Das neue Galaxy Note 20 Ultra teilt viele Eigenschaften mit dem eher enttäuschenden S20 Ultra, bringt aber dennoch Verbesserungen mit sich. Welche Vor- und Nachteile bietet das riesige Top-Smartphone mit integriertem S Pen? Das klären wir für euch in diesem Testbericht.

Übersicht

Samsungs Galaxy Note 20 Ultra löst das Note 10+ (Test) ab und erschien, wie üblich, rund ein halbes Jahr nach der S-Serie. Seit dem 21. August 2020 ist das neue Ultra-Modell in Deutschland verfügbar, Interessenten müssen dafür tief in die Tasche greifen. In der Vollausstattung mit 512 Gigabyte kostet es 1.364 Euro, alternativ gibt es das Smartphone noch mit 256 Gigabyte für 1.266 Euro. Im Vergleich zum Startpreis des Note 10+ 5G ist es somit bis zu 165 Euro teurer, einzig das Galaxy S20 Ultra (Test) war zur Einführung im März mit bis zu 1.549 Euro kostspieliger. Mittlerweile ist aber dessen 128-Gigabyte-Modell schon auf unter 920 Euro gefallen.

Weiterhin ist Samsung der alleinige Anbieter eines Oberklasse-Smartphones mit einem aktiven Stylus. LG bietet zwar für das LG V60 einen Wacom-Stylus an, jedoch ist dieser nicht im Gerät verstaubar oder immerhin seitlich zu befestigen. Lassen wir den S Pen mal außen vor, gibt es aktuell Geräte wie das OnePlus 8 Pro (Test) für unter 850 Euro mit einer ähnlichen Ausstattung. Üblicherweise setzt bei Samsung-Flaggschiffen schnell der Preisverfall ein. Idealo geht in einer Preisprognose davon aus, dass das Note 20 Ultra nach einem halben Jahr auf unter 1.000 Euro fällt. Diese Annahme basiert auf dem Preisverlauf des Note 10+ und dessen 5G-Variante nach Marktstart.

Bild: Idealo

Lieferumfang

  • Smartphone
  • USB-C auf USB-C-Kabel
  • Ladegerät mit 25 Watt
  • AKG-Kopfhörer mit USB-C
  • Steckplatz-Werkzeug
  • Bedienungsanleitung

Design und Verarbeitung

Optisch ist das Note 20 Ultra eindeutig ein Hingucker, besonders in der Farbe Mystic Bronze, die teilweise sogar roséfarben wirkt. Wahlweise gibt es noch die Farbvarianten Mystic White und Mystic Black. Durch nur kleinere Änderungen am Design wirkt das Smartphone deutlich edler und schicker gegenüber dem klobig sowie uninspiriert anmutenden S20 Ultra. Der südkoreanische Hersteller entschied sich für eine Mischung aus der kantigen Optik des Note 10+ und dem auffälligen Kamerabuckel des anderen Ultra-Modells.

Trotz seiner beachtlichen Größe wirkt das Smartphone in der Hand zwar unbestreitbar wie ein kleines Tablet, allerdings ist es nur acht Millimeter dünn. Die seitlich gekrümmte Vorder- und Rückseite aus Gorilla Glass Victus und der dünne Metallrahmen dazwischen sorgen für eine schlanke Silhouette.

Das mehrere Millimeter aus dem Gehäuse herausragende Kameramodul sticht buchstäblich hervor und nicht selten wird es von Betrachtern als unschön bezeichnet. Immerhin fügt sich das Kamera-Rechteck mit der entsprechenden Gehäusefarbe. Zudem hat es Samsung im Vergleich zum S20 Ultra geschmälert und sich einen Marketing-Aufdruck erspart. Beim Versuch mit dem S Pen auf dem Note 20 Ultra zu schreiben, während dies auf einer flachen Oberfläche liegt, wackelt das Smartphone wegen des hinteren Buckels massiv hin und her. Insgesamt ist das Design dennoch ein wesentlicher Fortschritt von der faden Optik der S20-Serie. Auch der neuerdings matten Glasrückseite ist dies zu verdanken, weil Fingerabdrücke darauf kaum haften bleiben und sie sich angenehm samtig anfühlt.

