Der Roborock S7 ist das neueste Flaggschiffmodell auf dem Saugrobotermarkt. Diesmal liegt nicht das Saugen, sondern das Wischen im Fokus. Ob der Hybrideinsatz gelingt und was der S7 bietet, klären wir im Testbericht.

Einordnung und Konkurrenten

Hierzulande startete der Roborock S7 im April mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 549 Euro*. Generell ist jedoch mit einem 50 Euro niedrigeren “Standardpreis” auszugehen. Neben den Vorgängermodellen S5 Max und S6 MaxV konkurriert er beispielsweise noch mit dem günstigeren Dreame D9. Beim neuen Hybridroboter hat der Hersteller vor allem Wert auf die Wischfunktion gelegt, aber auch ein paar generelle Anpassungen vorgenommen. Der Lieferumfang fällt für den Preis sehr mager aus, denn abseits des Roboters befinden sich nur die Ladestation samt Kaltgerätestecker, der Wischaufsatz und zwei Anleitungen im Karton. Ersatzteile wie einen HEPA-Filter, ein Bürstenaufsatz oder ein zusätzliches Wischtuch hat der Hersteller eingespart.

Design und Eigenschaften

Optisch hat sich bis auf Feinheiten nichts geändert und mit 35 x 35 x 9,65 Millimetern sind die Abmessungen identisch im Vergleich zum S6 MaxV und S5 Max. Hervorzuheben ist die neue LED oben, die farblich den jeweiligen Status anzeigt und dabei etwas an das Knight-Rider-Auto K.I.T.T. erinnert. Ansonsten fallen beim weißen Saugroboter lediglich noch der Laserturm und drei Bedientasten auf. Wahlweise ist er auch in Schwarz erhältlich.

Die Sensorik bildet den aktuellen Stand der Saugrobotertechnik ab, eine zusätzliche Kamera zur besseren Erkennung von Hindernissen wie beim S6 MaxV (Test) gibt es jedoch nicht. Wie gehabt beträgt die Akkukapazität 5.200 Milliamperestunden und die Laufzeit soll bei niedriger Saugleistung bis zu drei Stunden betragen. Der Ladevorgang dauert insgesamt rund sechs Stunden – leider ist erneut kein Kabelmanagement an der Ladestation möglich.

In den Wassertank gehen maximal 300 Milliliter hinein und der etwas veränderte Staubbehälter hat ein Volumen von 470 Millilitern. Mangels Rückhalteklappe kann beim Entnehmen schonmal etwas Schmutz daneben gehen. Demnächst möchte Roborock separat noch eine Absaugstation für den S7 anbieten. Deren Preis ist noch unklar und beispielsweise beim Neabot NoMo (Test) ging so eine Station mit einer extremen Lautstärke einher. Laut Datenblatt beträgt die Saugleistung erneut höchstens 2.500 Pascal. Die Hauptbürste hat der Hersteller allerdings verbessert, denn sie besteht neuerdings aus Vollgummi. Haare verfangen sich dadurch kaum noch im Saugroboter. Teppiche erkennt der Roboter automatisch und erhöht dann die Saugleistung. Kabel zieht der S7 aber weiterhin gerne mit sich – einmal zog er im Testzeitraum sogar unbemerkt das Stromkabel aus dem WLAN-Router.

Im Fokus steht beim neuen Topmodell des Herstellers die Wischplatte. Sie kann sich nun automatisch um circa fünf Millimeter anheben, wenn der Roboter auf einen Teppich fährt oder an der Ladestation steht. Zudem ist eine Rüttelplatte integriert, die durch Vibration den mittleren Bereich des Wischtuchs bis zu 3.000 Mal pro Minute bewegt. Der Wischdruck fällt mit 600 Gramm doppelt so hoch im Vergleich zu den Vorgängern aus. Roborock nennt das Zusammenspiel beider Neuerungen übrigens VibraRise.

Einrichtung und Software

Wahlweise lässt sich der Saugroboter mittels Xiaomi Home oder der Roborock-App einrichten und steuern. Die üblichen App-Funktionen sind vorhanden. Neu ist die bessere Auswahl der Saugleistung und Wischintensität. Jeweils vier Optionen stehen dort bereit und zusätzlich kann die Wischroute auch von “Standard” zu “Gründlich” gewechselt werden. Bei letzterer Einstellung wischt der S7 nur, fährt dafür aber engere Bahnen.

