Das Fractal Design Define S2 setzt die Tradition der Define S-Serie fort und soll mit einem offenen Gehäuse-Design eine optimale Kühlung der Komponenten ermöglichen. Wir klären in unserem Test, was sich im Vergleich zum Vorgänger geändert hat und welches Gehäuse bei Design offensichtlich Pate stand.

Übersicht

Das erste Define S wies bereits einige Ähnlichkeiten zur Define R-Serie auf und unterschied sich primär im Innenraum von den Define R Gehäusen. Mit dem Define S2 steht nun ein Nachfolger in den Startlöchern, der dem Define R6 wie aus dem Gesicht geschnitzt gleicht. Doch für welches Build eignet sich welches Gehäuse?

Design & Verarbeitung

Da packen wir nichtsahnend das Gehäuse aus und haben plötzlich ein Define R6 vor uns! Fractal Design hat uns jedoch nicht das falsche Gehäuse geschickt, stattdessen basiert das Define S2 bewusst auf dem Define R6. Uns stört es nicht, schließlich zählt das R6 zu den besten Gehäusen am Markt.

Fractal Design Define S2 Hartglas
Die Front ist inzwischen mit echtem Aluminium verkleidet, bisher bestand sie aus Kunststoff in Alu-Optik.

Unser Testmuster liegt in der schicken Farbe Gunmetal vor, einem etwas gräulicheren Farbton, der besonders an der gebürsteten Aluminiumfront gut zur Geltung kommt. Die Front ist wie beim R6 mit echtem Aluminium verkleidet, was für eine deutlich gestiegene Wertigkeit gegenüber der ersten Define S-Generation sorgt. Das erste Define S musste noch mit einem recht kleinen Seitenfenster auskommen.

Fractal Design Define S2 Seitenansicht rechtsDie vorderen Lüfter können über die seitlichen Lüftungsschlitze kühle Luft ansaugen.

Bei der neuen Generation ist dieses rahmenlos, leicht getönt und erlaubt somit einen Panoramablick in den Innenraum. Das rechte Seitenteil besteht aus Stahl und kann wie das Seitenfester ohne das Lösen von Schrauben entfernt werden. Möglich macht dies das Klicksystem des Define R6, welches beim Define S2 übernommen wurde.

Fractal Design Define S2 IO PanelDas I/O-Panel ist im Gegensatz zum Define R6 bereits ab Werk mit einem USB Typ C-Anschluss ausgestattet.

Das Fractal Design Define R6 musste bei Bedarf mit einem USB 3.1 Gen2 Typ C-Anschluss nachgerüstet werden beziehungsweise wird es inzwischen als separate USB C-Edition angeboten. Beim Define S2 ist dieser standardmäßig vorhanden und erlaubt somit schnelle Dateitransfers über am I/O-Panel angeschlossene Geräte. Löblicherweise spart der Hersteller dadurch nicht an den restlichen Anschlüssen und erlaubt somit nach wie vor den Anschluss von jeweils zwei USB 2.0- sowie USB 3.0-Geräten sowie eines Headsets. Der charakteristische kreisrunde Einschaltknopf in der Mitte darf bei einem Define Gehäuse ebenfalls nicht fehlen.

Fractal Design Define S2 ModuVent 3
Fractal Design Define S2 ModuVent 2

Per ModuVent kann zwischen einem geschlossenen und offenen Deckel gewählt werden.

Der Deckel wurde ebenfalls überarbeitet und ist mit dem ModuVent der dritten Generation ausgestattet. ModuVent ist eine Abdeckung, die sich fast über den gesamten Deckel erstreckt und über einen Knopf an der Rückseite herausgelöst werden kann. Die Abdeckung dient zum einen als Schalldämmung, allerdings lässt sich die Stahlabdeckung abnehmen und übrig bleibt ein Abdeckgitter mit integriertem Staubfilter, falls der Einbau von Lüftern oder Radiatoren im Deckel geplant ist. Beim Lösen der Stahlabdeckung sollte man Vorsicht walten lassen, da diese in der Mitte sehr flexibel ist und sich beim Herauslösen verbiegen kann. Allerdings ist es kein Problem, die Abdeckung wieder zurückzubiegen.

Fractal Design Define S2 RueckseiteAuf der Rückseite lassen sich zwei vertikal angeordnete Slot-Blenden erkennen, die eine aufrechte Installation der GPU erlauben.

Die Rückseite offenbart ebenfalls eine Neuerung: das Define S2 bietet neben den sieben horizontalen Erweiterungsblenden auch zwei vertikale. Außerdem sind die Blenden nicht mehr weiß, sondern schwarz lackiert. Von dem etwas weichen Stahl des ModuVent abgesehen, zeigt sich das Define S2 von seiner besten Seite und ist sehr gut verarbeitet und hinterlässt einen hochwertigen Eindruck.

Innenraum & Installation

Im Innenraum sticht sofort die durchgängige Netzteilabdeckung ins Auge. Sie ist aber nicht die einzige Neuerung gegenüber der ersten Generation. Der Mainboard-Träger nimmt jetzt auch eATX-Mainboards mit einer Breite von bis zu 285 mm auf. Außerdem wurde die Unterstützung von CPU-Kühlern von ehemals 180 mm auf 185 mm erhöht. Grafikkarten dürfen jetzt bis zu 440 mm lang sein, ohne, dass auf Lüfter in der Front verzichtet werden muss. Bei der ersten Generation war bereits bei 425 mm Schluss.

Fractal Design Define S2 Seite Offen 2Im Innenraum ist mehr Platz als beim Define R6 vorhanden, da auf Laufwerksschächte verzichtet wird.

