MSI B660-Mainboards: Vier Platinen für Intel Alder Lake im Vergleich

Von 150 Euro bis 215 Euro!
MSI  / Tim Metzger

Für die neuen Prozessoren der Intel Alder Lake Familie sind endlich die preislich attraktiven Mainboards mit B660-Chipsatz verfügbar. Wir haben uns daher vier Platinen aus dem aktuellen MSI-Portfolio etwas näher für euch angesehen. Wo gibt es Unterschiede? Und welches MSI B660-Board lohnt sich womöglich am meisten?

Die zwölfte Core-i-Generation für Desktops, alias Alder Lake-S, startete in Form von sechs Performance-Prozessoren im Oktober 2021 – mitsamt dem Z690 als Premium-Chipsatz. Im Januar 2021 folgte die Vorstellung von 13 Mainstream- und neun Low-Power-CPUs sowie passender Chipsätze. Während sich der H670 eher an Intels OEM-Partner richtet, ist der H610 für den Einsatz mit den Low-Power-CPUs in besonders günstigen Systemen ausgelegt. Für die DIY-Community eignet sich neben dem Z690 auch der neue Mittelklasse-Chipsatz B660. Wer nicht auf ein High-End-System mit Übertaktungsmöglichkeiten aus ist, kann durch ein B660-Mainboard viel Geld sparen.

Was bietet der B660-Chipsatz?

Die Option zum Übertakten von freigeschalteten Prozessoren (K-Modelle) gibt es weiterhin nur beim Premium-Chipsatz. Davon abgesehen besteht der Hauptunterschied zwischen Z690 und B660 in der Anzahl der DMI-4.0-Lanes. Sie verbinden die CPU mit dem Chipsatz und bestimmen dabei die Bandbreite, wie viele Geräte gleichzeitig über den Chipsatz angeschlossen sein können. Zum Vergleich: Z690 hat acht und B660 vier Lanes. Entsprechend halbiert sich beim B660 die Anzahl der maximalen PCIe-4.0-Lanes, PCIe-3.0-Lanes und SATA-Ports, zudem werden weniger USB-Ports unterstützt. Des Weiteren fällt die RAID-Unterstützung für PCIe-Speicher weg, für SATA-Speicher jedoch nicht.

Die geringere Bandbreite ist jedoch weniger dramatisch, als es klingen mag, denn der Vorgänger von Z690 bot dieselbe DMI-Bandbreite wie B660. Bei den aktuellen Platinen sind Thunderbolt 4 und USB4 leider nur einigen Z690-Modellen vorbehalten. Unabhängig vom Chipsatz gibt es seitens der CPU immer 16 PCIe-5.0-Lanes für Grafikkarten und vier PCIe-4.0-Lanes für M.2-SSDs. Arbeitsspeicher (je nach Mainboard DDR4 oder DDR5) lässt sich selbst mit dem Mittelklasse-Chipsatz übertakten.

Die Mainboards im Detail

Bevor wir auf die einzelnen Modelle eingehen, wollen wir kurz ein paar gemeinsame Eigenschaften nennen. Verglichen haben wir das MSI MAG B660 Tomahawk WiFi DDR4, MSI MAG B660M Mortar DDR4, MSI MAG B660M Bazooka DDR4 und MSI Pro B660M-A DDR4.

Sie alle unterstützen dank des Sockels LGA1700 die Alder-Lake-Prozessoren bis zum Intel Core i9. Die vier Mainboards haben jeweils vier DIMM-Slots für bis zu 128 Gigabyte DDR4-Speicher. Der Arbeitsspeicher kann laut MSI auf maximal 4.800 Megahertz (ein Modul) übertaktet werden. Allesamt bieten zwei PCIe-x16-Slots, von denen der primäre PCIe 4.0 unterstützt, und einen PCIe-x1-Slot. Stets vorhanden sind unter anderem HDMI 2.1, DisplayPort 1.4 sowie 2,5-Gigabit/s-Ethernet.

Zum Vergleichszeitpunkt kosten die Mainboards im Handel wie folgt:

Der Preisbereich von B660-Platinen liegt grob zwischen 100 und 250 Euro, während Z690-Platinen im Durchschnitt eher 300 Euro kosten – es existieren jedoch auch Z690-Modelle für knapp 200 oder sogar bis zu 2.000 Euro.

