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Roborock S8 im Test: Saugroboter lässt die Doppelwalze tanzen

Starke Saugleistung und 3D-Hindernisumfahrung

Mit dem Roborock S8 geht die nächste Generation des leistungsstarken Saugroboter-Topmodells an den Start. Doch was hat Roborock gegenüber dem S7 verbessert? Und lohnt sich womöglich ein Upgrade vom Vorgänger? Wir haben den praktischen Putzassistent für euer Smart Home getestet.

Zur CES 2023 im Januar war es soweit: Roborock hat die neue S8-Serie enthüllt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei natürlich auf dem absoluten High-End-Modell, dem Roborock S8 Pro Ultra für 1.499 Euro UVP, doch schon der „normale“ Roborock S8 bietet ein paar spannende Neuerungen. Und sind wir ehrlich: Es muss nicht immer die Superduper-Reinigungsstation sein – besonders, wenn der einzelne Saugroboter derzeit für nur 549 Euro bei Amazon erhältlich ist.

Der Lieferumfang fällt tatsächlich etwas dünn aus. Neben dem Saugroboter findet ihr noch die passende Ladestation, eine Kunststoffunterlage mit Klebestreifen, ein Stromkabel (Länge 1 Meter) sowie ein Handbuch im Karton. Dazu kommt dann noch der Wischaufsatz inkl. Wischtuch. Ein Ersatzfilter oder beispielsweise ein zweites Wischtuch sind leider nicht mit dabei.

Design & Funktionen

Roborock hat sich beim S8 erneut für ein sehr schlichtes Design entschieden. Der Saugroboter erhält ein weißes Kleid mit silbergrauen Akzenten und vermittelt daher schon optisch einen recht „cleanen“ Look. Ins Auge fällt dabei direkt der Lidar-Turm mit Lasersensorik, mit dem sich der Saugroboter in euren Räumlichkeiten orientiert. Mit einer Höhe von 9,65 Zentimeter sollte er dennoch unter die meisten Möbelstücke kommen.

Gesteuert wird der Roborock S8 zwar primär über die App (dazu hier mehr Details), alternativ stehen euch aber noch drei Knöpfe (Starten/Stoppen, Bereichsreinigung, Heimkehren) im vorderen Bereich zur Verfügung. Im hinteren Teil befindet sich wieder eine Heckklappe, die auf der Oberseite vom Roborock-Logo und drei Wellen geziert wird. Darunter verstecken sich der 350 ml große Staubbehälter, eine WLAN-LED, ein Reset-Button und der QR-Code zur App-Einrichtung.

MaxV-Upgrade für den Roborock S8

Auf der Vorderseite fällt besonders der Frontbumper mit seiner schwarzen „Nase“ und der 3D-Erkennung auf. Hier arbeitet eine Kombination aus strukturiertem 3D-Licht, welches für das menschliche Auge nicht sichtbar ist, und einer Infrarot-Bilderfassung zur automatischen Hindernisumfahrung – sowohl bei Tag als auch Nacht. Diese Technik war sonst nur in den MaxV-Ausführungen bei Roborock verbaut, gehört mittlerweile aber zum Standard bei Topmodellen. Wie auch beim S7 MaxV und S7 Pro ist die Erkennung vom TüV Rheinland nach ETSI EN 303 645 und Protected Privacy IoT Service zertifiziert. Darüber hinaus verfügt der Roborock S8 über einen seitlichen Wandsensor (rechts).

Die wohl größte Neuerung des Roborock S8 befindet sich auf der Unterseite: Eine Doppelwalze. Statt nur einer Bürste, wie es bisher stets der Fall war, kommen nun gleich zwei Vollgummiwalzen zum Einsatz, die Staub durch ihre entgegengesetzte Rotation noch effektiver einfangen sollen. Beim Roborock S8 Pro Ultra können die Walzen sogar angehoben werden, falls der Sauger größere Flüssigkeitsmengen aufwischen muss, die den Roboter beim Saugen sonst beschädigen könnten.

Anhebbarer Wischaufsatz mit Vibration

Im hinteren Bereich sitzt dann schließlich der Wischaufsatz mit „VibraRise“-Funktion. Wie auch schon beim Roborock S7 (hier im Test) kann sich der Aufsatz um 5 mm anheben, damit auch Teppiche abgesaugt werden können, ohne dabei mitgewischt zu werden. Des Weiteren vibriert ein bestimmter Bereich des Wischtuchs mit 3000 Zyklen pro Minute, um auch etwas hartnäckigere Verschmutzungen entfernen zu können. Die Frage ist nur: Wären rotierende Aufsätze eventuell die bessere Wahl gewesen?