App-Funktionen im Überblick:

  • Teppichmodus zur automatischen Erhöhung der Saugleistung aktivieren/deaktivieren; Teppiche vermeiden/ignorieren
  • Saugleistung einstellen: Leicht, Mittel, Turbo, Max.
  • Wischintensität einstellen: Gering, Standard, Intensiv
  • Wischroute: Standard, Gründlich
  • No-Go-Zonen, No-Wisch-Zonen, virtuelle Wände, Raumbearbeitung
  • Lautstärke der Ansagen und Sprachausgabe einstellen
  • Zeitraum für Do-Not-Disturb-Modus einstellen
  • Arbeitszeiten einstellen: Tage, Startzeit, Reinigungsbereich etc.
  • Verbleibende Lebensdauer der Hauptbürste, Seitenbürste und des HEPA-Filters sowie Verschmutzung der Sensoren einsehen
  • Reinigungsverlauf (Protokoll)
  • Kartenspeicherung (Beta): mehrere Wohnebenen speicherbar
  • Kindersicherung, LEDs aktivieren/deaktivieren
  • Fernsteuerung für manuelle Navigation, Spot-Reinigung o.ä.

Praxistest und Eindrücke

Das Reinigungsergebnis ist für einen Saugroboter fast perfekt und die Wischfunktion wirkt endlich nicht mehr wie ein Gimmick. Dennoch gibt es einige Kritikpunkte, die im Praxistest auffielen. Der S7 benötigt für eine vollständige Reinigung mit Teppichsaugen und Bodenwischen ziemlich lange – konkret waren es 73 Minuten für eine Reinigungsfläche von 43 Quadratmetern. Etwa der Dreame D9 (Test) schafft dies in 40 Minuten und verbraucht rund 30 Prozent der Akkuladung, während es beim Roborock-Modell 66 Prozent mit identischer Akkukapazität sind. Das liegt vor allem daran, dass sich der S7 deutlich länger an Teppichen aufhält und diese an den Rändern sehr langsam abfährt. Generell fährt der Saugroboter zudem mehr Bahnen, fährt die Fläche also mehrfach ab, um eine gründlichere Reinigung zu erzielen. Anhand unserer gemessenen Daten schätzen wir die oben erwähnte Herstellerangabe zur Laufzeit als realistisch, aber nicht praxisnah ein. Schließlich müsste man dafür den Teppich-Boost deaktivieren und der Saugroboter begibt sich ab einer Restladung von 20 Prozent ohnehin automatisch zur Ladestation zurück.


Außerdem berührt das nasse Wischtuch Teppiche trotz Anhebefunktion, wenn diese nicht komplett flach sind. Im Test traf dies auf zwei von drei vorhandenen Teppicharten zu, als langflorig (langfasrig) würden wir diese aber noch nicht bezeichnen. Besonders beim Wechsel von Teppich zu Boden rutscht das Wischtuch über den Teppichrand. Daraufhin haben wir testweise eingestellt, dass der S7 Teppiche umfahren soll. Der ansonsten gut navigierende Roboter fuhr dann allerdings recht unbeholfen in der Nähe von Teppichen: alle paar Zentimeter vergewissern, dass der Teppich noch da ist, anstoßen, rückwärts fahren, drehen, ein Stück weiter fahren, wiederholen.

Trotz mangelnder Gummimatte für die Ladestation ist man beim S7 nicht darauf angewiesen, nach abgeschlossener Reinigung schleunigst das nasse Wischtuch zu entfernen. Der Roboter hebt die Wischplatte bereits bei der Rückkehr zur Ladestation automatisch an. Reinigungsmittel darf man wie zuvor nicht in den Wassertank einfüllen und das Wischtuch muss häufig gewaschen werden. Es lässt sich dank Klettverschluss einfach entfernen.

Fazit

Der Roborock S7 ist zweifellos ein Hybridroboter der Oberklasse mit einem guten Gesamtpaket. Auf Basis der bereits sehr guten Vorgänger hat der Hersteller kleinere Verbesserungen vorgenommen und die Wischfunktion spürbar ausgebaut. Letzteres wirkt ausgereifter, aber weiterhin ausbaufähig und es kann trotz der besseren Leistung natürlich kein manuelles Wischen ersetzen.

Für Personen mit viel Teppichboden oder größeren Bereichen mit hochflorigen Teppichen lohnt er sich nicht wirklich, ansonsten kann der solide Hybridbetrieb ein starkes Kaufargument sein. Auf die Saugfunktion und Navigation beschränkt, hebt er sich nicht spürbar von den günstigeren Vorgängern oder Konkurrenten wie dem Dreame D9 ab. Das ist keineswegs schlecht, schmälert jedoch zusammen mit dem spärlichen Lieferumfang das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dennoch zählt er derzeit zu den besten Modellen auf dem Markt. Zur Veröffentlichung des Testberichts startet der Roborock S7 auch bei Amazon und kostet bis zum 16. April 499 Euro statt 549 Euro*.

Saugroboter
Allround-PC.com
04/2021
Roborock S7
Empfehlung

Pro

  • Wischfunktion besser als bei Konkurrenzmodellen
  • erstklassige Reinigung
  • gutes Gesamtpaket

Contra

  • kein Zubehör enthalten (zweites Wischtuch wäre mindestens angebracht)
  • erneut kein Kabelmanagement bei der Ladestation
  • recht hoher Preis

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