Die GeForce RTX 2060 ist zum Testzeitpunkt die günstigste Raytracing-fähige Grafikkarte. Wir haben anhand der Asus ROG Strix GeForce RTX 2060 OC getestet, wie leistungsstark die kleinste RTX-Grafikkarte ist.

Übersicht

Die GeForce RTX 2060 nutzt wie die GeForce RTX 2070 den TU106-Grafikchip. Allerdings hat Nvidia diesen in seiner Leistung beschränkt, indem unter anderem die Anzahl der Shader-Einheiten von 2.304 (RTX 2070) auf 1.920 Stück reduziert wurde. Weitere Abstriche lassen sich bei den Textur-Einheiten (120 statt 144) sowie den Raytracing- und Tensor-Kernen (30 statt 36 / 248 statt 288) ausmachen.

ModellGeForce RTX 2080 TiGeForce GTX 1080 TiGeForce RTX 2080GeForce GTX 1080GeForce RTX 2070GeForce GTX 1070GeForce RTX 2060GeForce GTX 1060
ChipTU102-300GP102-350TU104-400GP104-400TU106GP104-200TU106GP106
Fertigung12 nm16 nm12 nm16 nm12 nm16 nm12 nm16 nm
Transistoren18,6 Milliarden12 Milliarden13,6 Milliarden7,2 Milliarden10,8 Milliarden7,2 Milliarden10,8 Milliarden4,4 Milliarden
Taktfrequenz1.350 MHz1.480 MHz1.515 MHz1.607 MHz1.410 MHz1.506 MHz1.365 MHz1.506 MHz
Boost-Takt1.635 MHz1.582 MHz1.800 MHz1.733 MHz1.710 MHz1.683 MHz1.680 MHz1.708 MHz
Videospeicher11 GB GDDR611 GB GDDR5X8 GB GDDR68 GB GDDR58 GB GDDR68 GB GDDR56 GB GDDR66 GB GDDR5
Speichertaktfrequenz14 Gbps11 Gbps14 Gbps10 Gbps14 Gbps8 Gbps14 Gbps8 Gbps
Speicheranbindung352 Bit352 Bit256 Bit256 Bit256 Bit256 Bit192 Bit192 Bit
Speicherbandbreite616 GB/s484 GB/s448 GB/s320 GB/s448 GB/s256 GB/s336 GB/s192,2 GB/s
Shader-Einheiten4.352
3.5842.9442.5602.3041.9201.9201.280
RT-Kerne68/46/32/30/
Tensor-Kerne544/368/288/240/
Textureinheiten27222418416014412012080
ROPs8888646464644248
Leistungsaufnahme*250 W250W215 W180 W185 W150 W160 W120 W
Preise1.259 Euroab 700 Euro849 Euroab 460 Euro639 Euroab 370 Euro369 Euroab 220 Euro

Zudem reduziert sich die Kapazität des GDDR6-Videospeichers von acht auf sechs Gigabyte. Da Nvidia das Speicherinterface von 256 Bit auf 192 Bit verkleinert hat, sinkt die Speicherbandbreite von 448 auf 336 GB/s. Unterschiede gibt es auch bei den Taktfrequenzen, auf die wir später eingehen werden, da sich dieser Test auf das ROG Strix RTX 2060 OC Custom-Modell von Asus bezieht, welches eine werkseitige Übertaktung vorweisen kann.

Design & Kühlkörper

Beim Kühlkörper der ASUS ROG Strix RTX 2060 OC scheint die Wahl auf das Kühldesign der ASUS ROG Strix RTX 2070 gefallen zu sein, zumindest gleichen sich beide Grafikkarten optisch stark und benötigen jeweils 2,5 Slots und 303 mm Platz im Gehäuse. Laut Asus konnte die Kühlfläche im Vergleich zu vorherigen Zwei-Slot-Designs um 40 Prozent erhöht werden. Drei Wing-Blade-Lüfter sollen für eine gute und gleichzeitig leise Kühlung sorgen.

Die Asus ROG Strix GeForce RTX 2060 OC verwendet den gleichen Kühlkörper wie die Strix RTX 2070 OC.

Über einen Schiebeschalter kann zwischen zwei BIOS-Versionen gewechselt werden, die vor allem die Lüfterkurve beeinflussen. Im Performance-Modus sollen geringere Temperaturen erzielt werden, was mit einer leicht höheren Lautstärkeentwicklung und dauerhaft aktiven Lüftern einhergeht. Im Quiet-Modus fallen die Temperaturen etwas höher aus, dafür drehen die Lüfter langsamer und sind somit leiser. Außerdem schalten sie sich im Quiet-Modus bei einer Chiptemperatur unterhalb von 55°C komplett ab.

Die drei Lüfter schalten sich unterhalb von 55°C ab, vorausgesetzt das Quiet-BIOS ist aktiviert.

