Mit neuen Intel Desktop-Prozessoren ist vermutlich erst Anfang 2020 zu rechnen. Daher beleuchten wir in diesem Test ein weiteres Z390-Mainboard, das als Unterbau für CPUs wie den Core i9-9900K dienen kann. Bühne frei für das Asrock Z390 Phantom Gaming 7!

Übersicht

Das Asrock Z390 Phantom Gaming 7 siedelt sich im Mittelfeld der Phantom Gaming-Serie an. Einen größeren Funktionsumfang bieten lediglich das Phantom Gaming 9 und das Phantom Gaming X. Letztgenanntes konnten wir uns auf der Computex 2019 anschauen, das passende Video findet ihr direkt unterhalb dieser Zeilen.

In diesem Test fokussieren wir uns jedoch auf das Phantom Gaming 7, das derzeit zu einem Preis von rund 200 Euro gehandelt wird. Für diesen Betrag erhaltet ihr ein Z390-Mainboard mit ordentlicher Ausstattung inklusive RGB-Beleuchtung. Doch welche Funktionen bietet die Hauptplatine im Detail?

Lieferumfang

  • Asrock Z390 Phantom Gaming 7
  • Bedienungsanleitung
  • Treiber CD
  • 4x SATA-Kabel
  • 1x SLI-Brücke
  • 3x M.2-Schrauben
  • 2x M.2-Abstandshalter

Design & Eigenschaften

Asrock verpasst dem Z390 Phantom Gaming 7 ein im Vergleich zur Konkurrenz fast schon farbenfrohes Design. Das dunkle PCB ist großflächig silbern lackiert, schwarze Slots sorgen für die richtige Prise Kontrast. Die Kühlkörper sind ebenfalls in Silber oder Schwarz gehalten, abgerundet wird das Design durch rote Zierstreifen, die über das gesamte Mainboard inklusive Abdeckungen verteilt sind.

Asrock Z390 Phantom Gaming 7

Im Betrieb kann die Optik noch mit der Asrock Polychrome Sync RGB-Beleuchtung den eigenen Vorlieben nach gestaltet werden. Asrock integriert die Beleuchtung am Chipsatzkühler sowie der Abdeckung der hinteren Anschlüsse. Weitere RGB-Komponenten wie LED-Streifen oder leuchtende Lüfter können über den adressierbaren oder die zwei RGB-Anschlüsse in das Beleuchtungsspektakel integriert und untereinander synchronisiert werden.

Asrock Z390 Phantom Gaming 7 Beleuchtung Komplett

Asrock verstärkt alle drei PCIe 3.0 x16-Slots mit einer Metallverkleidung, damit die Slots bei der Verwendung schwerer Grafikkarten keinen Schaden nehmen. Das Z390 Phantom Gaming 7 unterstützt sowohl 3-Wege-CrossFireX als auch 2-Wege-SLI. Es gibt außerdem drei PCIe 3.0 x1-Slots, von denen zwei unterhalb des oberen PCIe 3.0 x16-Slots sitzen. Dadurch verdecken allerdings größere Grafikkarten beide Slots, sodass nur der dritte und unterste Slot nutzbar ist.

CPU & Arbeitsspeicher

Das Asrock Z390 Phantom Gaming 7 unterstützt Intel-Prozessoren der achten und neunten Generation und setzt dementsprechend auf den Sockel LGA 1151. Ein 10-Phasen-VRM-Design versorgt CPU und RAM mit der nötigen Spannung.

Asrock Z390 Phantom Gaming 7 Sockel

Die vier DIMM-Bänke können insgesamt 128 Gigabyte an DDR4-Speicher aufnehmen. Unterstützt werden Module mit bis zu 4.300 Megahertz. Im Test nutzen wir standardmäßig ein 3.000 MHz schnelles 16-Gigabyte-Kit, konnten jedoch auch problemlos ein Kit mit 4.000 MHz Taktfrequenz verwenden.

Onboard-Buttons & Anschlüsse

Das Asrock Z390 Phantom Gaming 7 bietet für ein Mittelklasse-Mainboard erwartungsgemäß nur die wichtigsten Onboard-Buttons. Zu diesen zählen der Power- sowie der Reset-Button, ein leicht zu erreichender Knopf zum Zurücksetzen des BIOS fehlt hingegen. Asrock setzt stattdessen auf einen klassischen Jumper, der sich zwischen den beiden PCIe 3.0 x1-Slots befindet. Das hat zur Folge, dass zum Zurücksetzen auch die Grafikkarte entfernt werden muss.

