5G-Auktion beendet – Deutschland bekommt einen neuen Netzbetreiber

Mobilfunk-Lizenzen bringen 6,5 Milliarden Euro 2 Min. lesen
News  / Marcel Schreiter

Für rund 6,5 Milliarden Euro wurden gestern final die Mobilfunk-Lizenzen für das zukünftige 5G Mobilfunknetz für Deutschland in Mainz versteigert. Die über Wochen andauernde Auktion ist nun beendet und bringt mit 1&1-Drillisch auch einen neuen Netzbetreiber hervor, der mit den ersteigerten Frequenzen ein eigenes 5G Netz aufbauen und damit in Wettbewerb zu Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland  treten wird.

Erste 5G Netze ab 2021

Insgesamt wurden 41 Frequenzblöcke versteigert, darunter Blöcke im 2 Gigahertz- und im 3,6 Gigahertz Frequenzbereich. Die United-Internet-Tochter 1&1-Drillisch investierte dabei knapp 1,1 Mrd. Euro, die Deutsche Telekom mehr als 2,1 Mrd. Euro. Erst ab 2021 werden die Frequenzblöcke zur Verfügung stehen, sodass auch erst im übernächsten Jahr mit dem offiziellen Start der 5G-Netze in Deutschland gerechnet werden muss. Obwohl einige Anbieter, wie zum Beispiel Samsung mit dem Samsung Galaxy S10 5G oder Qualcomm mit dem „Project Limitless„, bereits erste 5G Geräte auf den Markt gebracht haben bzw. auf den Markt bringen werden, sind diese Modell jedoch nur im bisherigen 4G-Netz nutzbar. Länder wie Südkorea sind da schon deutlich weiter und haben bereits im April ein flächendeckendes 5G-Netz in Betrieb genommen.

Von 5G Mobilfunk sollen gleich mehrere Bereiche und auch die Industrie profitieren – Stichworte sind beispielsweise „autonomes Fahren“ oder „vernetze Fabriken“. Daten können nicht nur deutlich schneller transferiert werden, das ganze funktioniert auch mit einer deutlich geringeren Reaktionszeit. Neben Streaming von 4K- oder sogar 8K-Inhalten sollen auch AR- und VR-Anwendungen zukünftig zum Alltag gehören.

Schulen sollen profitieren

Das Geld der Auktion soll in den Sonderfonds Digitale Infrastruktur des Bundes fließen und damit nicht nur für den Breitbandausbau in ländlichen Regionen, sondern auch für die Digitalisierung von Schulen genutzt werden.

Was 5G-Tarife kosten werden ist noch unklar

Am Ende des Tages werden die Netzbetreiber die hohen Lizenzkosten auch auf ihre Kunden umlegen, denn kein Mobilfunkunternehmen in Deutschland zahlt solch hohe Beträge mal eben aus der Portokasse. Was 5G Tarife dann tatsächlich kosten werden und ob es nach wie vor ein Datenlimit geben wird, bleibt abzuwarten. Mit dem zusätzlichen Wettbewerber am Markt dürfte das „Pricing“ aber sicherlich spannend werden. Für Spekulationen ist es aber noch zu früh, evtl. werden wir dazu mehr auf der IFA im September in Berlin erfahren.


Quellen :

Winfuture
Spiegel


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