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USB-IF im Interview: Antworten zu USB4 2.0, PD 3.1 & Branding

Weniger Wirrwarr um USB-Standards?

Wir hatten im Rahmen der Computex die Möglichkeit, mit Jeff Ravencraft zu sprechen, dem Präsidenten und COO des USB Implementers Forum (USB-IF). Er beantwortete im Interview unsere Fragen zu den neuesten USB-Entwicklungen und ihrer Bedeutung für Verbraucher und die Industrie.

USB4 Version 2.0

In einem Interview mit uns betonte Ravencraft zunächst, wie erhöhte USB-Bandbreiten die Endnutzererfahrung verbessern würden. USB4 Version 2.0 würde durch die auf bis zu 120 Gbit/s erhöhte Bandbreite leistungsfähigere Displays ermöglichen. Generell sorge die höhere Leistung, wo sie benötigt wird, für ein besseres Verbrauchererlebnis.

Einfacheres Branding

Bezüglich der Kritik an den mehrfachen Änderungen des USB-Namings erklärte Ravencraft, dass das USB-IF aus dem Feedback der Branche, der Presse und von Verbraucherstudien gelernt habe: Das Branding müsse einfach gehalten werden. Entsprechend wurde die Markenführung vereinfacht, um die Verbraucherverwirrung zu reduzieren.

Es konzentriert sich nun auf die Kommunikation von Datenleistung und (Strom-)Leistung, anstatt auf technische Spezifikationen zu verweisen. Der USB-IF-Präsident erwartet, dass es in der Zukunft mehr Kabel geben wird, die die verständlicheren Logos aufweisen.

Thunderbolt und USB

Auf die Frage nach der Wettbewerbsentwicklung zwischen USB und Intels Thunderbolt antwortete Ravencraft, dass USB 4 zwar auf Thunderbolt 3 basiert, aber USB4 und Thunderbolt 4 inzwischen quasi identisch sind. Der Hauptunterschied besteht darin, dass Hersteller bestimmte optionale USB-Funktionen implementieren müssen, um die Marke Thunderbolt zu verwenden. Während es bei USB4 verschiedene Leistungsabstufungen gibt, nutzt Thunderbolt die Möglichkeiten der Schnittstelle stets voll aus.

Bis zu 240 Watt mit USB PD 3.1

In Bezug auf die neuen Leistungsfähigkeiten von USB Power Delivery 3.1 (240 W) erklärte Ravencraft, dass wahrscheinlich mehr Geräte auf USB-C als ihre primäre Stromquelle umsteigen werden. Die Gesetzgebung der Europäischen Union und die Überlegungen anderer Länder wie Brasilien, Indien, Korea und sogar den USA, USB Typ-C und den PD-Standard zu unterstützen, spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Besonders chinesische Smartphone-Hersteller setzen derweilen noch auf proprietäre Ladeverfahren anstatt auf USB PD 3.1. Laut Ravencraft sei dies wahrscheinlich auf den Wettbewerb in der Branche und den Wunsch, einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, zurückzuführen.

Dennoch glaubt er, dass es für solche Unternehmen aufgrund des globalen Trends zur Unterstützung von einheitlichen Standards wie Power Delivery langfristig schwierig sein wird, von diesem Standard abzuweichen. Vermutlich werden sie zunächst weiterhin auf eigene Lösungen setzen, aber USB-PD zumindest bis zu einer gewissen Leistung unterstützen. Die vollständigen Aussagen zu einigen Interview-Fragen könnt ihr im eingebetteten Video ansehen.


Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen (m/w/d) verzichtet. Alle Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

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