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be quiet Dark Power 13 im Test: ATX 3.0-Netzteil für RTX 4000

Frischzellenkur mit aktuellen Standards!

Mit Einführung der neuen ATX 3.0 Spezifikation bringt be quiet mit dem Dark Power 13 ein neues Netzteil für leistungsstarke Rechner auf den Markt. Doch was genau steckt eigentlich hinter ATX 3.0? Und welche Neuerungen gibt es gegenüber dem Vorgängermodell? Wir haben das Power Supply mit 80 PLUS Titanium Zertifikat für euch getestet.

Einen ersten Eindruck zum Dark Power 13 konnten wir uns bereits Anfang Januar auf der CES 2023 in Las Vegas verschaffen, auf den Markt kam die neue Netzteilserie dann Ende Januar in drei Leistungsstufen: 750 Watt (214,90 Euro UVP), 850 Watt (259,90 Euro UVP) und 1.000 Watt (294,90 Euro UVP). Mittlerweile sind die Preise jedoch schon etwas gefallen, weswegen es das Basismodell bereits für 197 Euro gibt – beispielsweise bei Amazon.

Im Lieferumfang befinden sich neben dem Netzteil selbst noch ein 12-teiliges Kabelset, ein Kaltgerätekabel (C13/C14 Stecker) sowie ein mehrsprachiges Handbuch. Dazu gibt es ein paar Kabelbinder, einige Klettbänder, normale Befestigungsschrauben sowie schicke Rändelschrauben („thumbscrews“).

Übersicht vom Lieferumfang des be quiet Dark Power 13 Netzteil.
Lieferumfang des be quiet Dark Power 13 (Bild: be quiet)

Ein Highlight ist die OCK-Slotblende mit Schalter und OCK-Jumper, doch dazu gibt es später mehr Details. Im übrigens spendiert be quiet dem Dark Power 13 eine Herstellergarantie von 10 Jahren mit Express-Austauschservice im ersten Jahr. Weitere Details erhaltet ihr auf der be quiet Webseite.

Was bedeutet ATX 3.0?

Mit ATX ist nicht nur das Format einer Platine gemeint, sondern auch die Konfiguration für ein Netzteil. Intel entwickelt diese Design-Richtlinien bereits seit 1995, um Hardwarekomponenten einen gewissen Standard zu verpassen. Die neuste Generation in Form von ATX 3.0 wurde im Februar 2022 eingeführt und rückt vor allem zwei Neuerungen ins Rampenlicht: Der 12VHPWR-Anschluss und das Verhalten mit extremen Lastspitzen.

Demnach besitzt auch das neue be quiet Dark Power 13 den sogenannten „12+4-Pin 12VHPWR Micro-Fit 3.0“-Stecker mit 12 Leitungen zur Stromversorgung (6x 12V + 6x Masse), die der Grafikkarte bis zu 600 Watt zur Verfügung stellen können. Durch die vier zusätzlichen Sense-Pins kann die Grafikkarte dann mit dem Netzteil verhandeln, wie viel Leistung benötigt wird, damit nicht mehr Strom verbraucht wird, als das PSU wirklich liefern kann. Hierüber lassen sich dann vier Stufen festlegen: 150, 300, 450 und 600 Watt.

Für neue Grafikkarten ist allerdings auch der PCI-Express 5.0 Standard wichtig, der erstmals das Verhalten mit Lastspitzen spezifiziert. Demnach kann eine Grafikkarte mit PCIe 5.0 das 3-fache ihrer durchschnittlichen Leistungsaufnahme für bis zu 100 Mikrosekunden abrufen. Die doppelte Leistung kann sich die GPU immerhin für bis zu 10 Millisekunden erlauben. Allerdings darf die durchschnittliche Leistungsaufnahme der Grafikkarte in einem Intervall von 1000 Millisekunden nie höher als die Nennleistung (z.B. 600 Watt) sein.

Brauche ich jetzt ein neues Netzteil für eine RTX 4080?

Eine wirklich fixe Antwort auf diese Frage gibt es eigentlich nicht, denn tatsächlich hängt das vom genauen Grafikkarten-Modell, aber auch eurem aktuell verbauten Netzteil ab. In erster Linie genehmigen sich RTX 4080 und RTX 4090 (hier zum Test) deutlich mehr Strom als noch vorherige Generationen. Sofern euer Netzteil über genug Leistungsreserven verfügt, um auch mal kurzzeitige Leistungsspitzen abfangen zu können, könnt ihr auf ein Adapterkabel mit 12VHPWR-Stecker zurückgreifen – so wie es be quiet auch anbietet.

