Mit dem Galaxy S10 und S10 Plus greift Samsung aktuell im höherpreisigen Flaggschiff-Segment an. Preislich deutlich attraktiver ist allerdings das Galaxy A80, welches einige Features der High-End-Modelle zu bieten hat. Zudem schlägt das Smartphone einen für Samsung eher ungewöhnlichen Weg ein und setzt auf ein rotierendes Kameramodul. Wir haben uns das aktuelle Topmodell der preiswerteren Samsung Galaxy A-Serie genauer angesehen!

Übersicht

Samsung hat seine Galaxy A-Serie gegenüber den letzten Jahren deutlich umstrukturiert und in insgesamt fünf Modelle aufgeteilt. Den Einstieg macht das Galaxy A20e für 169 Euro UVP, das Topmodell stellt aktuell das Galaxy A80 für 649 Euro UVP dar.

Dazwischen rangieren weitere Modelle mit jeweils 100 bis 200 Euro Abstand zueinander. Samsung versucht sich also auch neben den Top-Serien „Galaxy S“ und „Galaxy Note“ an Modellen mit einem geringeren Preis – doch stimmt dabei das Verhältnis zur Leistung?

Lieferumfang

  • Galaxy A80 Smartphone
  • USB TypC-Kabel + Ladeadapter
  • Steckplatz-Werkzeug
  • Bedienungsanleitung

Design & Verarbeitung

Die mittlerweile qualitativ sehr hochwertige Verarbeitung der Flaggschiff-Smartphones kann Samsung beim Galaxy A80 nicht komplett fortführen. Das Smartphone ist insgesamt sehr wertig verarbeitet und liegt gut in der Hand.

Das große AMOLED-Display bietet dünne Seitenränder und sorgt so für ein beeindruckendes Erlebnis.

Besonders der Mix aus Aluminium-Rahmen und Glas-Front sowie -Rückseite sieht schick aus. Mit seinen 220 g ist das Galaxy A80 allerdings kein Leichtgewicht, zudem kommt es mit guten 9,1 mm nicht gerade dünn daher.

Kamera-Mechanismus zu instabil?

Etwas kritisch sehen wir den Mechanismus der rotierenden Kamera, denn gegenüber Modellen wie dem Xiaomi Mi 9T oder OnePlus 7 Pro fährt hier eine größere Einheit des oberen Gehäuseteils komplett nach oben. Dadurch entstehen größere Spalte, die einerseits mehr Spielraum für Staub und Dreck freigeben, aber auch die Konstruktion des Chassis deutlich schwächen. Zudem scheint der Mechanismus viel Platz zu benötigen, was sich wiederum in der Komponenten-Ausstattung widerspiegelt – doch dazu später mehr.

Die Oberseite des Galaxy A80 kann herausfahren, damit sich die Hauptkamera zur Frontkamera "umdreht".

Auf der Front zeigt sich das Samsung Galaxy A80 mit einem nahezu randlosen Display. Die Seiten sind nicht abgerundet und das „Kinn“ empfinden wir nicht mehr als störend. Bei der Rückseite hat sich Samsung für Glas entschieden, dass bei uns in der Farbe „Phantom Black“ gehalten ist und stark spiegelt. Das sieht einerseits sehr schick aus, besonders mit dem kupferfarbenen Akzent auf der Kamera, zieht allerdings auch schnell Fingerabdrücke an.

Fingerabdrucksensor im Bildschirm, aber kein Klinkenanschluss

Auf der rechten Seite befindet sich der Powerbutton, die Lautstärkeregelung ist auf der linken Seite zu finden. Die Unterseite beherbergt den USB Typ-C-Anschluss, den Lautsprecher sowie den SIM-Karten-Einschub. Dieser kann zwei Nano-SIM-Karten aufnehmen, verzichtet aber auf eine Speichererweiterung. Den 3,5-mm-Klinkenanschluss gibt es beim Galaxy A80 nicht mehr.