Zumindest das Pro Ultra Modell des Roborock S8 (welches wir bald für euch testen werden) besitzt gleich zwei Vibrationsmotoren mit zwei Bereichen und könnte womöglich noch etwas effektiver reinigen. Ansonsten gibt es auf der Unterseite noch eine Seitenbürste, diverse Absturzsensoren und ein Ultraschall-Teppichsensor. Mit den Gummirädern kann der S8 auch etwas höhere Türschwellen erklimmen. Der Wassertank sitzt übrigens im Heck und bietet mit 200 Milliliter eine etwas begrenztes Volumen.

App mit Karten & Reinigungsmodi

Um alle Funktionen vom Roborock S8 nutzen zu können, empfehlen wir euch die Roborock-App (verfügbar für Android und iOS). Dort könnt ihr den Saugroboter komfortabel innerhalb weniger Minuten mit dem QR-Code unter der Heckklappe einrichten. Für unseren Test haben wir ein Samsung Galaxy S23 Ultra (hier im Test) mit App-Version 4.0.52 genutzt.

Wenn ihr den Saugroboter eingerichtet hat, werden euch zunächst die wichtigsten Funktionen erklärt. Anschließend solltet ihr die Erstkartierung durchführen lassen, damit der Roborock S8 eure Räumlichkeiten schon vor der ersten Reinigung grob kennenlernen kann. In unserem Redaktionsbüro mit einer Grundfläche von 120 m² hat der Sauger in unter 10 Minuten etwa 90 m² gesammelt und eine erste Karte erstellt.

Wenn ihr mehrere Räume in eurem Zuhause habt, werden diese automatisch vom Sauger erkannt und auf der Karte entsprechend voneinander getrennt. Wenn die Raumunterteilung nicht ganz sauber hinterlegt ist, was vollkommen normal ist, könnt ihr die Karte ganz nach Belieben anpassen. So lassen sich Räume trennen, zusammenfügen und benennen. Ihr könnt zudem eine Raumreihenfolge für die Reinigung hinterlegen oder Sperrzonen einfügen.

Danach könnte es sein, dass euch die App ein Firmware-Update anbietet – das im besten Fall direkt installieren. So bekommt ihr stets die beste Erfahrung mit eurem Saugroboter, damit dieser bestmöglich durch euer Zuhause düsen kann. Insgesamt gibt euch die App so einige Einstellungsmöglichkeiten an die Hand, um die Reinigung ganz nach eurem Geschmack anpassen zu können.

Die wichtigsten Funktionen:

Eine Videofunktion, so wie es noch bei den MaxV-Modellen verfügbar ist, besitzt der Roborock S8 allerdings nicht. Ihr könnt vom Urlaub aus also leider nicht über den Saugroboter checken, ob Zuhause noch alles an Ort und Stelle steht. Zumindest lässt sich der Saugroboter aber über Sprachassistenten wie Google Assistant, Amazon Alexa oder Apple Siri starten.

Saugleistung & Navigation

Mit einer Saugkraft von bis zu 6.000 Pa packt Roborock nochmal eine ordentliche Schippe darauf und schiebt sich vor die Konkurrenz von Ecovacs, Dreame & Co. Gegenüber dem Roborock S7 mit max. 2.500 Pa ist das ein enormer Leistungssprung, doch auch im Vergleich zum Roborock S7 MaxV mit bis zu 5.100 Pa gibt es ein gutes Upgrade.

Sowohl auf Hartböden als auch Teppichen liefert der S8 (übrigens mit Firmware 02.09.04) damit eine sehr zufriedenstellende Leistung ab. Die Standardstufe reicht bereits für das alltägliche Staubsaugen, kann jedoch durch die Duo-Walze auch etwas größere Partikel zuverlässig aufnehmen. Von unserem 50 Gramm Testmix, bestehend aus Konfetti, Müsli und Reis, konnte der Roborock S8 über 49,5 Gramm aufsammeln – ein starkes Ergebnis.