Asrock Z390 Phantom Gaming 7 SATA

Das Asrock Z390 Phantom Gaming 7 ist mit acht SATA-Anschlüssen ausgestattet, von denen zwei über einen ASMedia-Controller angesteuert werden. Es werden zudem zwei M.2-Slots geboten, die beide von einem Kühlkörper bedeckt sind. Die Installation eines Laufwerks im oberen Slot gestaltet sich etwas aufwendiger, da der Kühler zugleich den Chipsatz kühlt.

Asrock Z390 Phantom Gaming 7 M.2 Kuehler

Für die Netzwerkanbindung kommen zwei RJ45-Ports zum Einsatz, von denen einer von einem Intel i219V-Controller gespeist wird. Der zweite Port setzt auf einen Realtek Dragon RTL8125AG-Controller, der Übertragungsgeschwindigkeiten von 2,5 Gbit/s erlaubt. WLAN gibt es nur optional, ein passender M.2-Slot für ein Modul ist ebenso vorhanden wie zwei Aussparungen am vorinstallierten I/O-Schild.

Asrock Z390 Phantom Gaming 7 Anschluesse

Zu den hinteren Anschlüssen zählen vier USB 3.2 Gen1-Ports sowie zwei USB 3.2 Gen2-Ports. Letztgenannte unterteilen sich in einen Typ A- und einen Typ C-Stecker. Es gibt zudem einen DisplayPort- und HDMI-Anschluss für die interne Grafikeinheit der CPU. Zu guter Letzt sei der Klassiker unter den Anschlüssen genannt: der PS/2-Anschluss für all jene, die sich nicht von ihrer alten Maus/Tastatur verabschieden möchten.

Leistung

Wir haben das Asrock Z390 Phantom Gaming 7 mit dem Intel Core i9-9900K getestet und diesen sowie den Arbeitsspeicher in verschiedenen Benchmarks gefordert. Als synthetische Benchmarks kamen unter anderem CineBench und Sisoftware Sandra zum Einsatz. Die Leistungsfähigkeit in Spielen wurde mit Battlefiel 1 und GTA 5 gemessen.

  • Prozessor: Intel Core i9-9900K 3,6 GHz, Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asrock Z390 Phantom Gaming 7
  • Kühler: Noctua NH-U14S
  • Ram: 16 GB GeiL Evo X 3.000 MHz CL 15-15-15-35
  • Systemlaufwerk: Crucial MX500 500 GB
  • Grafikkarte: GeForce RTX 2060
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Enermax Platimax 600W

Verwendete Benchmarks & Einstellungen

  • 3DMark Fire Strike Extreme
  • PCMark 8 Creative Benchmark
  • SiSoftware Sandra Lite 2018
  • WinRar x64: 313 MB Datei packen
  • TrueCrypt (7.2): 100 MB Size, AES Encryption
  • CineBench x64 R15: CPU Test
  • Leistungsaufnahme (gemessen mit Voltcraft Energy Monitor 3000); entspricht dem Leistungsbedarf des gesamten Systems

Verwendete Spiele & Einstellungen

  • GTA V
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, MSAA deaktiviert
  • Battlefield 1 DX11
    • Ultra Details, 1.920 x 1.080 Pixel, Kantenglättung deaktiviert

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.













Das Asrock Z390 Phantom Gaming 7 liegt in den meisten synthetischen Benchmarks auf Augenhöhe mit der Z390-Konkurrenz. Es punktet am meisten im SiSoftware Sandra Lite Speicher-Benchmark, in dem es sich mit 336,16 GB/s beim Cache- und Speicherzugriff an die Spitze setzt. Das MSI MEG Z390 ACE folgt mit 332 GB/s auf Platz zwei. Einige Abweichungen gibt es beim 3DMark Firestrike Extreme: das Asrock Z390 Phantom Gaming 7 dominiert mit 11.980 Punkten, da wir inzwischen eine GeForce RTX 2060 anstelle einer GTX 1070 Ti verwenden. Der Vorsprung ist somit primär der Grafikkarte zu verdanken.





Die schnellere GPU macht sich dementsprechend auch in den Spiele-Benchmarks bemerkbar. In Battlefield 1 ist das System gut 10 fps schneller. GTA 5 scheint hingegen bereits die maximale Framerate auszuschöpfen: mit 111,6 fps ist das System nur unwesentlich schneller als mit anderen Z390-Mainboards.



