Intel Raptor Lake: Erstes Overclocking-Ergebnis und Verfügbarkeit

Der Hardware-Herbst wird spannend!
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Bilder: Intel; Unsplash (@neonekko) / Montage: Allround-PC

Mit Raptor Lake führt Intel die zu Alder Lake eingeführte Hybrid-Architektur fort und verpasst der 13. Core-Generation vor allem drei Upgrades: Doppelte Effizienzkerne, mehr Takt für die Performancekerne und einen vergrößerten Cache. Das soll am Ende für bis zu 15 % mehr Single-Core- und 41 % mehr Multi-Core-Leistung sorgen.

Update vom 20. Oktober 2022:

Der Startschuss ist gefallen: Ab heute können die ersten Intel Core Prozessoren der 13. Generation offiziell erworben werden. Aktuell setzt sich das Line-up aus dem i9-13900K, dem i7-13700K und dem i5-13600K zusammen. Die entsprechenden KF-Varianten sind ebenfalls erhältlich. Einige CPUs wurden allerdings schon vor dem offiziellen Start ausgeliefert.

Bild: OCM-Forum

So berichtet ein Nutzer des OCN-Forums, dass er den i9-13900KF bereits vorab bekommen hat. Dies hat er ausgenutzt, um einen ersten Overclocking-Benchmark durchzuführen. Hierfür wurde die wassergekühlte CPU auf 6,2 GHz übertaktet, was einem Takt-Zuwachs von 400 MHz entspricht. Damit erreichte der User im Cinebench R23 einen Score von 2.352 Punkten. Im Hwbot-Ranking belegt die CPU somit Platz 13.

Alle Modelle im Überblick:

Ursprünglicher Artikel vom 27. Oktober 2022:

Nachdem AMD mit Ryzen 7000 bereits die nächste CPU-Generation vorgestellt hat, ist nun auch Intel mit Raptor Lake und der 13. Core-Generation an der Reihe. Hierfür setzt Intel erneut auf eine Hybrid-Architektur, wie sie letztes Jahr erstmals mit Alder Lake vorgestellt wurde. Das bedeutet, auch Raptor Lake verfügt über leistungsstarke P-Kerne (Performance) und energieeffiziente E-Kerne (Effizienz).

Mehr Kerne, mehr Takt, mehr Effizienz?

Für den Sprung von der 12. auf die 13. Core-Generation sorgt Intel allerdings für einige Upgrades. So gibt es durch die Bank nicht nur doppelte E-Kerne und daher mehr Threads, sondern auch eine gesteigerte Taktfrequenz. Das Topmodell, alias Core i9-13900K, erhält unter anderem acht zusätzliche E-Kerne (also insg. 16x Stück) sowie 600 MHz mehr Boost-Takt auf den P-Kernen. Mit bis zu 5,8 GHz auf den P-Kernen und 4,3 GHz auf den E-Kernen dürfte das Kopf-an-Kopf-Rennen für diesen Herbst tatsächlich sehr spannend werden.

Die Raptor Lake Prozessoren setzen darüber hinaus auf eine verbesserte Intel 7 Fertigung mit SuperFin-Transistoren der dritten Generation. Dabei wurde auch die Architektur der P-Kerne leicht überarbeitet, die „Raptor Cove Cores“ sollen zum Beispiel verbesserte „speed paths“ besitzen – was wiederum die höheren Taktfrequenzen ermöglicht. Des Weiteren wurde auch der Cache-Speicher vergrößert. Der Core i9-13900K verfügt nun über 36 MB L3-Cache und 32 MB L2-Cache (2 MB pro Kern), was besonders auf L2-Ebene ein großer Sprung ist.

Bild: Intel

Während Ryzen 7000 ausschließlich auf DDR5-RAM setzt, so unterstützt Raptor Lake auch noch den DDR4-Standard, je nach Mainboard natürlich. Allerdings gibt es in Kombination mit DDR5-Riegeln ein feines Upgrade auf mindestens 5.600 MT/s ab Werk (vorher war es DDR5-4800). Ansonsten gibt es weiterhin den Support für Wi-Fi 6E sowie Thunderbolt 4.

Mit Z790 gibt es zwar einen frischen Chipsatz, doch auch Raptor Lake nimmt noch auf dem LGA1700-Sockel Platz. Der neue PCH bringt neben mehr PCIe 4.0 Lanes auch zusätzliche USB 3.2 Gen2x2 Anschlüsse mit 20 Gbit/s mit. Raptor Lake lässt sich jedoch auch in Kombination mit einem Z690-Mainboard nutzen, ein entsprechendes BIOS-Update wird dann wahrscheinlich nötig sein.

Performance-Plus für Spiele und Content Creation

Intel zufolge soll die 13. Generation die „Worlds Best Gaming Experience“ abliefern. Gegenüber einem AMD Ryzen 9 5950X (Ja, aktuell gibt es noch keine Vergleich zu Ryzen 7000) soll der Core i9-13900K zwischen 11 % und 107 % mehr FPS erreichen. In Far Cry 6 sind es laut Intel zum Beispiel 35 % mehr Performance mit einer RTX 3090 in Full-HD. Je nach Spiel ist teilweise jedoch der Ryzen 7 5800X3D etwas schneller unterwegs – es scheint also ein Geben und Nehmen zu sein.

Bild: Intel

Die zusätzlichen Kerne und Threads sowie der erhöhte Cache-Speicher sollen allerdings auch die Creator-Performance steigern. Gegenüber dem Core i9-12900K soll der neue i9-13900K bei der Media Creation (Photoshop und Media Encoder) rund 27 % schneller unterwegs sein. Bei der Spieleentwicklung (Blender und Unreal Engine) soll es sogar 35 % schneller zugehen.

Bilder: Intel

Hinsichtlich Overclocking hat Intel eine vielversprechendes Potenzial in Aussicht gestellt. Die Rede ist hierbei unter anderem von bis zu 8 GHz auf den P-Cores bei einer LN2-Kühlung, auch DDR5 mit über 10.000 MT/s sollen möglich sein. Es scheint, als wären bereits diverse OC-Rekorde „geplant“.

Alder-Lake-Leistung schon bei 65W?

Doch am Ende zählt auch die Energieeffizienz, und da soll Raptor Lake (im Falle des Core i9-13900K) bei einer Leistungsaufnahme von 65 Watt die gleiche Multi-Thread-Performance wie sein Vorgänger bei 241 Watt erreichen. Mit bis zu 253 Watt kann der neue Core i9 in extremen Situationen jedoch noch etwas mehr Saft aus dem Netzteil ziehen.

Bild: Intel

Die Intel Raptor Lake Prozessoren der 13. Generation werden, zusammen mit den Z790-Mainboards, dann ab dem 20. Oktober 2022 im Handel erhältlich sein. Als einer der ersten Shops bietet Caseking die neuen CPUs bereits zur Vorbestellung an, darunter auch den Core i9-13900K für 749 Euro.

Wann uns erste Testberichte erreichen werden, ist noch unklar. Spannend dürfte dann ein erster Vergleich mit Ryzen 7000 sein, denn AMD hat hier bereits mit der neuen Generation vorgelegt – ob Intel hier nachziehen oder sogar wieder vorbeiziehen kann?

Quellen
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Leonardo Ziaja ... ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

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