Intel Comet Lake-H: Neue Notebook-Prozessoren takten mit über 5 GHz

CPU-Serie der zehnten Generation 3 Min. lesen
News intel  / Tim Metzger

Intels frisch vorgestellte Comet Lake-H-Serie besteht aus neuen Hochleistungs-CPUs für Notebooks. Deren Strukturgröße bleibt unverändert bei 14 Nanometern – stattdessen setzt Intel auf höhere Boost-Taktraten für eine stärkere Performance.

Die neue Mobilprozessor-Serie besteht aus sechs Modellen mit einer TDP von je 45 Watt. Vier davon können auf bis zu 5.0 GHz oder höher boosten. Das Spitzenmodell, der Core i9 10980HK, schafft sogar 5,3 GHz – allerdings nur bei 65 Grad oder weniger. Danach sind es 5,2 GHz bis 85 Grad und anschließend 5,1 GHz bis der Prozessor an das 100-Grad-Limit stößt und stärker drosselt. Das „K“ in der Modellbezeichnung verrät, dass der Core i9 der einzige Prozessor der Comet Lake-H-Serie ist, der sich übertakten lässt.

Die Übersicht der Intel Comet Lake-H-Prozessoren (Bild: Intel)

Mehr Leistung, wenn auch nur kurz

Für die gesteigerten Turbo-Taktraten greift der Hersteller erneut auf die TVB-Technologie (Thermal Velocity Boost) zurück. Bei Core i7-Modellen oder höher kann somit kurzzeitig das TDP-Limit überschritten werden, sofern die Kühlung dies zulässt.

Die beiden Core i5-Prozessoren bieten hingegen nur den normalen Turbo-Boost. Der maximale Boost-Takt fällt beim Core i5 10300H und Core i5 10400H 400 bzw. 300 MHz höher als bei ihren Vorgängern aus. Die anderen CPUs bieten nur höhere Boost-Taktraten. Außerdem wird schnellerer DDR4-RAM mit 2.933 MHz unterstützt – zuvor waren es 2.666 MHz. Wi-Fi 6 ist direkt integriert, doch für Thunderbolt 3 bedarf es weiterhin eines separaten Controllers.

Ein neuer Core i7 für Gamer und Creator

Gänzlich neu ist der Core i7 10875H. Er bietet acht Rechenkerne und 16 Threads sowie Taktraten von 2,3 bis maximal 5,1 GHz. Intel richtet diesen Chip an Gamer und Content Creator. Dabei könnte es sich um begrenzte Samples des neuen Core i9 handeln.
Konkrete Zahlen zur Performance-Steigerung gegenüber der Vorgängergeneration gab Intel nicht an. Stattdessen stellte Intel nur prozentuale Vergleiche mit drei Jahre alten Kaby Lake-H-Chips zur Verfügung. Beispielsweise soll die Gesamt-Performance des Core i7 10750H 33 Prozent höher als beim Core i7 7700HQ ausfallen.

Geplant sind über 100 neue Modelle von Notebook-Herstellern, die Intels Comet Lake-H-Chips verwenden. Über 30 davon gehören der Kategorie „thin & light“ an, sind also 20 Millimeter oder weniger dünn. Auch 30 Designs für Creator sind laut Intel dabei. Erste Geräte dürften ab Mitte April erhältlich sein – eine weitreichende Verfügbarkeit wird bis Ende Mai erwartet.

Intels Problem ist und bleibt die Strukturgröße

Ein großartiger Leistungssprung gegenüber den Intel-CPUs der letzten Generation bleibt aus. Im Vergleich zu Coffee Lake-H bietet Comet Lake-H grundsätzlich nur bessere Boost-Taktraten. Der je nach Modell kaum oder gar nicht gesteigerte Basistakt demonstriert, dass Intel an die Grenze des 14-Nanometer-Verfahrens gestoßen ist.

Mittlerweile beweist AMD mit Ryzen 4000 Mobile, dass mehr IPC und eine geringere Strukturgröße wichtiger sind als Taktfrequenzen. Der Ryzen 9 4900HS schlägt Intels Core i9 9980HK, obwohl der AMD-Chip eine niedrigere TDP von 35 Watt sowie einen geringeren Boost-Takt aufweist. Eine Besserung für Intel ist mittelfristig nicht in Sicht. Die nächste H-Serie dürfte wohl maximal auf eine Strukturgröße von zehn Nanometern schrumpfen. Eine Fertigung im 7-Nanometer-Prozess wird bei Intel erst ab Ende 2021 erwartet.


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