Der Samsung Odyssey G7 bietet auch ein Jahr nach seinem Marktstart exzellente Eigenschaften in der 27-Zoll-Klasse. Der WQHD-Monitor ist nicht nur stark gekrümmt, sondern auch stark ausgestattet. Wir haben das Vize-Flaggschiff der Monitorserie getestet.

Übersicht

Mit dem Odyssey G7 und Odyssey G9 brachte Samsung im Sommer 2020 die ersten Curved-Monitore samt 1000R-Krümmung auf den Markt. Der 1.000 Millimeter große Krümmungsradius soll das periphere Sichtfeld optimal abdecken, was besonders für das Ultrawide-Modell G9 vorteilhaft ist. Geht das besondere Curved-Rezept auch beim größentechnisch klassisch gehaltenen G7 auf?

Obwohl der Monitor bereits seit Juni 2020 verfügbar ist, stellt er weiterhin das einzig gekrümmte G7-Modell mit 27 Zoll dar. Das 49-Zoll-Flaggschiff hat Samsung hingegen 2021 durch den verbesserten Odyssey Neo G9 abgelöst. Ursprünglich kostete der Odyssey G7 749 Euro, doch der Monitor pendelte sich schnell bei unter 600 Euro ein. Zum Testzeitpunkt ist unser C27G75TQSU schon für knapp unter 540 Euro* erhältlich. Außerdem gibt es noch den offenbar baugleichen C27G73TQSU (2020er Modell) für rund 560 Euro*. Abseits der Krümmung hat der Odyssey G7 einige weitere Highlights auf Lager, auf die wir gleich zu sprechen kommen.

Auf dem Markt der 27-Zoll-Monitore gibt es gute Modelle bereits zwischen 250 und 450 Euro, aber mit 240 Hertz als Kriterium liegen die Preise spürbar höher. In diesem Segment ist der Odyssey G7 tatsächlich am günstigsten, da die Alternativen eher zwischen 550 bis 970 Euro rangieren. Erwähnenswert sind hier beispielsweise der HP Omen X 27, der Alienware AW2721D und der AOC PD27.

Lieferumfang

  • Monitor
  • DisplayPort-Kabel
  • USB-Uplink-Kabel
  • Netzteil
  • Garantie­bestimmungen
  • Bedienungsanleitungs-CD
  • Adapter für VESA-Halterung
  • Montageschrauben

Design

Der Odyssey G7 wirkt auf den ersten Blick kleiner als ein flacher 27-Zöller, aber für den metallischen Standfuß gilt das Gegenteil. Dieser ist so breit und tief, dass er glatt von einem Ultrawide-Monitor stammen könnte. Dementsprechend viel Platz benötigt diese Konstruktion auf eurem Schreibtisch.

Inklusive dem V-förmigen Fuß misst der Monitor rund 61,5 x 57,6 x 30,6 Zentimeter. Ähnlich wie beim Odyssey G9 (Test) ist die Rückseite ein echter Hingucker. Samsung setzt auf ein ansehnliches Linienmuster, das von der runden “Core-Beleuchtung” in der Mitte auszugehen scheint. Während das 49-Zoll-Pendant der Serie wie ein Monitor aus der Zukunft wirkt, bleibt der matt gehaltene Odyssey G7 modern, ohne übertrieben zu wirken. Die anpassbare RGB-Beleuchtung des halbdurchsichtigen Rings lässt sich bei Bedarf abschalten, um beispielsweise im Büro für eine subtilere Optik zu sorgen.