Trotz störendem Kamerabuckel ein edles Smartphone

Die Verarbeitung ist erstklassig, einzig die beim Schütteln klappernde Stabilisierung der Hauptkamera stört leicht – bei einem solch großen Sensor ist dies aber wohl kaum vermeidbar. An der flachen Unterseite ist mittig der schnelle USB-C-Anschluss (USB 3.2 Gen 1) platziert, links davon lässt sich der S Pen verstauen beziehungsweise entnehmen. Rechts vom Ladeanschluss ist noch ein Lautsprecher vorhanden, der gemeinsam mit dem winzigen Hörmuschel-Lautsprecher einen Stereoklang erzeugt. Klanglich machen die Lautsprecher eine recht gute Figur. Der untere Lautsprecher ist jedoch eindeutig stärker und lässt sich beim Halten im Querformat leicht verdecken. Alternativen wie das Xiaomi Mi 10 (Test) schneiden bezüglich Lautsprecher-Sound noch besser ab.

Wie es sich für diese Preisklasse gehört, ist das Samsung-Flaggschiff gegen das Eindringen von Wasser und Staub gemäß der IP68-Schutzklasse zertifiziert. Übrigens soll das Note 20 Ultra durch das bereits erwähnte Gorilla Glass Victus noch bruchresistenter bei Stürzen sein. Diesbezüglich empfehlen wir trotzdem stark die Verwendung einer Schutzhülle und fragen uns abermals, warum Hersteller bei teuren Smartphones meist keine beilegen und bei günstigeren schon. Aus normalen Hosentaschen ragt das riesige Phablet übrigens leicht hervor.

Technik und Features

Das Note 20 Ultra besitzt ein ähnliches Display wie das S20 Ultra. Diagonal misst es überdurchschnittlich große 6,9 Zoll und seitlich ist es gekrümmt. Ein kleines Loch für die Frontkamera sitzt symmetrisch platziert im oberen Bereich und die Bildschirmränder sind sehr dünn. Maximal löst der AMOLED-Bildschirm in Quad-HD+ auf, also mit 3.088 x 1.440 Pixeln. Samsung bietet eine dynamische Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz, doch diese lässt sich höchstens mit Full-HD+-Auflösung nutzen. Mit Quad-HD+ sind erneut nur 60 Hertz möglich.

Trotz dieses verspielten Potenzials handelt es sich wohl um das derzeit beste Smartphone-Display auf dem Markt. Vor allem bei der Helligkeit kann das Note 20 Ultra punkten. Gegenüber dem S20 Ultra fällt diese laut Samsung um 25 Prozent höher aus. Dies bestätigen auch unsere Messungen. Bei 100 Prozent APL schafft der Bildschirm 907 Nits und bei 20 Prozent APL maximal 1.228 Nits, während es beim S20 Ultra 720 beziehungsweise 1.010 Nits sind.

Selbst bei sehr hellem Sonnenlicht ist der Bildschirm nie zu dunkel und er eignet sich entsprechend auch sehr gut für HDR-Videos. Ein Curved-Display sieht zwar stets schick aus, ist aber prädestiniert für ungewollte Berührungen – so auch beim Note 20 Ultra. Besonders bei der einhändigen Bedienung mit dem Daumen kam es zu ungewollten Eingaben. Für das Schreiben mit dem S Pen sind die gekrümmten Seiten ebenfalls wenig vorteilhaft. Eine Software-Option für das Einstellen einer sogenannten “dead zone” von Touch-Eingaben im Randbereich gibt es leider nur bei Xiaomis Mi 10-Serie.

Dieses Manko bringen jedoch alle Curved-Displays mit sich und der exzellenten Qualität des AMOLED-Bildschirms tut dies keinen Abbruch. Übrigens ist selbstverständlich ein Fingerabdrucksensor ins Display integriert. Es handelt sich um die gleiche Ultraschalltechnologie, die auch schon im Galaxy S10 (Test) steckt. Sie ist gegenüber der optischen Erkennungsmethode sicherer, in der Praxis aber zugleich langsamer.

Bekannter Exynos-Prozessor mit massig Speicher

Intern kommt gewohnte Samsung-Technik der Oberklasse zum Einsatz. Ein Exynos 990 verrichtet in den europäischen Modellen seinen Dienst als System-on-a-Chip, während der Hersteller für den amerikanischen Markt den Qualcomm Snapdragon 865+ verwendet. Letzterer bietet mehr Leistung und ist bekanntermaßen energieeffizienter. Das Flaggschiff-Smartphone erlaubte sich im Test fast nie Ruckler, allerdings benötigte es nach einem Neustart einige Sekunden, bis es auf Berührungen reagierte. Zudem dauert die Verarbeitung von Nachtaufnahmen weiterhin einen Tick zu lange für ein Smartphone, das sich oberhalb der 1.000-Euro-Grenze einreiht.

