Einige Saugroboter navigieren mit dem Chaos-Prinzip, andere wiederum nutzen einen LiDAR-Sensor für eine gezieltere Reinigung. Der Roborock S6 MaxV hingegen setzt noch einen obendrauf und verwendet eine Stereo-Kamera inklusive Objekterkennung, um Hindernissen effektiv ausweichen zu können. Dazu gibt es eine verbesserte Saugleistung gegenüber dem Vorgänger und praktische App-Features – wir haben den Saugroboter für euch getestet!

Übersicht

Roborock bringt den S6 MaxV zu einem Preis von 649 Euro UVP auf den Markt, ein Aufschlag von etwa 100 Euro gegenüber dem Vorgänger. Schon der Roborock S6 (Test) konnte uns mit einer hohen Saugkraft, einer schnellen Einrichtung und der einfachen Steuerung in der App überzeugen – schafft das auch der S6 MaxV? Und welche Vorzüge hat die AI-Kamera wirklich?

Lieferumfang

  • Roborock S6 MaxV Saugroboter
  • Ladestation & Netzteil
  • Wasserschutzunterlage für den Boden
  • Wassertank + Wischtuch
  • Ersatz HEPA-Filter
  • Bedienungsanleitung

Design & Features

Der Roborock S6 MaxV besitzt ein schlichtes, komplett schwarzes Gehäuse und fällt damit nicht großartig auf. Erst wenn sich der Saugroboter auf einen zubewegt, zeigt sich das Gesicht des S6 MaxV – die Dual-Kamera mit „ReactiveAI-System“. Wie zwei Augen sorgen die beiden Kamerasensoren für eine Objekterkennung, um Hindernisse während der Reinigung zu vermeiden. Die dahinterliegende künstliche Intelligenz wurde laut Roborock an „Tausenden von Bildern aus der realen Welt trainiert“ und verarbeitet die Bilder über einen Qualcomm APQ8053 Prozessor.

Doppelkamera erkennt Hindernisse und umfährt diese automatisch

Doch selbst, wenn die KI ein Objekt nicht erkennen kann, wird es wahrgenommen und vermieden. Generell werden alle beliebigen Dinge ab einer Breite von 5 cm und einer Höhe von 3 cm erkannt. Übrigens: das gesammelte Bildmaterial verbleibt nur auf dem Saugroboter und wird direkt nach der Aufnahme wieder gelöscht. Das zertifiziert auch der TÜV Rheinland und erklärt den Roborock S6 MaxV als ein sicheres Smart Home Produkt. Die Verarbeitung des Roborock S6 MaxV ist qualitativ hochwertig und lässt keine Wünsche offen. Wir konnten weder unregelmäßigen Spaltmaße noch Verarbeitungsfehler feststellen.

Ansonsten ist der Aufbau des Saugroboters recht klassisch gehalten. Auf der Front gibt es neben der Doppelkamera einen breiten „Bumper“, auf der Oberseite sitzt zusätzlich ein LiDAR-Sensor für eine akkurate Navigation. Hiermit kann der S6 MaxV eine mehrstufige Karte erstellen, darüber hinaus auch Räume erkennen und diese einzeln ansteuern. Roborock ermöglicht bis zu 10 virtuelle Sperrzonen und bis zu 10 unsichtbare Wände – beides lässt sich in der Roborock-App einrichten, doch dazu später mehr. Des Weiteren gibt es Wandsensoren, Absturzsensoren sowie einen vertikalen Stoßdämpfer für die Lasereinheit auf der Oberseite.

Mit an Bord: LiDAR-System, Kartierungsfunktion und Wischmopp

Für die Reinigung nutzt der Roborock S6 MaxV eine zentrale Rollbürste, die den Staub direkt in den Behälter transportiert. Auf der von unten gesehenen linken Seite befindet sich eine rotierende Seitenbürste aus Gummi. Der Staubbehälter fasst etwa 480 ml und sitzt mittig unter einer Klappe, die von hinten aus geöffnet werden kann. Zum Entleeren wird einfach nur der abwaschbare HEPA-Filter abgenommen, zum Entfernen von festsitzendem Staub gibt es ein kleines Werkzeug, das vor dem Staubbehälter sitzt.

Wie schon der Roborock S6 (Test), oder auch der Eufy Robovac L70 Hybrid (Test), bietet der S6 MaxV eine Wischfunktion. Hierfür sitzt ein elektronischer Wassertank mit 290 ml Fassungsvermögen auf der unteren Rückseite. Wenn dann noch das im Lieferumfang enthaltene Wischtuch auf der Unterseite angebracht wird, kann der Saugroboter laut Hersteller bis zu 200 m² Fläche wischen. Ob die Saug- und Wischqualität überzeugen können, klären wir später.