Für die Montage muss man den Bildschirm mit vier Schrauben am Monitorarm fixieren und daran mit einer weiteren Schraube den Standfuß befestigen. Anschließend werden noch der Kunststoffring für die Beleuchtung sowie die Anschlussblende hinten angesteckt. Insgesamt wiegt der Samsung-Monitor dann 7,2 Kilogramm – alternativ lässt sich das 5,5 Kilogramm wiegende Display mit der Montageplatte an die Wand beziehungsweise eine VESA-Halterung befestigen. Praktischerweise hat der Hersteller hinten ebenfalls an einen ausklappbaren Kopfhörerhalter am Monitorarm gedacht. Des Weiteren gibt es nicht nur auf der Rückseite ein buntes Farbenspiel, sondern auch die Person vor dem Monitor hat etwas davon dank zwei “LED-Zacken” am unteren Bildschirmrand.

Ergonomie und Anschlüsse

Der Monitor ist um 12 Zentimeter in der Höhe verstellbar und kann um neun Grad nach vorne sowie 13 Grad nach hinten geneigt werden. Auch eine 90-Grad-Drehung (Pivot) erlaubt der Odyssey G7, aber nur in eine Richtung, wobei der Hochformat-Einsatz eines solch gekrümmten Bildschirms aus unserer Sicht nicht wirklich sinnvoll ist. Recht mau fällt der Schwenkradius aus, denn er beträgt lediglich +/- 15 Grad. Wer Multi-Monitor-Setups mit dem G7-Modell erwägt, sollte dies im Hinterkopf behalten. Steht der Samsung-Bildschirm jedoch mittig, ist die eingeschränkte Schwenkbarkeit verschmerzbar. Weniger schön ist das recht auffällige Wackeln des Bildschirms beim Tippen.

Hinsichtlich der Anschlüsse bietet der Odyssey G7 gewohnte Standardkost: einmal HDMI 2.0, zweimal DisplayPort 1.4, eine Klinkenbuchse, ein USB-Uplink sowie zwei USB-3.0-Ports. USB-C wäre in dieser Preisklasse wünschenswert gewesen. Der hintere Teil des Monitorarms ist abnehmbar, um die Kabel darin zu verlegen, allerdings wird es bei dicken Kabeln eng. Etwas lästig empfanden wir, dass der Monitor Eingangsquellen beim Anschließen oder Entfernen von Kabeln nicht automatisch wechselt, allerdings ist dies Meckern auf hohem Niveau.

Eigenschaften und Bildqualität

Bei dem 27 Zoll großen Bildschirm handelt es sich um ein mattes VA-Panel mit Quantum Dots, also ein “QLED-Display” im gängigen Seitenverhältnis 16:9. Standesgemäß löst er in WQHD (2.560 x 1.440 Pixel)auf, was eine gute Pixeldichte von 109 Pixeln pro Zoll ergibt. Die variable Bildwiederholfrequenz von bis zu 240 Hertz kann sich sehen lassen. Über den HDMI-Anschluss ist sie auf maximal 144 Hertz limitiert, also sollte DisplayPort genutzt werden. Dank Adaptive Sync unterstützt das G7-Modell nicht nur AMDs FreeSync, sondern auch Nvidias G-Sync. Letzteres bewirbt Samsung sogar offiziell mit einem Sticker am unteren Bildschirmrand.

Laut Herstellerangabe beträgt die Grau-zu-Grau-Latenz eine Millisekunde. Mangels Messgerät konnten wir dies nicht überprüfen, doch die Reaktionszeiten im UFO-Test sahen erstklassig aus. Die schnell bewegten UFOs zogen nahezu keine Schlieren hinter sich her und mit 240 Hertz wirkten die Bewegungen absolut scharf. Für ein VA-Panel ist dies ungewöhnlich gut, da wir solch eine schlierenfreie Darstellung sonst nur von TN-Panels kannten. Nicht einmal Nano-IPS-Panels schaffen das.

Die Unterschiede zwischen den drei Overdrive-Stufen waren im Test kaum sichtbar, da bereits die niedrigste Einstellung den UFO-Test einwandfrei bestand. Auffällige Artefakte traten bei der höchsten Overdrive-Stufe nicht auf, doch mangels einer spürbaren Verbesserung bei den Reaktionszeiten würden wir dazu raten, Overdrive auf der niedrigsten Stufe zu belassen. Im Gaming-Einsatz kam es in unserem Fall erfreulicherweise nicht zu Flimmern, wie es zuweilen bei G-Sync-kompatiblen Monitoren mit niedrigen Bildraten auftritt.