Sollte das nicht der Fall sein und ihr plant zudem ein Upgrade auf eine deutlich leistungsstärkere CPU, beispielsweise ein Intel Core i9-13900K, der sich auch mal bis zu 350 Watt genehmigen kann, dann solltet ihr ein neues Netzteil in Erwägung ziehen. Erst mit ATX 3.0 Spezifikation kommuniziert das Netzteil mit GPU & Co., um kurzzeitige, extreme Lastspitzen richtig abfangen zu können – ohne, dass dabei einfach der Rechner abschaltet.

Dennoch: Das Dark Power 13 ist auch weiterhin mit den klassischen 6+2-Pin-Steckern ausgestattet, um auch ältere Pixelbeschleuniger mit Strom versorgen zu können.

Dark Power 13: Design & Eigenschaften

Be quiet übernimmt das kantige Design mit schwarz lackiertem Stahlgehäuse vom Dark Power 12. Optisch gibt es bis auf die geänderte Zahl beim glänzenden Schriftzug keine Unterschiede zum Vorgänger. Auch die Verarbeitungsqualität kann weiterhin überzeugen, wir konnten keine scharfen Kanten oder unregelmäßigen Spaltmaße feststellen.

Mit einer Länge von 175 Millimeter gehört das Dark Power 13 sicherlich nicht zu den kompaktesten Netzteilen, sollte aber in so gut wie jedem Midi-Tower-Gehäuse problemlos Platz finden. Durch das voll-modulare Format spart ihr zudem den überschüssigen Kabelsalat, der ansonsten entstehen würde.

Apropos Kabel, hier erwartet euch ein 12-teiliges Set mit bis zu 120 cm Länge und Stoffummantelung. Allerdings sind dabei nicht die einzelnen Stränge eingepackt, sondern das gesamte Bündel. Mit dabei sind: 1x 20/​24-Pin, 1x 8-Pin EPS12V, 1x 4/​8-Pin ATX12V, 1x 16-Pin PCIe 5.0 (12VHPWR, 600W), 4x 6/​8-Pin PCIe sowie 13x SATA und 2x IDE.

Leiser Lüfter kühlt effiziente Technik im Inneren

Zur Kühlung der inneren Komponenten kommt ein 135 mm großer Silent Wings Lüfter mit FDB-Lager (Fluid Dynamic Bearing) und 6-poligem Motor zum Einsatz. Dieser sitzt rahmenlos unter dem feinen Meshgitter – elegant gelöst, be quiet! Mit bis zu 1.800 rpm dreht der Lüfter jedoch etwas langsamer als noch beim Dark Power 12 mit 1.000 Watt (max. 2.100 rpm). Einen semi-passiven Modus spendiert be quiet dem Netzteil jedoch nicht, da der Lüfter im unteren Drehzahlbereich sehr leise arbeiten soll.

Mit 80 Plus Titanium Zertifizierung soll das Dark Power 13 eine Effizienz von bis zu 95,2 % bei etwa 50 % Last erreichen. Verantwortlich ist dafür auch die Full bridge + LLC + SR + DC/DC Topologie mit Active Rectifier, die be quiet ebenfalls vom Dark Power 12 übernommen und auf den ATX 3.0 Standard angepasst hat. Sie sorgt mit hochwertigen 105 °C Kondensatoren aus Japan, laut Hersteller, darüber hinaus für eine stabile Spannungsversorgung, bessere Regulation und niedrigere Restwelligkeit.

Die vier 12V-Schienen, darunter zwei mit bis zu 40 Ampere, leisten bis zu 996 Watt. Über den Overclocking-Key lassen sich die vier unabhängigen Schienen zu einer sehr leistungsstarken Single-Schiene vereinen, falls ihr euren Prozessor (extrem) übertakten möchtet. Aktivieren lässt sich der OC Key entweder permanent per Jumper oder durch die Slotblende mit Kippschalter – beides liegt dem Netzteil bei. Ansonsten ist das Dark Power 13 natürlich auch mit allen wichtigen Schutzschaltungen ausgestattet, darunter Überhitzschutz (OTP), Überlastschutz (OPP), Kurzschlussschutz (SCP) und Schutz bei Überspannung und zu hohem Einschaltstrom (SIP).

Netzteil im Leistungstest

Für einen Performance-Check haben wir ein aktuelles Testsystem zusammengestellt, das auf einen Intel Core i9-13900K in Kombination mit einer Asus ROG Strix GeForce RTX 4080 OC setzt. Die Leistungsaufnahme des Systems wird mit einem Voltcraft Plus Energy Monitor 3000 Verbrauchsmessgerät ausgelesen. Wir testen dabei die folgenden Betriebszustände Standby, Windows-Energiesparen, Leerlauf (Idle) und Last (Load).