Von den großen Schwestern kennen wir bereits die FanConnect II getauften 4-Pin-Lüfteranschlüsse für zwei Gehäuselüfter. Werden diese an die ROG Strix RTX 2060 OC angeschlossen, wird die Drehzahl der Lüfter fortan in Abhängigkeit zur GPU- und CPU-Temperatur geregelt. Die Energieversorgung der Grafikkarte wird über einen 8- sowie 6-Pin-Anschluss realisiert. Anschlussseitig werden, wie bei den anderen aktuellen Strix-Grafikkarten, jeweils zwei HDMI- und DisplayPort-Anschlüsse geboten. Der USB-C-Anschluss fehlt jedoch bei dem kleinsten Modell.

Strix RTX 2060 OC im Detail

Die für Strix-Karten typische Aura Sync RGB-Beleuchtung ist ebenfalls in Form von mehreren markanten Streifen integriert. Für eine höhere Leistung hat Asus an der Taktschraube gedreht und die Taktfrequenz angehoben. Der Grafikchip läuft mit 1.395 MHz beziehungsweise 1.860 MHz im Boost-Modus, sobald in der GPU Tweak II-Software der OC-Modus ausgewählt wird. Zur Einordnung: Nvidia sieht Taktfrequenzen von 1.365 beziehungsweise 1.680 MHz vor.

Leistung & Temperatur

Die Leistungsfähigkeit der ROG Strix RTX 2060 OC haben wir mittels synthetischer sowie praktischer Benchmarks ermittelt. Alle Messungen wurden mit aktivem Performance-BIOS im OC-Modus der Grafikkarte durchgeführt. Mit Battlefield 5 ist inzwischen ein Raytracing-fähiges Spiel erhältlich, das uns zum Testzeitpunkt jedoch nicht vorlag. Wir werden den Test zu einem späteren Zeitpunkt mit diesen Ergebnissen nachliefern. Neuhinzugekommen ist der Port Royal Test des 3DMarks, der die Leistung von Grafikkarten unter Raytracing-Bedingungen prüft.

  • Prozessor: Intel Core i7-8700K 3,7 GHz, Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus Prime Z370-A
  • Kühler: Noctua NH-U14S
  • Ram: 16 GB GeiL Evo X 3.000 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: Crucial MX500 500 GB
  • Grafikkarte: Asus ROG Strix RTX 2080 Ti
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Enermax Platimax 600W

Verwendete Software & Einstellungen

  • GTA V
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 2.560 x 1.440 Pixel, MSAA deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, MSAA deaktiviert
  • Battlefield 1 DX12
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
    • Ultra Details, 2.560 x 1.440 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
    • Ultra Details, 3.840 x 2.160 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
  • Mittelerde: Schatten des Krieges
    • Maximale Details, 1.920 x 1.080 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
    • Maximale Details, 1.920 x 1.080 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
    • Maximale Details, 3.840 x 2.160 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
  • Wolfenstein: The New Colossus
    • Maximale Details, 1.920 x 1.080 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
    • Maximale Details, 2.560 x 1.440 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
    • Maximale Details, 3.840 x 2.160 Pixel, Kantenglättung deaktiviert
  • 3DMark Benchmarks
    • 3DMark Fire Strike Ultra
    • 3DMark Fire Strike Extreme
    • 3DMark Fire Strike Default
    • 3DMark Time Spy
  • Unigine Benchmarks
    • Superposition Full HD Extreme
    • Superposition 4K Optimized
  • Leistungsaufnahme (gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000); entspricht dem Leistungsbedarf des gesamten Systems

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

Die GeForce RTX 2060 gefällt mir sehr gut, was vor allem an dem aktuell besten Preis-Leistungs-Verhältnis innerhalb der RTX-Serie liegt. In Form des von uns getesteten Asus ROG Strix GeForce RTX 2060 OC Custom-Designs bietet die Grafikkarte ein hohes Leistungspotenzial. Der Unterschied zu einer GeForce RTX 2070 fällt je nach Spiel geringer aus, als wir anfangs gedacht haben, ist aber messbar und macht sich auch in der Praxis bemerkbar. Wenn wir uns bei diesem Vergleich auf die WQHD-Auflösung beschränken, lässt sich der größte Leistungsunterschied in Mittelerde 2 erkennen, wo die RTX 2060 rund 24 Prozent langsamer ist. In GTA 5 beträgt der Leistungsunterschied hingegen nur knapp sieben Prozent.

