Wer zu Hause ein NAS stehen hat, das auf maximale Speicherkapazität ausgelegt ist, freut sich über jede Evolutionsstufe im Festplattenmarkt. Mit der neuen IronWolf Pro 16 TB Festplatte stellt Seagate sein neues Topmodell für NAS-Anwendungen vor. Wir haben den Test für euch gemacht.

Überblick

Für das NAS-Segment hat Seagate vor einigen Jahren die IronWolf Produktfamilie ins Leben gerufen. Heute teilt sich die Serie in Laufwerke der IronWolf und IronWolf Pro Serie. Die Hauptunterschiede bestehen vor allem in der Auslegung für höhere Arbeitslasten und einem professionellen Datenwiederherstellungsservice sowie eine erweiterte Garantie, die Seagate den Laufwerken der IronWolf Pro Serie einräumt.

In diesem Testbericht betrachten wir das neue Topmodell der IronWolf Pro Serie, welches nun 16 TB Kapazität in einem einzelnen Laufwerk bereitstellt. Weiterhin verkauft Seagate die IronWolf Pro Festplatten noch mit 2, 4, 6, 8, 10, 12 und 14 TB.

Unter der Haube

Bei seinen IronWolf (Pro) Festplatten setzt Seagate auf ein Design mit 7.200 U/min, was die Reaktionsfreudigkeit des Laufwerks bei zufälligen Zugriffen erhöht. Wie bei allen modernen Festplatten jenseits der 8-TB-Kapazitätsklasse kann auch die neue IronWolf Pro 16 TB auf 256 MB Cache-Speicher zurückgreifen. Die Anbindung der HDD erfolgt über die Standard SATA 6 GBit/s-Schnittstelle.

Die Seagate IronWolf Pro 16 TB ist speziell für NAS-Systeme ausgelegt.

Bild: Seagate

Im Gegensatz zur IronWolf (ohne Pro) Serie, ist die IronWolf Pro 16 TB für den Einsatz in NAS-Server mit bis zu 24 Laufwerken geeignet. Seagate setzt hierzu seine AgileArray-Technologie ein, die Schwingungen in zwei Achsen durch RV-Sensoren misst und die Spindel der Platte aktiv in zwei Ebenen auswuchten kann. So wirkt die Platte Schwingungen aktiv entgegen, um die Langlebigkeit und Leistung auch unter hohen RAID-Verbundlasten aufrecht zu erhalten.

Als besonderen Bonus erhalten Käufer der IronWolf Pro Serie außerdem einen kostenlosen zweijährigen Datenwiederherstellungsservice namens Seagate Rescue. Voraussetzung dafür ist eine initiale Registrierung des Laufwerks. Die Garantie der IronWolf 16 TB beträgt im Übrigen 5 Jahre. Seagate gibt für das Laufwerk eine typische Workload von bis zu 300 TB pro Jahr an. Zum Vergleich: die IronWolf Non-Pro ist für lediglich 180 TB/Jahr ausgelegt.

Alle Details in Kürze

Für alle Leser, die es besonders eilig haben, findet ihr im Folgenden die wichtigsten Eigenschaften der Seagate IronWolf Pro 16 TB kompakt zusammengefasst.

Die Seagate IronWolf Pro 16 TB NAS-HDD…

  • … arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 7.200 U/Min.
  • … verfügt über 256 MB Cache-Speicher.
  • … kann mit bis zu 24 Laufwerken im Verbund betrieben werden.
  • … ist speziell für die Verwendung mit NAS-Systemen im Dauerbetrieb ausgelegt.
  • … verfügt über die AgileArray Technologie, welche Schwingungen aktiv ausgleicht.
  • … bietet eine hohe Kompatibilität zu NAS-Servern von verschiedenen Herstellern.
  • … ist für eine Workload von bis zu 300 TB pro Jahr ausgelegt.
  • … nimmt durchschnittlich 5 W Leistung im Leerlauf und 7,6 W beim Lesen/Schreiben auf.
  • … wird mit einer Garantie von 5 Jahren ausgeliefert.

