Der MSI Modern AM241P ist ein All-in-One-PC für den Office-Einsatz, der einen 24 Zoll großen Monitor und ein Windows-System mit aktuellem Intel-Prozessor kompakt vereint. Wir haben den Computer getestet und fassen euch hier alles Wissenswerte zusammen.

Übersicht

Am 8. April 2021 stellte der taiwanische Hersteller die All-in-One-PCs der Serien Modern AM241 und Modern AM271 vor. Dabei kommt stets ein Intel-System hinter einem 23,8-Zoll-Display zum Einsatz. Seit Mitte Mai ist mit dem von uns getesteten MSI Modern AM241P 11M das erste Modell in Deutschland für 1.299 Euro* verfügbar. Es handelt sich laut Hersteller um die beste Konfiguration der AM241-Serie, während das AM271-Topmodell für 100 Euro mehr im Juni folgen wird. Der AM241P soll mit halbierter Speicherausstattung später für 1.099 Euro erscheinen.

Hierbei arbeitet aktuelle Notebook-Technik hinter dem großen Bildschirm. All-in-One-Computer eignen sich vorwiegend für Büros oder das Homeoffice. Da sämtliche Komponenten unauffällig im Gehäuse auf der Rückseite verbaut sind, gibt es keine sichtbaren Kabel zwischen Display und PC. Der Wechsel zu einem anderen Arbeitsplatz geht dadurch auch einfacher vonstatten, was aber natürlich auch für ein Notebook gilt. Mobiles Arbeiten wie mit einem Notebook ermöglicht ein All-in-One-PC nicht, dafür bietet er wiederum eine größere Bildschirmdiagonale und lässt mehr Platz auf dem Schreibtisch, da neben dem Monitor kein Notebook oder Desktop-PC stehen muss.

Alternativen von Herstellern wie Asus, HP und Lenovo kosten mit vergleichbarer Ausstattung und Monitorgröße zwischen 750 und 1.250 Euro. Darüber gibt es auf dem Markt noch All-in-One-Systeme mit stärkeren Desktop-Prozessoren oder Apples neuer 24-Zoll-iMac, dessen Preis sich auf mindestens 1.449 Euro beläuft. Was das MSI-Modell konkret bietet, zeigen wir in den nachfolgenden Zeilen auf.

Lieferumfang

  • MSI Modern AM241P
  • Tastatur (kabelgebunden)
  • Maus (kabelgebunden)
  • Full-HD-Webcam
  • Netzteil (extern)

Design, Ergonomie und Anschlüsse

Von vorne betrachtet gaukelt der Modern AM241P einem vor, ein ganz normaler Monitor zu sein. Der untere Bildschirmrahmen ist zwar nicht sonderlich dünn im Vergleich zum Rest, jedoch nicht ungewöhnlich für einen Monitor. Einige Hersteller integrieren dort die Systemkomponenten, weshalb der Rahmen dann wesentlich dicker ausfällt und einen All-in-One-PC entlarvt – ein Paradebeispiel dafür sind Apples iMacs. MSI hat sich für die Alternative entschieden und die PC-Technik stattdessen hinten verbaut. Die obere Hälfte des All-in-One-Computers ist noch so dünn wie bei einem durchschnittlichen Monitor, der untere Teil deutlich dicker.

Unser Modell kommt mit einem flachen, rechteckigen Standfuß daher, wohingegen MSI bei einigen anderen Modellen der beiden Modern-Serien auf einen V-förmigen Standfuß setzt. Die P-Modelle haben den Vorteil, dass sie sich nicht nur neigen, sondern auch in der Höhe um 13 Zentimeter verstellen lassen. Konkret ist das Display um vier Grad nach vorne und um 20 Grad nach hinten neigbar. Seitliches Schwenken unterstützt der Bildschirm leider nicht.

Anschlüsse befinden sich linksseitig sowie auf der Rückseite und hinter dem Bildschirm sitzt außerdem ein nach oben gerichteter USB-Port, um beispielsweise leicht die Webcam anzuschließen. Es stehen insgesamt sieben USB-Ports zur Verfügung, davon vier schnelle Anschlüsse (2x Typ A und 2x Typ C) mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 10 Gigabit pro Sekunde. Im Übrigen geben wir in unserem Artikel „Was ist der Unterschied zwischen USB 3.0, 3.1, 3.2 & USB 4?“ einen Überblick über die verschiedenen USB-Ports samt Geschwindigkeiten.