Der Fingerabdrucksensor sitzt "in-display", also unter dem OLED-Display.
Das Display kann besonders mit seiner knackigen Farbwiedergabe und dem hohen Kontrastverhältnis punkten.

Der Fingerabdrucksensor ist wie schon beim Galaxy S10 und S10+ unter das Display gewandert. Allerdings verwendet das Galaxy A80 einen optischen anstelle eines Ultraschallsensors. Das Smartphone wird zwar schnell und präzise entsperrt, ist aber minimal langsamer als beim Galaxy S10. Eine Gesichtserkennung als Alternative ist nicht mit an Bord.

Technik & Features

Im Inneren sitzt ein Qualcomm Snapdragon 730 SoC, der über acht Kerne verfügt und mit bis zu 2,2 GHz taktet. Der Prozessor wird im 8-nm-Verfahren produziert und ist für die Mittelklasse ausgerichtet. Für intensive Grafikanwendungen steht eine Adreno 618-Grafikeinheit zur Verfügung.

Das Display des Galaxy A80 ist zwar mit 6,7 Zoll recht groß, das Smartphone insgesamt ist jedoch durchaus kompakt.

Der Arbeitsspeicher ist mit 8 Gigabyte recht üppig bemessen, der interne Speicher bietet bis zu 128 GB Kapazität. Eine Erweiterung per MicroSD-Karte ist wie bereits erwähnt nicht möglich.

Riesiges „Full View“-AMOLED ohne Notch

Das Display bietet eine Diagonale von 6,7 Zoll und basiert auf einem Super AMOLED-Panel. Es löst mit 2.400 x 1.080 Pixeln (FHD+) auf und erreicht eine Pixeldichte von rund 393 ppi. Durch die rotierende Kamera verzichtet das Galaxy A80 auf eine Notch am oberen Displayrand, dadurch ist das Display-Erlebnis sehr „clean“.

Mit einem X-Rite i1 Display-Profiler konnten wir eine maximale Helligkeit von 547 cd/m² bei 100 Prozent APL (Average Picture Level) messen. Unter 20 Prozent APL erreichten wir satte 739 cd/m², ein durchaus guter Wert für diese Preisklasse. Das AMOLED-Display kann zudem mit seiner knackigen Farbwiedergabe punkten.

Leider nur 3.700 mAh, dafür aber 25-W-Schnellladen

Der Akku besitzt eine Kapazität von 3.700 mAh (fest verbaut) und kann mit bis zu 25 Watt geladen werden. Ein passendes Netzteil liegt bei, die volle Ladung dauert so circa 70 bis 80 Minuten. Wireless Charging wird vom Galaxy A80 leider nicht unterstützt.

Auf der Unterseite befinden sich ein USB Typ-C Anschluss, ein Lautsprecher und der SIM-Karten-Einschub.
So zeigt sich die Hauptkamera als Selfie-Cam, wenn sie um 180 Grad gedreht ist.

Die Nutzung ist auf jeden Fall einen Tag lang bei intensiver Nutzung möglich, bei etwas geringerer Nutzung sind auch zwei Tage realistisch. Allerdings hängt das stark von den genutzten Apps und Diensten (WLAN, GPS, Mobilfunk, Display-Helligkeit, etc.) ab. Leider scheint das Kameramodul zu viel Platz wegzunehmen, das kleinere Schwestermodell A70 bietet beispielsweise 4.500 mAh.

Weitere Features vom Samsung Galaxy A80

Der USB Typ-C-Anschluss ist leider nur per USB 2.0 angebunden, ist also nicht allzu leistungsstark sein. In unserem Lese/Schreib-Test erreichen wir mit dem beiliegenden USB-Kabel bis zu 42 MB/s. Mit einem Kabel aus dem Hause Anker konnten wir die Geschwindigkeit nicht erhöhen, der USB-2.0-Standard ist hierbei der limitierende Faktor. Weitere Features sind Bluetooth 5.0, WiFi 5 (802.11ac) sowie NFC, GPS für die Systeme A-GPS, GLONASS, GALILEO und Beidou und LTE Cat. 13 Uplink/Cat. 15 Downlink.

