LCD vs. AMOLED: Displaytechnologien für Handys im Vergleich

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Wissen  / Tim Metzger

Smartphones haben heutzutage entweder LC-Bildschirme oder AMOLED-Displays verbaut, doch worin unterscheiden sich die beiden Technologien? In diesem Wissensartikel erläutern wir euch die Unterschiede samt Vor- und Nachteilen.

Auf dem Smartphone-Markt liegen AMOLED-Displays stark im Trend, aber LCDs sind deshalb nicht automatisch schlechter. In 2019 führten Hersteller Bildschirme mit einer höheren Wiederholfrequenz in der Smartphone-Oberklasse ein und mittlerweile beträgt das Maximum bei AMOLED 144 Hertz. Dies sorgt gegenüber herkömmlichen Displays mit 60 Hertz für eine spürbare Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit und bietet darüber hinaus auch Vorteile bei Mobile Games. Zu Beginn war diese Eigenschaft nur auf Geräte mit AMOLED-Bildschirm begrenzt, doch auch LC-Displays mit 90 oder 120 Hertz sind nun keine Seltenheit mehr, wie zum Beispiel das Poco X3 NFC (Test) von Xiaomi.

Da LCDs sie günstiger als AMOLED-Panels sind, kommen sie überwiegend in Einsteiger- und Mittelklasse-Handys zum Einsatz. Käufer gelangen somit bereits in der 200-Euro-Klasse in den Genuss von 90 oder 120 Hertz. In der Android-Oberklasse setzen Hersteller zurzeit überwiegend AMOLED-Displays von Samsung ein. Premium-Modelle mit 120-Hertz-Displays sind beispielsweise das Xiaomi Mi 10 Ultra oder das Samsung Galaxy Note 20 Ultra.

Letzteres bietet gegenüber der breiten Masse an AMOLED-Geräten mit 90 Hertz oder mehr eine adaptive Bildwiederholrate. Je nach angezeigtem Inhalt wechselt das Display zwischen elf und 120 Hertz. Beim Lesen eines Artikels liegt die Frequenz dann bei elf Hertz, bei der Videowiedergabe zwischen 24 und 120 Hertz und bei Spielen zwischen 48 und 120 Hertz. Mit Ausnahme des Galaxy Z Fold 2 setzt derzeit aber nur das Note 20 Ultra (Test) auf ein sogenanntes Dynamic AMOLED-Display.

Bei anderen AMOLED-Displays mit mindestens 90 Hertz ist die Frequenz entweder fix auf 60 Hertz begrenzt oder wechselt automatisch auf den maximalen Wert. Das LCD des bereits erwähnten Poco X3 NFC hat ebenfalls eine dynamische Bildwiederholrate, die zwischen 50, 60, 90 und 120 Hertz variiert, um Strom zu sparen.

Bild: Samsung

AMOLED-Technologie

AMOLED steht für active-matrix organic light-emitting diode. Die einzelnen Dioden leuchten individuell und es gibt keine Hintergrundbeleuchtung. Bei der Anzeige eines schwarzen Bildes sind die Pixel entsprechend deaktiviert und benötigen daher keine Energie. Auch der Schwarzwert ist dadurch besser als bei LCD-Bildschirmen. Deshalb gibt es die Funktion Always-on-Display überwiegend nur bei Smartphones mit AMOLED-Technologie.

Aufgrund der nicht vorhandenen Hintergrundbeleuchtung lassen sich AMOLED-Displays sehr flach und flexibel produzieren. Smartphones mit Curved-Displays oder auch Foldables setzen demnach stets auf AMOLED-Technologie. Oftmals kam bei früheren AMOLED-Displays eine PenTile-Pixelmatrix zum Einsatz, die gegenüber einer regulären RGB-Matrix bei LCDs nur zwei Drittel der Subpixel bietet. Bei gleicher Auflösung wirkte ein AMOLED-Display mit PenTile-Matrix demnach weniger scharf als ein LC-Display. AMOLED-Technologie ist mittlerweile aber fortgeschrittener, weshalb es keine sichtbaren Schärfeunterschiede bei identischer Auflösung mehr gibt.