MSI MAG B660 Tomahawk WiFi DDR4

Das B660-Topmodell von MSI ist das MAG B660 Tomahawk. Wir haben die DDR4-Variante gewählt, es gibt aber alternativ eine DDR5-Variante, die zudem Wi-Fi 6E statt Wi-Fi 6 beherrscht. Derzeit kostet das Tomahawk WiFi DDR4 circa 215 Euro. Das Design ist unauffällig und überwiegend in Schwarz gehalten.

Dank der großen Kühlkörper erweckt das ATX-Mainboard dennoch keinen abgespeckten Eindruck. Diese befinden sich links neben dem Sockel sowie oberhalb davon, zudem auf dem Chipsatz und den insgesamt drei M.2-Steckplätzen. Die I/O-Blende ist übrigens vormontiert, was sehr praktisch für den Einbau ist. Hinsichtlich der Stromversorgung setzt MSI auf ein 12+1+1-Phasendesign, dazu gesellen sich zwei 8t-Pin-Anschlüsse für die CPU.

Die Platine ist 6-lagig und hat eine rund 56 Gramm dicke Kupferschicht (zwei Unzen). Des Weiteren weist der obere PCIe-x16-Slot eine Metallverstärkung und Unterstützung für PCIe 4.0 auf, während die anderen zwei Slots (x16 und x1) mit PCIe 3.0 arbeiten. Wegen des größeren Formfaktors hat das Mainboard fünf PWM-Anschlüsse für Systemlüfter. Die anderen Platinen in diesem Vergleich besitzen zwei PWM-Anschlüsse für Systemlüfter sowie ebenfalls einen für den CPU-Lüfter und die Wasserpumpe.

Bei der Konnektivität hat das Tomahawk-Modell folgendes zu bieten:

  • 6x SATA, 2x M.2 mit PCIe 4.0 x4, 1x M.2 mit PCIe 4.0 x2
  • 1x USB 3.1 Typ-C intern, 1x USB 3.0 intern (max. 2x), 2x USB 2.0 intern (max. 4x)
  • 1x USB 3.2 Typ-C hinten, 4x USB 3.1 hinten, 4x USB 2.0 hinten
  • 2,5-Gbit/s-LAN hinten, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2
  • 1x HDMI 2.1 hinten, 1x DisplayPort 1.4 hinten
  • Klinkenanschlüsse für Surround-Audio hinten + optischer Audio-Output, Realtek ALC1200P

Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind hinsichtlich der USB-Standards diese Bandbreiten gemeint: USB 2.0 = 0,48 Gbit/s, USB 3.0 = 5 Gbit/s, USB 3.1 = 10 Gbit/s, USB 3.2 = 20 Gbit/s.

MSI MAG B660M Mortar DDR4

Eine Stufe unter dem Tomahawk-Modell befindet sich das MAG B660M Mortar. Die DDR4-Variante ohne WLAN kostet aktuell rund 175 Euro, doch es gibt alternativ Varianten mit DDR5-Unterstützung und Wi-Fi 6/Wi-Fi 6E. Es ähnelt dem Topmodell optisch stark, fällt jedoch aufgrund des mATX-Formfaktors deutlich kompakter aus. Demnach gibt es auch hier verhältnismäßig große Kühlkörper linksseitig und oberhalb des Sockels, auf dem Chipsatz und den zwei M.2-Steckplätzen.

MSI verwendet beim Mortar ebenfalls ein 12+1+1-Phasendesign, verbaut zwei 8-Pin-CPU-Anschlüsse und hat den oberen PCIe-x16-Slot (PCIe 4.0) mit Metall verstärkt. Zudem ist ab Werk die I/O-Blende montiert. MSI spricht ebenso von einer 6-lagigen Platine mitsamt 2-Unzen-Kupferschicht.

Die Konnektivität sieht beim Mortar-Modell wie folgt aus:

  • 6x SATA, 2x M.2 mit PCIe 4.0 x4
  • 1x USB 3.1 Typ-C intern, 1x USB 3.0 intern (max. 2x), 2x USB 2.0 intern (max. 4x)
  • 1x USB 3.2 Typ-C hinten, 3x USB 3.1 hinten, 4x USB 2.0 hinten
  • 2,5-Gbit/s-LAN hinten
  • 1x HDMI 2.1 hinten, 1x DisplayPort 1.4 hinten
  • Klinkenanschlüsse für Surround-Audio hinten + optischer Audio-Output, Realtek ALC1200

MSI MAG B660M Bazooka DDR4

Abgespeckter, aber dafür auffälliger, kommt das dunkelgrüne MAG B660M Bazooka DDR4 daher. Dieses mATX-Mainboard liegt preislich zurzeit bei knapp 165 Euro, andere Varianten bietet MSI in Deutschland nicht an. Wie bei den bereits beschriebenen Modellen weist das B660M Bazooka eine 6-lagige Platine inklusive 2oz-Kupferschicht auf, besitzt ein 12+1+1-Phasendesign und einen verstärkten PCIe-x16-Slot (PCIe 4.0).