Einrichtung & Praxisstest

Zur Einrichtung wird die Roborock-App benötigt, sie führt den Nutzer durch einige Schritte und bereitet den Saugroboter für die Inbetriebnahme vor. Wenn der Roborock S6 MaxV mit dem Heim-WLAN verbunden ist und vollständig geladen wurde, kann die erste Reinigung auch schon starten.

Der Saugroboter startet entweder über ein „Reinigen“ in der App oder manuell über den Powerbutton auf der Oberseite des S6 MaxV. Dort sitzen zudem ein Button für eine Fleckenentfernung (Quadrat, links) sowie ein Button zum Andocken (Haus, rechts). Der 5.200 mAh starke Akku soll laut Hersteller bis zu 180 Minuten durchhalten und insgesamt bis zu 240 m² reinigen können. In unserem Test konnte der Roborock S6 MaxV rund 43 Quadratmeter in 51 Minuten reinigen und mit einer Akkukapazität von 61% an die Ladestation andocken. Die Laufzeit ist natürlich aber auch von den Begebenheiten im Eigenheim abhängig (Raumaufteilung, Größe der Räume, etc.).

Sollte sich die Akkukapazität schwach werden, obwohl die Reinigung noch nicht fertig ist, so fährt der Saugroboter automatisch an die Ladestation zurück und lädt die für die restliche Reinigung benötigte Kapazität wieder auf. Die komplette Ladedauer wird vom Hersteller mit <6 Stunden angegeben, wir kommen da oftmals auf unter zwei Stunden für ein komplette Ladung. Kritik gibt es hier aber vor allem an der zwar kompakten, aber etwas unkomfortablen Ladestation. Das Ladekabel kann nirgends verstaut werden und muss direkt fest auf der rechten Seite installiert werden. Etwas Platz zum Verstauen und ein inliegender Anschluss, so wie es beispielsweise beim Eufy Robovac L70 Hybrid der Fall ist, sind da deutlich angenehmer.

Gute Saugleistung mit sehr effektiver Navigation

Die Saugleistung gibt Roborock mit bis zu 2.500 Pa an, eine Steigerung gegenüber dem Roborock S6 (Test) mit maximal 2.000 Pa. Insgesamt kann der Roborock S6 MaxV mit einer starken Reinigungsqualität überzeugen, die auch durch eine präzise Navigation ermöglicht wird. Durch die Lasereinheit und die AI-Kamera wird die Karte sauber in der App hinterlegt, Räume werden automatisch erkannt und lassen sich zudem nachträglich anpassen. Es gibt mehrere Reinigungsmodi (Alles, Räume, Zonen) sowie unterschiedliche Raumabläufe.

Mit einer Höhe von 96,5 mm ist der S6 MaxV trotz der LiDAR-Einheit immer noch recht kompakt und kommt somit durchaus auch unter einige Möbel. Durch die beiden Gummiräder kann der Saugroboter zudem Teppiche mit einer Höhe von bis zu 2,5 cm erklimmen. Probleme hat der Saugroboter jedoch noch mit der automatischen Teppicherkennung, hier wechselt die Saugleistung erst nach einigen Sekunden auf den Turbomodus – auch dann, wenn der S6 MaxV bereits vom Teppich wieder runter ist.

Die Wischfunktion ist eine nette Erweiterung, kann die Reinigung per Hand allerdings aufgrund des fehlenden Drucks nicht vollständig ersetzen. Der Wischmopp ist also eher zum Staubwischen geeignet. Die Lautstärke ist im balancierten Reinigungsmodus recht angenehm, im Maximal-Modus messen wir ca. 68 dB – auf einer Ebene mit einem etwas lauteren Gespräch. Deutlich lauter ist oftmals jedoch das vordere, antriebslose Rad des Saugroboters. Durch den Einsatz von Hartplastik freuen sich die Nachbarn darunter besonders dann, wenn der S6 MaxV über Fliesen fährt. Hier wäre für die Zukunft ein gedämpftes oder gummiertes Rad durchaus ein gutes Upgrade.

Roborock-App mit Karte, Raumaufteilung, Live-Kamera und Mehr

Durch die WLAN-Anbindung kann der Roborock S6 MaxV sowohl in einer App als auch über die Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Home gesteuert werden. Die Roborock-App bietet eine Menge an Funktionen, die wir euch hier etwas näher erläutern möchten. In der Hauptansicht wird, sofern der Saugroboter bereits einmal im Zuhause unterwegs war, eine Karte angezeigt. Diese wird bei der erstmaligen Reinigung erstellt, kann gespeichert und darüber hinaus angepasst werden.