Auf einer Grundfläche von 120 m² reinigte der Saugroboter (Saugen + Wischen) durchschnittlich 84 m² in 108 Minuten, ein wirklich guter Wert. Andere Saugroboter mögen vielleicht etwas schneller sein, sind dann aber nicht so gründlich wie der S8. Auf Teppichen hat der Sauger seine Leistung durch den Ultraschallsensor übrigens präzise angehoben und dessen Randbereiche zum Schluss nochmal gesondert abgesaugt.

Die Kombination aus Lidarsensorik auf der Oberseite und 3D-Erkennung im Frontbumper sorgte in unserem Praxistest für eine ausgesprochen präzise Navigation. Die Hinderniserkennung kann bis zu 42 Objekte kategorisieren und diese effektiv umfahren. Neben etwas dickeren Stromkabeln wurden dabei auch feinere Ladekabel erkannt. Zwar werden die Objekte dann auf der Karte markiert, was praktisch ist, doch ein Foto wie beim S7 MaxV wird nicht mehr hinterlegt.

Der seitliche Wandsensor ermöglichte darüber hinaus ein sorgfältiges Herantasten an Wänden, Möbeln und weiteren Gegenständen. Auch durch den Stuhlbein-Dschungel unter unserem Esstisch verirrte sich der S8 nicht – da haben wir schon ganz andere, wilde Expeditionsfahrten verfolgen können. Selbst die recht flachen Beine unserer höhenverstellbaren Tische wurden nicht zum Problem. Und sollte sich die Position eines Gegenstands zwischendurch verändert haben, fährt der Saugroboter dennoch vorsichtig daran vorbei und rast nicht mit voller Geschwindigkeit dagegen.

Da der Roborock S8 jedoch ohne automatische Absaugstation auskommt, müsst ihr den Staubbehälter nach jeder Reinigung selbst ausleeren. Alternativ könnt ihr sonst direkt zum Roborock S8 Plus mit Absaugstation (bald erhältlich) oder Roborock S8 Pro Ultra mit umfangreicher Wasch-Absaugstation (bald erhältlich) greifen. Wie schon beim S7 sollte es auch beim S8 möglich sein, die reine Absaugstation einzeln zu erwerben und ihn so zum S8 Plus upgraden zu können. Der Pro Ultra mit Robodock-Station ist hingegen ausschließlich als Gesamtpaket verfügbar.

Wischleistung

Das VibraRise-System konnte uns bereits beim Roborock S7, S7 MaxV und S7 Pro Ultra überzeugen. Auch beim Roborock S8 sorgt die Kombination aus anhebbarem Aufsatz, 6N Anpressdruck und vibrierendem Wischtuch für eine grundsolide Wischleistung. Schon die mittlere Wischintensität reicht vollkommen für ein leichtes Staubnachwischen aus und kann etwas stärkere Verunreinigungen entfernen. Für hartnäckigere Verschmutzungen solltet ihr die intensive Stufe wählen, die jedoch auch mehr Wasser verbraucht.

Während unserer Testläufe (mittlere Stufe, durhcschn. 84 m² und 108 Minuten) verbrauchte der Saugroboter knapp 60 bis 70 Prozent des vorhandenen Wassers. Mit intensiver Wischreinigung wurde hingegen der volle Tank aufgebraucht. Es könnte also passieren, dass ihr zwischendrin Wasser nachfüllen müsst, wenn der S8 eine große Fläche wischen soll.

Rotierende Wischaufsätze, wie sie zum Beispiel beim Ecovacs Deebot X1 Omni oder dem Dreame L10s Pro zum Einsatz kommen, würden wohl eine noch stärkere Wischleistung ermöglichen, kommen dann aber etwas schlechter in Ecken und Kanten. Eine automatische Reinigung und anschließende Trocknung des Wischtuchs gibt es nur beim Roborock S8 Pro Ultra. Ihr solltet den Wischaufsatz des S8 nach der Reinigung zur Vermeidung von Bakterien oder Schimmel also abnehmen, reinigen und zum Trocknen hinlegen.

Akkulaufzeit

Der Akku im Roborock S8 bietet eine Kapazität von 5.200 mAh und soll laut Hersteller für bis zu 300 m² oder 180 Minuten (im Leisemodus) ausreichen. Während unserer Testläufe im Standardmodus hat der Saugroboter durchschnittlich etwa 62 Prozent verbraucht und würde daher theoretisch bis zu 175 Minuten oder 135 m² (in unserem Fall) reinigen können. Das ist im Vergleich zum Roborock S7 MaxV Ultra etwas weniger, was womöglich auf die höhere Saugleistung zurückzuführen ist. Die Laufzeit ist jedoch auch von euren Räumlichkeiten abhängig.

