Die Enermax Liqtech II 280 soll eine Kühlleistung von mehr als 500 Watt TDP besitzen und somit auch die stärksten Hitzköpfe unter den CPUs in Schach halten. Wir haben die Kühlleistung der Wasserkühlung anhand des Intel Core i9-7900X getestet.

Übersicht

Mit der Enermax Liqmax II 240 (zum Testbericht) und Enermax Liqfusion 240 (zum Testbericht) haben wir bereits zwei Wasserkühlungen von Enermax getestet. Beide konnten in den Tests mit einer sehr guten Kühlleistung überzeugen, wenngleich die Lüfter der Liqmax II für unseren Geschmack etwas zu laut waren. Die Liqfusion ist hingegen selbst bei starker CPU-Auslastung angenehm leise und bietet knallige Beleuchtungseffekte an Pumpe und Lüftern. Bei der Liqtech II 280 setzt der Hersteller ebenfalls auf eine RGB-Beleuchtung, integriert diese jedoch nur an der Pumpeneinheit.

Design & Verarbeitung

Enermax verwendet bei unserem Testmuster der Liqtech II 280 einen 240-mm Aluminium-Radiator mit Abmessungen von 313 x 140 x 28 Millimetern. Zwei 140 mm T.B.Pressure-Lüfter drücken kühle Luft durch die Lamellen des Radiators und können in einem Drehzahlbereich von 500 bis 1.500 Umdrehungen pro Minute agieren. Der Radiator ist über zwei 400 mm lange Nylonschläuche mit der Pumpeneinheit verbunden.

Die Pumpeneinheit und der Radiator sind über rund 400 mm lange Schläuche miteinander verbunden.

Die quadratische Pumpeneinheit stellt mit ihrer integrierten RGB-Beleuchtung das Highlight der Enermax Liqtech II 280 dar. Im Betrieb werden der Enermax-Schriftzug auf der Oberseite mit Klavierlack-Optik sowie eine milchige Kunststoffumrandung beleuchtet. Die Beleuchtung lässt sich mit Mainboards von Asrock, Asus, Gigabyte und MSI synchronisieren, vorausgesetzt diese besitzen einen adressierbaren RGB-Anschluss. Alternativ stehen zehn vordefinierte Beleuchtungseffekte zur Auswahl, die mithilfe des RGB-Controllers gesteuert werden.

Enermax hat der Pumpeneinheit eine farbenfrohe RGB-Beleuchtung spendiert.

Die Pumpeneinheit steht über eine Kupferplatte mit dem Heatspreader der CPU in Kontakt. Enermax gibt die maximale Kühlleistung der Liqtech II 280 mit mehr als 500 Watt an, womit die Wasserkühlung in der Theorie deutlich leistungsstärker als die Liqfusion oder Liqmax II ist, die jeweils für 300 Watt ausgelegt sind.

Die Beleuchtung kann über den mitgelieferten RGB-Controller oder ein entsprechendes Mainboard gesteuert werden.

Die Wasserkühlung ist mit den AMD-Sockeln FM1, FM2(+), AM2(+), AM3(+) sowie AM4 und den Intel-Sockeln LGA 115x, 1366, 2011(-3) Square ILM sowie 2066 kompatibel. An der Verarbeitung der Wasserkühlung gibt es nichts zu bemängeln, alle Verbindungsstücke hinterlassen einen soliden Eindruck.

Kühlleistung

Zur Ermittlung der Kühlleistung lassen wir die Enermax Liqtech II 280 den derzeit anspruchsvollsten Prozessor in unserer Redaktion kühlen: einen Intel Core i9-7900X (zum Testbericht). Dieser verfügt über zehn Rechenkerne und einen All-Core-Turbo von 4 Gigahertz. Mit einer TDP von 140 Watt liegt er zwar deutlich unter der vom Hersteller angegebenen maximalen Kühlleistung von über 500 Watt TDP, er fordert die Wasserkühlung jedoch deutlich stärker als beispielsweise ein Intel Core i9-9900K.

Enermax Liqtech II Einbau 1

Um die Temperaturwerte zu ermitteln, lasten wir den Prozessor mit dem CPU-Stresstest von CPU-Z aus. Anschließend lassen wir das System mehrere Stunden mit voller Auslastung laufen und zeichnen den Temperaturverlauf mit der Software Core Temp auf.

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Der Prozessor erwärmt sich im Idle auf 23°C und heizt sich unter Volllast auf lediglich 56°C auf. Ein durchaus guter Wert, wenngleich die Enermax Liqtech II 280 nicht an die Kühlleistung ihrer Geschwister heranreicht, die den Prozessor 6°C (Liqmax II) bis 8°C (Liqfusion) kühler halten. Häufig können CPU-Kühler erst ab einer gewissen Auslastung ihr volles Potenzial ausschöpfen. Es ist daher gut möglich, dass die Enermax Liqtech II 280 erst in Kombination mit wahren Hitzkopf-Prozessoren ihre volle Leistung abrufen kann und mit stärkeren CPUs besser performt.

Enermax Liqtech II Waermebild 1
Enermax Liqtech II Waermebild 2

Die Lüfter agieren angenehm ruhig und lassen sich selbst bei voller CPU-Auslastung nur geringfügig wahrnehmen. Lediglich die Pumpe könnte etwas ruhiger arbeiten. Wir empfinden das Betriebsgeräusch zwar nicht als störend, es gibt aber definitiv leisere Vertreter wie die Fractal Design Celsius S24 (zum Testbericht) oder die Liqfusion 240.

Fazit

Die Enermax Liqtech II 280 ist eine gute Wasserkühlung mit schicker RGB-Beleuchtung. Sie überzeugt mit einer guten Kühlleistung und geringen Geräuschemissionen, lediglich die Pumpe könnte ihre Arbeit etwas leiser verrichten. Auf unserem X299-System mit LGA 2066-Sockel lässt sich die Wasserkühlung einfach und unkompliziert installieren.

Im Vergleich mit ihren Geschwistern fällt die Kühlleistung der Liqtech II 280 jedoch schlechter aus, obwohl sie mit rund 115 Euro derzeit das teuerste der von uns getesteten Enermax-Modelle ist. Die Liqfusion 240 bietet nicht nur eine bessere Kühlleistung und eine auffälligere RGB-Beleuchtung, sie ist mit 95 Euro fast 20 Euro günstiger.

Dafür hat die Liqtech II 280 mit 500 Watt TDP in der Theorie deutlich mehr Leistungsreserven und dürfte sich daher besser für noch leistungsstärkere Prozessoren und zum Übertakten eignen.

Pro

  • gute Kühlleistung
  • RGB-Beleuchtung der Pumpeneinheit
  • leise Lüfter
  • RGB-Controller im Lieferumfang enthalten
  • sehr gute Verarbeitung
  • schnelle und einfache Montage

Contra

  • Pumpe könnte leiser sein
  • 3-Pin-RGB in der Regel nur mit neuen Mainboards kompatibel

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