Eine Thunderbolt-Schnittstelle wäre noch wünschenswert gewesen.

Anschlüsse & Konnektivität im Überblick

  • Viermal USB 3.2 (2x Typ-C, 2x Typ-A)
  • Dreimal USB 2.0
  • HDMI In, HDMI Out, Audio-Kombi (3,5 mm), Gigabit-Ethernet
  • Fünf-Wege-Joystick, Ein/Aus-Taste
  • Wi-Fi 6, Bluetooth 5.1

Des Weiteren sind zwei nach unten gerichtete Lautsprecher mit jeweils 2,5 Watt integriert. Sie klingen ziemlich dünn, aber nicht schrecklich. Für Büroaufgaben ist dies wohl ohnehin recht nebensächlich, denn ausreichend laut werden die Lautsprecher jedenfalls. Die beiliegenden Eingabegeräte sind ebenfalls recht unbeeindruckend, jedoch in Ordnung. Mit der Webcam ist man gut für Videokonferenzen gerüstet, da die Full-HD-Auflösung die allermeisten Notebook-Webcams übertrumpft.

Display

Der verwendete IPS-Bildschirm misst diagonal 23,8 Zoll (60,45 Zentimeter) und ist im gängigen 16:9-Format gehalten. Er löst in Full-HD auf, was 1.920 x 1.080 Pixeln entspricht. Die Pixeldichte beträgt demnach 92 Pixel pro Zoll, ist also ausreichend scharf, aber mehr auch nicht. Standesgemäß für einen normalen Bildschirm bietet er eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hertz. Wahlweise unterstützt das Display auch Touch-Eingaben, unser Testmodell allerdings nicht.

Wie bei einem gewöhnlichen Monitor gibt es einige Anzeigemenüs, die über einen gut erreichbaren Fünf-Wege-Joystick auf der Rückseite bedienbar sind. Das sogenannte OSD weist jedoch nur wenige Einstellungsmöglichkeiten auf. Fünf Modi (sRGB, Nutzer, Leser, Kino, Designer), Helligkeit, Kontrast, Schärfe, Blaulichtfilter, Farbtemperatur, Format und Eingangsquelle stehen dort zur Auswahl. Alle Regler sind aber nur vollständig bedienbar, wenn der Monitor an ein externes System angeschlossen und der Nutzer-Modus ausgewählt ist. Bei Verwendung des All-in-One-Systems ist die maximale Helligkeit je nach Modus unterschiedlich und die Luminanz lässt sich nur noch über den Kontrast-Regler weiter erhöhen – dies verfälscht das Bild jedoch stark.

Im sRGB-Modus ohne manuelle Anpassungen erreichte das Display durchschnittlich 156 und maximal 168 Nits. Beim Nutzer-Modus zeigte das Messgerät durchschnittlich 140 Nits an, mit höchster Kontrasteinstellung konnten wir immerhin 220 Nits im Durchschnitt und 240 Nits in der Bildschirmmitte erzielen. Berauschende Werte sind dies leider nicht, zumal der sRGB-Modus einen sichtbaren Rotstich erkennen lässt. Nur im Nutzer-Modus ist die Farbtemperatur einstellbar – R 49, G 50, B49 produzierte bei unserem Modell eine normale Darstellung. Bei Nutzung als Zweitmonitor mit einem externen System trennte das Display erfreulicherweise nicht die Verbindung, wenn zum All-in-One-System als Eingangsquelle gewechselt wurde.

Ausstattung

Kernstück des Systems hinter dem Bildschirm ist in unserem Fall ein Intel Core i7-1165G7, dem zweitschnellsten Prozessor von Intels elfter Generation an Ultrabook-Chips, alias Tiger Lake-U. Er bietet vier Kerne, acht Threads und taktet mit 2,8 bis 4,7 Gigahertz. Die Leistungsaufnahme des Prozessors beträgt regulär bis zu 28 Watt, kurzzeitig kann sie aber auf 45 Watt steigen. Im Stresstest arbeitete der Vierkerner auch gemäß seinen Spezifikationen und taktete auf einem Kern mit maximal 4,7 Gigahertz. Bei Beanspruchung aller Kerne waren es höchstens je 4,1 Gigahertz. Als Grafikeinheit dient die Iris Xe-LP mit 96 EUs (execution units). Sie stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Intel-HD-Grafikeinheiten dar.