Im Turbosaugmodus und mit intensiver Wischreinigung hat der Sauger übrigens knapp 83 % seines Akkus genutzt, musste dabei aber zum Aufladen an die Station – was uns etwas verwundert. Denn kurz bevor die Reinigung vollendet war (98 % fertig), ist der Sauger mit 19 % Restkapazität zum Aufladen an die Station gefahren. Problem hier: Er hätte seinen Akku dann vollständig aufgeladen und wäre erst dann wieder losgedüst, um die restlichen 3 m² reinigen zu können. Hier könnt ihr die Reinigung dann manuell wieder fortsetzen, dennoch sollte Roborock noch etwas Feintuning vornehmen.

Die Ladedauer fällt mit knapp sechs Stunden leider eher durchschnittlich aus. Hier lässt sich mit Sicherheit argumentieren, dass der Sauger auch über Nacht laden kann (was auch mit dem Laden außerhalb der Spitzenzeiten Sinn macht), doch eine Schnellladefunktion wäre wünschenswert gewesen. Zumindest das Pro Ultra Modell kann seinen Akku am Robodock zwei Stunden schneller mit neuer Energie füllen.

Lautstärke

Roborock gibt auf ihrer Webseite eine maximale Lautstärke von 67 dB an. Mit unserem Pegel-Messgerät konnten wir im Maximal-Saugmodus jedoch nur bis zu 64 dB aufzeichnen. Im Standardmodus ist der Sauger hingegen mit 57 dB vergleichsweise ruhig unterwegs, der Leisemodus reduziert den Lautstärkepegel dann noch etwas auf 53-54 dB. Hier ist dann je nach Bodenbelag allerdings Abrollgeräusche der Räder im Vordergrund.

Fazit

Der Roborock S8 bietet mit seiner neuen Doppelwalze und bis zu 6.000 Pa Saugkraft eine exzellente Reinigungsleistung. Durch die Kombination aus bewährter Lasersensorik und 3D-Hinderniserkennung in der Front, navigiert der Saugroboter präzise durch euer Zuhause und umfährt dabei auch noch herumliegende Gegenstände. Dazu gibt es eine übersichtiche App mit umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten, um die Reinigung ganz nach euren Wünschen zu starten. Auch die vibrierende Wischfunktion mit dem anhebbarem Aufsatz kann in der Praxis überzeugen, der Wassertank könnte bei intensiver Wischstufe für größere Räumlichkeiten jedoch etwas zu knapp bemessen sein.

Die Akkulaufzeit fällt gut aus und reicht auch für ein größeres Zuhause aus. Das Laden dauert mit knapp 6 Stunden jedoch immer noch etwas lange, hier wäre eine Schnellladefunktion wünschenswert gewesen. Zudem dürfte das Stromkabel durchaus etwas länger ausfallen, um etwas mehr Freiheiten bei der Standortwahl zu haben.

Eine automatische Absaugstation gibt es erst mit dem Plus-Modell, welches in ein paar Wochen auf den Markt kommt. Ggf. lässt sich der Roborock S8 dann mit der separat verfügbaren Station zum Plus-Modell upgraden. Wer hingegen etwas mehr Komfort erwartet, sollte noch ein paar Wochen auf den Roborock S8 Pro Ultra mit Wisch-Wasch-Absaug-Station warten – muss dann jedoch auch 1.499 Euro UVP in die Hand nehmen. Dagegen ist der „normale“ Roborock S8 für derzeit 549 Euro (bis 22. März 2023) ein echter Schnapper. Alternativ bietet sich der Dreame L10s Pro mit 5.300 Pa, rotierenden anhebbaren Mopps und 3D-Erkennung an.

Saugroboter
Allround-PC.com Award
03/2023
Roborock S8
Empfehlung

Pro

  • exzellente Saugleistung mit Doppelwalze
  • effektive 3D-Hindernisumfahrung
  • präzise Kartierung & Navigation
  • umfangreiche App
  • solides Wischen mit Vibration & anhebbarem Aufsatz

Contra

  • lange Ladezeit
  • viel Kunststoff beim Auspacken
  • Wassertank je nach Anwendung etwas zu klein

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Leonardo Ziaja Portrait Leonardo Ziaja

... ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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