Goodbye Stadia: Google schaltet Bluetooth für Controller frei

Ein weiteres Produkt auf dem Google-Friedhof
Google

Der Abschalttermin für den Spiele-Streamingdienst Google Stadia steht kurz bevor. Als Abschiedsgeschenk aktiviert das Entwicklerteam nun den Bluetooth-Chip in den Stadia-Controllern, damit sie sich auch mit anderen Geräten kabellos nutzen lassen.

Update vom 18. Januar 2023:

Nachdem Google seinen Cloud-Gaming-Dienst Stadia heute (leider) abschalten wird, besteht ab sofort die Chance für alle Besitzer*innen eines Stadia-Gamepads den Bluetooth-Modus zu aktivieren. Bis zum 31. Dezember 2023 könnt ihr dem Controller ein entsprechendes Update verpassen und dafür lediglich auf diese offizielle Google-Webseite gehen (am besten mit Google Chrome ab Version 108). Die Webseite leitet euch dann durch den Umstellungsprozess, damit ihr das Gamepad in Zukunft auch weiterhin zum Zocken nutzen könnt.

Quelle: Screenshot (18.01.2023)

Update vom 14. Januar 2023:

Am Mittwoch, dem 18. Januar, wird Google Stadia um 20:59 Uhr abgeschaltet. Über das Stadia-Forum teilte der Community-Manager am 13. Januar mit, dass als Dankeschön des Teams ein letztes Spiel für den Dienst hinzugefügt wurde. Beim sogenannten Worm Game handelt es sich um ein Arcade-Spiel, das noch vor der Stadia-Veröffentlichung von den Entwicklern genutzt wurde, um Funktionen zu testen. Der kostenlose Titel wird nur noch wenige Tage spielbar sein.

Vor dem Ende des Streamingdienstes möchte das Team zudem ein Tool veröffentlichen, mit dem sich der Bluetooth-Chip des Stadia-Controllers freischalten lässt. Danach lässt sich der Controller kabellos am PC und mit anderen Geräten verwenden. Bislang wurde der Controller via WLAN mit Stadia verbunden.

Ursprünglicher Beitrag vom 30. September 2022:

Im Rahmen der Game Developers Conference 2019 hat Google den Streaming-Dienst Stadia erstmals gezeigt. Damals ging Stadia mit großen Erwartungen an den Start, denn Google wollte immerhin Milliarden an Gamer*innen ansprechen. Dass diese Ziele hochgesteckt waren, zeigte sich schnell. Auch ein eigenes Entwicklerstudio wurde eigens für den Dienst gegründet. Allerdings wurde das Studio bereits 2021 zusammen mit weiteren Projekten eingestampft.

Google Stadia sollte die Gaming-Landschaft nachhaltig verändern (Bild: Google)

Nun geht es dem eigentlichen Streaming-Dienst an den Kragen. Google hat angekündigt, dass Stadia nur noch bis zum 18. Januar 2023 genutzt werden kann. Mit dem Ende dieses Tages wird der Dienst schlussendlich eingestellt. Es gibt jedoch eine gute Nachricht für Bestandskunden: Der Hersteller wird allen Kund*innen ihr Geld zurückerstatten. Dies gilt für alle über den Stadia Store gekauften Spiele sowie für jegliche Stadia-Hardware, die über den Google Store gekauft wurde.

Alle Käufe werden zurückerstattet

Laut Google dürften die Rückerstattungen einige Zeit in Anspruch nehmen. Demnach hofft man, dass die Rückzahlungen bis Mitte Januar abgeschlossen sein werden. Scheinbar sollen die Zahlungen möglichst ohne weiteres Zutun automatisch erfolgen. Mit der Ankündigung wurde außerdem der Stadia Store geschlossen, wodurch keine neuen (In-Game)Käufe mehr möglich sind. Stadia Pro Abonnenten können immerhin über das Ende hinaus auf ihre gekauften Spiele zugreifen.

Auch dedizierte Hardware wurde für Stadia entwickelt (Bild: Google)

Der Vice President von Stadia, Phil Harrison, hat sich in einem Blogbeitrag bereits zum Aus geäußert. Demzufolge ist besonders das mangelnde Interesse ein Grund gewesen. Der Service konnte schlicht nicht die von Google erwartete Zugkraft erlangen. Weiterhin teilte das Unternehmen mit, dass alle Teammitglieder in anderen Bereichen untergebracht werden. Stadia reiht sich letztlich in eine lange Liste von Google Produkten ein, die eingestellt wurden. Zuletzt betraf dies auch die Pixelbook-Sparte des Hersteller.

Quellen
Arian Krasniqi

…ist seit 2021 Teil des Teams und befasst sich vor allem mit Hardware-Komponenten sowie mit weiteren technischen Neuheiten. Auch aktuelle Spiele auf PC und Konsole gehören zu seiner Leidenschaft. Neben der Arbeit studiert Arian an der RWTH Aachen Architektur.

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