Unter Last, also während Benchmarks, beim Aufnehmen von 4K-Videos oder beim Spielen erwärmt sich das Note 20 Ultra spürbar am Rahmen und rechts neben der Hauptkamera. Dies kennen wir bereits vom Galaxy S20 Ultra (Test), welches den gleichen Exynos-Chip verwendet. In Geekbench 5 erreichte es einen Single-Core-Score von 944 Punkten und einen Multi-Core-Score von 2.816 Punkten. Bei AnTuTu schaffte es das Smartphone auf 538.985 Punkte.

Eine Wärmebildaufnahme der Smartphone-Rückseite unter Last.

Beim Speicher zeigt sich Samsung großzügig und der Hersteller verbaut zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher. Die bereits erwähnten Kapazitäten des UFS 3.0-Massenspeichers von 256 und 512 Gigabyte sind ebenfalls der Preisklasse angemessen. Erfreulich ist des Weiteren, dass das Note 20 Ultra MicroSD-Karten mit maximal einem Terabyte unterstützt. Der Aufpreis in Höhe von 100 Euro für 256 Gigabyte mehr Speicherplatz ist aus unserer Sicht zwar nicht zu hoch angesetzt, aber eine gleich große MicroSD-Karte (U3-Klasse) kostet lediglich um die 40 Euro, wenngleich diese gegenüber UFS 3.0-Flash natürlich langsamer ist. Patzer erlaubt sich das neue Note-Modell zudem nicht bei den Funkstandards, denn unter anderem unterstützt es Wi-Fi 6, 5G-Mobilfunk, Bluetooth 5.0 und NFC.

Software

Als Betriebssystem dient aktuelles Android 10 mitsamt der Samsung-Oberfläche One UI 2.5. Typisch für den Hersteller befinden sich ab Werk zahlreiche Apps auf dem Note 20 Ultra, darunter von Samsung selbst, aber auch einige von Microsoft. Die Microsoft-Kooperation macht sich an mehreren Stellen bemerkbar, etwa bei der bald kommenden OneDrive-Synchronisierung der Notizen, dem erweiterten Windows-Link und der Bewerbung der Mitte September kommenden Cloud-Gaming-Funktion des Xbox Game Pass Ultimate. Letzteren erhielten Vorbesteller als dreimonatigen Code alternativ zu den Galaxy Buds Live zum Smartphone mitsamt einem Gamepad und Wireless Charger dazu. Samsungs E-Mail-App wurde außerdem durch Outlook ersetzt.

Neuerdings lässt sich der Desktop-Modus DeX übrigens kabellos per WLAN-Streaming mit Smart-TVs verbinden. Um Freunden kurzerhand Aufnahmen der Note-Kamera auf einem Großbildschirm zu zeigen, ist diese Software-Neuerung durchaus praktisch. Das 6,9-Zoll-Display dient dann als Trackpad. Samsung nennt als Beispiel auch noch eine PowerPoint-Präsentation komplett gestreamt über das Note 20 Ultra und mit dem S Pen gesteuert.

Generell ist One UI vollgeladen mit Funktionen, also sollten sich Samsung-Neulinge definitiv auf eine Eingewöhnungsphase einstellen. Der generelle Look und Aufbau von Samsungs Benutzeroberfläche ist bekanntlich eine Geschmacksfrage – Alternativen wie etwa Oxygen OS bieten eher eine schlichtere Optik und dafür weniger Extra-Funktionen. Positiv anzumerken ist, dass das Note 20 Ultra drei Android-Versionsupdates erhalten soll, also ist bereits Android 13 zugesichert.

S Pen

Das Markenzeichen der Galaxy Note-Serie hat in den letzten Generationen zahlreiche Verbesserungen erhalten und auch dieses Mal gibt es Neuerungen für den S Pen genannten Stylus. Neben bereits bekannten Funktionen, wie Schreiben auf dem ausgeschalteten Bildschirm oder direktes Malen bei Screenshots, bietet der aktive Stylus nun insgesamt elf S Pen-Gesten. Dabei schwenkt man den S Pen wie einen Zauberstab in verschiedene Richtungen vor dem Smartphone umher, und löst beispielsweise eine Screenshot-Notiz aus oder kehrt zum Home-Bildschirm zurück. Durch Gedrückthalten der Stift-Taste kann außerdem eine benutzerdefinierte App gestartet werden und in Kombination mit den Gesten lässt sich bei laufender Musik zudem die Wiedergabe steuern.

