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Honor 90 im Test: Solide Mittelklasse mit lückenhafter Ausstattung

Was kann das neue Mittelklasse-Smartphone?

Anfang Juni wurde mit dem Honor 90 ein neues Mittelklasse-Smartphone für den europäischen Markt angekündigt. Das Gerät möchte vor allem durch ein High-End-Display und seine 200-MP-Kamera überzeugen. Dazu gibt es eine brachiale Speicherausstattung, die in diesem Bereich seinesgleichen sucht. Doch reicht das, um gegen die starke Konkurrenz von Samsung, Google & Co. anzukommen? Wir haben den Test für euch gemacht.

Zum Start wurden für das Honor 90 rund 599 Euro (hier kaufen) fällig, womit es nicht unbedingt zu den günstigsten Midrange-Geräten gehört. Inzwischen werden für das Smartphone samt Gratis-Beilagen (Earbuds X5 + Hülle) nur noch 499 Euro fällig, womit es in einen attraktiveren Preisbereich gerückt ist.

Trotz allem kämpft das Smartphone in diesem Bereich mit einigen starken Smartphones, darunter beispielsweise das Poco F5 Pro (Test), Google Pixel 7 (Test) oder Pixel 7a (Test) sowie das Xiaomi 12T Pro (Test). Im Folgenden wollen wir daher einen genaueren Blick auf das neuste Honor-Phone werfen.

Honor 90 für 370 Euro

Honor bietet derzeit das Honor 90 im Rahmen des Black Friday Sales für 389 Euro an. Durch den Gutscheincode „AAP01“ lassen sich nochmals knapp 20 Euro sparen.

Zum Lieferumfang gehören eine Kurzanleitung, eine Garantiekarte sowie ein USB-Kabel (USB-A auf USB-C). Auf ein Netzteil verzichtet Honor tatsächlich, ein Novum für den Hersteller.

Design & Verbreitung

Im Kern behält das Honor 90 die Design-Philosophie der letzten Generationen bei. Das Hauptaugenmerk des Smartphones ist das große Kameramodul auf der Rückseite, das sich aus zwei rundlichen Elementen zusammensetzt – so wie es sehr ähnlich auch schon beim Honor 80 oder Honor 70 der Fall war. Da es sich um zwei separate „Inseln“ handelt, sammelt sich gerne Staub zwischen den herausstehenden Modulen.

Die Rückseite ist in unserem Fall in einer Klavierlack-Optik gehalten („Midnight Black“), die zwar nicht schlecht aussieht, aber doch eher einen Billigheimer-Look ausstrahlt. Dazu handelt es sich um einen wahren Fingerabdruck-Magneten, das Mikrofasertuch sollte also stets mit eingepackt werden.

Vorder- und Rückseite bestehen jeweils aus Gorilla Glas, während der Rahmen aus Kunststoff gefertigt wird. Über die Materialwahl lässt sich streiten, einen positiven Nebeneffekt hat sie aber: Das 161,9 x 74,1 x 7,8 mm große Gerät bringt gerade einmal 183 Gramm auf die Waage. Zum Vergleich: Ein etwas kleineres Galaxy A54 (Test) mit 6,4 Zoll Display wiegt über 200 Gramm.

In Sachen Verarbeitung liefert Honor einen soliden Job ab, der Übergang zwischen Rückseite und Rahmen könnte jedoch etwas sauberer ausfallen. Leider wirkt die rückseitige Oberfläche darüber hinaus nicht besonders griffig, wodurch das Phone gerne auf angeschrägten Oberflächen wegrutscht.

Rechts im Rahmen sind die Lautstärke-Wippe sowie der Powerbutton eingelassen, oben befindet sich ein einzelnes Mikrofon. Auf der Unterseite lässt sich das SIM-Kartenfach, ein USB-Typ-C-Port sowie der einzige (!) Lautsprecher finden. Richtig, das Honor 90 bietet nur Mono-Sound, was in diesem Preisbereich mittlerweile sehr ungewöhnlich ist – schließlich müsste Honor einfach nur die Hörmuschel über dem Display hinzuschalten. Die Sound-Qualität ist generell eher mäßig einzustufen, dazu wird der Speaker im Landscape-Modus schnell von eurer Hand verdeckt.

