Arctic P14 Slim PWM PST Lüfter im Test: Mit 16 mm zum Erfolg?

Der Lüfter für Mini-ITX-Systeme

Mit dem P14 Slim PWM PST bietet Arctic seit neustem einen gerade einmal 16-mm-dicken 140-mm-Lüfter an. Das Slim-Modell soll wie sein „großer“ Bruder auf einen hohen statischen Druck ausgelegt sein und sich entsprechend für Wasserkühlungen eignen. Doch wie wirkt sich die schlanke Bauweise auf die Performance aus?

Kompakte Gehäuse bringen oft Einschränkungen mit sich: Durch die kleineren Maße erschwert sich die Suche nach kompatiblen Kühlern und Lüftern deutlich. CPU-Kühler müssen eine sehr niedrige Bauweise aufweisen und Wasserkühlungen sind des Öfteren zu breit. Dadurch werden meist flache Lüfter wie die Arctic P14 Slim PWM PST notwendig. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wie sich solche Lüfter im Vergleich zu Standard-Modellen schlagen. Wir haben den Slim mit dem breiteren, aber ähnlich aufgebauten P14 PWM PST verglichen.

Schlicht und unspektakulär

Der Lieferumfang fällt in beiden Fällen eher spartanisch aus. Neben dem Lüfter befinden sich lediglich passende Montageschrauben in der Verpackung. Auf eine Anleitung verzichtet der Hersteller typischerweise. Dafür lässt sich auf der Rückseite der Verpackung ein QR-Code ausfindig machen, der zu einer Online-Anleitung führt. Erfreulicherweise liegen dem Slim bereits passende Schrauben für die Installation an Radiatoren bei.

Mit 16 mm fällt der Slim deutlich schmaler aus (Bild: Arctic)

Von oben betrachtet lassen sich die Lüfter kaum unterscheiden. Beide P14-Varianten sind vollständig in Schwarz gehalten, wobei lediglich ein weißes Arctic Logo als Akzent dient. Die Optik lässt sich dabei als eher unspektakulär beschreiben. Der wirkliche Unterschied fällt erst bei seitlicher Betrachtung auf: Mit 16 mm ist der P14 Slim deutlich schmaler als der 27-mm-dicke P14 PWM PST.

Daisy-Chain-Technik mit an Board

Um den Nachteil der geringen Bauhöhe auszugleichen, darf der Slim mit bis 1.800 RPM drehen. Dabei erreicht der Lüfter einen theoretischen Luftdurchsatz von 88 m³/h. Im Vergleich dazu schafft der P14 einen Luftstrom von 124 m³/h bei einer Drehzahl von 1.700 RPM. Sobald der PWM-Wert unter die 5%-Marke fällt, aktiviert sich der 0dB-Modus.

Arctic gibt die Lautstärke mit jeweils 0,3 Sone an. Leider verzichtet der Hersteller auf den Einsatz von gummierten Auflageflächen. Dadurch hat man sich hier die Chance entgehen lassen, die Vibrationsübertragung weiter zu minimieren. Interessant ist die Option, bis zu vier Lüfter in Reihe schalten zu können. Hierfür statt Arctic das 40 cm lange PWM-Kabel mit einer zusätzlichen PWM-Buchse aus, an dem ein weiterer Lüfter angeschlossen werden kann.

Testsystem

Für einen optimalen Vergleich haben wir den P14 Slim PWM PST sowie den P14 PWM PST auf der be quiet Silent Loop 2 (Test) montiert. Dabei handelte es sich natürlich um die Version mit 280-mm-Radiator. Laut Arctic sind beide Lüfter auf einen hohen statischen Druck ausgelegt und sollen sich dementsprechend für den Radiator-Betrieb eignen. Verwendet wurde das folgende Testsystem:

CPUIntel Core i7-12700K (12 Kerne, max. 5,0 GHz, Standard-Settings)
MainboardAsus ROG Z690 Maximus Hero
Arbeitsspeicher 32 GB Kingston Fury Beast DDR5-5.200
GrafikkarteKFA2 GeForce RTX 3080 Ti SG
Netzteilbe quiet! Dark Power Pro 12 1.200 Watt
GehäuseCooler Master MasterFrame 700 (im Bench-Table-Modus)
Lüfter3 x Arctic BioniX P120 ARGB 120 mm
WärmeleitpasteArctic MX2
BetriebssystemWindows 11 Home

Um eine möglichst große Vergleichbarkeit zu ermöglichen, wird die Raumtemperatur während des Tests über eine Klimaanlage bei 21 °C gehalten. Nach einer rund 20-minütigen Aufwärmphase startet die eigentliche Belastungsprobe. Hierfür wird die CPU mittels Prime 95 (Small FTT-Test) unter Last gesetzt. Anschließend werden die Temperaturen in einem Zeitraum von 30 Minuten bei fixierten 1.000 RPM und maximaler Lüfterdrehzahl gemessen. Letztlich wird dann der Median aus den Werten gebildet. Zum Auslesen der Temperaturwerte benutzen wir HWInfo.

Temperaturen und Lautstärke

Kaum verwunderlich schafft es der P14, sich um wenige Grad vom Slim abzusetzen. Hierbei liegt der Unterschied jedoch lediglich bei drei bis fünf Grad. Infolgedessen erreicht der P14 Slim PWM PST ebenfalls gute Temperaturwerte, sodass sich dieser kaum verstecken braucht. Im Bereich der Lautstärke kann der schmale Lüfter ebenso überzeugen, wenngleich zwischen den Varianten kaum Unterschiede auszumachen sind. Bei einer Geschwindigkeit von 1.000 RPM sind die Arctic-Lüfter kaum wahrnehmbar, wobei diese selbst bei maximaler Drehzahl nicht unangenehm auffallen.

Fazit

Vorweg sei gesagt, dass es sich beim Arctic P14 Slim PWM PST um ein Nischenprodukt handelt. Sobald ausreichend Platz im Gehäuse vorhanden ist, sollte man auf „klassische“ Lüfter zurückgreifen. Diese bieten meist eine höhere Kühlperformance bei gleichzeitig geringere RPM-Zahl. Hinzu kommt der preisliche Aspekt: Aktuell ist das Slim-Modell etwa 30-40 Prozent teurer als der normale P14 PST. Entsprechend lohnt sich der Kauf nur, wenn euer Case besonders kompakt ist.

Abseits davon macht der P14 Slim allerdings eine gute Figur, auch wenn der P14 PWM PST (ab. 7€) im Allgemeinen die Nase vorn hat. Trotz der kompakteren Maße liefert der Lüfter solide Temperaturwerte ab, ohne dabei zu laut zu werden. Damit stellt dieser eine durchaus empfehlenswerte Option für Wasserkühlungen dar, die in einem ITX-System untergebracht werden müssen. Derzeit kostet der Arctic P14 Slim PWM PST etwa 10 Euro.

Kühlung
Allround-PC.com Award
07/2022
Arctic P14 Slim PWM PST
Empfehlung

Pro

  • sehr geringe Bauhöhe
  • geringe Lautstärke
  • 0dB-Modus
  • langes Anschlusskabel
  • Daisy-Chain-Technik

Contra

  • Preis

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Arian Krasniqi …ist seit 2021 Teil des Teams und befasst sich vor allem mit Hardware-Komponenten sowie mit weiteren technischen Neuheiten. Auch aktuelle Spiele auf PC und Konsole gehören zu seiner Leidenschaft. Neben der Arbeit studiert Arian an der RWTH Aachen Umweltingenieurswissenschaften.

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