Mit der neuen Viper SSD Serie hat Patriot ein interessantes Solid State Drive im M.2-Format auf den Markt gebracht. In diesem Test betrachten wir die neue Patriot Viper VPN100 NVMe-SSD, die mit einem massiven Kühlkörper ausgestattet ist.

Überblick

Aktuell bietet Patriot seinen Kunden im Bereich der NVMe-SSDs eine sehr überschaubare Auswahl. Da ist zum einen die Patriot Scorch M.2 PCIe SSD-Serie, die den mittleren Leistungsbereich abdeckt. Außerdem gibt es seit Kurzem die neue VPN100 SSD, die Patriot unter seinem Brand Viper Gaming vertreibt.Patriot-Viper-VPN100-M2-SSD-2

In diesem Artikel haben wir die neue Viper VPN100 NVMe-SDD genauer unter die Lupe genommen. Das Laufwerk wird in vier verschiedenen Varianten mit 256 GB, 512 GB, 1 TB sowie 2 TB verkauft. Für unseren Test haben wir das Modell mit einer Speicherkapazität von 1 TB verwendet.

Bereits die Verpackung der Viper VPN100 SSD macht deutlich, dass es sich bei dieser Solid State Disk nicht einfach nur um das „nächste“ M.2-Modul handelt. Ein massiver Kühlkörper thront auf dem Solid State Modul und soll auch unter Dauerlast für anhaltend hohe Performance sorgen.

Unter der Haube

Die Viper VPN100 SSD ist mit einem Controller aus dem Hause Phison ausgestattet. Genauer gesagt handelt es sich um den Phison PS5012-E12 Chipsatz, der acht Kanäle zur Anbindung des NANDs zur Verfügung stellt. Zusätzlich spendiert Patriot dem Laufwerk 1 GB DDR3L-Cache.

Der 3D-NAND mit 64 Layern wird im TLC-Verfahren angesprochen. Somit gehört es mittlerweile zum guten Ton, dass die SSD mit einem SLC-Caching-Verfahren ausgestattet ist, das Schreibvorgänge beschleunigt.Patriot-Viper-VPN100-M2-SSD-5

Da es sich bei der VPN100 SSD um ein Laufwerk aus dem Highend-Bereich handelt, setzt Patriot selbstverständlich auf das NVMe 1.3 Protokoll. Die Anbindung erfolgt via PCIe 3.0 x4.

In der Grundfläche entspricht die VPN100 den ganz normalen Abmessungen eines 2280er-M.2-Moduls. Der massive Aluminiumkühlkörper mit sechs internen Kühlrippen, bringt die Gesamthöhe der SSD jedoch auf 10,5 mm. Damit eignet sich diese SSD logischerweise nur noch für den Einsatz im Desktop-PC. Auch das Gewicht ist mit 25 Gramm nicht zu verachten, „nackte“ M.2-Module kacken kaum die 7 Grammgrenze.

Zusätzlich spendiert Patriot dem Laufwerk einen externen Temperatursensor, der eine noch genauere Messung der Laufwerkstemperatur ermöglicht. Dieser Sensor kann mit gängigen Tools zur Laufwerksdiagnose ausgelesen und die Temperatur des Laufwerks so komfortabel überwacht werden. Im Gegensatz zu Laufwerken ohne externen Temperatursensor, die nur die aktuelle Temperatur des SSD-Controllers ausgeben können, überwacht die VPN100 SSD so auch die Wärmeentwicklung der NAND-Module.

Vertrieben wir die Patriot Viper VPN100 SSD mit einer dreijährigen Garantie.

In Kürze

Für alle, die nur die wichtigsten Fakten über das neue Patriot SSM benötigen, hier eine knappe Zusammenfassung.

Die Patriot Viper VPN100 SSD mit 1 TB…

  • … verwendet einen schnelle Phison E12 Controller mit 1 GB DRAM-Cache.
  • … setzt auf 3D-NAND mit 64 Schichten, der im TLC-Verfahren angesprochen wird.
  • … kann auf SLC-Caching zurückgreifen.
  • … besitzt einen massiven Kühlkörper aus Aluminium und ist dadurch über 1 cm dick.
  • … wird über PCIe 3.0 x4 angebunden und nutzt NVMe 1.3.
  • … ist mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausgestattet.
  • … kommt mit einer dreijährigen Garantie.

