Der Iiyama GB3461WQSU ist ein 34 Zoll großer Ultrawide-Monitor für Gamer. Trotz hoher Auflösung und Bildwiederholrate bleibt der Preis verhältnismäßig niedrig. Bietet er also ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis oder gibt es Kompromisse? Dies klären wir im Testbericht.

Übersicht

Der Iiyama GB3461WQSU ist seit Mai 2020 in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 479 Euro. Zum Testzeitpunkt kostet er online bereits 467 Euro*. Alternativ ist auch eine Curved-Variante für 499 Euro verfügbar. Sie trägt die Modellnummer GB3466WQSU und setzt auf ein VA-Panel mit einer Krümmung von 1.500 R.

Abseits etwas schwächerer Lautsprecher und einer um 50 Nits höheren Helligkeitsangabe ist die Ausstattung identisch. Beide Monitore sind preislich sehr attraktiv, da sich die restliche Konkurrenz mit UWQHD auf 34 Zoll mit 144 Hertz bei über 500 Euro angesiedelt ist und teilweise sogar bei über 800 Euro liegt. Zu den Alternativen zählen etwa der Lenovo G34W-10, der LG 34GK950 (Test), der MSI MPG341XQR und der AOC CU34G2X. Im Preisbereich unter 500 Euro gibt es ansonsten lediglich Ultrawide-Modelle mit bis zu 100 Hertz.

Lieferumfang

  • Monitor
  • HDMI-Kabel
  • DisplayPort-Kabel
  • USB-Hub-Kabel
  • Netzkabel
  • Bedienungsanleitung

Design und Verarbeitung

Das gesamte Monitorgehäuse sowie der Standfuß sind komplett in mattem Schwarz gehalten und bestehen aus Kunststoff. Für den Aufbau ist kein Werkzeug vonnöten, denn der Monitorarm ist werksseitig am Bildschirm montiert. Der Monitor muss auf den Standfuß gestellt und anschließend mit einer Schraube auf der Unterseite befestigt werden, welche sich von Hand festziehen lässt. Iiyama hat sich für ein überaus schlichtes Design entschieden. Mit Ausnahme des weißen G-Master-Logos auf der Rückseite könnte der Iiyama GB3461WQSU glatt als Office-Monitor durchgehen. Der flache Standfuß ist rechteckig, 30 Zentimeter breit und 23 Zentimeter tief.

Der Monitor misst mit Standfuß 81,7 Zentimeter in der Breite und 41,5 bis 54,5 Zentimeter in der Höhe. Beim Auspacken fiel außerdem das hohe Gewicht von 9,7 Kilogramm auf. An der linken, rechten und oberen Seite des Bildschirms sind die Seitenrahmen mit je sechs Millimeter relativ dünn – inklusive Gehäuserand sind es acht Millimeter. Am unteren Rahmen gibt es eine etwa zwei Zentimeter breite Gehäusekante.

Allgemein macht das Gehäuse definitiv einen günstigen, aber nicht dramatisch minderwertigen Eindruck. Der Bildschirm fängt allerdings bei Berührungen oder Tischbewegungen recht leicht an zu wackeln – beim Tippen bewegt sich der Monitor aber nur minimal, was bei Modellen mit dieser Bildschirmgröße häufig der Fall ist.

Ergonomie und Anschlüsse

In puncto Ergonomie lässt sich der Gaming-Monitor um 13 Zentimeter in der Höhe verstellen sowie um je 45 Grad nach links und rechts schwenken. Neigbar ist er natürlich auch, konkret um 22 Grad nach oben und drei Grad nach unten. Außerdem ist der Bildschirm drehbar, theoretisch sogar um 90 Grad. Dafür muss man ihn jedoch auf die volle Höhe schieben und so weit wie möglich nach oben neigen. Praxistauglich ist das dann aber nicht mehr, zumal der Hersteller mit einem entsprechenden Sticker auf dem Standfuß auch davon abrät.