Die Netzteilabdeckung unterteilt das Gehäuse in zwei Kammern, wodurch die rechte Kammer nur über die rechte Seite zugänglich ist. Das Netzteil wird entkoppelt am Boden montiert, was bei uns jedoch mit Problemen verbunden war. Die Aussparung an der Rückwand ist wohl exakt an die ATX-Norm ausgerichtet, sodass unser Enermax Platimax Netzteil nicht hindurch gepasst hat. Der Grund: Enermax nutzt vier Schrauben zur Fixierung des Lüftergitters und diese ragen einige Millimeter über das Netzteilgehäuse hinaus.

Fractal Design Define S2 Rechte Seite OffenDie drei Laufwerksschächte für 3,5-Zoll-Laufwerke hat Fractal Design stattdessen auf der Rückseite des Mainboard-Trägers untergebracht.

Hier ist die Schuld natürlich nicht allein bei Fractal Design zu suchen, hätte Enermax die Schrauben versenkt, hätte das Netzteil sicherlich ins Gehäuse gepasst. Eine etwas großzügigere Netzteilaussparung hätte andererseits auch nicht geschadet. Andere Probleme sind uns beim Einbau der Hardware allerdings keine untergekommen.

Fractal Design Define S2 SSD TrägerFür 2,5-Zoll-Laufwerke stehen zwei zusätzliche Vorrichtungen zur Verfügung.

Während das R6 seine Laufwerke in der Hauptkammer platziert und bis zu sechs 3,5-Zoll-Laufwerke unterbringen kann, beschränkt sich Fractal Design beim Define S2 auf drei 3,5- (entkoppelt) beziehungsweise 2,5-Zoll-Laufwerke, die in drei separaten Käfigen auf der Rückseite des Mainboard-Trägers Platz finden.

Fractal Design Define S2 SSD und FestplatteDie Träger für die Laufwerke können zur einfacheren Installation herausgenommen werden.

Außerdem stehen zwei Vorrichtungen für 2,5-Zoll-Laufwerke zur Verfügung, die alternativ für eine bessere Kühlung auf der Netzteilabdeckung in der Hauptkammer montiert werden können. Das Kabelmanagement ist gelungen und bietet genügend Optionen zum Verlegen und Verstauen von Kabeln. Beispielsweise können die 3,5-Zoll-Käfige auch genutzt werden, um Kabel zu verstecken.

Kühlung & Lautstärke

Fractal Design stellt eine gute Basiskühlung in Form von drei vorinstallierten Lüftern (2x 140 mm vorne, 1x 140mm hinten) zur Verfügung. Die Dynamic X2 GP-14 bieten eine solide Kühlleistung und sind angenehm leise, was sicherlich auch an den zahlreichen Dämmmaterialien liegt. Die vorderen Lüfter können um ein weiteres 140-mm-Modell ergänzt oder gegen drei 120-mm-Lüfter getauscht werden, im Deckel finden drei 120- oder 140-mm-Lüfter Platz. Am Boden befinden sich Vorrichtungen für zwei 120- oder 140-mm-Lüfter.

Anstelle von Lüftern können auch Radiatoren installiert werden. In der Front finden bis zu 360 mm große Radiatoren Platz, im Deckel sind es sogar bis zu 420 mm, solang die Höhe der Mainboard-Komponenten nicht 35 mm überschreitet. Im Heck kann maximal ein 120-mm-Radiator verbaut werden. Das Gehäuse bietet außerdem Optionen für Custom-Wasserkühlungen und ist unter anderem mit einer Vorrichtung für einen Nachfüllstutzen im Deckel ausgestattet. In der Hauptkammer kann rechts vom Mainboard zudem ein Ausgleichsbehälter installiert werden.

Staubfilter sind am Boden, im Deckel und in der Front vorhanden. Der Filter am Boden lässt sich herausziehen und am einfachsten reinigen. Der Filter in der Front besteht hingegen aus zwei separaten Filtern, die jeweils an den seitlichen Lufteinlässen vorzufinden sind. Um diese zu reinigen, müssen die komplette Front und anschließend beide Filter separat herausgelöst werden.

Fazit

Im Grunde handelt es sich bei dem Define S2 um ein Define R6 im offenen Layout. Es bietet somit all die positiven Eigenschaften des Flaggschiff-Gehäuses: viel Platz, reichlich Kühlungsmöglichkeiten inklusive dreier vorinstallierter Lüfter, Staubfilter, gutes Kabelmanagement und einen leisen Betrieb dank Dämmmatten. Um einen besseren Luftstrom sowie die Montagemöglichkeit für einen Ausgleichbehälter zu schaffen, halbiert sich allerdings die Anzahl der 3,5-Zoll-Laufwerksoptionen. Wem drei 3,5-Zoll-Laufwerke ausreichen, der kann beherzt zum Define S2 greifen und spart damit zehn Euro gegenüber der USB Typ C-Variante des Define R6 mit Seitenfenster.  

Pro

  • ansprechendes Design mit Seitenfenster aus Hartglas
  • USB Typ C-Anschluss
  • viel Platz für High End-Hardware
  • Staubfilter an allen wichtigen Positionen
  • drei Lüfter vorinstalliert
  • integrierte Lüftersteuerung + viele Kühlungsmöglichkeiten
  • Dämmmatten für leisen Betrieb
  • gutes Kabelmanagement

Contra

  • ModuVent-Deckel recht biegsam
  • Reinigung der vorderen Staubfilter
  • keine werkzeuglose Montage der Laufwerke


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