Xiaomi Scooter 4 Pro im Test: Der perfekte E-Scooter?

Mehr Leistung und Fahrkomfort!
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Technische Daten

ModellXiaomi Scooter 4 Pro
MaterialKunststoff, Aluminium
SchutzartIPX4 (geschützt vor allseitigem Spritzwasser)
Reifengröße10 Zoll
GeschwindigkeitFußgängermodus bis 5 km/h
Standardmodus bis 15 km/h
Sportmodus bis 20 km/h
AkkuLithium-Ionen, 12.400 mAh
Ladezeit8-9 Stunden
Reichweite55 km
MotorleistungPeak 700 W
BremssystemVorne E-ABS, hinten mechanische Scheibenbremse
Traglastbis zu 120 kg
Abmessungen120 x 48 x 124 cm
Gewicht17 kg
FarbenSchwarz mit roten Akzenten
Preis799 Euro

Mitte August hat Xiaomi den Deutschlandstart des Xiaomi Electric Scooter 4 Pro bekannt gegeben. Das neue Top-Modell ist der direkte Nachfolger des Pro 2 E-Scooters und wurde an einigen Stellen deutlich überarbeitet. Was sich genau geändert hat, haben wir für euch getestet.

Bereits im Juni hatte Xiaomi den Scooter 4 Pro offiziell für die meisten europäischen Märkte angekündigt. Allerdings mussten wir hierzulande noch einige Zeit auf den Marktstart warten. Dies liegt vor allem daran, dass elektrische Tretroller in Deutschland andere Voraussetzungen erfüllen müssen, um eine Straßenzulassung zu erhalten. Nun ist es aber endlich so weit, der 4 Pro kann ganz legal genutzt werden. Dazu musste unter anderem die Maximalgeschwindigkeit auf 20 km/h gedrosselt werden.

Der Lieferumfang fällt beim Xiaomi Scooter 4 Pro etwas spärlicher aus als bei älteren Modellen. Neben dem Scooter lassen sich einige Montageschrauben sowie ein passender Inbusschlüssel im Paket vorfinden. Dazu kommt eine Betriebsanleitung sowie ein Datenblatt samt Fahrgestellnummer. Letztere wird benötigt, um die verpflichtende Versicherung abschließen zu können. Ein Ersatzrad, wie es beim Xiaomi Electric Scooter S1 (hier kaufen) dabei war, ist nicht leider nicht mehr enthalten.

Design & Verarbeitung

Der Xiaomi Electric Scooter 4 Pro bleibt der bisherigen Designlinie treu. Lediglich einzelne Feinheiten wurden angepasst. Ein Großteil des Rollers besteht aus mattgrauem Aluminium, das durch einzelne rote Akzente ergänzt wird. Besonders hervorstechend sind dabei die Verbindungskabel und ebenfalls rote Umrandungen an den Reifen. Insgesamt überzeugt das zeitlose und elegante Design und auch die Verarbeitungsqualität ist stimmig.

Optisch bleibt Xiaomi seiner Linie treu, und auch der Scooter 4 Pro kann wieder zusammengefaltet werden

Neben den Griffen ist ebenfalls die Trittfläche gummiert, um selbst bei Nässe einen festen Stand zu gewährleisten. Im Vergleich zu älteren Modellen fällt die Fläche nun deutlich größer aus. Mit einer Breite von 16,5 cm ist die Trittfläche rund 2 cm breiter als beim Scooter Pro 2. Auch die Lenkstange fällt mit 124 cm etwas höher aus. Dies sollte vor allem größeren Personen zugutekommen.
Vorne in der Stange sitzt übrigens eine 2,5 Watt helle LED-Lampe, ein Rücklicht macht den Scooter auch von hinten gut erkennbar.

Natürlich darf das Display vorne an der Lenkstange nicht fehlen. Auf diesem wird die aktuelle Geschwindigkeit, der Fahrmodus sowie der Akkustand angezeigt. Ein Thermostat-Symbol warnt vor bestehendem Kälteeinfluss, der die Leistung negativ beeinflusst.

Technik

Herzstück des Xiaomi Scooter 4 Pro bildet ein 350 Watt starker Motor, dessen Peak-Leistung laut Hersteller bei stolzen 700 Watt liegt. Damit sollen Steigungen von bis zu 20 Prozent kein Problem darstellen. Theoretisch ermöglicht der Motor eine maximale Geschwindigkeit von 25 km/h. Weiterhin verbaut der Hersteller ein duales Bremssystem bestehend aus einer 130 mm großen 2-Kolben Scheibenbremse und einer elektronischen Bremse. Zusätzlich verfügt der Scooter über ein E-Antiblockiersystem.

Insgesamt drei Fahrmodi stehen zur Verfügung, die direkt am E-Scooter ausgewählt werden können. Alternativ besteht die Option, den gewünschten Modus auf dem Smartphone auszuwählen. Ihr habt die Wahl zwischen einem Gehen-Modus (0 – 6 km/h), dem Standard-Modus (0 – 15 km/h) und einem Sport-Modus (bis 20 km/h).

Fahrverhalten

Beim Fahren im Vergleich zu einem Mi Scoooter 1S merkt man schnell die zusätzliche Leistung. Bereits in wenigen Sekunden wird die Höchstgeschwindigkeit erreicht, die schließlich über die meiste Fahrdauer gehalten wird. Lediglich bei stärkeren Steigungen verringert sich die Geschwindigkeit. Leichtere Erhebungen werden problemlos gemeistert.