Display: Eine Augenweide

Auf der Front lässt sich das 6,7 Zoll große und seitlich abgerundete AMOLED-Display finden, das stolze 93 Prozent der Vorderseite bedeckt (so Honor). Das Panel löst mit 2.664 x 1.200 Pixeln auf und erreicht somit eine gestochen scharfe Pixeldichte von 435 ppi. Dazu bietet es eine dynamische Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz. Optional kann im Menü die Bildwiederholrate festgesetzt werden, um die Akkulaufzeit zu verbessern.

Abgerundet wird das Display durch eine Spitzenhelligkeit von bis zu 1.600 Nits. Bei Vollbildweiß (100 % APL) konnten wir 1.225 Nits messen, bei 20-prozentigem Average-Picture Level waren es maximal 1.390 Nits. Zwar reicht das Panel nicht an die ambitionierte Herstellerangabe heran, trotzdem handelt es sich um beachtliche Werte für ein Smartphone dieser Preisklasse. Entsprechend macht das Honor 90 auch bei direkter Sonneneinstrahlung eine wirklich gute Figur. Beeindruckend ist zudem die PWM-Dimming-Rate von bis zu 3.840 Hz, wodurch es quasi kein Display-Flimmern gibt.

Unter dem Display befindet sich ein optischer Fingerabdrucksensor, der einen zuverlässigen Dienst verrichtet. Allerdings ist der Sensor im Vergleich zu anderen Smartphones etwas klein geraten und zu niedrig positioniert. Eine 2D-Gesichtserkennung ist ebenfalls vorhanden und entsperrt das Smartphone relativ flott (aber eben auch etwas weniger sicher).

Leistung & Speicher

Im Inneren werkelt ein übertakteter Qualcomm Snapdragon 7 Gen 1 „Accelerated Edition“, der ebenfalls im Honor Magic 5 Lite zum Einsatz kommt. Der SoC bietet insgesamt acht Kerne, wobei unter anderem ein ARM Cortex-A710 mit 2,5 GHz zum Einsatz kommt. Daneben gibt es drei weitere Cortex-A710 mit 2,36 GHz sowie vier Cortex-A-510 mit je 1,8 GHz. Abgerundet wird der Chip durch eine Adreno 644 Grafikeinheit.

Weiterhin gibt es 12 GB LPDDR5-Arbeitsspeicher, wenngleich durch den „RAM Turbo“ nochmals 7 GB virtuell hinzukommen können. Ordentlich ist überdies die restliche Speicherausstattung, denn es stehen ganze 512 GB UFS 3.1-Speicher zur Verfügung. Somit bietet das Gerät mehr als genügend Speicherplatz, um massig Videos, Bilder und Apps zu speichern. Zur weiteres Ausstattung gehören Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2, GPS sowie NFC.

Genug Performance für Alltag & Spiele

Die Performance fällt im Alltag sehr gut aus und übertrifft selbst einige ältere Flaggschiff-Geräte wie etwa das über zwei Jahre alte Samsung Galaxy S21 Ultra (Test). Apps laden und öffnen schnell, während die Bedienung äußerst flüssig von der Hand geht. In Benchmarks kann das Smartphone natürlich nicht mit aktuellen Topmodellen mithalten, die Leistung fällt aber trotzdem gut aus.

Im Geekbench 6 kann der SoC nicht ganz mit dem ähnlichen teuren Google Pixel 7a (Test) mithalten. Im Single Core Test ist der Tensor G2 Chip fast 30 Prozent schneller. Das Multi Core Ergebnis fällt jedoch relativ ähnlich aus. Im 3D Mark Wild Life Benchmark konnte das Honor 90 einen Gesamtscore von 3.083 Punkten erzielen, während die Punktzahl im Wild Life Extreme bei 858 Punkten liegt.