Des Weiteren ist anzumerken, dass AMOLED-Displays in der Regel zwar ein breiteres Farbspektrum abbilden können, aber nicht unbedingt farbgenauer als LCDs sind. Die Farbgenauigkeit ist stark abhängig vom jeweiligen Display, aber wenn euch dies besonders wichtig ist, solltet ihr nach der Angabe des Delta-E-Wertes suchen. Der Delta-E-Wert gibt an, wie groß die Farbabweichungen sind. Je niedriger der Wert, desto besser. Ergebnisse unter dem Wert 3,0 sind gut und Ergebnisse unter 2,0 sind ideal.

Bei AMOLED-Displays gibt es außerdem stets sogenanntes PWM-Flimmern. PWM steht für Pulsweitenmodulation und ist eine Methode, um die Bildschirmhelligkeit durch schnelles Ein- und Ausschalten von Pixeln zu regulieren. Dadurch kommt es zu hochfrequentem Flackern, wenn die Helligkeit nicht 100 Prozent beträgt. Einige Menschen können darauf empfindlich reagieren, etwa mit Augen- oder Kopfschmerzen.

LCDs haben normalerweise kein PWM-Flimmern, aber seit kurzer Zeit gibt es auch für AMOLED-Bildschirme Abhilfe in Form von DC-Dimming. Statt Pixel schnell ein- und auszuschalten wird die Leuchtkraft durch das Verringern oder Erhöhen der Stromspannung angepasst. Dadurch kann es allerdings auch zu Abweichungen bei der Farbarstellung kommen. Nicht alle AMOLED-Smartphones bieten DC-Dimming, aber unter anderem Modelle von OnePlus, Xiaomi und Huawei.

LCD-Technologie

Bildschirmtechnologien entwickeln sich ständig weiter, sowohl die AMOLED- als auch die LCD-Technologie. LCD steht für liquid crystal display, und aktuell kommen bei Smartphones sogenannte IPS-LCDs zum Einsatz, die eine gute Blickwinkelstabilität und Farbgenauigkeit bieten. Die IPS-Technologie hat mehrere Nachteile von herkömmlichen LC-Displays beseitigt, etwa eine schlechte Farbwiedergabe. Eine Hintergrundbeleuchtung befindet sich hinter der Bildschirmschicht mit Flüssigkristallen. Pro Pixel gibt es einen roten, grünen und blauen Flüssigkristall. Durch Elektrizität wird das Hintergrundlicht polarisiert und das entsprechende Pixel erleuchtet in der gewünschten Farbe.

LC-Displays haben gegenüber AMOLED-Bildschirmen zwar keinen perfekten Schwarzwert, sind aber immer noch konkurrenzfähig und finden ihre Daseinsberechtigung vor allem in der Smartphone-Mittelklasse. Vereinzelt kommen sie auch noch in teureren Geräten wie Tablets oder sogar iPhones zum Einsatz – im Notebook-Segment sind IPS-LCDs derzeit der Standard in allen Preisklassen. Für die bessere Übersicht listen wir euch die Vor- und Nachteile von AMOLED- und LCD-Bildschirmen nachfolgend auf:

DisplaytechnologieVorteileNachteile
AMOLED- satte Farben und besonders guter Kontrast
- schwarze Pixel sind deaktiviert und verbrauchen keinen Strom
- flexibel und dünn
- Bilder können einbrennen
- Farben und Helligkeit können mit der Zeit abweichen
- teurer in der Produktion
- Flimmern bei Helligkeitsstufen unter 100 Prozent
LCD- günstig in der Produktion
- in der Regel bessere Weißwerte
- mehr Subpixel als bei AMOLED
- geringerer Kontrast gegenüber AMOLED
- kein perfektes Schwarz
- höherer Stromverbrauch und daher keine Always-on-Funktion

Fazit

Bei der Bildqualität gibt es so gut wie keine Unterschiede zwischen AMOLED- und LC-Displays. Wer viel Wert auf echtes Schwarz, hohe Kontraste und Funktionen wie ein Always-on-Display legt, sollte sich ein Smartphone mit AMOLED-Bildschirm aussuchen. Hohe Bildwiederholraten und eine gute Farbdarstellung bieten aber auch Bildschirme mit LCD-Technologie. Bei ähnlichen Mittelklasse-Smartphones lässt sich in der Regel also Geld sparen, wenn ihr ein LCD gegenüber AMOLED bevorzugt.


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