Die neuen, selbstheilenden 10 Zoll Reifen machen sich ebenso beim Fahren positiv bemerkbar. Unebenheiten im Boden werden schön ausgeglichen, wodurch das Fahrtverhalten insgesamt ruhiger ist. Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster bleiben jedoch der unbesiegte Endgegner. Hier muss sich der Scooter etwa gegenüber dem Niu KQi3 Pro geschlagen geben.

Etwas ungewohnt ist der Bremsvorgang, denn der Hersteller verbaut nur einen Bremshebel auf der linken Seite. Wünschenswert wäre es gewesen, den Hebel zumindest an der rechten Seite anzubringen. Zugegebenermaßen bezieht sich diese Sicht auf einen Rechtshänder. Linkshänder werden der Positionierung wohl weniger abgeneigt sein.

Im Allgemeinen eignet sich der E-Scooter perfekt für kurze und lange Strecken im Stadtverkehr. Auch Fahrten auf unbefestigtem Untergrund sind möglich, wobei von einer schnellen Beschleunigung abzuraten ist. Hierbei kann es schnell passieren, dass das Vorderrad durchdreht, da kein ausreichender Halt gegeben ist. Fahrten durch Pfützen oder bei Regen sind dank der IPX4-Zertifizierung ebenfalls kein Problem.

Laufzeit

Für die Stromversorgung ist ein 446 Wh starker Akku (12.800 mAh) zuständig, mit dem eine Reichweite von bis zu 55 Kilometern möglich sein soll. Tatsächlich konnte der Scooter in unserem Testzeitraum eine Reichweite von maximal 45 Kilometern erreichen, womit das angegebene Ziel knapp verfehlt wurde. Immerhin wird damit die Angabe des global erhältlichen Modells erfüllt.

Die Laufzeit kann durch das dreistufige Rekuperationssystem leicht verbessert werden. Sobald der E-Scooter leer ist, kann dieser über den magnetischen Ladeport aufgeladen werden. Die Ladeleistung beträgt maximal 70 Watt, womit der Ladevorgang laut Hersteller bis zu neun Stunden in Anspruch nehmen kann. Der Ladeport wird bei Nicht-Nutzung durch eine Gummiabdeckung vor Spritzwasser und Verschmutzung geschützt.

Smart Home App

Wie bei den vorangegangenen Modellen bildet die Xiaomi Smart Home App erneut die Steuerzentrale des Electric Scooter 4 Pro. Die App ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar. In der App findet man Informationen über den ausgewählten Fahrmodus, über die verbleibende Reichweite sowie über die aktuelle Energierückgewinnung.

Zudem könnt ihr in den Batterie-Infos den Zustand eures Akkus einsehen. Unter anderem wird hier die verbleibende Leistung in mAh und Prozent angegeben. Dazu werden tiefergehende Details angezeigt, die für den durchschnittlichen Nutzer weniger interessant erscheinen. Natürlich lässt sich in der App der Motor sperren, sodass der Scooter problemlos abgestellt werden kann. Ein Alarm macht darauf aufmerksam, wenn der Tretroller bewegt wird.

Software-Updates werden ebenfalls über die Xiaomi App geladen und installiert. Die Verbindung zwischen Scooter und Smartphone erfolgt über Bluetooth. Bevor der Scooter in Betrieb genommen werden kann, muss dieser zwingend mit der App gekoppelt werden.

Unser Video zum Testbericht:

Fazit

Stilvoll, elegant und schnell: Xiaomi liefert mit dem Electric Scooter 4 Pro ein durchweg gelungenes Gesamtpaket ab. Die hohe Leistung gepaart mit einem hohen Fahrkomfort machen den elektrischen Tretroller zum perfekten Alltagsbegleiter. Der Scooter eignet sich nicht nur für die berühmte letzte Meile, sondern bewältigt dank der langen Laufzeit sogar längere Strecken. Dabei gestaltet sich die Nutzung gewohnt einfach und unkompliziert.

Für aktuell 799 Euro erhalten Käufer*innen den aktuell leistungsfähigsten Xiaomi Scooter. Allerdings richtet sich das Modell zu diesem Kostenpunkt mehr an Enthusiasten. Für Einsteiger bietet der Hersteller mitunter den Xiaomi Scooter 1S an.

Gadgets
Allround-PC.com Award
11/2022
Xiaomi Electric Scooter 4 Pro
Empfehlung

Pro

  • größere 10 Zoll Reifen
  • Akkulaufzeit
  • hohe Spitzenleistung
  • konstant hohe Geschwindigkeit
  • Verarbeitung
  • Zeitlose Optik
  • deutsche Straßenzulassung

Contra

  • Bremshebel nur auf der linken Seite
  • hoher Preis

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Arian Krasniqi …ist seit 2021 Teil des Teams und befasst sich vor allem mit Hardware-Komponenten sowie mit weiteren technischen Neuheiten. Auch aktuelle Spiele auf PC und Konsole gehören zu seiner Leidenschaft. Neben der Arbeit studiert Arian an der RWTH Aachen Umweltingenieurswissenschaften.

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