Software & Updates

Honor liefert das Smartphone mit der Magic UI 7.1 auf Basis von Android 13 aus. Hierbei handelt es sich um eine vergleichsweise stark angepasste Benutzeroberfläche, die nur noch in Ansätzen an reines Android erinnert. So werden Apps im Standard-Zustand direkt auf den Startbildschirm geladen, da der bekannte App-Drawer erst in den Einstellungen aktiviert werden muss.

Generell erinnert die Oberfläche an ältere Versionen von EMUI, der Benutzerfläche des ehemaligen Mutterkonzerns Huawei. Einige Icons, wie etwa das Symbol für die Einstellungen oder für das Telefon, wurden hingegen teils schamlos von Apple kopiert. Allgemein wirkt die Oberfläche eher unoriginell und ohne eigene Identität.

Störender ist vielmehr die Bloatware, mit der das Smartphone ausgeliefert wird. Nach dem erstmaligen Einschalten lassen sich eine Vielzahl an Drittanbieter-Apps auf dem Homescreen finden. Auch geizt der Hersteller nicht an Alternativ-Apps für Google-Anwendungen, selbst ein eigener App- und Hardware-Store ist vorinstalliert.

Immerhin verspricht Honor zwei große Android-Updates, wodurch das Honor 90 theoretisch noch ein Update auf Android 15 erhalten wird. Daneben soll es drei Jahre lang Sicherheitsupdates geben. Zum Vergleich: Samsung und Google bieten jeweils bis zu fünf Jahre Patches. Zum Zeitpunkt des Tests (August 2023) war der aktuellste Sicherheitspatch aus Juni 2023.

Akku & Laden

Versorgt wird die Hardware durch einen bis zu 5.000 mAh starken Akku, der mit maximal 66 Watt geladen werden kann. Mit dem passenden Netzteil dauert der Ladevorgang etwa 40 Minuten. Kabelloses Laden unterstützt das Smartphone leider nicht, was allerdings verkraftbar ist. Eine Ladung genügt, um locker durch einen Tag zu kommen. Am Ende des Tages hatte das Gerät stets noch etwa 15 % verbleibende Kapazität.

Im PCMark-Akkutest (300 Nits, dynamische 120 Hz, volle Auflösung, WLAN + GPS) erreichte das Honor 90 knapp 11 Stunden und 20 Minuten, ehe noch 20 % Restkapazität vorhanden waren. Das entspricht dem Niveau des Samsung Galaxy S23 Ultra (Test) mit aktiviertem Leicht-Modus.

Kamera: 200 MP, aber ohne OIS

Honor bewirbt vor allem die Kamera(s) als absolutes Highlight, denn der Hersteller verbaut ein Kamera-Setup bestehend aus drei Sensoren. Die Hauptkamera löst mit stolzen 200 MP auf und setzt auf einen 1/1.4″ großen Sensor mit f/1.9-Blende. Daneben gibt es ein Ultraweitwinkel mit 12 MP, f/2.2-Blende und 112° großem Field-of-View. Beim dritten Sensor im Bunde handelt es sich um eine unspektakuläre 2 MP Tiefenkamera, die den Porträt-Modus unterstützen soll.

Klar ist: 200 MP sind in diesem Preisbereich definitiv eine Ansage, allerdings hat die Kamera aber auch eine klare Achillesferse. Honor verzichtet an dieser Stelle auf eine optische Bildstabilisierung, was in einigen Szenarien zu Problemen führen kann. Stabile Videoaufnahmen sind daher nur mit einer extrem ruhigen Kameraführung möglich. Andernfalls wirken Videos eher verwackelt und unschön. Nachtaufnahmen wirken gleichermaßen unansehnlich und verrauschen schnell. In beiden Fällen liefert etwa ein günstigeres Google Pixel 7a (Test) deutlich bessere Ergebnisse ab.