Leistungstest

Natürlich soll der Hauptteil dieses Testberichtes aus der Leistungsmessung der neuen Seagate IronWolf Pro Festplatte mit 16 TB bestehen. Dazu haben wir verschiedene Benchmark-Tools verwendet, die sowohl die sequenzielle Transferleistung, als auch die Geschwindigkeit bei zufälligen Zugriffen messen. Als Vergleich haben wir die WD RED 10 TB* sowie die Seagate IronWolf Pro 12 TB*, Seagate SkyHawk 14 TB und die WD RED 12 TB herangezogen.

Testsystem

  • Prozessor: Intel Core i7-8700K 3,7 GHz (Coffee Lake), Turbo Boost aktiv, Hyperthreading aktiviert
  • Mainboard: Asus ROG Maximus X Hero
  • Kühler: Noctua NH-U14S
  • RAM: GeiL EVO X 16 GB
  • Systemlaufwerk: Crucial BX300 (500 GB)
  • Grafikkarte: KFA2 GeForce GTX 1070 Ti EX
  • Betriebssystem: Windows 10 Professional x64
  • Netzteil: Thortech Thunderbolt 650 Watt

Wir haben die folgenden Benchmark-Tools verwendet:

  • HD Tune Pro 5.7
  • A.S. SSD Benchmark 1.9
  • Crytsal Disk Mark 6 x64
  • ATTO Disk Benchmark 3.05

*mit anderem Testystem (Intel Skylake) getestet.

Erklärung zu den Diagrammen: Wenn ihr die Maus auf einen Balken bewegt, wird euch der Produktname und die erreichte Punktzahl angezeigt. Um die Ansicht übersichtlicher zu gestalten, könnt ihr für euch uninteressante Produkte mit einem Klick auf den Produktnamen unterhalb des Diagramms ausblenden.

HD Tune Pro

Die Software HD Tune Pro misst, neben den schon erwähnten Parametern, ebenfalls die Geschwindigkeit beim Zugriff auf verschiedene Dateigrößen. Gemessen wurden die Blockgrößen 512 Byte, 4 KB, 64 KB, 1 MB sowie der zufällige Zugriff auf alle Arten von Blockgrößen.







A.S. SSD Benchmark

Der A.S. SSD Benchmark misst die sequenziellen Schreib- und Leseraten einer Festplatte. Darüber hinaus werden Zugriffszeit gemessen. Ein integrierter Kopier-Benchmark simuliert das Kopieren von ISO-Dateien, Programmen und Computerspielen und misst dabei die Transferraten. Unseren Erfahrungen nach sind die Ergebnisse sehr praxisnah, da mehrere Durchläufe gemittelt werden.



ATTO Disk Benchmark

Wenn es darum geht die maximale Schreib- und Lesegeschwindigkeit einer Festplatte zu ermitteln, ist der ATTO Disk Benchmark ein zuverlässiges Tool. Die Leistung wird anhand verschiedener Blockgrößen gemessen, die wir in Blöcken von vier Kilobyte bis acht Megabyte dargestellt haben. In der Praxis sind die abgebildeten Werte allerdings fast nie zu erreichen und werden von den Herstellern gerne als Werbemittel eingesetzt. Das ATTO Disk Benchmark verwendet komprimierbare Daten.





Crystal Disk Mark

Das Crystal Disk Mark ist ein weiteres beliebtes Tool, um die Transferleistung von Massenspeichern zu testen. Wir haben mit dem CDM erneut die sequenzielle Transferleistung überprüft.



Zugriffszeiten

Im Bereich der SSDs beinahe zu vernachlässigen, spielen Zugriffszeiten bei Festplatten nach wie vor eine wichtige Rolle. Gemessen haben wir diese mit dem A.S. SSD Benchmark sowie HD Tune Pro.



