Bisher navigierten die Robovac Saugroboter von Eufy nur über intelligente Algorithmen oder das Chaos-Prinzip, mit dem neuen L70 Hybrid hingegen ist erstmals ein Laser-Sensor mit an Bord. Dieser kann die Räumlichkeiten in eine Karte verwandeln und seine Reinigung gezielter durchführen. Wie gut klappt das im Alltag wirklich? Und was hat der Eufy Robovac L70 Hybrid sonst noch zu bieten? Wir haben den Test gemacht.

Übersicht

Eufy, die Smart Home Marke von Anker, hat den Robovac L70 Hybrid bereits auf der IFA 2019 vorgestellt. Wir uns konnten den Saugroboter damals bereits in einem ersten Hands-On auf der Messe näher ansehen. Jetzt haben wir das neue Mitglied im breiten Saugroboter-Portfolio endlich bei uns in der Redaktion. Preislich liegt der L70 Hybrid bei 499 Euro* UVP, ist ab und zu aber auch für unter 400 Euro zu bekommen. Wenn ihr alle wichtigen Infos zum Saugroboter nochmal vor dem Test braucht, schaut einfach mal in unser Video rein:


Lieferumfang

  • Robovac Saugroboter
  • Ladestation & Netzteil
  • Wasserschutzunterlage für den Boden
  • Wassertank + Wischtuch
  • Bedienungsanleitung

Design & Features

Der Eufy Robovac L70 Hybrid bietet ein eher schlichtes, aber dennoch elegantes Design. Während bisherige Eufy-Modelle wie beispielsweise der Robovac G10 Hybrid (Test) eine Oberseite aus Glas besitzen, so ist der L70 Hybrid größtenteils aus Kunststoff gefertigt. Die Verarbeitung ist auf einem hohen Niveau und wirkt robust, wir hätten uns bei diesem Preisschild jedoch etwas hochwertigere Materialien gewünscht.

Die Eufy-typische „U“-Form auf der Oberseite ist auch wieder zu sehen, gegenüber dem restlichen Portfolio aber etwas dezenter. Deutlich auffälliger ist der kupferfarbige Ring, der dem sonst komplett weißen Saugroboter einen netten Akzent verleiht. Gestartet wird der Eufy Robovac L70 Hybrid über einen Powerbutton auf der Oberseite, dort sitzen auch noch eine WLAN-LED und ein Lade-Button.

Erstmalig bei Robovac-Modellen: ein Laser-Sensor

Das Hauptaugenmerk liegt beim Robovac L70 Hybrid ganz klar auf dem neuen Laser-Sensor, der in der kreisrunden Erhebung auf der Oberseite sitzt. Der Saugroboter kann die Räumlichkeiten damit sehr präzise scannen, was für eine effektivere Navigation sorgt. Nach dem SLAM-Prinzip („Simultaneous Localization And Mapping“) wird während der Fahrt eine Karte erstellt, in der sich der Saugroboter zurechtfinden kann. Die Karte lässt sich in der „Eufy Home“-App abrufen und zeigt zudem an, wo sich der L70 Hybrid gerade befindet – doch dazu später mehr Details.

Ein Vorteil der bisherigen Eufy-Saugroboter war die kompakte Höhe, wodurch das Reinigen unter Möbelstücken oftmals kein Problem war. Durch die Laser-Sensorik kommen nun jedoch wenige Zentimeter dazu, wodurch der L70 Hybrid gerne mal hängen bleibt. Das ist bei anderen Robotern mit Laser-Sensor wie beispielsweise beim Roborock S6 (Test) allerdings ähnlich. Ein Pluspunkt ist jedoch, dass Erhöhungen wie Teppiche oder Türschwellen mit einer Höhe von bis zu 1,5 cm kein Problem darstellen.

Neben der Laser-Einheit sind noch weitere, wichtige Sensoren an Bord, die für eine präzisere Navigation sorgen. Auf der Front sitzt ganz klassisch ein Stoßfänger, der zentral einen Infrarotsensor besitzt und zwei Wandsensoren an der Seite. Auf der Unterseite sind vier Sturzsensoren platziert, die den Saugroboter vor Treppen schützen können. Für die Reinigung selbst nutzt der Robovac L70 Hybrid eine zentrale Rollbürste auf der Unterseite, dazu kommt noch eine rechts sitzende Seitenbürste.

Optional nutzbar: ein „Mopp“ für die Wischreinigung

Der Staubbehälter befindet sich mittig und versteckt sich unter der „Motorhaube“ des Saugroboters. Er kann rund 450 ml aufnehmen und hat den Wassertank für die zusätzliche Wischreinigung direkt integriert. Auch der herausnehmbare, abwaschbare Filter sitzt direkt an dieser Einheit. Der Wischmopp wird hinten auf der Unterseite einfach eingeschoben, anschließend startet der Saugroboter die Wasserregelung ganz automatisch. Wie viel Wasser zum Wischen genutzt werden soll, kann in der App eingestellt werden.