Zumindest bei Tag überzeugen die Ergebnisse der Hauptkamera. Bilder sind farblich ausgewogen, knackig scharf und bieten einen insgesamt stimmigen Kontrast. Lediglich Details in der Ferne gehen im Bildrauschen unter. Innerhalb der Kamera-App wird außerdem ein digitaler 2-fach-Zoom angeboten, der qualitativ durchaus gut ist. Der 10-fach digitale Zoom ist dagegen eher weniger zu gebrauchen.

Von Ultraweitwinkel bis 10x Zoom

Auch die Ultraweitwinkelkamera macht bei Tag gelungene Aufnahmen, die im Vergleich zum Hauptsensor etwas blasser wirken. Wirklich überrascht sind wir hingegen vom Makromodus, der Fotos mit einer Nähe von bis zu zwei Zentimetern erlaubt. Dadurch lassen sich Objekte, vor allem Pflanzen oder Insekten, besonders nah fotografieren.

Makroshots

Nachtaufnahmen sind aufgrund der fehlenden Stabilisierung leider nicht so überzeugend. Die Selfie-Cam löst mit 50 MP auf und liefert optisch schöne Bilder ab. Dank des Weitwinkel-Modus können auch Gruppen-Selfies problemlos erstellt werden.

Fazit

Das Honor 90 ist prinzipiell ein solides Mittelklasse-Smartphone, welches unter anderem mit einer sehr guten Performance und Akkulaufzeit überzeugen kann. Insbesondere das Display ist ein wahres Highlight und kann es locker mit einigen Flaggschiff-Modellen aufnehmen. Dadurch macht es wirklich Spaß, Videos und Filme auf dem Gerät anzusehen. Bei der Speicherausstattung gilt ebenfalls das Motto „Nicht kleckern, sondern klotzen“, denn kaum ein Konkurrent bietet in diesem Preisbereich 512 GB Speicher.

Zwei Punkte stören das Gesamtbild allerdings enorm. Zunächst wäre hier der Monolautsprecher, der weder dem Preis- noch dem Release-Jahr gerecht wird. Daneben hat Honor die Chance verpasst, die Kamera auf ein Top-Niveau zu führen. Zwar sind die Bilder bei Tag schön anzuschauen, bei schlechten Lichtverhältnissen nimmt die Qualität jedoch rapide an. Hier hätte Honor schlicht nicht an der optischen Bildstabilisierung (OIS) sparen dürfen.

Letztlich steht und fällt das Smartphone mit seinem Preis. Aktuell werden rund 499 Euro für das Honor 90 fällig, womit es durchaus eine Alternative zu anderen Modellen sein kann. Besonders, wenn man viel Speicher benötigt, handelt es sich um ein sehr attraktives Gerät. Wer darauf verzichten kann, erhält zumindest mit dem Google Pixel 7 (Test) oder Google Pixel 7a (Test) das rundere Gesamtpaket.

Pro

  • ausgezeichnetes Display
  • 66 Watt Laden
  • Akkulaufzeit
  • Kameraqualität bei Tag
  • üppiger 512 GB Speicher
  • sehr gute Akkulaufzeit
  • Performance

Contra

  • Monolautsprecher
  • Hauptkamera ohne opt. Bildstabilisierung
  • Videoqualität ausbaufähig
  • Kunstoffrahmen
  • Nachtfotos nur „solala“

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Arian Krasniqi Profilbild Arian Krasniqi Redakteur

Seit 2021 schreibt er News und Artikel für Allround-PC und kommt ursprünglich aus dem Bereich der Hardware-Komponenten. Inzwischen berichtet er aber auch über verschiedene Gadgets, Smartphones sowie Tablets und informiert als ehemaliger Umwelt­ingenieursstudent über Neuheiten im Bereich der PV-Technik.

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