Asus ROG Strix RTX 2060 OC Wärmebild 1Asus ROG Strix RTX 2060 OC Wärmebild 2
Asus ROG Strix RTX 2060 OC Wärmebild 3
Asus ROG Strix RTX 2060 OC Wärmebild 4

Die von uns verwendeten Spiele laufen alle problemlos in WQHD-Auflösung und selbst die deutlich leistungshungrigere Ultra HD-Auflösung kann die Karte stemmen. Allerdings schafft sie es lediglich in Wolfenstein 2 die magische 60-fps-Grenze zu knacken, in den anderen Spielen liefert sie im Durchschnitt über 40 fps und mehr. Im Vergleich mit einer Asus ROG Strix GTX 1070 Ti hat die RTX 2060 in allen Benchmarks die Nase vorn. Lediglich in GTA 5 schneidet sie minimal schlechter ab und muss dem Modell auf Pascal-Basis den Vortritt lassen.

In den synthetischen Benchmarks schneidet die Asus ROG Strix GeForce RTX 2060 OC erwartungsgemäß am schlechtesten von allen RTX-Grafikkarten ab, kann sich aber in allen Tests außer im FireStrike Ultra vor die GeForce GTX 1070 Ti setzen. Die Ergebnisse der RTX 2060 können sich jedoch durchaus sehen lassen, wenngleich der Unterschied zur GeForce RTX 2070 in der Regel über 1.000 Punkte beträgt. Im neuen Port Royal-Benchmark erreicht die RTX 2060 3.918 Punkte, eine leicht übertaktete KFA2 GeForce RTX 2080 OC kommt auf fast 6.000 Punkte. Eine GeForce RTX 2070, mit der wir die RTX 2060 in diesem Test vergleichen, stand uns zum Testzeitpunkt leider nicht mehr zur Verfügung, um diese ebenfalls durch den neuen Raytracing-Benchmark zu jagen. Der Vorsprung der RTX 2080 von fast 2.000 Punkten erscheint recht roch, allerdings vermögen wir es nicht, anhand eines synthetischen Benchmarks ein Urteil auf die Ray-tracing-Leistung in Spielen zu schließen. Um diese einschätzen zu können, werden wir, wie bereits erwähnt, noch einen Test mit Battlefield 5 nachreichen.

Der Grafikchip dürfte aufgrund seiner geringeren Leistungsfähigkeit auch etwas weniger Abwärme erzeugen als der Grafikchip der RTX 2070. Mit 32°C im Idle und 62°C unter Volllast liegt die ROG Strix RTX 2060 OC nahezu gleichauf mit ihrer gleichen Schwester. Sie ist unter Last jedoch ein gutes Stück leiser, sodass der CPU-Kühler sie fast übertönt. Im Idle weist die Grafikkarte einen Leistungsbedarf von 45 Watt auf und gibt sich unter Volllast mit 280 Watt zufrieden.

Fazit

Das Asus ROG Strix GeForce RTX 2060 OC Custom-Design stemmt problemlos Spiele in WQHD und hat häufig genügend Leistung für Ultra HD übrig. Sie reicht zwar nicht an die Leistung einer GeForce RTX 2070 heran, kann dafür aber die GTX 1070 Ti schlagen, die als Custom-Design ab 380 Euro erhältlich ist, allerdings kein Raytracing bietet. Wir sind gespannt, wie gut sich die Asus ROG Strix GeForce RTX 2060 OC in Raytracing-Spielen schlagen wird und werden noch einen Test mit Battlefield 5 nachreichen. Sie ist bereits von Werk aus ordentlich übertaktet und hat durch ihren massigen Kühlkörper theoretisch noch genügend Übertaktungspotenzial. Der Kühler hält die Temperaturentwicklung in Grenzen und lässt diese nicht über 62°C klettern. Gleichzeitig zeichnet sich die Grafikkarte durch einen sehr leisen Betrieb, auch bei starker Auslastung aus. Für eine Mittelklasse-Grafikkarte ist sie allerdings auch recht wuchtig und benötigt 2,5 Slots sowie 303 mm Platz in der Länge. Ansonsten bietet die Asus ROG Strix GeForce RTX 2060 die bekannten Funktionen ihrer großen Schwestern, darunter eine anpassbare RGB-Beleuchtung und zwei Anschlüsse für Gehäuselüfter. Ob diese Funktionen 464,90 Euro und somit einen Aufpreis von beinahe 100 Euro gegenüber der Founders Edition wert sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer bisher nicht von Raytracing überzeugt ist, sollte womöglich noch mit dem Kauf einer GeForce RTX Grafikkarte warten. Gerüchten zufolge plant Nvidia eine GeForce GTX 1160 auf Basis von Turing, allerdings ohne Raytracing-Unterstützung herauszubringen.

Pro

  • viel Leistung in WQHD und ausreichend Leistung für UHD
  • sehr gute und leise Kühllösung
  • aktuelle Anschlüsse
  • anpassbare RGB-Beleuchtung

Contra

  • nimmt mit 2,5 Slots etwas mehr Platz in Anspruch

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