Die Vollausstattung kommt zudem mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher daher, während in der günstigeren Konfiguration acht Gigabyte stecken. Im Testmodell sind zwei SO-DIMM-Riegel von Samsung mit 3.200 Megahertz verbaut. Als Hauptspeicher dient eine 512 Gigabyte große PCIe-3.0-SSD, während die Kapazität in der kleineren Konfiguration 256 Gigabyte beträgt – in unserem Fall ist eine Western Digital PC SN530 integriert. Laut Herstellerangabe schafft sie maximal 2,4 GB/s lesend und maximal 1,7 GB/s schreibend. Bei CrystalDiskBench erreichte die SSD sogar 2,48 beziehungsweise 1,81 Gigabyte pro Sekunde. Hinten über dem Fünf-Wege-Joystick existiert noch eine Abdeckung, die sich mit einem Schraubenzieher schnell entfernen lässt. Dahinter kommt ein Schlitten für ein 2,5-Zoll-Laufwerk zum Vorschein, um den Speicherplatz günstig zu erweitern.

Leistung, Temperaturen und Stromverbrauch

Die Leistung ist für alltägliche Office-Aufgaben mehr als ausreichend und der All-in-One-PC bietet auch für die Zukunft genügend Reserven. In Cinebench R23 konnte das MSI-System beispielsweise ein älteres Razer Blade 15 übertrumpfen, das einen Core i7-9750H beinhaltet (sechs Kerne, 45 Watt) – das Blade 15 ist ein Gaming-Notebook. Auch in den für Office-Aufgaben ausgelegten PCMark-Tests schnitt der Modern AM241P gut ab.

  • Cinebench R23 (Multi-Core): 5.518 Punkte
  • Cinebench R23 (Single-Core): 1.505 Punkte
  • PCMark 10 Extended: 4.823 Punkte
  • PCMark 10 Express: 4.979 Punkte

Im Leerlauf schwankte die CPU-Temperatur zwischen 35 und 40 Grad Celsius und dabei verbrauchte der All-in-One-PC durchschnittlich 22 Watt. Die Lüfter drehten sich dabei circa 2.700 Mal pro Minute und blieben kaum hörbar. Unter Last genehmigte sich  das Testmodell mit standardmäßigem Energieprofil „Ausbalanciert“ circa 56 Watt und der Prozessor heizte sich auf 75 Grad auf. Die Lüfter arbeiteten dann hörbar, aber nicht störend mit 3.100 Umdrehungen pro Minute. Mit dem Energieprofil “Ultimative Leistung” stieg unter Last der Stromverbrauch auf 80 Watt und die Temperatur kletterte auf 80 Grad. Der Prozessor musste dann jedoch nach einer Weile seine Leistung verringern, da kurzzeitig sogar 95 Grad erreicht wurden.

Unter Extrembedingungen erreichte der Lüfter auch eine störende Lautstärke ab 4.000 Umdrehungen pro Minute. Wird nur der Bildschirm genutzt, also an einem externen System, beträgt die Leistungsaufnahme knapp 17 Watt. Das 120-Watt-Netzteil konnten wir nicht ausreizen.

Preisvergleich

Fazit

Der MSI Modern AM241P 11M bietet für ein Office-System viel Leistung und eine gute Speicherausstattung. Trotz der kompakten Bauweise kann der aktuelle Prozessor sein Potenzial voll ausspielen und der Lüfter bleibt meist angenehm leise. An den Anschlüssen haben wir ebenfalls fast nichts auszusetzen und die enthaltene Webcam ist ein nettes Extra.

Der größte Kritikpunkt ist die Bildschirmqualität, denn für diesen Preis hätte MSI hier mehr bieten müssen. Ein äquivalenter Monitor ist bereits für rund 100 Euro erhältlich – das passt aus unserer Sicht nicht mit der restlichen Hardware zusammen, die etwa einem Notebook für mindestens 800 Euro entspricht. Abseits einer höheren Helligkeit und Auflösung wäre es nett gewesen, wenn der Bildschirm sich schwenken ließe, um die Anschlüsse besser zu erreichen.

Pro

  • schneller Intel-Mobilprozessor
  • schnelle SSD
  • relativ geringer Stromverbrauch
  • ausreichend viele USB-Anschlüsse
  • im Normalbetrieb recht leise

Contra

  • Bildschirm (Farben & Helligkeit)
  • eingeschränkte Wartung
  • mäßige Lautsprecher
  • kein Thunderbolt-Support

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