Bewertung der Ergebnisse

Die Leistungtests zeichnen ein einheitliches, sehr positives Bild der neuen 16-TB-Variante ab. Sowohl beim sequenziellen Lesen als auch beim Schreiben erreicht das NAS-Laufwerk Bestwerte. Die IronWolf Pro 16 TB arbeitet dabei teilweise sogar noch ein wenig schneller als das ohnehin schon flotte 12-TB-Modell. Die für Videoüberwachung konzipierte Seagate Skyhawk 14 TB fällt in der Regel genau zwischen die beiden anderen Seagate Modelle.

Geht es um zufällige Dateizugriffe, kann die neue IronWolf Pro 16 TB vor allem beim Schreiben noch einmal ein kleines Performance-Plus gegenüber den kleineren HDDs verzeichnen. Insgesamt zeigen die Zahlen in dieser Disziplin sehr deutlich den Geschwindigkeitsvorteil gegenüber NAS-HDDs mit 5.400 U/min – wie der WD Red Serie.

Seagate IronWolf Pro 16TB Wärmeentwicklung Oberseite
Seagate IronWolf Pro 16TB Wärmeentwicklung Seite

Die schnellere Spindelgeschwindigkeit steht jedoch auch einer leicht erhöhten Leistungsaufnahme gegenüber, die sich bei Systemen im Dauerbetrieb flott aufsummieren kann. Zudem arbeitet die IronWolf Pro 16 TB im Schnitt einige Grad wärmer als beispielsweise die WD Red 12 TB. Letztendlich haben wir aber auch bei der IronWolf Pro 16 TB lediglich Temperaturen von unter 40 Grad gemessen – also völlig unkritisch.

Fazit

Die neue Seagate IronWolf Pro 16 TB macht alle Speicher-Enthusiasten glücklich, die stets auf der Suche nach Festplatten mit höherer Speicherdichte sind. Im Fall der IronWolf Pro 16 TB lassen sich im 8-Bay-Betrieb nun Systeme mit bis zu 128 TB aufbauen. Wer zu Hause ein 24-Bay-NAS stehen hat (herzlichen Glückwunsch!), der kommt mit dem neuen Speichermonster von Seagate auf 384 TB Bruttokapazität.

Bei der Verarbeitungsqualität leistet sich Seagate rein äußerlich keine Fehler. Dasselbe gilt für die Leistung der neuen NAS-Festplatte, die zu den schnellsten bisher von uns getesteten Festplatten gehört. Gerade die schnellen Zugriffe auf kleine Dateiblöcke machen die Festplatte auch für Server interessant, auf denen mehrere Applikationen ausgeführt werden, die auf Datenbanken angewiesen sind. SSD-Performance darf jedoch selbstverständlich nicht erwartet werden.

Natürlich gibt es diese Vorteile nicht umsonst. Wer sein NAS auf das neue 16-TB-Topmodell von Seagate updaten will, muss aktuell mit einem Preis ab 587 Euro pro Laufwerk rechnen. Dafür hat Seagate im Vergleich zu WD bereits ein Laufwerk mit 16 TB im Angebot.  Der Aufpreis zur IronWolf Pro 14 TB (473 Euro) ist jedoch deutlich – hier bezahlt der geneigte Käufer aktuell eine Flaggschiffprämie. Zum Vergleich: Die WD Red Pro 12 TB (das derzeitige Topmodell von Western Digital) kostet immerhin 519 Euro. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Seagate IronWolf Pro 16 TB also nicht überteuert.

Festplatten
Allround-PC.com
10/2019
Seagate IronWolf Pro 16 TB
Empfehlung

Pro

  • sehr hohe Lese- und Schreibraten
  • extrem hohe Speicherdichte
  • leiser und kühler Betrieb
  • geeignet für Dauerbetrieb und RAID
  • Datenwiederherstellungsserivce

Contra

  • deutlicher Aufpreis für hohe Kapazität

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