Die Chipsatz- und I/O-Kühlkörper fallen allerdings kleiner aus und bei einem der zwei M.2-Slots wurde auf einen Kühlkörper verzichtet. Außerdem stehen der CPU ein 8-Pin- und ein 4-Pin-Anschluss statt zwei 8-pin-Anschlüssen zur Verfügung.

In puncto Konnektivität bietet das Bazooka-Modell diese Eigenschaften:

  • 4x SATA, 2x M.2 mit PCIe 4.0 x4
  • 1x USB 3.0 Typ-C intern, 1x USB 3.0 intern (max. 2x), 2x USB 2.0 intern (max. 4x)
  • 2x USB 3.1 hinten, 2x USB 3.0 hinten, 2x USB 2.0 hinten, 1x PS/2-Dualport hinten
  • 2,5-Gbit/s-LAN hinten
  • 1x HDMI 2.1 hinten, 1x DisplayPort 1.4 hinten
  • 3x Klinkenanschlüsse hinten (1x Output), Realtek ALC897

MSI Pro B660M-A DDR4

Das MSI Pro B660M-A DDR4 ist mit einem Preis von rund 150 Euro eines der günstigsten B660-Modelle des taiwanischen Herstellers. Alternativ existieren in der Pro-Serie noch Varianten mit ATX-Formfaktor, DDR5-Unterstützung und/oder WLAN. Im Gegensatz zu den anderen Vergleichsplatinen bewirbt MSI das Pro B660M-A besonders für den Business-Einsatz. Hinsichtlich der Konnektivität liegt es mit dem Bazooka-Modell gleichauf, allerdings gibt es hinten einen HDMI- sowie zwei DisplayPort-Anschlüsse.

Bezüglich des Phasendesigns macht MSI hier keine Angaben, doch es scheint identisch zum B660M Bazooka zu sein. Für den Prozessor stehen ein 8-Pin- und ein 4-Pin-Anschluss bereit. Der I/O-Kühlkörper ist noch eine Stufe geschrumpft und die I/O-Blende nicht mehr vormontiert (dann allerdigns im Lieferumfang enthalten). Die restlichen Kühlkörper, eine 2oz-Kupferschicht und einen verstärkten PCIe-Slot bietet das MATX-Mainboard trotzdem.

Folgende Konnektivitäts-Eigenschaften gibt es beim MSI Pro B660M-A DDR4:

  • 4x SATA, 2x M.2 mit PCIe 4.0 x4
  • 1x USB 3.0 Typ-C intern, 1x USB 3.0 intern (max. 2x), 2x USB 2.0 intern (max. 4x)
  • 2x USB 3.1 hinten, 2x USB 3.0 hinten, 2x USB 2.0 hinten, 1x PS/2-Dualport hinten
  • 2,5-Gbit/s-LAN hinten
  • 2x HDMI 2.1 hinten, 2x DisplayPort 1.4 hinten
  • 3x Klinkenanschlüsse hinten (1x Output), Realtek ALC897

Fazit

Zwischen den vier Mainboards liegen keine extremen Unterschiede, das ist angesichts der Preisspanne von rund 150 bis 215 Euro auch nicht verwunderlich. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet aus unserer Sicht das MSI MAG B660M Mortar DDR4. Es kostet zum Vergleichszeitpunkt nur zehn beziehungsweise 25 Euro mehr als das Bazooka und Pro, bleibt jedoch 40 Euro günstiger als das Tomahawk. Gegenüber dem Tomahawk WiFi DDR4 verzichtet man bei diesem Mortar-Board nur auf einen dritten M.2-Slot, einen hinteren USB-3.1-Port, drei Lüfteranschlüsse und integriertes WLAN sowie Bluetooth.

Das Bazooka und Pro sind abseits der Optik und des leicht anderen I/O-Kühlkörpers effektiv identisch, also würden wir zwischen diesen beiden Modellen zum günstigeren MSI Pro B660M-A DDR4 raten – zumal es noch zusätzliche Video-Ausgänge bietet. Beim MSI MAG B660M Bazooka DDR4 rechtfertigt die Preisdifferenz von zehn Euro im Vergleich zum Mortar-Modell die Abstriche nicht. Bereits der hintere USB-C-Anschluss ist den Aufpreis wert.


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