Einrichtung & Praxisstest

Die Einrichtung läuft über die Eufy Home App und ist in wenigen Schritten durchgeführt. Anschließend kann der Saugroboter manuell über die Bedienelemente oder vollständig über die App gesteuert werden. Vor der ersten Reinigung empfiehlt sich erstmal eine vollständige Ladung auf der entsprechenden Ladestation. Der Eufy Robovac L70 Hybrid ist in etwa 240-300 Minuten vollständig aufgeladen und kann anschließend für etwa 150 Minuten reinigen.

In einer Wohnung unseres Redakteurs mit 65 Quadratmeter reinigte der Saugroboter effektiv etwa 42-45 Quadratmeter und schaffte dies in unter 60 Minuten. Dementsprechend sollten selbst größere Wohnungen kein Problem für den L70 Hybrid sein. Sollte die Akkuladung dann doch mal schwächer werden, fährt der Saugroboter automatisch an die Ladestation, lädt auf und setzt die Reinigung dann wieder fort.

Effektive Reinigung mit guter Saugleistung

Der Saugmotor leistet laut Hersteller bis zu 2.200 Pa und ist somit etwas stärker als beispielsweise ein Eufy Robovac G10 Hybrid (Test). In der Eufy Home App lassen sich vier verschiedene Saugstärken (Leise, Standard, Turbo, Maximalmodus) einstellen. Mit „BoostIQ“ kann der Saugroboter allerdings auch eigenständig und je nach Bodenmaterial für mehr Leistung sorgen. Fährt der L70 Hybrid beispielsweise auf einen Teppich, wird die Saugleistung innerhalb weniger Sekunden gesteigert. Je höher die Saugstärke wird, desto lauter zeigt sich der Saugroboter natürlich auch. Im Maximal-Modus messen wir ca. 65 dB, was etwa einem normalen Gespräch gleichkommt. Im Standard-Modus ist der Sauger deutlich leiser unterwegs.

Durch die seitliche Bürste und die rotierende Hauptbürste nimmt der Robovac L70 Hybrid einen Großteil des Staubs auf. Der Sauger hinterlässt sowohl auf glatten Oberflächen als auch auf Teppichen einen guten Eindruck. Lediglich Brotkrümel oder Schokostreusel sind eine Herausforderung und werden durch die seitliche Bürste gerne aus dem Reinigungsweg befördert. Der Endgegner ist allerdings der Wäscheständer, hier weiß der Robovac L70 Hybrid einfach nicht was mit ihm geschieht.

Die Navigation über die Laser-Sensoren und die erstellte Karte ist wirklich gut gelungen. Der Saugroboter weiß jederzeit, wo er sich aktuell befindet und kann sich dadurch präzise orientieren. In der App kann die Reinigung jederzeit live verfolgt werden, darüber hinaus können virtuelle No-Go-Zonen hinterlegt werden. Auch für eine schnelle Spot-Reinigung kann ein Quadrat auf der Karte hinterlegt werden, der Robovac L70 Hybrid reinigt dann nur diesen Bereich. Wird die Reinigung mal pausiert, weiß der Saugroboter zudem beim Fortsetzen, wo er sich befindet und kann dort weitermachen.

Laser-Sensoren sind praktisch, schöpfen das volle Potenzial jedoch nicht aus

Leider wird die Karte bei jeder Reinigung neu angelegt, wenn sich schon ein kleines Detail in den Räumlichkeiten verändert. Zudem gibt es keine dedizierte Raumaufteilung, wodurch der Saugroboter keine Räume unterscheiden kann. Somit gibt es keine Möglichkeit von Reinigung zu Reinigung zu lernen, um beispielsweise die Navigation noch effizienter zu gestalten. Der Roborock S6 (Test) nutzt dieses Feature beispielsweise und bietet neben einer Raumerkennung auch das Abspeichern der Karte. Ein Firmware-Upgrade könnte dies vielleicht lösen, doch bisher wurde dahingehend noch Nichts angekündigt.


Die Wischfunktion ist eine nette Erweiterung, kann die manuelle Reinigung mit einem richtigen Wischmopp jedoch nicht ersetzen. Noch flüssige Flecken, beispielsweise von Saft, Limonade oder Soße, bekommt der Eufy Robovac L70 Hybrid zufriedenstellend entfernt. Für hartnäckige Verschmutzungen fehlt jedoch der nötige Druck, den die Muskelkraft sonst entfalten würde. Ein Pluspunkt ist jedoch das feine Einstellen der Wasserabgabe (Niedrig, Mittel, Hoch) sowie das leichte Einsetzen/Entnehmen des Wischmopps auf der Unterseite.

