Bonn und ist als Redakteur hauptsächlich für die Ressorts der Eingabe- und Audiogeräte bei Allround-PC.com zuständig, schreibt aber auch über Produktneuheiten aus vielen anderen Bereichen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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