Dank des 120-Hertz-Displays konnte Samsung die Eingabeverzögerung auf nur neun Millisekunden verringern. Der Stift reagiert somit genauso schnell wie der Apple Pencil 2 bei Apples iPad Pro-Modellen. Schreiben wirkt daher sehr natürlich auf dem Note 20 Ultra. Die Samsung Notes-App ist vermutlich die beste Notiz-App unter Android, denn sie bietet praktische Funktionen wie etwa eine zuverlässige Handschrift-zu-Text-Umwandlung, horizontale Ausrichtung von Notizen mit nur einem Klick und mit Audio-Memos synchronisierte Notizen. Der Mehrwert des S Pen ist immer noch Nutzer-abhängig und entsprechend entweder ein nettes Extra oder ein essenzieller Teil des Smartphones.

Akku

Der verbaute Akku bietet eine Kapazität von 4.500 Milliamperestunden, was in Relation zur Smartphone-Größe nicht sonderlich viel ist. Samsungs S20 Ultra hat dagegen 500 Milliamperestunden mehr, obwohl es lediglich 0,7 Millimeter dicker ausfällt. Intern verfügt das Note 20 Ultra allerdings über weniger Platz, da der S Pen schließlich im Gehäuse verstaut wird. Wenig überraschend ist die Akkulaufzeit beim Note-Modell im Vergleich etwas kürzer und das S20 Ultra ist bereits kein sehr ausdauerndes Smartphone. Das neue Flaggschiff hielt im Test durchschnittlich nur etwas über einen Tag durch, wohlgemerkt ohne 5G-Nutzung. Im PCMark-Akkutest dauerte es bei circa 50-prozentiger Bildschirmhelligkeit knapp acht Stunden, bis die Restladung nur noch 20 Prozent betrug.

Power-Nutzer dürften mit einer Akkuladung wohl gerade so einen Tag ohne Aufladen schaffen, während es für Wenignutzer schätzungsweise für etwas über eineinhalb Tage reicht. Etwas mehr Mut von Samsung bezüglich des Akkus wäre wünschenswert gewesen. Ob Samsung sich nun aus Design-Aspekten gegen eine dickere Rückseite oder aufgrund des immer noch tief sitzenden Note 7-Debakels gegen einen größeren Akku entschieden hat, ist unklar. Bei einem solch teuren Gerät, dessen Note-Serie früher einmal für das Nonplusultra auf dem Markt stand und das “Ultra” im Namen trägt, hätten wir allerdings mehr erwartet. Schuld am hohen Stromverbrauch sind das helle, große 120-Hertz-Display und sehr wahrscheinlich auch der Exynos 990.

Recht schnell leer und gemächlich beim Aufladen

Mit einer Gesamtladezeit von rund 75 Minuten ist der Akku nicht besonders flott wieder voll im Vergleich zu Konkurrenzmodellen. Aktuell tendiert der Standard eher zwischen circa 40 und 50 Minuten und Smartphones mit deutlich schnelleren Ladetechnologien stehen quasi vor der Tür. Das mitgelieferte 25-Watt-Netzteil lädt das Note 20 Ultra in zehn Minuten zu 19 Prozent und in 30 Minuten zu 57 Prozent wieder auf. Samsung hat bei der neuen Note-Serie die Unterstützung für das optional erhältliche 45-Watt-Netzteil gestrichen, jedoch hat dies beim S20 Ultra in Hinblick auf die Gesamtzeit ohnehin keinen nennenswerten Unterschied gemacht.

Kabelloses Laden per Qi-Standard funktioniert mit maximal 15 Watt und Wireless Power Share, auch umgekehrtes kabelloses Laden genannt, beherrscht das Smartphone mit bis zu neun Watt. Das ist praktisch, um zwischendurch etwa kompatible True Wireless-Kopfhörer aufzuladen.