Der Prozessor wird dabei mit dem Tool Prime95 (Small FTTs) ausgelastet, für die Auslastung der Grafikkarte kommt der Benchmark Furmark (4K UHD, 4x MSAA) zum Einsatz. Des Weiteren haben wir die Leistungsaufnahme mit dem Cyberpunk 2077 Benchmark (4K, max. Settings, DLSS3 aktiviert) ausgetestet.

Unser Netzteil-Testsystem:

Einordnung der Testergebnisse

In unserem Test zieht das be quiet Dark Power 13 bei maximaler Last im Benchmark-Duo Prime95 und Furmark durchschnittlich 770 Watt aus der Steckdose. Für einen kurzen Moment taktete der Core i9-13900K durch das Asus-eigene AI-Overclocking sogar mit bis zu 6,1 GHz und sorgte für eine Systemlast von bis zu 820 Watt. Im Idle verbraucht das System knapp 110 Watt. Ausgeschaltet werden die erforderlichen 0,0 Watt (weniger kann unser Messgerät nicht angeben) erreicht.

Die Spannungswerte waren während unserer Praxistests stets auf einem stabilen Niveau. Selbst unter maximaler Last konnte das Dark Power 13 die Versorgung für einen langen Zeitraum aufrechterhalten. Die Werte im Diagramm wurden nach 30 Minuten im Benchmark-Test aufgezeichnet und liegen innerhalb der von ATX 3.0 vorgeschriebenen Toleranzen (12V: +5 % / -7 %). Faktoren wie die Restwelligkeit sowie eine gewollte Überlast zum Test der Schutzmechanismen können wir aufgrund fehlendem Equipment leider nicht testen.

Der zu schweben scheinende Silent Wings Lüfter arbeitet tatsächlich sehr ruhig, sowohl im Leerlauf als auch unter Last. Selbst nach längerer Belastung bei knapp unter 800 Watt hebt der Lüfter nicht ab. Komponenten wie CPU-Kühler, Grafikkarte sowie Gehäuselüfter stehen in Sachen Geräuschpegel da eher im Vordergrund. Laut be quiet soll die Lautstärke bei 8,1 – 25,8 dB(A) liegen.

Allerdings machte sich ein leicht wahrnehmbares Fiepen/Surren bemerkbar, wenn wir unser Ohr (wohlgemerkt beim offenen Benchtable) neben das Lüftergitter bei hoher Last (Benchmarks) gehalten haben. Ob das Geräusch nun vom Lüfter oder inneren Komponenten kommt, ist unklar. Ein von diversen Nutzern beschriebenes Klackern/Brummen ließ sich bei unserem Testmodell nicht feststellen.

Fazit

Das be quiet Dark Power 13 macht zwar keinen großen Sprung gegenüber seinem Vorgänger, doch das muss es auch gar nicht – denn schon das Dark Power 12 war ein hervorragendes Netzteil mit hoher Effizienz, leisem Lüfter und langer Garantie. Diese Werte übernimmt die neue Generation, fügt jedoch mit ATX 3.0 den aktuellsten Standard hinzu, durch den auch ein offizieller Support für PCI-Express 5.0 und der neue 12VHPWR-Stromstecker Einzug erhalten.

Dazu gibt es ein vollmodulares Format mit vielseitigen Anschlussmöglichkeiten, den mitgelieferten OC-Key zum Umschalten zwischen Multi- und Single-Rail sowie umfangreiche Schutzschaltungen. Mit einem Preis von knapp unter 300 Euro lässt sich be quiet diese Qualität jedoch auch gut bezahlen. Eine gute Alternative mit ATX 3.0 bietet sich jedoch „inhouse“ mit dem neuen be quiet Pure Power 12M ab 90 Euro mit 550 Watt oder 160 € mit 1000 Watt an. Unterschiede: Kleinerer Lüfter, etwas lauter, „nur“ Gold-Effizienz, weniger 12V-Schienen (2 statt 4).

Netzteile
Allround-PC.com Award
03/2023
be quiet Dark Power 13
Empfehlung

Pro

  • erstklassige Verarbeitungsqualität
  • hochwertige Komponenten im Inneren
  • sehr leiser Betrieb (besonders im Leerlauf)
  • vollmodular + sauberes Kabelmanagement möglich
  • Overclocking-Key für Umschaltung von Multi- auf Single-Rail
  • 10 Jahre Herstellergarantie
  • mit ATX 3.0 Standard
  • nativer 12VHPWR-Stecker

Contra

  • (hoher Preis)

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Leonardo Ziaja Portrait Leonardo Ziaja

... ist vor allem für die Bereiche Smartphones und Mobile zuständig, testet aber auch andere Hardware-Highlights wie Gehäuse, Prozessoren und Mainboards. Darüber hinaus sorgt er für hochwertige Bilder in unseren Testberichten.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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