Eufy Home: App mit Karte, Steuerung und Mehr

Wie bereits erwähnt, wird der Eufy Robovac L70 Hybrid primär über die Eufy Home App gesteuert. Dort gibt es neben der erstellten Karte auch weitere Möglichkeiten und Funktionen für die Reinigung. Der Saugroboter kann beispielsweise nach einem Zeitplan reinigen oder manuell gesteuert werden. Darüber hinaus werden die Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant unterstützt. Übrigens: sollte euer Saugroboter mal verloren gehen, könnt ihr ihn über die App ausfindig machen – er gibt dann ein Geräusch von sich.

Wie schon der Robovac G10 Hybrid (Test) hat auch der L70 Hybrid einen Lautsprecher verbaut. Der Saugroboter informiert beispielsweise, wenn er mit der Reinigung startet, wenn die Behälterklappe offen ist oder wenn er aufgeladen wird. Nach der Einrichtung ist die Lautstärke etwas hoch eingestellt, in der App kann das praktischerweise angepasst werden. Hier lässt sich zudem die Sprache von Englisch (voreingestellt) auf Deutsch umstellen.

Des Weiteren gibt es eine Übersicht zum Zustand der Einzelteile, darunter Filter, Hauptbürste, Seitenbürste und Sensoren. Leider sind entsprechende Ersatzteile nicht im Lieferumfang enthalten, so wie es bei günstigeren Eufy-Modellen bisher der Fall war und in der Preiskategorie des L70 Hybrid durchaus auch wünschenswert wäre. Weitere Tipps zur Bedienung gibt es auch direkt auf der Eufy-Webseite.

Fazit

Der Eufy Robovac L70 Hybrid hinterlässt einen guten Eindruck, der besonders von einer guten Saugleistung und einer präzisen Navigation geprägt ist. Der Saugroboter bietet ein schickes Design mit einer guten Verarbeitung, der Lieferumfang könnte jedoch etwas üppiger ausfallen (Ersatzteile wie zusätzliche Filter etc.). Das Highlight ist ganz klar die neue Laser-Navigation, die für eine präzise und sinnvolle Reinigung sorgt. Leider wird hierbei noch nicht das volle Potenzial ausgeschöpft, so fehlen zum Beispiel eine Raumerkennung und das Abspeichern der Karte.

Einen Pluspunkt gibt es hingegen für die intuitive Steuerung sowie den Funktionsumfang in der App. Darüber hinaus kann der Saugroboter über Sprachassistenten (Amazon Alexa und Google Assistant) gesteuert werden. Die Wischfunktion ist eine praktische Zugabe und reinigt leichte Verschmutzungen, löst die manuelle Reinigung mit Muskelkraft aufgrund von fehlendem Druck jedoch nicht komplett ab.

Durch die Laser-Einheit ist der Robovac L70 Hybrid ein gutes Stück höher als seine Eufy-Geschwistermodelle und stößt somit gerne unter Möbeln an – doch das ist bei vergleichbaren Modellen wie beim Roborock S6 (Test) nicht unbedingt anders. Teppiche mit einer gewissen Höhe sind dagegen kein Problem, mit „BoostIQ“ erkennt der Saugroboter den Untergrund automatisch und passt die Saugleistung an. Typische „Fallen“ für Saugroboter sind offen liegende Kabel oder Schnürsenkel, da kann auch der L70 Hybrid nicht gegen ankommen.

Preislich liegt der Saugroboter bei rund 499 Euro* UVP und gehört damit zu den etwas höherpreisigen Modellen. Unserer Meinung nach hat Eufy das Potenzial der Technik und der Software noch nicht voll ausgenutzt, hier ist definitiv noch Luft nach oben. Für den ersten Sauger mit Laser-System liefert der Eufy Robovac L70 Hybrid aber dennoch eine gute Vorstellung ab. Die kleinen Problemchen macht die Konkurrenz übrigens nicht unbedingt besser.

Saugroboter
Allround-PC.com
06/2020
Eufy Robovac L70 Hybrid
Empfehlung

Pro

  • hohe Saugkraft und gute Reinigungsleistung
  • präzise Steuerung über Laser-Sensoren inklusive Karte
  • schnelle und verständliche Einrichtung
  • gute Akkulaufzeit
  • App bietet Steuerung und weitere Funktionen
  • Sprachsteuerung über Amazon Alexa oder Google Assistant

Contra

  • Lieferumfang könnte üppiger ausfallen
  • Navigation und Kartierung hat noch Potenzial
  • zieht gerne Kabel mit sich

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