Kameras

Samsung hat eine ähnliche Kamera-Ausstattung wie beim Schwestermodell der S20-Serie gewählt. Diese Praxis betreibt der Hersteller schon seit Jahren, jedoch gibt es innerhalb des rund halben Jahres zwischen der S- und Note-Serie oft leichte Verbesserungen. Das Note 20 Ultra hat die bereits bekannte Hauptkamera mit 108 Megapixeln geerbt, die Fotos durch 9-in-1-Binning hauptsächlich mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln ausgibt. Neu ist dabei ein Laser-Autofokus, der zuverlässiger als der alleinige Phasenerkennungs-Autofokus beim S20 Ultra sein soll.

Eine Ultraweitwinkelkamera mit zwölf Megapixeln und einem Sichtfeld von 120 Grad beherbergt das Flaggschiff ebenso. Die Telekamera erhielt ein Upgrade und bietet nun einen fünffach optischen Zoom sowie eine Auflösung von zwölf Megapixeln. Samsung nutzt für diese hohe Brennweite wieder ein Periskopmodul. Einfallendes Licht wird also durch Spiegel intern umgelenkt, um die Distanz (Brennweite) zum Bildsensor zu erhöhen. Space Zoom ist vom S20 Ultra übernommen worden, jedoch hat Samsung das maximale Zoom-Limit halbiert und auf 50-fach begrenzt. Des Weiteren sitzt auf der Front noch eine einzelne Selfie-Kamera mit zehn Megapixeln und einem Autofokus.

Hauptkamera108 Megapixel mit f/1.8, 1/1,33 Zoll-Sensorgröße, PDAF + Laser-AF, OIS
Ultraweitwinkelkamera12 Megapixel mit f/2.2, 1/2,55 Zoll-Sensorgröße, Sichtfeld von 120 Grad
Telekamera12 Megapixel mit f/3.0, OIS, Zoom: 5x optisch
Frontkamera10 Megapixel mit f/2.2, AF

Videoaufnahmen sind maximal in 8K-Auflösung mit 24 Bildern pro Sekunde möglich, alternativ aber auch in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde. Letzteres gilt auch für die Frontkamera. Mit 30 Bildern pro Sekunde kann das Smartphone in 4K sogar Videos mit HDR10+ aufnehmen. Im neuen Profi-Videomodus erlaubt Samsung zahlreiche Anpassungen, etwa einen flüssigen Zoom oder ob die Mikrofone uni- oder omnidirektional aufnehmen sollen. Alternativ lässt sich im Profi-Modus sogar ein Bluetooth-Mikrofon auswählen. Bei 8K-Videos lässt sich beliebig ein Standbild als Foto abspeichern, das dann in 33 Megapixeln auflöst.

Beispielfotos

Aufgrund der Kamera-Ähnlichkeiten zum Galaxy S20 Ultra (Test) haben wir Fotos beider Samsung-Flaggschiffe miteinander verglichen. Trotz nahezu identischer Technik sind die Resultate des Note-Modells eindeutig besser. Abseits des schnelleren Autofokus bei der Hauptkamera fällt bei den Aufnahmen eine größere Dynamik auf. Außerdem hat Samsung offenbar die Software-Verarbeitung angepasst, da die Farben etwas natürlicher beziehungsweise weniger übersättigt aussehen.

Sichtbare Verbesserungen im Vergleich zum S20 Ultra

Alle Kameras machen gute Fotos bei Tageslicht und besonders die Qualität der Weitwinkelbilder sticht hervor. Aufgrund des großen Primärsensors haben Nahaufnahmen mit der Hauptkamera eine starke Hintergrundunschärfe. Ein gutes Stück hochwertiger gegenüber dem S20 Ultra sind außerdem die Fotos der Telekamera. Motive sind dank des leicht höheren Zooms nicht nur näher dran und detailreicher, sondern die Blende lässt zudem etwas mehr Licht zum Sensor durch. Bis zu einer zehnfachen Vergrößerung sind Zoom-Aufnahmen noch ausreichend scharf und danach zunehmend weicher – auf maximaler Zoom-Stufe erhalten Fotos schon einen regelrechten Ölgemälde-Look.

Spürbare Fortschritte gibt es des Weiteren beim Nachtmodus. Das Smartphone nimmt sich für die Langzeitbelichtung im Direktvergleich meist zwei Sekunden weniger Zeit und bringt dennoch ein detaillierteres Ergebnis zustande. In erster Linie fallen die Nachtfotos heller als beim S20 Ultra aus, aber die Rauschunterdrückung macht sich klar bemerkbar. Huawei-Smartphones, so beispielsweise das P40 Pro (Test), liegen aus unserer Sicht bei Nachtfotos weiterhin vorne, doch der Unterschied ist mittlerweile geringer.