Leistungstest

Natürlich interessiert bei SSDs hauptsächlich die Leistung, die ein Laufwerk unter verschiedenen Bedingungen an den Tag legt. Daher haben wir die neue Patritot Viper VPN100 SSD mit 1 TB verschiedenen Tests unterzogen. Theoretische Benchmarks kitzeln das Maximum aus dem Laufwerk heraus, während praktisches Testdurchläufe eine Einschätzung der Laufwerksleistung unter alltäglichen Bedingungen erlauben. Als Vergleich haben wir die WD Black SN750 NVMe SSD 1 TB, die Samsung SSD 970 EVO Plus 1 TB, die Crucial Force Series MP510 960 GB sowie die ADATA XPG Gammix S11 Pro mit 1 TB herangezogen.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-8700K 3,7 GHz (Coffee Lake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus ROG Maximus X Hero
  • Kühler: Noctua NH-U14S
  • RAM: GeiL EVO X 16 GB
  • Systemlaufwerk: Crucial BX300 (500 GB)
  • Grafikkarte: KFA2 GeForce GTX 1070 Ti EX
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Thortech Thunderbolt 650 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune PRO 5.7
  • A.S. SSD Benchmark 1.9
  • Crytsal Disk Mark 6 x64
  • ATTO Disk Benchmark 3.05
  • Futuremark PCMark 8
  • Adobe Reader
  • iTunes
  • WinRAR 5.1

*mit anderem Testystem (Intel Skylake) getestet.

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Synthetische Benchmarks

Synthetische Benchmarks bringen die Laufwerke an ihre Leistungsgrenzen – die dargestellten Situationen entsprechen aber häufig nicht den Alltagsbedingungen, denen eine SSD ausgesetzt ist. Da jeder Benchmark gleich aufgebaut ist, bieten sie dennoch eine sehr gute Vergleichbarkeit der verschiedenen Laufwerke.

A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer SSD. Darüber hinaus werden Zugriffszeit und Transferraten beim Zugriff auf kleine Dateien gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.

ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer SSD zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten, was vor allem SandForce Chipsätzen zu Gute kommt.

Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.

HD Tune PRO

Die Software HD Tune PRO misst neben den schon erwähnten Parametern ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Dieser Test ist bei SSDs sehr interessant, da vor allem viele kleine Dateien (z.B. 4 KB Blöcke) einen schwachen Controller schnell aus der Bahn werfen. Die Transferraten brechen dann bis auf wenige KB/s ein und es kommt zu Verzögerungen beim Dateizugriff. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.

Real Benchmarks

Wesentlich interessanter für die spätere Benutzung einer Solid State Disk als Systemlaufwerk sind die Real-Tests. Wie der Name schon sagt, überprüfen dieser Art von Test die Leistung der SSDs unter alltäglichen Bedingungen. Dazu gehören beispielsweise Setup-Routinen, Virenscans oder das Öffnen mehrere Programme zum gleichen Zeitpunkt. Während dieser Testdurchläufe wurde das entsprechende Laufwerk als Systempartition verwendet, auf der Windows 10 PRO x64 lief.

Programm-Installationen

Wie die Überschrift schon wiedergibt, haben wir mehrere Setup-Routinen durchlaufen lassen und die dafür jeweils benötigte Zeit der SSD festgehalten. Als Software diente uns hierfür das PCMark 8, iTunes sowie der Adobe Reader.

Anwendungs-Tests

Bei den Anwendungs-Tests wurde überprüft, wie schnell das getestete Laufwerk mit alltäglichen Aufgaben fertig wird. Als plastisches Beispiel haben wir uns das Öffnen der Programme Avira, Firefox, itunes, PCMark 8 und Acrobat Reader herausgesucht.