App für Roborock S6 MaxV

Der Saugroboter erkennt automatisch unterschiedliche Räume und markiert diese mit unterschiedlichen Farben. Unter „Karte bearbeiten“ können Sperrzonen erstellt, Räume bearbeitet und ein Raumablauf hinterlegt werden. Bei Bedarf könnt ihr unter „Moduseinstellung“ die Saugkraft sowie die Wassermenge zum Wischen anpassen. Im unteren Bereich könnt ihr auswählen, ob der Roborock S6 MaxV alle Räume, nur einzelne Räume oder eine gewisse Zone reinigen soll.

Erkannte Hindernisse werden auf der Karte markiert

Wenn die AI-Doppelkamera ein Hindernis erkennt, wird dies direkt auf der Karte mit einem kleinen Symbol erkannt. Neben Schuhen und Socken wurde so beispielsweise auch die „Haustierverschmutzung“, in diesem Fall ein Hundehaufen aus Kunststoff, erkannt – und natürlich vermieden. Sehr praktisch: der Saugroboter macht ein Foto vom Hindernis, welches ihr euch in der App ansehen könnt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit ein Live-Bild der Reinigung zu erhalten und Sprachnachrichten über den Lautsprecher ertönen zu lassen. Was auf den ersten Blick nach einem Überwachungsmodus klingt, ist im Alltag dann doch ganz praktisch, um auch mal von Unterwegs aus zu checken, ob Zuhause noch kein Chaos ausgebrochen ist (vor allem mit Haustieren).

In den weiteren Einstellungen gibt es dann noch die Aktivierung des Teppichmodus, den „Nicht stören“-Modus, weitere Kameraeinstellungen sowie Sprache der Ansagen, einen Timer und den Pin-and-Go-Modus. Dort tippt ihr einfach auf einen Punkt auf der Karte, der Saugroboter fährt dorthin und reinigt diesen Bereich. Mit der Fernsteuerung lässt sich der Roborock S6 MaxV natürlich auch manuell steuern.

Fazit

Mit dem S6 MaxV ist Roborock eine Weiterentwicklung der Saugroboter-Serie wirklich gut gelungen. Neben einer stärkeren Saugleistung von bis zu 2.500 Pa erhält der Saugroboter zudem eine spannende Innovation – die AI-Doppelkamera. Die Objekterkennung und automatische Hindernisvermeidung sind zwar noch nicht voll ausgereift, sollen sich aber typisch für eine künstliche Intelligenz stetig verbessern.

Die Reinigungsqualität ist überzeugend und auf einem hohen Niveau. Potenzial hat der Roborock S6 MaxV jedoch noch in puncto Teppicherkennung, hier wird aber sicherlich noch ein Firmware-Update für Abhilfe sorgen. Die Wischfunktion ist ein netter Zusatz, ist jedoch eher ein Staubwischen und kann das Wischen mit Muskelkraft nicht ersetzen.

Sehr positiv zeigt sich die Roborock-App, die übersichtlich gestaltet ist und eine Fülle an Funktionen bietet. Dazu zählt beispielsweise die gute Kartierung, die automatische Raumaufteilung sowie mehrere Reinigungs-Modi. Des Weiteren gibt es, ermöglicht durch die Kamera auf der Front, eine Live-Bild-Funktion inklusive Sprachnachrichten – das kann von Unterwegs durchaus hilfreich sein.

Preislich liegt der Saugroboter bei stolzen 649 Euro* UVP und ist mittlerweile auch schon für knapp unter 600 Euro verfügbar, beispielsweise bei Saturn* oder MediaMarkt*. Für einen vergleichsweise hohen Preis gibt es jedoch auch eine breite Palette an spannenden und innovativen Features sowie eine hohe Reinigungsqualität. Als Alternative, allerdings ohne AI-Kamera, bietet sich der Eufy Robovac L70 Hybrid (Test) oder der weiterhin gute „Vorgänger“ Roborock S6 (Test) an.

Saugroboter
Allround-PC.com
08/2020
Roborock S6 MaxV
Empfehlung

Pro

  • starke Saugkraft und sehr gute Reinigungsleistung
  • exzellente Navigation über Laser-Sensoren
  • innovative AI-Kamera mit Objekterkennung
  • gute Akkulaufzeit
  • umfangreiche App mit Karte, Raumaufteilung und Mehr

Contra

  • Lieferumfang könnte üppiger ausfallen
  • Teppicherkennung noch fehlerhaft
  • Verkabelung der Ladestation

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2 Kommentare

  • zazzi

    hat er keine Probleme mehr auf schwarzen Teppich auf Maximum zu schalten

    • Leonardo Ziaja

      Wie du im Testbericht nachlesen kannst, hatten auch wir ein paar Probleme mit der automatischen Teppicherkennung – allerdings jetzt nicht spezifisch auf einem schwarzen Teppich.

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