Selfies knipst das Note 20 Ultra mit einer guten, aber keiner bemerkenswerten Qualität. Das ein oder andere Konkurrenzmodell bietet diesbezüglich mehr Details und eine bessere Dynamik. Außerdem schafft es die Software teilweise nicht, einen natürlichen Hautton wiederzugeben. Anzumerken ist noch die überzeugende Videoqualität in 4K sowie deren gute Stabilisierung am Tag – bei schlechteren Lichtverhältnissen sorgt die Stabilisierung für verwischte Szenen. Eine hochwertige Makrokamera wäre noch wünschenswert gewesen. Außerdem fiel mehrfach eine Verzögerung zwischen dem Tippen des Auslösers und der tatsächlichen Aufnahme auf.

Insgesamt ist die Kameraqualität auf einem angemessenen Niveau und Samsung gelingt eine gute Mischung aus zuverlässiger Foto-Knipse und brauchbarer Videokamera. Der Hersteller hat es allerdings nicht gewagt, eine wirklich herausragende Kamera-Neuerung einzuführen, sondern stattdessen auf die übliche Taktik “Evolution statt Revolution” gesetzt.

Fazit

Samsung macht beim Galaxy Note 20 Ultra vieles richtig, verlangt dafür aber auch eine stolze Summe. Für 1.266 Euro* oder gar 1.364 Euro* liegen die Erwartungen sehr hoch und das Smartphone kann nicht in allen Aspekten überzeugen. Die größte Enttäuschung ist die relativ kurze Akkulaufzeit, denn sie ist für die Note-Zielgruppe, Power-Nutzer, schlichtweg zu knapp. Pluspunkte sind hingegen die edle Verarbeitung und das Design, das erstklassige Display sowie der üppige, erweiterbare Speicher.

Bei der Kameraqualität gibt es gegenüber dem S20 Ultra klare Verbesserungen zu verzeichnen. Auch der S Pen wurde einmal mehr in seiner Funktionalität erweitert beziehungsweise optimiert. In Hinblick auf die Leistung ist das Note 20 Ultra zwar flott, jedoch bieten mittlerweile sogar Handys unter 500 Euro aufgrund von Qualcomm-Chips eine bessere Performance – in dieser Preisklasse darf man durchaus die beste verfügbare Hardware erwarten. Die Benutzeroberfläche ist überaus umfangreich und bietet eine Fülle an praktischen Funktionen. Lobenswerterweise soll sie zudem länger als durchschnittlich mit Updates versorgt werden.

Zusammengefasst ist das Note 20 Ultra ein gutes Premium-Smartphone mit unbeeindruckender Akkulaufzeit, aber einem ansonsten soliden Gesamtpaket. Für Besitzer eines Note 9 oder eines Note 10+ ist aus unserer Sicht kein Wechsel zum neuen Ultra-Modell nötig. Interessenten würden wir empfehlen, noch ein paar Monate zu warten, bis der Preis gesunken ist. Sofern der S Pen oder das 6,9-Zoll-Display kein Muss sind, bieten andere Flaggschiff-Modelle ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Von Samsung würden wir uns künftig eine deutlichere Differenzierung zwischen der Note- und S-Serie wünschen. Erhältlich ist das Samsung Galaxy Note 20 Ultra unter anderem bei MediaMarkt* und Saturn*.

Pro

  • sehr hochwertige Verarbeitung und Note-würdiges Design
  • erneut das wohl aktuell beste Display auf dem Markt
  • zahlreiche Software-Funktionen und drei große Android-Updates
  • verbesserte Kameraqualität gegenüber dem S20 Ultra
  • MicroSD-Unterstützung sowie viel Speicher

Contra

  • störender Kamerabuckel
  • relativ kurze Akkulaufzeit sowie lange Ladezeit
  • happige Preise

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1 Kommentar

  • Toni66

    Weiß/ verstehe nicht, wie man dem EXYNOS 990 im Vergleich zum SNAPDRAGON 865+ etwas Positives abgewinnen kann.
    Selbst das mit dem (hier beschriebenen) Wärmeverhalten (und den daraus resultierenden Auswirkungen) kann der SNAODRAGON offenkundig besser. 😪😪😪

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