Die Idle-Leistungsaufnahme ist mit 43 Watt in etwa auf dem Niveau des MSI MEG Z390 ACE. Bei voller CPU-Auslastung ist der Stromverbrauch mit 183 Watt jedoch deutlich geringer.

BIOS & Overclocking

Das BIOS des Asrock Z390 Phantom Gaming 7 unterteilt sich, wie bei den meisten Mainboards, in eine einfache und erweiterte Ansicht. Im BIOS finden wir alle gängigen Funktionen, um beispielsweise die Taktfrequenz von CPU und RAM einzustellen beziehungsweise diese zu übertakten. Außerdem ist es möglich, die RGB-Beleuchtung im BIOS anzupassen.

Der Intel Core i9-9900K lässt sich auf dem Phantom Gaming 7 durch das Anheben des Multiplikators auf 51 bei 1,35 Volt auf 5,1 GHz bei Luftkühlung ohne Probleme übertakten.

Höhere Taktfrequenzen sind theoretisch mit einer höheren Spannung möglich, allerdings benötigt dieser Vorgang eine sehr gute Kühlung.

Audiochip

Beim Audiochip vertraut Asrock auf den Realtek ALC1220, der Beispielsweise auch beim MSI MEG Z390 ACE (zum Testbericht) Verwendung findet. Asrock nutzt Methoden und Komponenten wie sie auch bei der Konkurrenz vorzufinden sind, um einen bestmöglichen Klang zu erzielen. So ist das PCB isoliert, damit keine Interferenzen den Klang stören.

Asrock Z390 Phantom Gaming 7 Audiochip

Für den linken und rechten Audiokanal gibt es zudem jeweils separate PCB-Layer. Der Kopfhörerausgang erkennt darüber hinaus automatisch die Impedanz der angeschlossenen Kopfhörer. Abgerundet wird das Audiopaket durch die Creative Sound Blaster Cinema 5 Software. In dieser lassen sich zahlreichen Einstellungen vornehmen und potenzielle Klangverbesserungen hinzuschalten.

Fazit

Das Asrock Z390 Phantom Gaming 7 erweist sich im Test als gute Z390-Platine, die kaum Wünsche offen lässt und eine solide Ausstattung bietet. Multi-GPU-Setups sind mit dem Mainboard kein Problem, und Gedanken über Slot-Schäden muss man sich aufgrund der Metallverstärkung ebenfalls keine machen. Drei PCIe-Slots sind für Erweiterungskarten gedacht, allerdings hätte Asrock diese anders anordnen sollen. Bei breiten Grafikkarten können schnell zwei der drei Slots verlorengehen.

SATA- sowie M.2-Laufwerke werden mit acht respektive zwei Anschlüssen ausreichend unterstützt. Kühlkörper stellen darüber hinaus sicher, dass M.2-SSDs ihre Leistung nicht durch zu hohe Temperaturen drosseln. Die Kehrseite der Medaille: der obere Slot-Kühler bildet eine Einheit mit dem Chipsatzkühler, weshalb beide zur Installation eines Laufwerks demontiert werden müssen.

Eine schnelle Netzwerkanbindung wird durch jeweils einen 2,5-Gigabit sowie 1-Gigabit-Anschluss sichergestellt. WLAN und Bluetooth lassen sich mit einem M.2-Modul nachrüsten – oder ihr greift direkt zum Z390 Phantom Gaming 9, das zum Testzeitpunkt ebenfalls rund 200 Euro kostet. Im Vergleich mit dem ebenfalls rund 200 Euro teuren Asus ROG Strix Z390-F Gaming (zum Testbericht) hätten wir uns allerdings eine etwas größere Anzahl an rückseitigen USB-Anschlüssen gewünscht. Das Asrock Z390 Phantom Gaming 7 ist zu einem Preis von circa 200 Euro* erhältlich.

Pro

  • verstärkte PCIe-Slots
  • anpassbare RGB-Beleuchtung
  • solide Ausstattung
  • guter Onboard-Audiochip
  • zwei M.2-Slots mit Kühlkörper
  • 2,5-Gigabit-Anschluss

Contra

  • aufwendigere Installation von Laufwerken im oberen M.2-Slot
  • PCIe 3.0 x1-Slots bedeckt

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