Mit der neuen FireCuda Gaming SSD bringt Seagate seine erste portable SSD mit USB 3.2 Gen2x2 Anbindung auf den Markt. Wir haben das Laufwerk getestet und verraten euch, was die 20 Gbit/s-Schnittstelle leistet.

Überblick

Mit der neuen FireCuda Serie hat Seagate eine ganze Reihe an Produkten entwickelt, die sich speziell an Gamer richten. Dabei haben Enthusiasten mittlerweile die Wahl zwischen verschiedenen NVMe-SSDs, einer Dockingstation sowie der neuen FireCuda Gaming SSD, welche den mobilen Speicherbereich abdeckt.

Wer sich für andere FireCuda Produkte interessiert, dem empfehlen wir an dieser Stelle einmal einen Blick in unseren Test zum FireCuda Gaming Dock oder der aktuellen FireCuda 520 NVMe SSD zu werfen. In diesem Artikel wollen wir uns jedoch auf die FireCuda Gaming SSD konzentrieren, welche von Seagate in drei Kapazitätsvarianten mit 500 GB, 1 TB und 2 TB angeboten wird. Für unseren Test haben wir das Modell mit 1 TB Speicherkapazität verwendet.

Die FireCuda Gaming SSD im Detail

Das neue externe Laufwerk der FireCuda Serie ist gleichzeitig die erste externe SSD von Seagate, die auf das neue USB 3.2 Gen 2 x 2 Protokoll setzt. Dieser USB-Standard (hier bekommt ihr einen Überblick) ermöglicht es Daten mit bis zu 20 Gbit/s zu übertragen. Das ist vor allem für die Anbindung schneller NVMe-SSDs interessant, da moderne PCIe-Laufwerke durch das USB 3.2 10 Gbit/s-Protokoll bereits deutlich ausgebremst werden.

FireCuda Gaming SSD von Seagate mit USB-Kabel

Die neue Gaming SSD wirkt schlicht und gleichzeitig schick.

Im Inneren setzt Seagate auf ein Standard-NVMe-Laufwerk im M.2-Format. Dieses wird über einen PCIe-zu-USB 3.2-Controller an den Rechner angebunden. Obwohl die Kommunikation über USB läuft, kann trotzdem das NVMe-Protokoll verwendet werden. Das bringt Vorteile bei der parallelen Abarbeitung von Lese- und Schreibanfragen. Als Schnittstelle setzt die FireCuda Gaming SSD selbstverständlich auf USB Type-C.

Design und Verarbeitung

Die Verwandtschaft zwischen FireCuda Gaming SSD und FireCuda Gaming Dock (Test) ist bereits auf den ersten Blick ersichtlich. Die SSD sieht wie eine geschrumpfte Version der Seagate Dockingstation aus. Das Laufwerk ist vollständig rechteckig geformt, besteht aus Aluminium und wirkt durch die schwarz-graue Farbgebung zunächst schlicht aber sehr hochwertig. Wird die SSD über die in der linken Seite eingelassenen USB Type-C Schnittstelle mit einem Computer verbunden, leuchtet ein heller LED-Streifen auf und setzt einen schicken Akzent.

Der Streifen durchzieht die SSD dabei fast vollständig von der Ober- auf die Unterseite. Die im Streifen eingelassenen RGB-LEDs lassen sich zudem per Software steuern – dazu unten mehr. Die FireCuda Gaming SSD verfügt des Weiteren über eine weiße Status-LED direkt neben der USB-Schnittstelle, die die Laufwerksaktivität anzeigt.

Die Verarbeitung des Laufwerks bietet keinen Anlass zur Kritik. Alle Komponenten sind sauber zusammengefügt und der Käufer hat direkt das Gefühl, ein hochwertiges Produkt in den Händen zu halten. Mit knapp 100 Gramm ist die portable Zocker-SSDs außerdem angenehm leicht.

Konfigurationsmöglichkeiten

Die neue Seagate SSD wird mit der Toolkit Software ausgeliefert, die zwei wesentliche Aufgaben übernimmt. Zum einen lassen sich mit dem Programm ganz einfach Datensicherungen anlegen, diese können auch nach speziellen Zeitplänen ausgeführt werden. Die Nutzeroberfläche ist intuitiv und die Bedienung sollte daher auch Einsteigern leicht fallen.

FireCuda Gaming SSD von Seagate mit grüner LED
FireCuda Gaming SSD von Seagate mit oranger LED

Außerdem kann das Toolkit den LED-Streifen ansteuern, der das Design des Laufwerks prägt. Dazu kann der Nutzer entweder aus verschiedenen Farb- und Leuchtmustern wählen, eine konstante Farbe einstellen oder auch eigene Muster erstellen. Erfreulicherweise kann die weiße Status-LED der portablen SSD bei Bedarf auch deaktiviert werden, sollte diese das sonstige Farbkonzept im Gaming-Raum stören.