Das Galaxy A80 muss außerdem weitere Abstriche gegenüber den derzeitigen Samsung-Flaggschiffen ninnehmen: so hat das Smartphone beispielsweise keine IP-Zertifizierung und ist somit nicht wasserdicht. Sound kommt nur aus dem Lautsprecher auf der Unterseite, Stereo-Klang ist also nicht vorhanden. Der Klang ist allerdings durchaus gelungen, vor allem die Maximal-Lautstärke ist auf einem hohen Niveau. Der Tiefgang fehlt aber auch hier, wie so ziemlich bei jedem Smartphone. Für Telefonate wird der Sound über das Display ausgegeben, so wie es beispielsweise beim Huawei P30 Pro (Test) der Fall ist.

Kamera

Während bisherige Samsung-Smartphones immer auf eine getrennte Front- und Hauptkamera setzten, geht der südkoreanische Hersteller beim Galaxy A80 einen neuen Weg. Die Hauptkamera kann rotieren und ist somit auch für Selfies verantwortlich. Hardwareseitig verbaut Samsung einen 48 MP Sensor (f/2.0, 1/2″, PDAF), einen 8 MP Sensor (f/2.2, Ultraweitwinkel) sowie einen TOF-Sensor (f/1.2).

An sich sieht das Kamera-Modul mit seinen drei Sensoren und der kupferfarbenen Umrandung sehr schick aus.

Bilder können in mehreren Formaten geknipst werden, zudem stehen neben den vollen 48 Megapixeln auch die „gebinnten“ 12 Megapixel zur Verfügung. Hierbei fasst das Smartphone vier kleinere Pixel zu einem großen Pixel zusammen, um neben mehr Details auch mehr Licht einfangen zu können.

Unser Eindruck der Samsung Galaxy A80 Kamera

Auf dem ersten Eindruck wirkt die rotierende Kamera sehr beeindruckend, zumal das Smartphone so ohne Notch auskommt. Letztendlich kommt es aber auf die Resultate der geknipsten Fotos an. Wir haben das Smartphone dazu an mehreren Objekten und Szenen ausprobiert, sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Insgesamt können sich die Bilder durchaus sehen lassen, besonders Aufnahmen mit Bokeh – ob natürlich oder als Effekt – wirken qualitativ sehr gelungen. Farben und Kontrast sind gut aufeinander abgepasst, Schwächen zeigt die Kamera allerdings in punkto Bildrauschen und Schärfe.

Während die Unschärfe im Hintergrund in der Regel gut gelingt, scheinen die Sensoren doch häufig überfordert zu sein. Von zehn Bildern sind drei bis vier unscharf oder nicht richtig fokussiert. Andere Ergebnisse waren dafür umso beeindruckender und wirklich ansehnlich. Die Leistung ist also nicht konstant genug, obwohl das Galaxy A80 durchaus die Leistung hätte – immerhin schlummern 48 Megapixel im Hauptsensor.

Der ToF-Sensor (Time of Flight) scheint seinen Job aber sehr gut zu machen. Objekte werden gut voneinander getrennt, wodurch ein scharfer Vordergrund und unscharfer Hintergrund entstehen. Hierfür muss lediglich der Live-Fokus-Foto-Modus aktiviert werden, anschließend wird der Effekt auf das Bild gelegt. Auch für Video-Aufnahmen gibt es die Tiefenunschärfe, dort ist die Abgrenzung zwischen Vorder- und Hintergrund allerdings noch etwas schwammig.

Bei Nachtaufnahmen macht das Samsung Galaxy A80 eine überzeugende Performance, hat aber auch hier schnell Probleme mit Bildrauschen und der Schärfe. Dagegen ist die Ultraweitwinkel-Linse sehr gelungen, besonders Selfies profitieren vom größeren Bildausschnitt. Videos kann das Smartphone mit bis zu UHD (3.840 x 2.160 Pixel) bei 30 fps aufnehmen.