Vor dem Test des Odyssey G7 hatten wir befürchtet, dass die 1000R-Krümmung bei einem 16:9-Display zu extrem sein würde. Dieser Eindruck verflog jedoch schon nach wenigen Minuten, denn wenn man davor sitzt, fällt dies gar nicht gravierend auf. Im Gegensatz zu Ultrawide-Curved-Monitoren konnten wir allerdings keinen nennenswerten Vorteil bei der Nutzung feststellen. Schließlich ragt selbst ein flacher 27-Zoll-Bildschirm bei normalem Sitzabstand nicht über das zentrale Sichtfeld hinaus. Während Spiele auf dem Odyssey G9 eindeutig immersiver wirkten, war der “Mitten-drin-Effekt” beim Odyssey G7 kaum vorhanden. Die Sinnhaftigkeit einer solch starken Krümmung ist bei dieser Bilddiagonale also fraglich.

Helligkeit und HDR

Das ab Werk kalibrierte QLED-Display soll den DCI-P3-Farbraum zu mindestens 88 Prozent und durchschnittlich (typ.) zu 95 Prozent abdecken. Die sRGB-Abdeckung beträgt Samsung zufolge hingegen 125 Prozent. In puncto Helligkeit schneidet der Monitor ebenfalls gut ab, denn die offiziellen Angaben stimmen weitestgehend mit unseren Messwerten überein. Laut Datenblatt erreicht der Odyssey G7 im SDR-Betrieb eine Helligkeit von 350 Nits und im HDR-Betrieb eine Maximalhelligkeit von 600 Nits.

Wir haben im SDR-Betrieb durchschnittlich rund 386 Nits und maximal 414 Nits ermittelt. Von der Bildmitte aus gab es vor allem unten links und unten rechts Abweichungen von knapp 14 Prozent (~350 Nits), wohingegen der obere linke Bereich sogar etwas heller ausfiel. Solange nicht vollflächig ein graues Bild angezeigt wurde, machten sich diese Helligkeitsunterschiede jedoch nicht bemerkbar.

SDR-Helligkeit des Odyssey G7.

Im HDR-Betrieb leuchtet der Monitor bei Vollbildweiß nur unwesentlich heller mit 400 bis 420 Nits. Bei einem kleinen Weißfeld (mittig), das zehn Prozent des Bildschirms abdeckt, betrug die Helligkeit unseres Testgeräts 560 bis 590 Nits. Die nötige Maximalhelligkeit für das beworbene DisplayHDR600 verfehlte unser Odyssey G7 also nur knapp. Samsung setzt auf eine seitliche Hintergrundbeleuchtung, bietet aber dennoch Local Dimming.

Ein gewisser HDR-Effekt war im Gaming-Test durchaus vorhanden, wenngleich ziemlich subtil. Die einzelnen Local-Dimming-Zonen konnten wir im Gegensatz zum circa doppelt so hellen Odyssey G9 nicht ausmachen – dort konnte HDR wegen der geringen Anzahl an Zonen und des entsprechenden Blooming-Effekts nicht überzeugen. Schlecht ist die HDR-Darstellung des Odyssey G7 nicht und viele andere 27-Zoll-Bildschirme erreichen im Durchschnitt nur 400 Nits, nur würden wir den HDR-Effekt hier nicht als Kaufargument bezeichnen.