Leistungstest

Um die Transferraten der FireCuda Gaming SSD mit 1 TB zu ermitteln, haben wir verschiedene Benchmarks an einem geeigneten PC durchgeführt. Verwendete Tools sind Crystal Disk Mark und A.S. SSD Benchmark. Außerdem haben wir 13,2 GB an Dateien mit Dateigrößen zwischen mehreren Hundert MB und einigen GB auf die SSD geschrieben und davon gelesen.

Testsystem:

  • Prozessor: Intel Core i7-7900X, 10 Kerne (20 Threads), 3,3 GHz (Standard), 4,3 GHz (Turbo), Turbo Boost & Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: ASUS ROG Rampage VI Extreme Encore
  • Kühler: Noctua NH-D15
  • Arbeitsspeicher: 32 GB Kingston HyperX Predator RGB DDR4-2933
  • Systemlaufwerk: 512GB ADATA XPG SX8000 PCIe 3.0 x4 M.2 SSD
  • Grafikkarte: ASUS ROG Strix RTX 2070 OC
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64







Bewertung der Ergebnisse

Die neue Generation an portablen SSDs bietet einen deutlichen Leistungsschub gegenüber externen SSDs mit 10 GBit/s-Anbindung. Voraussetzung dafür ist, dass ein Computer oder Notebook mit USB 3.2 Gen 2×2 Support zur Verfügung steht, um die volle Bandbreite von 20 GBit/s abzurufen. Ist das der Fall, zeigt sich die FireCuda Gaming SSD von ihrer besten Seite. Die 2.000 MB/s, die Seagate für dieses Laufwerk bewirbt, konnten wir im Crystal Disk Mark nachvollziehen. Die SSD war sogar noch ein wenig schneller als angegeben.

FireCuda Gaming SSD auf einem Rohrgestellt

Das Seagate-Logo ziert den unteren Rand der SSD.

Auch mit zufälligen Zugriffen kommt das Laufwerk erwartungsgemäß gut klar – das ist für eine schnelle NVMe-SSD aber kein Wunder. Insgesamt macht Seagate bei der neuen FireCuda Gaming SSD also alles richtig, was den PCIe-to-USB 3.2-Controller angeht und reizt die verbaute M.2-SSD ordentlich aus. Doch wo viele Bytes bewegt werden, entsteht auch Wärme.

Das gilt auch für die FireCuda Gaming SSD von Seagate. Während unseres Tests im Dauerschreibbetrieb erwärmte sich das Laufwerk selbstverständlich deutlich. Maximal 65°C hat der interne Sensor gemessen. Das ist zwar nicht unbedingt kühl, für eine moderne NVMe-SSD aber auch kein Problem. Die Abwärme wird dabei einfach über das Aluminiumgehäuse abgeleitet. Hier konnten wir über eine Wärmebildkamera maximal 38°C messen.

Fazit

Mit der FireCuda Gaming SSD hat Seagate definitiv ein interessantes Laufwerk auf den Markt gebracht, das auch hohe Leistungsanforderungen abdecken dürfte. Die Anbindung via USB 3.2 Gen2x2 sorgt für extrem hohe Datenraten von über 20 GB/s. Das sind Werte, die bisher lediglich externen SSDs mit Thunderbolt 3 Verbindung vorbehalten waren.

Insgesamt liefert die FireCuda Gaming SSD ein sehr gutes Bild in Sachen Performance ab. Dieser Eindruck lässt sich glücklicherweise auch auf die äußere Aufmachung des Laufwerkes übertragen und wird von einer hochwertigen Verarbeitung unterstrichen. Preislich müssen Interessenten für das 1-TB-Modell der FireCuda Gaming SSD derzeit knapp 280 Euro* einplanen – dafür gibt es eine pfeilschnelle SSD mit 5-jähriger Garantie.

Die Konkurrenz in Form der WD Black P50 Gaming SSD 1 TB ist mit knapp 230 Euro* aktuell aber etwas günstiger zu erwerben. Dafür müssen Zocker hier auf die schicke LED des Seagate Produktes verzichten. Mit der neuen Generation an USB 3.2-SSDs bekommt nun auch endlich die Samsung Portable SSD X5 Konkurrenz. Die 1-TB-Variante von Samsungs Thunderbolt 3-SSD schlägt jedoch noch immer mit über 360 Euro zu Buche und macht die FireCuda Gaming SSD somit zu einer attraktiven Alternative.

SSDs
Allround-PC.com
06/2020
Seagate FireCuda Gaming SSD 1 TB
Empfehlung

Pro

  • sehr schnelles portables SSD-Laufwerk
  • USB 3.2 Gen2x2 Support
  • USB Type-C Schnittstelle
  • cooles Design mit RGB-Streifen
  • sehr gute Verarbeitung

Contra

  • relativ hoher Preis

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