Auf der Rückseite befinden sich insgesamt neun Anschlüsse. Für den Empfang des Bildsignals gibt es zweimal HDMI 2.0 und zweimal DisplayPort 1.4. Zudem sind noch ein Kopfhörerausgang (3,5 Millimeter), die Netzkabelbuchse, zwei USB-A-Ports mit USB 3.0-Geschwindigkeit und ein entsprechender USB-B-Port für die Computerverbindung vorhanden. Die Kabel lassen sich durch eine simple Kabelführung im Monitorarm legen.

Eigenschaften und Bildqualität

Der Iiyama GB3461WQSU ist im 21:9-Format gehalten und löst mit einer Auflösung von 3.440 x 1.440 Pixeln auf. Die Bildwiederholfrequenz beträgt maximal 144 Hertz und ist adaptiv. Offiziell unterstützt das IPS-Panel nur FreeSync, doch im Test erwies es sich auch als vollständig kompatibel zu G-Sync. Laut Herstellerangaben liegt die maximale Helligkeit bei 350 Nits und HDR wird unterstützt. Der Monitor bietet eine Farbtiefe von acht Bit und nicht zehn Bit, außerdem setzt der niedrigste VESA-DisplayHDR-Standard 400 Nits voraus. Eine wirklich gute HDR-Darstellung gibt es am PC aus unserer Sicht sowieso erst ab DisplayHDR 600.

Wir haben die Helligkeit und Ausleuchtung mit einem X-Rite i1Display Pro nachgemessen. Der Durchschnittswert liegt bei 218 Nits. Mit aktivierter HDR-Option sind es 266 Nits, allerdings ist dann zwanghaft FreeSync deaktiviert. In einem bestimmten Bereich des Displays haben wir maximal 300 Nits gemessen. Für Gamer ist die HDR-Option also nicht empfehlenswert, zumal die Helligkeit damit nur geringfügig steigt und dann ein Großteil der Monitoreinstellungen nicht zur Verfügung steht.

Bezüglich der Reaktionszeiten gibt Iiyama eine Millisekunde (Motion Picture Response Time) beziehungsweise vier Millisekunden (Grau zu Grau) an. Diese Werte entsprechen dem aktuellen Standard bei IPS-Monitoren, auch wenn LG seit 2019 sogar noch geringfügig schnellere IPS-Panels anbietet.

Sofern nicht die höchste Overdrive-Stufe aktiviert wird, sind die Reaktionszeiten natürlich höher, aber wir konnten keineswegs eine Verzögerung beim Spielen feststellen. Profi-Spieler, die den Unterschied zwischen einer und vier Millisekunden merken, würden vermutlich sowieso eher zu einem 240-Hertz-Monitor greifen. Der Monitor soll den sRGB-Farbraum zu 100 Prozent und den NTSC-Farbraum zu 74 Prozent abdecken. Dies konnten wir nicht überprüfen, doch IPS-Panels bieten allgemein eine gute Farbraumabdeckung sowie hohe Kontraste. Eine Angabe zum breiteren DCI-P3-Farbraum gibt es nicht.

Mit höchstem Overdrive gibt es blaue Bildartefakte (siehe mittlere Reihe).
Ein Bild vom UFO-Test ohne Overdrive.

Bildeindruck

Unser Testgerät weist keinerlei Mängel bei der Bildqualität auf. IPS-Leuchten oder IPS-Bleeding ist in keinster Weise vorhanden und die Ausleuchtung ist sehr homogen. Entsprechend vermittelt der Iiyama GB3461WQSU einen erstklassigen Bildeindruck. Das verwendete IPS-Panel setzt zwar nicht wie LGs NanoCell-Monitore oder Samsungs QLED-Displays auf zusätzliche Nanopartikel, verglichen mit TN-Technologie gibt es aber dennoch sattere Farben und gute Kontraste.

Der Monitor bietet ein ausgezeichnetes Spieleerlebnis. Wegen der hohen Auflösung werden Spiele sehr scharf dargestellt und Bewegungen sind stets flüssig dank der adaptiven Bildwiederholfrequenz. Die allermeisten Spieletitel unterstützen mittlerweile das 21:9-Format. Besonders bei Open World-Games, aber auch in Multiplayer-Shootern zeigt das breite Seitenverhältnis seine Stärken. Um den Monitor auch auszureizen, ist allerdings viel Grafikleistung vonnöten. Wir verwendeten zum Testen eine Nvidia RTX 2080. Für die flüssige Anzeige von aktuellen Spielen mit hohen Grafikeinstellungen in UWQHD würden wir mindestens eine GTX 1080 Ti oder RTX 2070 (Test) empfehlen.