Stromverbrauch und Bedienung

Seitdem im März 2021 ein neuer Energieeffizienz-Index eingeführt wurde, sind Bildschirme auf der Skala deutlich abgerutscht. Der Odyssey G7 ordnet sich somit in der untersten Klasse G ein, allerdings schafft es kein vergleichbares Konkurrenzmodell auch nur über die Klasse E hinaus. Aufgrund der relativ hohen Helligkeit benötigt der Monitor entsprechend mehr Strom. Samsung gibt auf der Webseite einen typischen Stromverbrauch von 32 Watt an, maximal sollen es 100 Watt sein. Beim neuen Energieeffizienz-Label steht allerdings, dass die SDR-Leistungsaufnahme 60 Kilowattstunden und die HDR-Leistungsaufnahme 66 Kilowattstunden beträgt.

Bei voller Helligkeit haben wir 60 Watt (SDR) bis 63 Watt (HDR) gemessen. Im Office-Einsatz mit voller Helligkeit lag die Leistungsaufnahme circa zwei bis acht Watt niedriger. Ein etwas geringerer Stromverbrauch ist zwar stets wünschenswert, um die 60 Watt waren von einem hellen 240-Hertz-Display dieser Größe aber zu erwarten. Beispielsweise der Asus ROG Strix XG27WQ (Test), der maximal 455 Nits erreichte und 165 Hertz bietet, genehmigte sich im Test bis zu 40 Watt. Übrigens ist der Odyssey G7 leider auf ein externes Netzteil angewiesen. Andere Hersteller schaffen es oftmals, das Netzteil direkt zu integrieren.

Zur Bedienung gibt es einzig einen intuitiven Fünf-Wege-Joystick unterhalb des Samsung-Logos, der gleichzeitig als Power-Taste dient. Abseits von Schnelleinstellungen gelangt man flott zu den Eingangsquellen, dem Picture-by/in-Picture-Modus sowie zum Hauptmenü mit allen Settings. Die Menüs sind im Vergleich zum Odyssey G9 identisch und übersichtlich aufgebaut. Abseits von acht Bilderprofilen (inklusive sRGB-Profil) und einem benutzerdefiniertem Profil bietet das G7-Modell auch Extras wie ein virtuelles Fadenkreuz oder einen Black Equalizer. Auf eine separate Software hat der Hersteller verzichtet.

Fazit

Der Samsung Odyssey G7 ist ein ganz besonderes Modell im 27-Zoll-Segment aufgrund seiner überdurchschnittlichen Helligkeit und exzellenten Reaktionszeiten, die man sonst nur von kontrastarmen TN-Displays kennt. Mit Ausnahme eines wesentlich teureren AOC-Monitors, der vermutlich auf das gleiche Samsung-Panel setzt, bietet der Odyssey G7 als einziger 240-Hertz-Monitor dieser Größe ein VA-Display. Die direkten Alternativen weisen sonst lediglich IPS- oder TN-Panels auf und sind zudem kostspieliger.

Wer also nach dem besten 27-Zöller samt sehr hoher Bildwiederholrate sucht, kommt an diesem G7-Modell weiterhin nicht vorbei. Durch die hohe Helligkeit und 240 Hertz befindet sich der QLED-Monitor zwar auf einem gehobenen, aber fairen Preisniveau. Die 1000R-Krümmung kann für manche ein zusätzlicher Kaufanreiz sein, wir sehen darin bei einem 16:9-Bildschirm nur keinen sonderlichen Vorteil. Der HDR-Effekt ist nicht sonderlich berauschend, doch in dieser Größenklasse scheint es derzeit nichts Besseres zu geben.

Derzeit ist der Samsung Odyssey G7 bei Amazon zu einem Preis von 579 €* erhältlich und das baugleiche Modell aus 2020 gibt es derzeit im Angebot für 469 €* statt 569 € – ihr spart beim Kauf also 100 €!

Monitore
Allround-PC.com
07/2021
Samsung Odyssey G7
Empfehlung

Pro

  • 240 Hertz
  • kontrastreiches, reaktionsschnelles VA-Display
  • gute Helligkeit mit SDR und HDR

Contra

  • kein USB-C
  • Bildschirm kaum schwenkbar
  • überdurchschnittlicher Stromverbrauch

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