Software

Beim Betriebssystem setzt Samsung auf Android 9 Pie, das Design wird von der hauseigenen One UI Benutzeroberfläche angepasst. Das Design der Benutzeroberfläche ist sehr sauber gehalten und wirkt von Anfang an intuitiv.

Die sehr aufgeräumte und übersichtliche Samsung One UI Benutzeroberfläche des Galaxy A80.

Neben Samsung-eigenen Apps wie „Samsung Health“ und „Galaxy Wearable“ sind nur drei Microsoft Apps (Office Mobile, OneDrive & LinkedIn) als „Bloatware“ zu bezeichnen. Das System ist insgesamt sehr ähnlich zur aktuellen Samsung Galaxy S10-Serie – ein paar hilfreiche Tipps haben wir in einem entsprechenden Artikel für euch beschrieben.

Fazit

Das Design von Samsung Smartphones ist in der Galaxy S- und Note-Reihe auf einem sehr hohen Niveau angekommen, hat sich in den letzten Jahren jedoch kaum verändert. Mit dem Galaxy A80 versucht sich der südkoreanische Hersteller an etwas mehr Innovation und setzt auf eine rotierende Kamera, die ausfährt und so zur Frontkamera wird.

Für Selfies sind die drei Sensoren tatsächlich gut zu gebrauchen. Als Hauptkamera enttäuscht das Setup jedoch, insbesondere der Fokus und die Bildschärfe zeigen Schwächen. Bei wenig Licht wird außerdem das Bildrauschen schnell zum Problem. Der künstliche Bokeh-Effekt, welcher mit dem TOF-Sensor realisiert wird, ist dagegen sehr gelungen. Features wie eine optische Bildstabilisierung oder ein optischer Zoom fehlen hingegen.

Das Galaxy A80 bietet ein sehr schickes Design mit einem Mix aus Aluminium und Glas. Der Kamera-Mechanismus ist allerdings der „Knackpunkt“ und sorgt für eine unnötige Instabilität des Smartphones. Zudem sind die Freiräume für Staub einfach zu groß, wodurch das Potenzial für mögliche Probleme verstärkt wird.

Durch den Mechanismus musste vermutlich auch der Akku kleiner gehalten werden. Die Laufzeit ist zwar solide, es gibt jedoch bessere Alternativen in dieser Preisklasse. Immerhin ist Fast Charging mit 25 Watt an Bord, ein Feature, das selbst die aktuelle Galaxy S10-Reihe nicht besitzt. Sehr beeindruckend ist dagegen das Super AMOLED Display, das nicht nur mit einer grandiosen Farbwiedergabe, sondern auch guten Helligkeitswerten punkten kann.

Insgesamt kann uns das Samsung Galaxy A80 nicht ganz überzeugen. Die Innovation ist spannend anzusehen, das Smartphone leistet sich aber einfach zu viele Makel, allen voran der Kamera-Mechanismus vergibt viel Potenzial. Zudem ist der Preis deutlich zu hoch angesetzt – die UVP liegt bei 649 Euro, mittlerweile rangiert das Smartphone bei einem Preis von ca. 460 Euro.

Die Preisentwicklung auf idealo.de zeigt, dass sich der Preis des Galaxy A80 bereits im Sinkflug befindet.

Doch selbst in dieser Preisklasse gibt es bessere Alternativen, beispielsweise das Honor View 20 (Test) oder ASUS ZenFone 6 (News). Den gleichen Prozessor, mehr Akku und ebenfalls ein AMOLED-Display bietet das Xiaomi Mi 9T, zudem spart der Nutzer noch mal 150 bis 170 Euro.

Pro

  • erstklassiges AMOLED-Display ohne Notch
  • gute Performance mit ausreichend Arbeitsspeicher
  • hochwertiges Design
  • Dual-SIM fähig
  • gute Akkulaufzeit + Fast Charging

Contra

  • keine Speichererweiterung
  • Triple-Kamera eher enttäuschend
  • Kamera-Mechanismus fragwürdig

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