Overdrive ist auf Stufe eins effektiv und reduziert Schlieren im UFO-Test leicht, auf der zweiten Stufe treten aber sichtbare Bildartefakte auf. In Spielen konnten wir jedoch keinen bemerkbaren Unterschied zu deaktiviertem Overdrive und Overdrive auf Stufe 1 feststellen.

Lautsprecher, Stromverbrauch und Bedienung

Im Monitor sind zwei Fünf-Watt-Lautsprecher integriert, die nach oben abstrahlen. Deren Audioqualität ist allerdings dürftig. Der Dynamikumfang ist sehr gering und der Ton klingt für den Nutzer so, als käme er aus weiter Entfernung. Obendrein weisen die Lautsprecher ein leichtes Grundrauschen auf, selbst wenn diese stumm eingestellt sind. Aus unserer Sicht hätte der Hersteller auf die Lautsprecher bei einem Gaming-Monitor ohnehin verzichten können, da die Zielgruppe höchstwahrscheinlich sowieso auf Headsets oder zusätzliche Lautsprecher setzt.

Wir haben bei voller Helligkeit einen Stromverbrauch von 48 Watt gemessen – im Standby-Modus waren es 0,3 Watt. Dies deckt sich mit den Herstellerangaben von 49 beziehungsweise 0,5 Watt. Auf dem beiliegenden Energielabel ist das Produkt mit 47 Watt ausgewiesen und zählt zur Effizienzklasse B. Der Jahresverbrauch soll 69 Kilowattstunden betragen. Die oben genannten Konkurrenzmodelle verbrauchen zum Großteil mehr Strom und zählen zur Energieeffizienzklasse C.

Die Bedienung des Iiyama-Monitors erfolgt über vier Tasten auf der Rückseite. Zusätzlich ist eine gesondert hervorgehobene Power-Taste vorhanden. Der Menüaufbau ist umfangreich, aber gut strukturiert. Die Navigation geht aber recht hakelig vonstatten. Ein Fünf-Wege-Joystick wäre wesentlich intuitiver gewesen. Laut der Produktseite des Curved-Modells ist der Iiyama GB3466WQSU mit einem solchen Joystick ausgestattet.

 

Im unten recht angezeigten On-Screen-Display (OSD) befinden sich allerlei Anpassungsmöglichkeiten, die Optionen “Advanced Contrast” und “X-Res Technology” empfinden wir allerdings als überflüssig. Wer zwei Bildsignale gleichzeitig anzeigen lassen möchte, kann sowohl einen Picture-in-Picture-Modus als auch einen Picture-by-Picture-Modus nutzen.

Fazit

Mit dem Iiyama GB3461WQSU trifft der Hersteller den Sweetspot für Gamer, die nach einem 21:9-Monitor mit UWQHD-Auflösung suchen. Preislich gibt es aktuell keine bessere Alternative – zum Testzeitpunkt kostet dieses Modell knapp 470 Euro*. Die kaum teurere Curved-Variante könnte sich ebenfalls lohnen. Erfreulich ist außerdem, dass nebst FreeSync auch die Nutzung von G-Sync möglich ist. Abstriche gibt es dafür beim Gehäuse, jedoch ist dies nicht sonderlich dramatisch. Lediglich die Helligkeit hätte noch etwas höher ausfallen können.

Monitore
Allround-PC.com
07/2020
Iiyama GB3461WQSU
Preis-Leistung

Pro

  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • gute Gaming-Eigenschaften (21:9, UWQHD, 144 Hz)
  • FreeSync und G-Sync Compatible
  • qualitativ einwandfreies IPS-Panel

Contra

  • nicht ausreichend hell für HDR
  • Helligkeit unterhalb der Herstellerangabe
  • wenig intuitive Steuerung

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