Bewertung der Ergebnisse

Im letzten Schritt wollen wir uns die ermittelten Ergebnisse ein wenig genauer anschauen. Geht es um das sequenzielle Lesen von Daten macht die Patriot Viper VPN100 SSD eine gute Figur, muss sich aber der Konkurrenz von Samsung (SSD 970 EVO Plus 1 TB), WD (SN750 Black NVMe SSD 1 TB) und ADATA (Gammix S11 Pro 1 TB) geschlagen geben.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den schreibenden Zugriffen. Nicht desto trotzt ist der „niedrigste“ Wert mit 2,3 GB/s im A.S. SSD Benchmark immer noch als sehr gut zu bewerten und das Laufwerk damit schnell unterwegs.

Bei sequenziellen Zugriffen auf nicht-komprimierbare Daten kehrt sich das Bild um. Hier erreicht die Viper VPN100 SSD beim Lesen den besten Wert, auch wenn der Vorsprung gering ist. Geht es um das Schreiben, muss sich das Patriot Laufwerk nur knapp hinter der Samsung SSD 970 EVO Plus 1 TB und Corsair Force Series MP510 1 TB einordnen.

Betrachten wir die zufälligen Zugriffe auf unterschiedlich große Dateiblöcke, performt die Viper VPN100 SSD beim Lesen solide, auch wenn andere SSDs noch einwenig zügiger arbeiten. Beim zufälligen Schreiben erreicht das Patriot M.2-Modul dann Bestwerte und liegt auf dem Niveau der Samsung SSD 970 EVO Plus 1 TB.

Wie alle modernen NVMe-SSDs hat auch die Patriot Viper VPN100 1 TB SSD keine Probleme in unseren Anwendungstests. Alle Programme waren zügig installiert und Software startet extrem schnell. Wer die Leistung einer NVMe-SSD wirklich ausnutzen will, muss sich mit Dingen, wie 4- oder gar 8K-Videoschitt beschäftigen. Wer nur surft und ein paar Mails tippt, für den genügt in der Regel auch eine SATA-SSD der Mittelklasse und die Mehrleistung einer NVMe-SSD kommt eher nicht zur Geltung.

Viper VPN100 Thermal Shot 2

Der enorme Kühlkörper der Viper VPN100 SSD leistet im Übrigen sehr gute Arbeit. Maximal 47 Grad haben wir bei Vollauslastung gemessen. Damit behält das Laufwerk auch unter andauernder Last einen kühlen Kopf.

Fazit

Die neue Viper VPN100 SSD von Patriot ist aufgrund ihres enormen Kühlkörpers ein echter Hingucker in jedem Gaming-Rechner mit Fenster. Der Kühlkörper sieht dabei nicht nur cool aus, sondern leistet auch gute Arbeit. So ist die Temperatur der SSD im Vergleich zu Modulen ohne passive Kühlrippen deutlich niedriger.

In Sachen Transferleistung braucht sich das Laufwerk nicht zu verstecken und agiert im guten Durchschnitt der von uns getesteten Highend-NVMe-SSDs. Hier gibt es nichts auszusetzen, es sei aber angemerkt, dass die Konkurrenz von Samsung und ADATA noch schneller unterwegs ist.

Patriot ruft für die 1-TB-Variante der Viper VPN100 SSD eine UVP von 229 Euro auf. Damit liegt das Laufwerk eher im oberen Preissegment.

Die Samsung SSD 970 EVO Plus 1 TB gibt es ab 220 Euro zu kaufen, die ADATA Gammix S11 Pro 1 TB kostet nur 177 Euro. Für die Corsair Force Series MP510 960 GB werden 178 Euro fällig, die Western Digital WD Black SN750 NVMe SSD mit 1TB ist mit einem Straßenpreis von 226 Euro aktuell am teuersten. Einen Vorteil haben all diese Laufwerke gegenüber der Viper VPN100 SSD jedoch: sie kommen mit einer fünfjährigen Garantie, während Patriot nur 3 Jahre bietet.

Pro

  • hohe Gesamtleistung
  • massiver Kühlkörper für niedrige Temperaturen
  • NVMe 1.3
  • Temperatursteuerung bezieht NAND-Temperatur mit ein

Contra

  • Kühlkörper macht Einsatz in Notebooks unmöglich
  • nur 3 Jahre Garantie

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